Frage von jonsnow24, 112

Sind Immobilienmakler reich?

Hallo,
müssten Immobilienmakler eigentlich nicht ziemlich ''reich'' bzw. extrem gut verdienen (weil z.b. wenn der Makler ein Haus von 500.000€ verkauft bekommt er 3,57% davon und das wären 17.850€ - er müsste also nur 5 Häuser im Jahr verkaufen damit er 90.000€ im Jahr verdient - relativ durchschnittliches Gehalt aber er verkauft ja beszimmt deutlich mehr als 5 im Jahr oder manchmal ist ne Villa für 2 Millionen € dabei - er bekommt dann 71.400€) obwohl man nichtmal eine Ausbildung/ guten Schulabschluss braucht um Makler zu werden.Müssten dann nicht relativ gute Makler ziemlich reich sein??
Danke!

Antwort
von Colombo1999, 26

Provisionsumsatz = Verdienst ??? Ha, ha, ha!!!

Ich empfehle Dir dringend, Dich einmal mit Selbstständigkeit zu befassen. Von Deinen völlig realitätsfremden Vorstellungen ziehst Du jetzt einfach mal

- 19 % USt. ab, die das Finanzamt sofort haben will.

Dann weiterhin

- ca. 10.000 € Internetportalkosten im Jahr.

- ca. 2.000 € Maklersoftware (im ersten Jahr ca. 1.500 - 3.000 € Website), wenn Du halbwegs rechtssicher arbeiten willst

- ca. 5.000 € Krankenkasse

- ca. 6.000 € PKW

- ca. 5.000 € Printkosten (Exposés, Flyer, Anzeigen, Schilder)

- ca. 2.500 € betriebliche Versicherungen und Berufsverbände

- ca. 2.000 € Buchhaltung und Steuerberater (BWA/Bilanz und Jahresabschluss)

- Altersvorsorge (die musst Du nämlich selbst betreiben!!!), ggfs. Berufsunfähigkeitsabsicherung, ggfs. Arbeitslosenversicherung

- ca. 12.000 € Bürokosten mit allen Nebenkosten und Tel./Internet

Bleiben vielleicht 40.000 € übrig, großzügig gerechnet. Das ist der unternehmerische Gewinn.

Und jetzt kommt noch die Einkommenssteuer und die Gewerbesteuer (letzteres erst ab 25.000 € Gewinn)!

Ergo: Freu Dich auf Dein Hungertuch und den Einsturz Deines Luftschlosses.

Wenn Du einen halbwegs normalen Verdienst haben willst, dann solltest Du eher darüber nachdenken, 200.000 € Provisionsumsatz im Jahr zu erwirtschaften.

Und das alles Entscheidende. Die Kunst besteht nicht darin, 5 Häuser im Jahr zu verkaufen, sondern darin, 5 Alleinaufträge zu bekommen, damit Du überhaupt etwas zum Verkaufen hast! Und um an die zu kommen, musst Du auch noch Geld in die Hand nehmen! Und der Verkäufer einer 2 Mio-Villa sucht sich bestimmt keinen Träumer als Makler aus, sondern jemanden, der Erfahrung und Erfolge nachweisen kann!

Der Immobilienmakler wird ab 2017 ein Ausbildungsberuf. Endlich und zum Glück! Die Gesetze dazu sind verabschiedet! Jetzt läuft das Ganze noch durch die Instanzen.

Fazit: Wer über Nacht reich werden will, muss am Tag hart arbeiten!!!

Antwort
von Sheireen1990, 25

Erstmal muss der Makler einen Kunden gewinnen, der ein Haus im Wert von 500.000 € oder mehr verkaufen möchte. Das ist aber nicht so einfach, den Makler gibt es viele und ohne die nötigen Beziehungen bzw. den entsprechenden Ruf, ist es fast unmöglich hochpreisige Immobilien zu bekommen. 

