Frage von oxBellaox, 63

Sind Kinder - erwachsene und minderjährige - ihren Eltern etwas "schuldig"?

Antwort
von Realisti, 33

Mit der Dankbarkeit ist das so eine Sache.

Ich hasse es dankbar sein zu müssen, obwohl ich natürlich ein Pflichtgefühl kenne. Besonders mag ich nicht für "nicht Gewolltes" dankbar sein zu müssen.

In der Haushaltsführung geht es um Arbeitsteilung und Kosten. Gerade Kindern fehlt es oft an Einsicht, dass sie ihren Anteil dazu abliefern müssen. Das hat nichts mit Dankbarkeit zu tun, sondern mit Fairness und Liebe. Viele Jahre übernehmen die Eltern den Aufgabenanteil der Kinder mit und erledigen ihn. Sie machen es (zumindest meistens) auch gerne. Die einen können das besser, andere schaffen es weniger perfekt. Und ganz ehrlich ein Baby kann eben nicht Rasen mähen. Daher ist so etwas Erwachsenenaufgabe.

Dann kippt das irgendwann. Die Jugend ist plötzlich kräftiger und gesünder als die Elterngeneration. Aber Hilfe ist auch immer Arbeit und zeitaufwendig. Somit haben die Ableger keine Lust dazu. Den Eltern ist die auch noch eine Weile egal, weil sie fehlende Spannkraft mit Erfahrung ausgleichen. Doch sie kommen an den Punkt da sind  Akku oder Geldbeutel leer und der Körper läßt nach. Der Nachwuchs muss auch an Lebensführung herangeführt werden, sonst lernen sie es nie.

Da ist dann der Punkt, ab da funktioniert es auch anders herum oder auf Gegenseitigkeit. Man kann das Dankbarkeit nennen, die sie einfordern oder einfach den Generationenvertrag.

Es gibt eine Grundregel im Leben. Man kann nicht ständig nehmen ohne auch zu geben. Damit beginnen dann auch die Probleme. Denn die Jugend fordert plötzlich ein Mitspracherecht, wenn sie schon mitarbeiten soll. Was natürlich die langjährigen Gewohnheiten auf den Kopf stellt. Zumal das junge Blut auch oft einen ausgeprägten Hang zur Arbeitsvermeidung hat oder sich nur die schönen Aufgaben raussuchen mag.

Ganz schwer, wird es wenn der Neidfaktor dazu kommt oder Geld und Wünsche sich nicht mehr die Waage halten können.

Heute mit der steigenden Lebenserwartung wird dieses Thema immer brisanter. Aber die Kinder können auch länger auf den Rat und die Hilfe der Eltern zählen.

Antwort
von Tragosso, 13

Ganz einfache Antwort: Nein, sind sie nicht. Es wäre natürlich schön, wenn seine Eltern einen gut behandelt haben sie ebenfalls gut zu behandeln, das ist im Normalfall aber sowieso gegeben. Dennoch ist es keine Pflicht und es gibt keinen Gefallen den man einfordern kann. Das Kind hat nicht darum gebeten auf der Welt zu sein, es konnte sich das nicht aussuchen.

Antwort
von kiniro, 12

Auf mich wirkt dieses "etwas schuldig sein" so erzwungen.

Es ist schön, wenn die Kinder den Eltern etwas zurückgeben.
Und zwar ohne den bitteren Beigeschmack des "das bin ich euch (dir) schuldig".

Manche Eltern machen gewisse Dinge, mit dem Hintergedanken, dass es ihnen ihre Kinder mal danken und eventuell sogar "zurückzahlen" werden.
Vielleicht ist es ein paar von ihnen noch nicht einmal so richtig bewusst, was sie da machen.

Ich bin so nicht aufgewachsen und gebe dieses "etwas schuldig sein" auch nicht weiter.

Antwort
von Menuett, 16

Nein, sie sind ihren Eltern nichts schuldig.

Und in den meisten Fällen sind die Eltern schuld, wenn sich das Kind ihnen nicht verbunden fühlt.

