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Sind Kinder/Schüler psychisch nicht mehr so "belastbar" wie noch vor 30 Jahren?

gefragt von Hugo GeierHugo Geier am 22.04.2008 um 21:39 Uhr

Ich frage bewusst provokativ. Grund ist u.a. die Frage um das "Wählen" im Sportunterricht.

Nach meinen Beobachtungen im "realen Leben" und auch mancher Fragen hier bei GF fällt mir seit geraumer Zeit auf, dass viele Dinge, Kleinigkeiten oft, in der Erziehung/schulischen Erziehung heutzutage aus "Gerechtigkeitsgründen" sehr anders gehandhabt werden. Ein Beispiel z.B. daß in der Schule keine Noiten von Klassenarbeiten mehr öffentlich vorgelesen werden dürfen. So vieles wird heute, weil es angeblich einen "psychischen Schaden" bei den Schülern anrichten kann unterlassen - werden juunge Menschen dadurch nicht eher seelisch verunsichert, weil "Das Leben" eben doch NICHT so rücksichtsvoll ist?


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Reply


pippi60
beantwortet von pippi60 am 22. April 2008 21:48
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Ja, das habe ich auch festgestellt. Ich denke, das liegt an den ganz anderen sozialen Einflüssen. Wie war es in unserer Kindheit? Nach der Schule wurde der Ranzen in die Ecke geworfen und wir tobten mit Gleichaltrigen durch die Gegend und sammelten da unsere Erfahrungen. Und wir durften länger einfach Kind sein. Wann saßen wir vorm Fernseher? Kaum, es kam eh nichts für uns! Computer, Play-Station oder so was gab es nicht. Außerdem hatten wir Geschwister, mit denen wir uns auseinandersetzen mußten. Heute wachsen die Kinder behütet und oft als Einzelkind auf, sitzen viel zu viel in ihrem Zimmer und beschäftigen sich allein mit den Medien. Ist doch klar, dass so ein Verhalten sie gar nicht auf das Leben vorbereitet.

Kommentar von A521e3ba76c4794eea46a88ce74fd517smallRubber Duck am 22. April 2008 21:52

Volle Kanne DH! Und Du stemmst doch den Kleinen Onkel! ;-) Zumindest verbal.

Kommentar von Baa3ed3856e37f893d2aefff995bdcc8smallMarcSu am 22. April 2008 22:37

Saustark ! DH


Rolf u. Högemann
beantwortet von Rolf u. Högemann am 22. April 2008 21:51
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Ich beobachte das auch recht kritisch - besonders seit ich auch jeden Tag in Schulen und Kindergärten tätig bin. Einige Dinge, die geändert wurden sind schon recht gut, aber vieles (wie z.B das Nichtvorlesen der Zensuren) ist nicht dem"normalen" leben entsprechend. Ich habe in meinem Schülerleben viele Enttäuschungen und Kränkungen hinnehmen müssen - aber das waren lebensnotwendige Lernprozesse. Der Prozess war abgeschlossen und konnte mich dann im Berufsleben ncht mehr verletzen. Wäre ich erst im Beruf mit diesen Gefühlen konfrontiert worden, dann wäre es viel schwerer gewesen, daraus zu lernen und sie zu verarbeiten.


Rubber Duck
beantwortet von Rubber Duck am 22. April 2008 21:44
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Die Lehrer und Eltern nehmen vielleicht mehr Rücksicht, aber die anderen Kinder garantiert nicht! Und soo rücksichtsvoll sind die Lehrer auch nicht, vielleicht werden keine Noten mehr vorgelesen, aber geschützt werden schwache Kinder auch nicht, jedenfalls mussten meine Nichten ganz schön kämpfen... gegen Lehrer und Mitschüler...


Wolpertinger
beantwortet von Wolpertinger am 22. April 2008 21:48
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Ich glaube nicht das man das leben von Kindern vor 30 Jahren mit dem Leben von Kindern von heute vergleichen kann. Die Familiensituationen haben sich Grundlegend geändert und auch die persönliche Perspektiven haben sich verändert. Dadurch entsteht eine ganz eigne Dynamik. Die für die heutigen Jugendlichen, aber auch die Kinder von vor 30 Jahren hätten dem nicht standhalten können.

