Frage von berndelmann, 34

Sind Inkassogebühren zulässig trotz ausschließlicher Zahlungsaufforderung per email mit zunächst völlig falschen Beträgen?

Hallo, ich habe offenbar bei einem Online-Unternehmen bei dem ich nur ein ebook erwerben wollte ohne es mitzubekommen eine monatliche Videoserie bestellt. Als ich die Abbuchung vom Konto (monatlich EUR 19,70) bemerkte, habe ich die letzten 2 Zahlungen (Mai/Juni 2016 = EUR 39,40) vielleicht etwas vorschnell am 04.07. rückgängig gemacht.

Auf eine Anfrage beim Support des Unternehmens wurde mir am 08.07. die Buchung der Serie bestätigt, aber auch meine sofortige Kündigung per email akzeptiert.

Am 04.09. bekam ich dann von der Inkasso-Abteilung des Unternehmens eine Mail, dass ich EUR 95,50 zzgl. 9,70 Mahngebühren für erhaltene Leistungen zu zahlen hätte. Ich habe am selben Tag auf die erfolgte Kündigung und den o.g. Betrag hingewiesen. Am 06.09. erhielt ich eine weitere Mail, dass keine Kündigung vorläge, daher 4x 19,70 + 10,20 Mahngeb. + 6,50 Rücklastschriftgebühr zu zahlen sei.

Ich habe dann am 08.09. die Kündigungsbestätigung vom Support weitergeleitet. Darauf erhielt ich am 10.09. eine Antwort, dass die Kündigung tatsächlich erfolgt sei und somit nur 2x 19,70 + 9,70 Mahngeb. + 6,50 Rücklastschriftgeb. = EUR 55,60 zu zahlen sei. Am 12.09. habe ich dann geantwortet, dass ich, um das Thema abzuschließen bereit bin, diese Summe zu überweisen und um Angabe der Bankverbindung gebeten, da bei den früheren Abbuchungen zumindest der Verwendungszweck sehr kryptisch formuliert war. Darauf erhilet ich keine Antwort mehr.

Am 26.09. habe ich dann den o.g. Betrag lediglich unter Angabe meiner Kundennr. bezahlt.

Am 27.09. erhielt ich dann ein Schreiben eines Inkassounternehmens mit Gebühren von EUR 70,20 (58,50 Geschäftsgebühr + 11,70 Auslagenpauschale) gemäß RVG zzgl. EUR 1,20 Zinsen + EUR 9,70 Nebenforderung (9,70 Mahngeb. waren ja schon in den 55,60 der Hauptforderung enthalten).

Ich bin nun völlig ratlos, ob ich diese zusätzlichen Kosten nun tatsächlich zahlen muss, das kann doch anhand der Vorgeschichte eigentlich nicht sein? Ich habe nie ein formelles Mahnschreiben oder eine Rechnung erhalten.

Vielen Dank für eure Antworten.

Antwort
von mepeisen, 11

Setzen wir doch mal ganz am Anfang an.

Hallo, ich habe offenbar bei einem Online-Unternehmen bei dem ich nur ein ebook erwerben wollte ohne es mitzubekommen eine monatliche Videoserie bestellt

Du wolltest ein eBook kaufen und hast ein Abo über eine Videoserie abgeschlossen?

Daran stört mich zweierlei: Ebook/Videoserie? Einzelkauf/Abo?

Bist du hier vielleicht über eine Abofalle gestolpert? War wirklich klar erkennbar, dass du ein Abo abschließt? Im Kleingedruckten bzw. den AGB darf das nicht stehen. Das muss klar erkennbar beim preis und auf dem Button stehen. War wirklich klar erkennbar, dass man dir irgendwas mit Videos verkauft und nicht nur das eBook?

Wenn du jetzt antwortest, dass das alles nirgendwo stand, dann würde ich anders vorgehen, als hier empfohlen wurde. Dann würde ich quasi dem Inkasso die Pistole auf die Brust setzen. Nach dem Motto "So, liebes Inkasso. Ich habe mich zwischenzeitlich informiert. Ihre Mandantin betreibt gewerblichen Betrug. Sie werden mir unverzüglich das von mir bezahlte Geld zurück überweisen. Es gab nie einen Abovertrag über irgendeine Videoserie. Dieser wurde mir in betrügerischer Absicht untergeschoben. Der Versuch, die Kündigung zu verweigern, ist ebenfalls gewerblicher Betrug. Ihre Mandantin hat 14 Tage Zeit. Bei Weigerung werde ich zur Polizei gehen und Anzeige gegen ihre Mandantin und gegen ihr Haus wegen Beihilfe und Nötigung erstatten."

Ob du das Geld zurück bekommst, fraglich. Aber da sind genug Signalwörter drin. Im Regelfall wissen die Inkassos, dass ihre Mandanten Schmuh treiben und wenn sie auf jemanden stoßen, der sich wehrt, verschwinden sie ganz schnell wieder.

Antwort
von franneck1989, 17

Ich würde die Gebühren des Inkassos schriftlich zurückweisen mit Verweis auf die bereits bezahlte Hauptforderung. Ist meist ein automatisierter Prozess.

Die Gebühren sind in der Form nicht durchsetzbar und werden auch nicht explizit eingeklagt.

Antwort
von EXInkassoMA, 12

ich würde noch die kosten für den lastschriftstorno sowie gerundet 5 eur mahnkosten begleichen.natürlich zweckgebunden (Mahngebühren plus rls kosten) zahlung direkt an den gl.

rechne mental trotzdem mit weiteren briefen des Inkassobüros.

Antwort
von kraftlackel, 24

Die Forderung ist mit dem Zahlungsausgleich vom 26.09.2016 beglichen. Die Forderung des Inkassounternehmens vom 27.09.2016  ist somit gegenstandslos. Senden Sie dem Inkassounternehmen einen Zahlungsbeleg.

Kommentar von EXInkassoMA ,

einen beleg ans Inkasso zu schicken ist nicht sinnvoll denn dadurch verlägert sich die Prozedur nur.

außerdem werden die vom ag ohnehin informiert

Antwort
von LeikaK, 18

Könnte es sein dass sich die zahlung auf die beträge bezieht die du rückbuchen hast lassen? Zu dem inkassobrief. Du hast die zahlung geleistet, in dieser zeit war der brief schon unterwegs. Und hat sich überschnitten. Aud dem brief müsste eine Nummer stehen. Ruf doch da mal an. Die helfen dir weiter

Kommentar von franneck1989 ,

Ruf doch da mal an. Die helfen dir weiter

Inwiefern soll denn ein Inkassobüro weiterhelfen? Die haben nur ein Interesse: Geld verdienen.

Dein Rat ist daher mindestens naiv, wenn nicht sogar blödsinnig

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