Rechtlich gesehen, schulden Verwandte in der geraden Linie einander Unterhalt

Antwort
von Nashota, 46

Nicht im eigentliche Sinne. Es wäre nur schön, wenn das, was mal an guten Dingen gegeben wurde, auch zurückgegeben wird. Für viele Eltern und Kinder ist das keine Pflichtveranstaltung, sondern eine Selbstverständlichkeit.

Antwort
von Nadelwald75, 21

Hallo oxBellaox,

du fragst, ob sie etwas schuldigt sind, nicht aber was.

Kinder und Eltern sind sich gegenseitig etwas schuldig. Das ist sozusagen ein Generationenvertrag, von dem beide etwas haben.

Sieh dich mal in deinem Umfeld um, was geschieht, wenn Eltern glauben, ihren Kindern nichts schuldig zu sein, und Kinder glauben, ihren Eltern nichts schuldig zu sein.

Antwort
von Akka2323, 10

Eltern und Kinder sind gegenseitig unterhaltspflichtig. Eltern müssen ihre Kinder bis zum Ende der ersten Ausbildung finanzieren. Kinder zahlen später beim Alterheim mit. Eltern und Kinder, die ein gutes Verhältnis haben, denken über solche Fragen nicht nach. Sie sind eine Familie, in guten und in schlechten Zeiten.

Antwort
von Larimera, 42

In einem intakten Familiengefüge ist es ein gegenseitiges Nehmen und Geben, da bleibt Keiner dem Anderen etwas schuldig.
Auf eine gewisse Art und Weise gleicht sich alles früher oder später wieder aus.

Antwort
von Volkerfant, 24

Nüchtern betrachtet nein.

Emotional betrachtet ja.

Antwort
von PatchrinT, 30

Falls sie dich(ich spreche in diesem Fall von dir) gut ins und durch das Leben gebracht haben.....ja....Liebe geben und Achtung zeigen,das sind Werte die wichtig sein sollten. Den Rest hat SUPERSUNI gut beschrieben. P.S: Als ich vor ca.2 Wochen las das Brad Pitt seine Mutter(Oma?) nicht mal im Altersheim besucht und sie ärmlich dahin vegetiert,sträubten sich bei mir die Nackenhaare. Wie kann so ein schwerreicher Mann so herzlos sein? Hat das viele Geld seinen Charakter verändert? Ich denke ja.....

Anmerkung: natürlich spreche ich nicht über dich und deine Familie. Falls dieses so rüber kommen sollte dann sorry....


Kommentar von supersuni96 ,

Echt jetzt? Brad Pitt vernachlässigt seine Omi? Hätt ich nicht von dem gedacht. 

Kommentar von PatchrinT ,

oder Mutter,weiß nicht mehr genau

Antwort
von Mojoi, 34

Prinzipiell ja.

Ich möchte aber bei meinen Kindern keine Form der Schuld mir gegenüber sehen.

Sie sollen nur wenigstens in der Zeit, in der ich sie großziehe, auf mich hören und später mal glücklich werden und grsund bleiben.

Antwort
von Utopiosus, 63

Hallo oxBellaox,

da der Mensch in der Anthropologie gesehen eine (physiologische) Frühgeburt ist, sind wir vom reinen Gedanken wie wir überleben (Überlebensaspekt) her sehr von der Versorgung unserer Eltern abhängig.

Neben den emotionalen Konstanten wie z.B. die Mutter- oder Vaterfreude ist es sicherlich naheliegend, dass auch das Kind sehr nah an seine Eltern gebunden ist (emotional wie sozial). 

Wenn du von "Schuldigkeit" sprichst, was ist damit gemeint?

1. Jeder Mensch hat eine innere Schuld an die Versorgungsarbeit der Eltern abzuleisten. Die meisten tun dies mit Liebe und aus der Liebe heraus entstehenden Tauschgeschäften (Kuscheln kann auch eine Art Tauschgeschäft sein).

