hallo
ich stelle mal eine gewagte These auf - da ich selbst keine Kinder habe, irre ich mich vielleicht, aber ich könnte mir dennoch sehr gut vorstellen, dass meine These so stimmt. Ich sage, dass die Eltern immer etwas falsch gemacht haben, wenn die Kinder verhaltensauffällig sind, von kranken Kindern, bei denen das eine organische Ursache hat, mal abgesehen. Damit meine ich nicht mal nur "auf die schiefe Bahn" geraten, aber ich denke, dass auch die allermeisten psychischen Probleme an der Erziehung/Kindheit liegen. Wenn Eltern dies leugnen liegt das meiner Meinung nach daran, dass sie sich nicht eingestehen wollen, selbst Fehler gemacht zu haben. Was denkt ihr darüber?

Na, dass Du selbst keine Kinder hast, merkt man an der radikalen Art der These. Teilweise dachte ich auch mal so - als ich noch keine Kinder hatte versteht sich! Und teilweise deswegen, weil ich ja sonst sicher keine Kinder bekommen hätte, wenn ich danach an jedem Zipperlein ihres Verhaltens schuld sein soll. Wenn Deine These stimmen würde, müssten alle Eltern wegen Depressionen in Behandlung. Denn sie müssten sich ja sehr häufig sehr schuldig fühlen, zudem die Gesellschaft ja sowieso schon recht kinderunfreundlich angelegt ist und es den Eltern nicht gerade leicht gemacht wird mit den etlichen Erwartungen, die die Gesellschaft an sie heranträgt. Es gibt Anlagen, es gibt psychische Dispositionen, es gibt ADHS bereits im Mutterleib, es gibt Bindungsstörungen auch ohne dass man irgendetwas offensichtliches falsch gemacht hat usw.. Deine These stimmt also nur teilweise und ich finde sie außerdem schädlich: Eltern sollten wieder mehr lernen ihren eigenen Fähigkeiten intuitiv zu vertrauen und sich eben gerade NICHT schuldig zu fühlen, denn die meisten fühlen sich viel zu sehr schuldig und machen genau deswegen Fehler. Und gerade dieses 'sich schuldig fühlen' merken Kinder und gerade deswegen, weil Leute wie Du vehement solche Thesen vertreten, und dies wiederum führt dazu, dass Kinder sich tatsächlich anders verhalten.... Außerdem muss man es auch so sehen: Auch früher und zu jeder Zeit hatten fast alle Kinder irgendwelche Defizite, also haben demnach Eltern SCHON IMMER Fehler gemacht.. Eine Erziehung ohne jegliche Fehler gibt es somit überhaupt gar nicht. Insofern gibt es also auch keine Schuldfrage...Defizite gehören zum Leben eines jeden dazu, beim einen mehr beim anderen weniger. Und der Mensch ist so angelegt, nicht an Defiziten zugrunde zu gehen. Sie sind menschlich und Eltern sind auch nur Menschen.

in den meisten fällen ist schon die erziehung, sprich eltern und näheres umfeld verantwortlich, aber manche "defekte" entwickeln sich auch schon im mutterleib. so leiden z.b. personen, bei denen sich die nabelschnur um den hals gewickelt hat oft an engegefühlen im hals, die körperlich unbegründet sind. man soll sich aber auch vor augen führen, dass eltern, die versagen selbst als kind falsch erzogen worden sind.
ja, das ist sicherlich wahr

Ich stimme dir absolut zu! Aus eigener Erfahrung würde ich behaupten,daß in 99% der Fällen die Eltern tatsächlich schuld sind. Egal ob durch zu viel oder zu wenig Liebe,Agressionen im Elternhaus....WIR prägen unsere Kinder für`s Leben.
danke:-)
Indianwolf am 15. Mai 2009 20:42 Huch,war noch am tippen ;) Wobei ich sagen muß,daß alle Eltern Fehler machen-die Auswirkungen sieht man dann leider erst später :(
ja, das denke ich auch, aber wenn man keine gravierenden macht werden die kinder auch nicht zum massenmörder;-)
Ich bin sonst nicht so und ich entschuldige mich schon vorab für meine Antwort: Bock.mist
aha. eine gute begründung wäre auch mal interessant. deswegen frage ich ja