Außerdem darfst du den Einfluss der Digitalisierung und den Ruf, den die Maklerbranche generell genießt, nicht vergessen. Viele potentielle Verkäufer oder Vermieter stellen ihre Immobilie heutzutage lieber selber online, als dass sie einen Makler beauftragen. Denn "das bisschen Tür aufschließen" bekommen sie auch noch selber hin. Dass ein guter Makler natürlich noch viel mehr tut, als nur die Tür aufzuschließen, sehen die meisten nicht.

Zweitens bekommt der Makler zwar eine Provision (je nach Gebiet zwischen 3,57% und 8,33%), davon muss er dann aber noch die Miete für sein Büro, Steuern, Gebühren für Anzeigen und Werbemittel, etc. bezahlen. Von den 17.850 € aus deinem Beispiel bleiben am Ende dann vielleicht die Hälfte übrig. Kann auch weniger sein.

Drittens gilt das oben genannte Beispiel nur für selbstständige Makler. Wenn du zum Beispiel bei Engel & Völkers angestellt bist, bekommst du nicht die komplette Provision sondern höchsten einen Anteil davon. 

Bei vielen Immobilienmaklern besteht die Möglichkeit ein Praktikum zu machen. Und das würde ich dir auch dringend raten! Zurzeit scheinst du nämlich noch eine leicht rosarote Brille, was diesen Beruf betrifft, aufzuhaben. Und die wirst du nur los, wenn du dir direkt vor Ort selbst ein realistisches Bild machst. 

Antwort
von anitari, 36

Bei Vermittlung eines Kaufvertrages einer Immo nehmen Makler im Schnitt 5 - 8 % des Kaufpreises.

Das klingt erst mal viel. Allerdings Hat ein Makler mit Sicherheit nicht jeden Monat so einen profitablen Abschluß.

Oft muß er sich monatelang mit Kleinkram, wie z. B. Mietverträgen, über Wasser halten.

er müsste also nur 5 Häuser im Jahr verkaufen damit er 90.000€ im Jahr verdient 

Davon müßte er aber auch sämtliche Kosten bestreiten. Die Einkommenssteuer die er dafür berappen muß ist auch nicht zu unterschätzen

Einnahmen sind nicht i. d. R. nicht das was am Ende tatsächlich zur Verfügung hat.

Kommentar von lesterb42 ,

Die Einkommensteuern werden völlig überbewertet und fällt  auch nur an, wenn Gewinne entstehen.

Kommentar von Colombo1999 ,

Möchtest Du längere Zeit ohne Gewinn arbeiten? So ganz von Luft unf Liebe?

Ach, übrigens: bei zu langer Liebhaberei zweifelt das Finanzamt die Gewinnerzielungsabsicht an und dann ist Deine Unternehmensgrundlage fragwürdig und dann ist es vielleicht aus mit der Liebhaberei.

Antwort
von AchIchBins, 15

Du bist irgendwie völlig weltfremd. Einnahmen sind doch niemals netto , sondern brutto. User Colombo1999 hat es richtig geschrieben, es gibt unzählige Kosten die davon zu bezahlen sind und der Durchschnittsmakler verkauft eben nicht jeden Monat ein Haus dieser Größenordnung. Die Provisionen sind auch regional unterschiedlich. In meiner Region bekommt ein Makler im Idealfall 4,76 % vom Käufer .... und 4,76 % vom Verkäufer ;-), also sogar mehr als das was du annimmst. Aber trotzdem stehen den Einnahmen auch enorme Kosten gegenüber. Da bist du nicht alleine, wenn auf Makler geschimpft wird wird das gerne übersehen und dieser nur als unnützer Kostenpunkt und Abzocker angesehen. Deine Aussage "obwohl man nichtmal eine Ausbildung/ guten Schulabschluss braucht" zeigt nochmals auf wie weit weg vom Thema du bist. Wieviele Makler kennst du denn die ohne Ausbildung etc. arbeiten?! Genau, keinen einzigen ... sonst hättest du ja hier nicht gefragt. Die vorhergehende Aufzählung betraf vorwiegend die Selbständigen, ist man als angestellter Makler tätig, sieht die Rechnung anders aus. Dann hat man oftmals ein geringes Fixum und im Erfolgsfall eine Beteiligung an der Provision. Bekommt er z.B. 20 % bei einer Provision von 20.000 €, dann bekommt er 4.000 €. Da freut sich das Finanzamt und nimmt gleichmal die Hälfte weg, bleiben 2.000 € zzgl. Fixum. Aber klar ist, es gibt auch reiche Makler. Wer in entsprechenden Gegenden mit "vielen" Villen arbeitet hat durch die Größe des Objektes sehr gute Verdienstmöglichkeiten .... aber auch nur dann wenn er sorgfältig arbeitet.