Zudem glaube ich, das es Kindern schon immer geschadet hat in der Öffentlichkeit (Noten laut vorlesen) vorgeführt zu werden geschädigt hat. Nur füher hat das keinen interessiert und wenn jemand da depressiv wurde oder angst hatte wurde die Nase gerümpft und es unter den Teppich gekehrt.

Kommentar von E2fa440c10c0c80559920d054009341dsmallHugo Geier am 22. April 2008 21:54

Entsteht diese eigene Dynamik nicht auch dadurch, dass die Kinder teilweise zu sehr psychisch "in Watte gepackt" werden?

Kommentar von 46c14679cca793845b8cafd6d9659db9smallAngel84 am 22. April 2008 22:05

Stimme dir zu Wolpertinger. Verletzungen machen nicht stark, sondern verschließen auf Dauer gesehen das Herz. Auf das Leben vorbereiten heißt für mich die Kinder lieben, ihr Vertrauen stärken, ihre Fähigkeiten und Stärken zu unterstützen. Gerade hier bei G.F. fällt mir auf, wieviele eine große Mauer um sich gebaut haben... genährt durch die vielen kleinen und größeren Verletzungen, genannt Schuld, Scham, Trauer und Angst. Das sollten wir unseren Kindern so weit es geht ersparen.

Kommentar von B7d6abe5fe68484f92d05ef92d30f748smallWolpertinger am 22. April 2008 22:23

@ Angel danke für diesen Kommentar. @Hugo Geier ich glaube Du hast meinen Text nicht verstanden. Ich glaube das weder Kinder vor 30 Jahren noch unsere heutigen Kinder den Druck der ihnen entgegen schlägt standhalten können. Schützen können wir unsere Kinder nur in denen wir ihnen ein gutes Selbstwertgefühl vermitteln. Eins was aus ihnen selber herauskommt. So etwas erzeugt man nicht durch Demütigung.

Kommentar von Baa3ed3856e37f893d2aefff995bdcc8smallMarcSu am 22. April 2008 22:46

Wir doch den Druck vor mehr als 30 Jahren auch standgehalten und sind nicht psychisch geschädigt und ich weiß, was aus mir geworden ist, gerde weil dieser Druck da war !

Kommentar von B7d6abe5fe68484f92d05ef92d30f748smallWolpertinger am 22. April 2008 23:37

@MarSu du möchtest doch nicht ernsthaft behaupten das die Belastung durch die Umwelt und Gesellschaft vor 30 Jahren genauso hoch war wie heute?

Kommentar von E2fa440c10c0c80559920d054009341dsmallHugo Geier am 23. April 2008 00:13

Ich wage zu behaupten, dass unsere Eltern von uns und ich von meinen Kindern in den 70ern MEHR Leistung und Belastbarkeit gefordert habe, als es heutige Eltern tun. Und die Gesellschaft hat mindestens genausoviel verlangt wie die heutige - vielleicht andere Dinge, aber sie hat auch viel verlangt.

Kommentar von B7d6abe5fe68484f92d05ef92d30f748smallWolpertinger am 23. April 2008 00:33

Da waage ich zu wieder sprechen in Zeiten von G8 aber ich werde die Diskussion hier auch beenden. Ich kann nicht sehen wo sie hinführen soll...Alles liebe Wolpertinger


anonym09
beantwortet von anonym09 am 22. April 2008 21:52
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Die Eltern meinen, ihren Kindern wird zu viel abverlangt, vergleicht man seine alten Schulhefte von sich mit denen seiner Kinder, muß man entsetzt feststellen, das wir im Stoff viel weiter waren.