2. Deine/die Eltern sind die erste Instanz in deinem Leben in der Du lernst die Welt zu begreifen, eine Sprache, die ersten Schritte, generelles Verhalten (Normen, Werte). Diese Verhaltensweisen (soz. Interaktionssymbole) sind für die Gesellschaft in der Du lebst überlebenswichtig.

3. Rechne alles zusammen, was finanziell, emotional und sonst wie an das Kind herangetragen wird. Vor einigen Jahren war die Faustregel, dass ein Durchschnittskind mit ca. 500.000 € versorgt wird, bist es 18 Jahre alt ist.

Neben der ganzen Zeit, welche die Eltern sich um ihr Kind kümmern und kümmern sollten ist das nur eine Zahl. Bedenke, dass Eltern Kindern etwas unbezahlbares geschenkt haben oder besser gesagt schenken.

Das Leben.

Kommentar von oxBellaox ,

Bitte keine Mutmaßungen über meine Eltern und mich - die Frage ist allgemein gehalten, nirgendwo geht daraus irgendein persönlicher Bezug hervor! Danke schön!

Kommentar von Utopiosus ,

Gut, dann halte dich an meine drei letzten Punkte und du hast eine Antwortmöglichkeit :)

Kommentar von supersuni96 ,

Du scheinst ein ernstes Problem mit deinen Eltern zu haben, wenn du unter jeden Kommentar explizit darauf hinweisen musst. 

Kommentar von oxBellaox ,

supersun:
Ich glaube nicht , dass ich jemanden brauche der mir erklärt was ich meine.

Kommentar von Nashota ,

@ supersuni

Diese Frage fußt wohl auf dieser Frage hier:

https://www.gutefrage.net/frage/mutters-bestattung-planen?foundIn=recent\_questi...

Kommentar von oxBellaox ,

Nashota - ja diese Frage hat mich nachdenklich gemacht ... genau darauf habe ich sie spontan gestellt - aber auch nicht für den Fragesteller sonder allgemein - aber ist schon aufschlußreich, was einzelne hier daraus machen wollen.

Meine gute Erziehung (danke an eine wunderbaren Ellies)verbietet mir das zu schreiben, was ich über so etwas denke ;)

Kommentar von Nashota ,

Diese andere Frage, auf der deine Frage basiert, verstehe ich persönlich auch nicht wortwörtlich als Schuld abtragen müssen, sondern aufgrund der wohl engen Beziehung als Herzensbedürfnis dieses jungen Mannes.

Wo nichts über den letzten Gang besprochen wurde, sind Kinder oft hilflos und überfordert. Erst recht, wenn sie noch nicht volljährig sind. Woher sollen sie wissen, was Beerdigungen kosten? Über den Tisch gezogen werden kann man leider auch in dieser Angelegenheit.

Und was hier allgemein so interpretiert wird, muss man oft auch sportlich sehen. ;-))

Antwort
von Drewfire6392, 28

in einer gewissen art bist du ihnen natürlich etwas schuldig aber das klingt so böse.

Ich finde jeder sollte sich selbst darüber bewusst sein was seine Eltern für ihn getan haben und dankbar sein.

ich meine z.B wenn sie jetzt etwas von dir verlangen das du nicht tun willst dann musst du dir nicht einreden du müsstest das tun weil du ihnen schließlich was schuldig bist

ich hoffe du weißt was ich versuche dir damit zu sagen :o

Kommentar von oxBellaox ,

bitte nicht "meine" - generell Kinder und Eltern!



Kommentar von Drewfire6392 ,

es ist doch schon verallgemeinert was ich da geschrieben habe trifft auf jeden zu

Antwort
von LuckSub, 40

Wenn deine Eltern für dich da wahren und dich gut erzogen haben, dann solltest du auch für sie da sein, wenn sie Probleme haben oder ihre Haare langsam grau werden.

Kommentar von oxBellaox ,

bitte nicht "meine" - generell Kinder und Eltern!

Kommentar von LuckSub ,

Das war aber eine generelle Antwort^^ Hab halt immer dich angesprochen, finde aber, dass das immer so sein sollte.

