Frage von 1alman1, 90

Sind Introvertierte nicht selbstbewusst?

Wenn jemand glücklicher ist, alleine zu sein, kann das nicht einfach daran liegen, dass ihm "unwohl" bei anderen Leuten wird, weil er nicht so selbstbewusst ist und nicht weiß, was er dann sagen / wie er sich verhalten soll?

Ich meine, dass die Leute lieber in einer Gruppe sind als allein hat sich ja evolutionär so selektiert. Und dies (die Gemeinschaft) erzeugt eine Erregung des Belohnungszentrums, was dann auch zu einem längeren Leben führt. Warum sollte es Leute geben, die plötzlich "alleine sein wollen"? Im Laufe der Evolution wurden diejenigen ja getötet, weil sie es nicht geschafft haben. Also muss es das doch heute EIGENTLICH nicht mehr geben und auf andere Dinge zurückzuführen sein, oder?

Antwort
von OlliBjoern, 32

Wieso steht das nun unter "Chemie"?

Also: m.E. nach hat Introvertiertheit nicht immer etwas mit Selbstbewusstsein zu tun. Mir geht es oft so, dass ich - wenn ich unter Leuten bin - wenig sage, einfach, weil mich die Themen nicht interessieren. Also halte ich den Mund.

Wenn mich die Themen interessieren, rede ich auch mit.

Was das mit Evolution zu tun hat? Keine Ahnung. Ich denke nicht, dass man früher den Höhlenbären in die Flucht gequasselt hat. :)

Antwort
von findesciecle, 27

Introvertiertheit und Selbstbewußtsein sind psychologisch zwei völlig unterschiedliche Variablen. Es gibt keinen Widerspruch auf beiden einen hohen oder niedrigen Testwert zu erreichen.

Wenn Menschen lieber alleine sind ist das wiederum eine dritte Variable!

(Die allerdings hoch korreliert ist mit Introvertiertheit, dass heißt aber nicht, dass man nicht introvertiert und trotzdem gesellig sein kann. Das gibt es durchaus, wenn auch seltener).

Der 2. Absatz, da hast Du nicht ganz unrecht, ist aber wenig relevant: Persönlichkeitseigenschaften werden auch vererbt und damit gab es unter unseren Ahnen auch eine Auslese- das stimmt.  Aber auch introventierte Denker hatten  in den Kleingruppen unserer AHnen ihren Platz.

Und unser menschlicher Kortex ist die komplexeste Struktur, die uns bekannt ist: Die menschliche Kognition ist so flexibel, dass das Evolutorische im VErgleich kaum EInfluss hat. 

Antwort
von Jacku, 46

Also ich bin sehr introvertiert. Bei mir hat sich das entwickelt, als kleines Kind hatte ich nie Probleme mit anderen zu reden etc..der Mensch ist wie du schon gesagthast ein gemeindschaftstier, er braucht das miteinander für ein gesundes leben. Introvertiert wurde ich dann erst in einer schweren Lebenslage, habe damals auch mein Selbstbewusstsein verloren. Inzwischen muss ich allerdings sagen bin ich wieder sehr selbstbewusst, weil ich vieles verarbeitet habe bzw. Unterstützung hatte. Bin jedoch introvertiert geblieben, ich schätze weil ich einfach größere Angst vor einer zweiten negativen Erfahrung habe als Lust mich mit Menschen zu unterhalten. Mir reicht eine person der ich vertraue, alles andere ist einfach zu viel.

Antwort
von tannein112, 61

Ich würde mich selbst als introvertiert und selbstbewusst beschreiben.

Kommentar von 1alman1 ,

Wie gut kannst du mit anderen Menschen umgehen?

Kommentar von tannein112 ,

Mit manchen sehr gut, mit manchem überhaupt nicht.

Antwort
von PeterWolf42, 44

Also ich bin lieber alleine als in einer Gruppe und bin selbstbewusst. 

Antwort
von fragdoris, 34

Hat nichts miteinander zu tun. Man kann definitiv introvertiert und selbstbewusst sein. Ist ähnlich wie mit "Risikofreudigkeit" und "Selbstbewusstsein". Man kann vorsichtig, aber dennoch selbstbewusst sein. Siehe MBTI (Mayer Briggs Temperament Sorter), falls du dich näher mit der Introviertiertheit nach Jung auseinander setzen möchtest.

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