Es ist zu einfach immer den Eltern die Schuld zu geben. Ab einem gewissen Alter sind Kids für sich selber verantwortlich und müssen für ihren eigen gebauten Mist einstehen. Es gibt ja schließlich auch noch sowas wie ein gesundes Unrechtsempfinden. Es ist wie vieles auch eine Charaktersache. Eltern können leiten, vorleben - machen müssen es die Kinder selber.
Es denken viele so wie du,aber ich meine,dass es nicht so einfach ist,alte Verhaltensmuster abzulegen und plötzlich Verantwortung für sein eigenes Tun zu übernehmen,wenn man es nicht gelernt hat.Warum sind denn die Gefängnisse so voll von Menschen,die in der Jugend schwer geschädigt wurden?
Denk mal daran,dass Kinder auch von Verwandten missbraucht werden können,ohne dass die Eltern es ahnen.Und an den psychischen Problemen,die dann entstehen,sind nicht die Eltern schuld.

Nee, nicht nur die Eltern,da spielen sehr viele Faktoren mit. Lehrer,Umfeld,Charakter und die ganze Gesellschaft!
Die Eltern können den Kindern den Weg zeigen, dann entscheiden sie sich für Ihren eigenen!
Vieles kommt in den besten Familien vor!

perfekte eltern gibt es nicht...auch nicht kinder,und wenn sie auf die schiefe bahn geraten,ist es falsch immer als erstes auf die eltern zu zeigen
bei den meisten "Auffälligkeiten" von Kindern, z.B. Aggresivität und Respektlosigkeit tragen die meiste Zeit die Eltern die Verantwortung. Manchmal spielen aber auch gesundhitliche Faktoren eine Rolle oder auch das Wesen eines Kindes. Mein Sohn hat ADHS und ist deshalbimmer auffällig in der Schule, aber durch Konsequenz und Strenge wird er nie respektlos anderen gegenüber!
Bei der gesamten Entwicklung der Persönlichkeitsstruktur eines Kindes, zu der auch "auffälliges Verhalten" gehört, spielt die Beziehung (Bindung) zwischen Mutter/Eltern und dem Kind eine entscheidende Rolle. Treten Bindungsprobleme oder Beziehungsstörungen auf, ist die Gefahr sehr groß, dass das Kind zum Tyrannen wird, sich respektlos verhält, keine Regeln akzeptiert usw. Der Kinder- und Jugendlichenpsychiater Dr. Michael Winterhoff hat hierzu zwei sehr aufschlussreiche Bücher verfasst ("Warum unsere Kinder Tyrannen werden" und "Tyrannen müssen nicht sein."). Mehr zum Thema: http://zfi-archiv.beepworld.de/files/winterhoffbeziehungsstrungen.pdf

Meistens schon. Zweiteres ist der falsche Umgang des Kindes mit anderen. Man kann sein Kind nicht Tag und Nacht bewachen.
Kein Kind wird als asoziales Wesen-gesellschaftlich schädlich,geboren! Wenn es dazu wird,liegt es zu teilen der Eltern und den jeweiligen Regimen,hier um das BRD-Regime (lebensfeindliche Gesellschaftsordnung). Allein an den Bürger(Eltern) liegt es,die Kinder,in eine "lebensfreundliche Gesellschaftsordnung" aufwachsen zu lassen. Es bedarf nur der Gegenwehr,gegen asoziale Zustände,in der BRD.Das können Kinder nun mal nicht.Also Eltern!Oder dulden/zusehen wie sie zu Problemkinder werden.
Mir fällt zu der These noch zu bedenken ein: wenn psychische Probleme von Kindern ausschließlich an der Erziehung liegen sollten, dann müsste man den sozialen Kontext der Erziehung näher betrachten und der liegt eindeutig in der jeweiligen Gesellschaft. In Afrika zum Beispiel haben Länder völlig andere Gesellschaftsordnungen und somit andere Erziehungsprinzipien als in den westlichen Staaten. Welche dieser Erziehungen beinhaltet nun die meisten Fehler? Sollten die Kinder in den westlichen Industrienationen mehr psychische Probleme aufweisen als die afrikanischen Kinder, dann lägen die psychischen Probleme also letztendlich in der vorherrschenden Gesellschaftsordnung begründet, nicht primär in der Erziehung.. Erziehung ist in jedem Fall immer ein Spiegel der Gesellschaft. Also haben die Eltern nicht direkt etwas falsch gemacht..