Frage von 99NekoChan, 44

Sind Hausaufgaben bei Ganztagsunterricht eher unverschämt oder doch angemessen?

Hallo liebe Com. Ich gehe zurzeit in die 10. Klasse einer Ganztags Realschule und haben erst um 16 Uhr Schluss. Uns bleibt sehr wenig Zeit für Hobbys, Freunde, etc da wir recht viele Hausaufgaben aufbekommen. Oft müssen wir diese bis zur nächsten Stunde erledigen weshalb ich diese möglichst schnell erledigen will. Aber fast täglich bekommen wir Hausaufgaben in 3 oder 4 Fächern und wenn wir wie heute früher Schluss haben bekommen wir noch mehr als sonst auch, so dass ich meist bis 21 Uhr Abends an meinen Hausaufgaben sitze.

Was denkt ihr dazu? Findet ihr das so viele Aufgaben gerechtfertigt sind? Und warum? Oder denkt ihr das Sowas gar nicht geht?

Ich bitte um eine anständige Begründung.

Antwort
von asjdkfl, 33

Ich kenn das leider zu gut, da ich (10. Klasse, sprachliches Gymnasium) mehrmals pro Woche Nachmittagsunterricht habe. Nicht dass man die Hausaufgabe auf die übernächste Stunde aufgibt, nein, es muss unbedingt auf die nächste Stunde (die am nächsten Tag ist) aufgegeben werden. Wenn man sagt dass das sehr stressig ist und freundlich fragt, ob man entweder länger Zeit für die Hausaufgabe bekommt oder weniger Hausaufgabe, dann wird man gleich angemotzt. Es ist ja nicht so, als wäre die Schule das Einzige für das man als Schüler was tun muss. Man will trotzdem ein Leben abseits der Schule haben, das heißt Freunde und Hobbys. Eventuell muss man auch noch im Haushalt helfen. Den meisten Lehrern ist das nicht klar, die denken man hätte zu viel Freizeit, zu wenig zu tun oder so was. Ich finde es ok, wenn man pro Fach eine Aufgabe auf hat, die man in höchstens 10 Minuten machen kann, in 3-4 Fächern. Damit ist man höchstens 30-40 Minuten beschäftigt. Für Lernen geb ich ungefähr 30 Minuten dazu. In diesem Fall ist man 1 Stunde oder etwas länger am Nachmittag mit Schulzeug beschäftigt. Mehr sollte es wirklich nicht sein.

Antwort
von Messerset, 29

Hausaufgaben an allgemein bildenden Schulen 
RdErl. d. MK v. 22.3.2012 - 33-82100 (SVBl. 5/2012 S.266) - VORIS 22410 -

1. Hausaufgaben ergänzen den Unterricht und unterstützen den Lernprozess der Schülerinnen und Schüler. Je nach Altersstufe, Schulform, Fach und Unterrichtskonzeption kann die Hausaufgabenstellung insbesondere auf

-die Übung, Anwendung und Sicherung im Unterricht erworbener Kenntnisse, Fertigkeiten und fachspezifischer Techniken,-die Vorbereitung bestimmter Unterrichtsschritte und -abschnitte oder-die Förderung der selbstständigen Auseinandersetzung mit Unterrichtsgegenständen und frei gewählten Themen

ausgerichtet sein.

Art und Umfang sowie Grundsätze zur Koordinierung von Hausaufgaben im pädagogischen Konzept der Schule gehören zu den Angelegenheiten, über die die Gesamtkonferenz zu beschließen hat (§ 34 Abs. 2 Nr. 5 Buchst. b NSchG). Die Verpflichtung der Lehrkräfte, Inhalt, Planung und Gestaltung des Unterrichts mit den Klassenelternschaften zu erörtern (§ 96 Abs. 4 NSchG), schließt auch die Erörterung der Hausaufgabenpraxis mit den Klassenelternschaften ein.

2. Hausaufgaben müssen aus dem Unterricht erwachsen und in den Unterricht eingebunden sein. Es dürfen nur solche Hausaufgaben gestellt werden, deren selbstständige Erledigung den Schülerinnen und Schülern möglich ist. Für die Vorbereitung und Besprechung von Hausaufgaben ist eine angemessene Zeit im Unterricht vorzusehen. Die Schule würdigt die bei den Hausaufgaben gezeigten Schülerleistungen angemessen und fördert auch auf diese Weise die Motivation der Schülerinnen und Schüler. Hausaufgaben dürfen jedoch nicht mit Noten bewertet werden.

3. Durch Absprachen der Lehrkräfte untereinander sowie eine differenzierte Aufgabenstellung ist der Belastbarkeit und dem Alter der Schülerinnen und Schüler Rechnung zu tragen. Für die Koordinierung ist die Klassenkonferenz zuständig (§ 35 Abs. 2 Nr. 2 NSchG).