Kommentar von lesterb42 ,

Hälfte an das Finanzamt ist stark übertrieben.

sieh mal hier:

https://www.bmf-steuerrechner.de/ekst/ekst.jsp

Kommentar von Colombo1999 ,

Hälfte an das Finanzamt hat AchIchBins nicht gesagt, sondern er meinte: Hälfte abziehen für ALLE augelisteten Kosten.

Trotzdem darf ich Dich korrigieren. Wenn Du von 200.000 € Provisionsumsatz 19% USt. abziehst und Dir dann nach Abzug aller weiteren Kosten z. B. 100.000 € Gewinn bleiben, dann bist Du beim Höchststeuersatz und zahlst in einem Rutsch 42 % ans Finanzamt. Und noch einige Tausend Gewerbesteuer. - Summa summarum mehr als 50%.

Da kommt Freude auf. Insbesondere wenn Du Deine 200.000 € mit einer 7-Tage-Woche erwirtschaftest! Da kann man nur zusehen, dass man noch ein paar steuermindernde Käufe tätigt oder Vorauszahlungen oder Sondertilgungen leistet.

Kommentar von AchIchBins ,

@ lesterb42 ... "Die Hälfte" war mehr überschlägig formuliert. Natürlich hat man in der Zeit der Vermittlung ja auch laufende Kosten die man dem Umsatz entgegen rechnen könnte, aber ich wollte jetzt nicht eine Rechnung aufmachen mit der Genauigkeit auf die zweite Kommastelle ;-) .... ob 30, 40 oder 50 %, viel ist es definitiv.

Antwort
von libellenfee18, 45

Wenn er selbstständig ist, dann ja. Arbeitet er aber in einem Unternehmen, bekommt er nur einen geringeren Anteil.

Kommentar von jonsnow24 ,

aber würde er bei Engel & Völkers arbeiten bekommt er eine Provision von 3,57% damit kann man ja auch bei hochpreisigen Immobilien ordentlich Geld machen...

Kommentar von wurzlsepp668 ,

ähm, die 3,57% ist die Provision, die die FIRMA bekommt ......

glaubst du allen Ernstes, es entstehen keine Kosten?

Kommentar von libellenfee18 ,

Stimmt, aber ob sie damit reich werden? Dazu müssten es gute Markler sein und abgesehen davon, der Gewinn wird ja auch besteuert.

Kommentar von libellenfee18 ,

Und die Provision gilt ja nicht für den Markler, sondern für die Firma.

Kommentar von Colombo1999 ,

Bei E & V bekommst er dann vielleicht 20% der Provision ... äääh, die armen Schuhe, die er sich ablaufen muss, um Geld zu verdienen ... Mein Beileid!

Kommentar von AchIchBins ,

Makler kommt von makeln und schreibt sich daher ohne "r" !!!

Antwort
von schelm1, 23

Für viele Makler gilt "wie gewonnen, so zerronnen"!

Gute Makler sorgen für das Alter vor.

Die Zahl der "Hungerleider" in dieser Branche, die "von der Hand in den Mund leben", sollte man indessen nicht unterschätzen!

Kommentar von Colombo1999 ,

Sehr gut beobachtet. Die Zahl der Makler ist sinkend. Das liegt aber auch an der zunehmend komplizierter werdenden Rechtssituation (Verpflichtete im Sinne des Geldwäschegesetzes - genau wie Notare, Finanzierer etc. -, Energieausweis, Wiederrufsbelehrung, Bestellerprinzip).

Antwort
von andreprodomo, 14

Ja, alle sind reich!

Kommentar von AchIchBins ,

lol

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