Aber wir hatten den Vorteil, das die Schule vor der Haustür war und wir nicht kilometerweise mit dem Bus fahren mußten, Lehrer und Eltern arbeiteten besser zusammen (weil sie sich kannten), der Respekt voreinander war da, wir konnten die Freizeit genießen und wurden nicht abgelenkt durch rund um die Uhr Fernsehen und PC. Außerdem war es leichter, nach der Schule eine Ausbildung zu bekommen, der Leistungsdruck war nicht so hoch wie jetzt.

Dadurch, das heutzutage Eltern Angst haben, einen Versager groß zu ziehen, Angst haben, die anderen Kinder (und Eltern) verurteilen das Kind was schlechte Zensuren hat (und damit die unfähigen Eltern), wird eben in der Schule vieles anders gehandhabt als früher.





RBMannheim
beantwortet von RBMannheim am 22. April 2008 21:53
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Das wirklich Kranke sind die Eltern, die heute aus allem eine wissenschaftliche Psychologieparty machen müssen! Und das meistens, um eigen Unzulänglichkeiten zu überspielen! Warum fragt man danach, ob man das Wählen abschaffen soll? Warum fragt man nicht besser danach, wie man dem Kind erklärt, warum das so ist! Diese Menschen meinen, vor der Realität zu fliehen sei eine Lösung! Aber das ist schon ihr erster Irrglaube und bei weitem nicht der einzige!


anonym
beantwortet von BaludDerBaer am 22. April 2008 21:56
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Das ist nicht zu vergleichen. Wir leben heute in ein so schnelllebigen Zeit, die Technik wird doch jeden Tag überholt. Dadurch, dass so viele Kinder an der Armutsgrenze bzw. unter dieser Grenze leben und auf der anderen Seite Kinder in den teuersten Markenklamotten und den neuesten Handys zur Schule gehen, müssen sich die Kinder um ganz andere Sachen einen Kopf machen. Da wir so viel Druck aufgebaut und es gibt so viel Neid, für Kinder ist das wirklich nicht so toll.

Kommentar von E2fa440c10c0c80559920d054009341dsmallHugo Geier am 22. April 2008 22:03

Aber wie bereiten wir die Kinder auf die wahren Anforderungen des Lebens vor? Es wird gezeigt, das gerecht gehandelt werden könnte - aber diese Gerechtigkeit bekommen sie nicht zu spüren, sobald sie aus der Schule raus sind, weil es sie da kaum noch gibt. Müssten wir dann nicht auch durch Vorschriften dafür sorgen, dass Menschen nicht mehr von Ihren Chefs überfordert werden dürfen, dass sie keine Kritik mehr bekommen dürfen, es sei denn sie ist so wischiwaschi, dass sie nicht mehr wehtut usw...

Ich habe oft das Gefühl, Kinder und Jugendliche sind im Grunde viel belastbarer und lernfähiger - nur glauben "Erwachsene", dass Dinge, die sie selber nicht gerne "fühlen" auch die Kinder nicht fühlen wollen/müssen und vergessen, das junge Menschen eben DOCH eine andere Gefühlswelt haben als Erwachsene.

Kommentar von BaludDerBaer am 22. April 2008 22:14

Natürlich sind Kinder belastbarer als wir denken. Aber Kinder werden heute nicht mehr erzogen. Viele Probleme werden auf die Schule abgewälzt und für die Freizeitgestaltung wird mehr Zeit aufgewendet als für die Hausaufgaben!(Wenn überhaupt welche gemacht werden) Ich habe vor einigen Monaten eine Fortbildung besucht: Starke Eltern - Starke Kinder. Das ist ein Kurs, den wirklich alle werdenden Eltern besuchen müssten. Dann würden sie vielleicht nicht so schnell aufgeben wenn es mal Probleme in der Erziehung gibt.