4. Bei der Stellung von Hausaufgaben ist die Schülerteilnahme am Nachmittagsunterricht zu berücksichtigen. Richtwerte für den maximalen Zeitaufwand zur Erstellung von Hausaufgaben außerhalb der Schule sind

-im Primarbereich: 30 Minuten,-im Sekundarbereich I: 1 Stunde,-im Sekundarbereich II: 2 Stunden.

An Ganztagsschulen ist den Schülerinnen und Schülern umfassend Gelegenheit zu geben, Hausaufgaben im Rahmen der von der Schule vorgehaltenen Arbeits- und Übungsstunden bereits in der Schule zu erledigen.

5. An Schultagen mit Nachmittagsunterricht sind abweichend von Nr. 4 Hausaufgaben für den folgenden Tag grundsätzlich in geringerem Umfang zu stellen; sie sollen den unter Nr. 4 angegebenen maximalen Zeitaufwand unterschreiten.

6. Es dürfen im Primarbereich keine und im Sekundarbereich I grundsätzlich keine Hausaufgaben vom Freitag zum folgenden Montag und über Ferienzeiten gestellt werden mit Ausnahme der Aufgabe einer Lektüre für z.B. den Deutsch- oder Fremdsprachenunterricht. Für den Sekundarbereich II sollte Vergleichbares gelten.

7. Dieser RdErl. tritt am 1.8.2012 in Kraft und mit Ablauf des 31.7.2017 außer Kraft.

Antwort
von Hexe121967, 44

bei mienem sohn wurden die "hausaufgaben" in den dafür vorgesehenen stunden am nachmittag in der schule erledigt. genau so wie sport-ag's, werken etc. lernen musste man natürlich zu hause auch noch ein wenig.  bis 16h unterricht und dann noch 5h hausaufgaben ist zuviel. da sollten sich mal eure eltern drumm kümmern.

Antwort
von rainbowiris, 29

Also ich finde das überhaupt nicht angemessen, denn du gehst auf eine Ganztagsschule und lernst dort am Nachmittag, während andere, die auf eine normale Schule gehen, eben nachmittags Hausaufgaben auf bekommen.

Ich würde auf jeden Fall mit deinen Eltern und mit deiner Schulleitung reden!

Liebe grüße, iris xx

Antwort
von blackforestlady, 43

Wenn Du jetzt schon zu Hause bist, dann solltest Du mit den Hausaufgaben anfangen. Freunde treffen, usw. kann man in den Ferien. Schließlich geht es um Deine Zukunft, also musst Du dadurch.

Antwort
von HellasPlanitia, 17

Eine rechtliche Begründung kann ich dir nicht liefern. Aber Erfahrungswerte. Ich habe das Abi/die Matura in der Schweiz gemacht und hatte, spätestens von der 9. Klasse an, auch jeden Nachmittag Schule. Schluss war zwischen 15 und 17 Uhr. Und ja, wir haben auch um 8 Uhr angefangen, gelegentlich um 7. Trotzdem hatten wir ganz normal Hausaufgaben, auch mal Aufsätze, kleine Facharbeiten und so weiter. Mittlerweile denke ich, dass das im Vergleich zum jetzigen Studium doch recht entspannt war. Ich finde nicht, dass da irgendwas unangemessen war, ich kenne das gar nicht anders.

Antwort
von KleinToastchen, 35

Dass man auch nach einem ganzen Tag Schule noch Hausaufgaben erledigen muss, ist ganz normal und hat auch seinen Sinn. Wenn du aber wirklich jeden Tag nach der Schule noch 5h dran sitzt, dann kann da etwas nicht stimmen. Wie sieht es denn bei deinen Mitschülern aus? Und was sagen die Lehrer dazu?

Kommentar von 99NekoChan ,

Auch meine Mitschüler hängen sehr lange an den Hausaufgaben. Ich aber deutlich länger da ich seit einer Zeit ein schlimmes Problem habe mich zu konzentrieren. Aber auch die sitzen stundenlang da dran.

Kommentar von KleinToastchen ,

Und habt ihr mal mit euren Lehrern darüber gesprochen?

Kommentar von 99NekoChan ,

Haben wir bereits mehrmals. Zumindest ich und zwei weitere Schüler die sich wirklich noch mit den Hausaufgaben beschäftigen. Die Lehrer meinten sie könnten nichts daran ändern irgendwie müssten wir es ja lernen und die Hausaufgaben sind wichtig um es nicht sofort wieder zu vergessen. 

Antwort
von Supyjanik, 37

Ja , das finde ich sehr unverschämt da ich auf einem Ganztagsgymnasium extra eine Studierzeit dafür habe frag mal die Schulleitung ob ihr auch so ne Stunde für Hausaufgaben bekommt.

Antwort
von Hahaha123x, 35

Das ist schon okay, wenn es so etwas ist wie Vokabeln, oder so etwas. Aber seitenweise schreiben nach Ganztagsunterricht ist nicht okay.

Antwort
von tryanswer, 31

Hausaufgaben dienen der Nach- und Vorbereitung des Unterrichts, daher sind sie auch gerechtfertigt.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community