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Sind Holzinvestments/ Waldbesitz eine gute Kapitalanlage?

gefragt von NutzerinNutzerin am 13.11.2007 um 22:13 Uhr

Hilfe! Mein Mann schwärmt neuerdings von Kapitalinvestierung in Holz und ich frage mich, ob das wirklich etwas bringt außer Verlust. Kann jemand etwas dazu sagen?

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Qetan
beantwortet von Qetan am 13. November 2007 22:23
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Der Antwort vorausschickent: Mein Mann ist Förster. Die heutigen Waldbesitzer machen nur Verluste. Der Wald muß gepflegt werden, das heißt, es müssen Durchforstungen gemacht werden. Die Unternehmerkosten muß natürlich der Waldbesitzer zahlen, für das Holz gibt es nur noch Dumpingpreise, allenfalls geht das gerade mal kostendeckend, aber so gut wie nie gewinnbringend. Außerdem hast Du als Waldbesitzer die Verkehrssicherungspflicht, das heißt, Du darfst, auf Deine eigenen Kosten, dafür sorgen, dass von keinem Deiner Bäume, eine Gefahr für Spaziergänger ausgeht. Nein, in Wald zu investieren, lohnt absolut nicht.

Kommentar von Vinc1 am 13. November 2007 22:45

Dass die Holzpreise so nicht weitersteigen war klar, aber dass es nur Dumpingpreise gibt überrascht mich.

Kommentar von C457a976f16fe866efafc545a63e22fcsmallQetan am 13. November 2007 22:54

Die Holzhändler wollen nur noch Spitzenholz und welcher Wald gibt das schon ausschließlich her. Außerdem hat Sturm Kyrill,die Holzpreise, für Jahre, kaputt gemacht. die Holzlager quellen über.


justii
beantwortet von justii am 14. November 2007 10:52
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In geringem Umfang wurde zwar an der Boerse (ich glaube in Ungarn) immer schon Holz-Spekulation betrieben, aber als angeblich sicheres und hochrentables Breiteninvestment, als das es derzeit ueberall beworben wird, halte ich das Ganze fuer eine Luftblase...

Wir haben seit Generationen Wald- & Forstbesitz aber zum reich werden ist das nichts. Schon gar nicht, wenn noch andere daran mitverdienen wollen...

So ist's im kleinen Umfang lach doch wie sieht's im grossen Umfang aus?

Der Holzpreis ist zwar derzeit etwas besser, aber richtig profitabel ist dieser wohl nie... Darueber hinaus ist zu befuerchten, dass bei massiver Holz-Geschaeftemacherei langfristig der Waldbestand (egal wo auf der Welt) auf der Strecke bleibt. Da manche Baeume sehr lange zum wachsen brauchen, wird nur noch schnellwachsendes Holz aufgeforstet, damit moeglichst kurzfristig wieder abgeholzt werden und die Geschaeftemacherei weitergehen kann (auch eine Art Monokultur).

Einerseits spenden wir fuer den Erhalt des Regenwaldes und an anderer Stelle (oder sogar an gleicher) betreiben Andere gross angelegten und gewinnmaximierenden Holzschlag. Langfristig kann das nicht funktionieren. Nicht im Sinne des Investments, nicht im Sinne der Natur und nicht im Sinne der Menschheit...

Schoene Gruesse

justii


markusros
beantwortet von markusros am 14. November 2007 11:58
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Danke für die Frage @nutzerin. Ich treibe mich auch seit Monaten mit dem Gedanken, irgendwie in Holz zu investieren. Ich kann als Abnehmer von Brennholz nur feststellen, dass der Preis dafür im Raum München in den letzten 5-7 Jahren von unter 50 € pro Ster Buchenholz ofenfertig bereitet auf heuer 90-100 € angestiegen ist.


boriswulff
beantwortet von boriswulff am 13. November 2007 22:18
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Ich denke eine Investition in geeignete Zukunftstechnologien wie der Energiegewinnung aus regenerativen Energiequellen ist momentan besser. Ich arbeite gerade an einem Projekt in der Richtung.


anonym
beantwortet von Forstinvestor1 am 26. November 2007 12:23
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In unseren Breitengraden sind Waldinvestments wirklich wenig rentabel und weisen statisch Renditen von wenigen Prozenten auf. Wenn man seinen Wald nicht selber pflegen will, sollte man dies unbedingt spezialisierten Forstdienstleistern überlassen. Am besten wird man Mitglied im jeweiligen Waldbauern- oder Waldbesitzerverband.

Wer nur auf "preiswerteres Holz" aus ist, kann sich beim Forstamt als sogenannter Selbstwerber eintragen lassen. Ich kann jedoch eigentlich nur davor warnen: Es gibt wohl kaum ein gefährlicheres Hobby, als Holzmachen. Im vergangenen Jahr starben fünf Selbstwerber nur in NRW, was zu einem Fällverbot führte, d.h. Selbstwerber durften nur noch bereits gefällte Bäume zerlegen und mitnehmen. Zudem sollte man mit einer Motorsäge nur mit Sägen-"Führerschein" und Schutzkleidung arbeiten.

Holzinvestments in tropischen Klimaten sind hingegen ausserordentlich rentabel: Der Tropenholz—Index NCREIF wies in den letzten 25 Jahren eine Durchschnittsrendite von über 15 % p.a. (nach IRR) auf. Das ist mehr, als jeder Aktienindex. Das waren die Schwankungen minimal. Die Gründe für die hohen Renditen sind höhere Holzerträge bei geringeren Umtriebszeiten – und steigenden Tropenholzpreisen. Klimatisch bedingt wächst in den Tropen in der gleichen Zeit ein mehrfaches an verwertbarer Biomasse.

Wer in tropischen Holzanbau investieren will, kann dies via Aktien, Aktienindex/-zertifikate oder Direktinvestments. Einen guten und neutralen Überblick fand ich bei 3Sat.

Zu Aktienindexe und –zertifikate gibt es noch keinen „track record“, d.h. Vergangenheitsperformance.

Ich empfehle - auch aus Renditegründen - nur nach dem Umweltsiegel FSC nachhaltig arbeitende Holzfirmen.
Bei Aktien empfehle ich die Schweizer Precious Woods. Bei Direktinvestments empfehle ich die deutsche „Baumsparkasse“: Sie hat mehrere Beteiligungsangebote, u.a. ab 30 € monatlich den „Baumsparvertrag“.


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