MarcSu
beantwortet von MarcSu am 22. April 2008 22:43
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HugoGeier, das war eine sehr gute Frage mit einer spitzen Erläuterung dazu, für mich hat aber ppi60 schon genau das Richtige geantwortet!


anonym
beantwortet von seesee am 22. April 2008 23:26
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Hinzu kommt, dass die Kinder heute mit einem ganz anderen Demokratie-Verständnis groß werden. Viele von uns haben sich in der Schule (und auch zuhause) doch nicht getraut, Dinge anzusprechen, die für uns nicht in Ordnung waren. Ich hatte z.B. einen Jugendfreund, der ziemlich dickleibig war und deshalb bei der Wahl im Sportunterricht immer übrig blieb. Allerdings war das nicht der einzige Ort, wo er wegen seiner Dickleibigkeit diskriminiert wurde. Ich fand das schon damals nicht in Ordnung (hab es als Klassensprecher auch geäußert) und erziehe deshalb meine Kinder zu Offenheit und dazu, nicht alle Missstände einfach hinzunehmen. Diejenigen, die sowieso auf der Gewinnerseite leben, haben es doch einfach, wenn sie sagen, was ist schon schlimm am Wählen im Sportunterricht. Es geht neben dem Effekt, psychische Schäden zu vermeiden, auch besonders darum, Diskriminierungen zu unterbinden - egal, ob sie von Lehrkörpern oder von Kindern verursacht wurden.


anonym
beantwortet von HSGBW am 22. April 2008 21:42
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Du kannst dir doch bestimmt selbst vorstellen wie sich jemand fühlen muss der immer zuletzt gewählt wird, oder der immer die schlechteste Note hat!

Kommentar von E2fa440c10c0c80559920d054009341dsmallHugo Geier am 22. April 2008 21:45

Nun - das Gefühl hatten wir auch, das gehört zum Leben dazu - aber es hat uns AUCH dazu ermutigt, uns zu verbessern und uns weiterzuentwickeln. Und es hat uns darauf vorbereitet, dass "Das Leben" kein Zuckerschlecken ist. man kann sagen, wir haben schon früh alles realistisch gesehen - und das hat uns geholfen. Und meinen Kindern auch...


Qetan
beantwortet von Qetan am 22. April 2008 21:43
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Auf der einen Seite leben wir in einer Zeit der Müsdli- Pädagogik, in der die Kinder vor allem geschützt und ihnen kaum etwas zugemutet wird, auf der anderen Seite sollen sie in der Schule Leistungen zeigen und den herrschenden Schulstreß aushalten- das muß ja knallen. Am wenigsten Schuld daran haben die Kinder.

Kommentar von E2fa440c10c0c80559920d054009341dsmallHugo Geier am 22. April 2008 21:44

DH - Müsli-Pädagogik ist ein toller Begriff....

Kommentar von E7833c8129179618ea8f8203252a8524smallvollimleben am 22. April 2008 21:44

Du widersprichst dich aber ganz gehörig!!!!

Kommentar von 96e4109c435278cc7bc3a571512f4ad9small Qetan am 22. April 2008 21:45

??? Ich widerspreche mich nie.

Kommentar von E7833c8129179618ea8f8203252a8524smallvollimleben am 22. April 2008 21:48

Vorhin hatten alle mit Null Bock nur keinen"Schmiss"und jetzt sind es die Lehrer!

Kommentar von 96e4109c435278cc7bc3a571512f4ad9small Qetan am 22. April 2008 21:51

Bei dieser Frage geht es aber nicht um Null Bock, man sollte schon differenzieren können.

Kommentar von E7833c8129179618ea8f8203252a8524smallvollimleben am 22. April 2008 21:56

Darf ich dich daran erinnern,das es bei den anderen um die anerkannte Krankheit Depressionen ging und du von Null Bock geschrieben hast!

Kommentar von 96e4109c435278cc7bc3a571512f4ad9small Qetan am 22. April 2008 21:59

Von Dir vermutete Depressionen. Charakteristisch für depressive Menschen ist aber, dass sie sich selber gar keine Hilfe suchen. Depressionen diagnostiziert man nicht so einfach via Internet.


wauwie
beantwortet von wauwie am 22. April 2008 22:38
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Wenn all die Dinge einen psychischen Schaden anrichten könnten, sind wir zwischenzeitlich Erwachsenen dann alle krank? Ich fühle mich jedenfalls nicht psychisch gestört trotz der "altmodischen" Unterrichtsform.




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