Kommentar von oxBellaox ,

das ist aber aus meiner Fragestellung betrachtet nicht korrekt

Antwort
von Empylice, 21

Dankbarkeit...Nö, Eltern haben sich entschieden, ein Kind in die Welt zu setzen, was automatisch Verantwortung mit sich bringt. Wenn die Eltern Dankbarkeit für ihre Entscheidung verlangen, sind sie nur biologische Eltern, mehr nicht.

Antwort
von Shanty67, 39

Niemand ist für ein Mensch schuldig oder verantwortlich... weil niemand hat dich gefragt ob du geboren willst oder nicht...das ist ein Prozess der Natur...und genauso kein Mensch kann .behaupten.. nicht mal deine Eltern, dass sie die Macht über dich haben... das gegenseitige Respekt wäre ideal...aber auch wenn das Leben nicht immer Hügelfrei ist...man muss daraus das Beste machen...

Kommentar von oxBellaox ,

danke für die Antwort aber bitte nicht "meine" - generell Kinder und Eltern!

Antwort
von Lumpazi77, 18

Juristisch: Es besteht eine lebenslange, gegenseitige Unterhaltspflicht.

Moralisch: Ja, wenn man als kind normal behandelt wurde.

Antwort
von Virginia47, 8

Nein. 

Die Eltern wollten Kinder haben. Damit haben sie auch die Verpflichtung übernommen, die Kinder zu anständigen Menschen zu erziehen. 

Wenn sie dem nicht nachgekommen sind, wie bei mir - physischer und psychischer Terror - ist man ihnen auch nichts schuldig. Sie haben versagt. Warum sollte man ihnen dann was schuldig sein? 

Wenn es liebevolle Eltern waren, stellst sich die Frage nicht. Dann sieht man es als selbstverständlich an, seinen Eltern etwas zurückzugeben. Denn das Leben ist nun mal ein Geben und Nehmen. 

Antwort
von linksgewinde, 31

Gute Frage !  Meiner Meinung nach nicht. Kinder können nichts für ihr Dasein, und wurden auch vorher nicht gefragt.

Antwort
von supersuni96, 60

Rein rechtlich gesehen: JA. Wenn die Eltern im Alter bedürftig werden, müssen die Kinder für sie aufkommen.

Moralisch gesehen: ebenfalls JA. 

Ausnahme: Wenn du als Kind wie Dreck behandelt wurdest, deine Eltern dich vernachlässigt oder misshandelt haben, dann bist du ihnen moralisch nichts mehr schuldig.

Kommentar von oxBellaox ,

auch dir danke für deine Antwort - aber
bitte nicht "meine" - generell Kinder und Eltern!

Kommentar von supersuni96 ,

Das sagt man aber allgemeinhin so. So ist die deutsche Ausdrucksweise, dass das "man" durch ein "du" ersetzt werden kann.

Kommentar von oxBellaox ,

nein das "man" ist allgemein und das "du" persönlich

Kommentar von Tanzistleben ,

Das stimmt nicht! "Man" kann durvh ein ebenso unpersönliches, dann klein geschriebenes "du" ersetzt werden. Leider wurde darauf in der verpfuschten Rechtschreibreform nicht ausreichend Rücksicht genommen. Es ist aber trotzdem so!

Antwort
von joheipo, 25

Zumindest Respekt, und soweit die Kinder noch im elterlichen Haushalt leben, Anerkennung und Befolgung der Regeln der häuslichen Gemeinschaft.

Das sollte jedem klar sein.

Kommentar von kiniro ,

Die Kinder sollten auch respektvoll behandelt werden.

Regeln sind so eine Sache. Nicht jede von ihnen macht wirklich Sinn.

Antwort
von Zumverzweifeln, 14

Sie haben dir ein sehr großes Geschenk gemacht: dein Leben!

Nimm es an und mach was draus - das wäre die Antwort!

Kommentar von kiniro ,

Bei manchen Eltern kann ich mir sehr gut vorstellen, dass die Kinder auf dieses Geschenk gut hätten verzichten können.

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