Frage von netcx, 58

Sind gesetzliche Krankenkassen verpflichtet zu versichern?

Ein Bekannter von mir ist seit Jahren nicht krankenversichert. Der Grund dafür ist, dass er bei einer gesetzlichen Krankenkasse wegen ehemaliger Selbständigkeit eine große Menge Schulden angesammelt hat. Seitdem hat er sich damit aus reiner Frustration nicht mehr wirklich auseinandergesetzt oder halt nur soweit unbedingt notwendig. Im Prinzip ist die Situation so zu bewerten, dass der Gerichtsvollzieher vor der Tür steht. Ich mache mir aber ernsthafte Sorgen um ihn. Gibt es da so eine Art Härtefallregelung, durch die er trotzdem einen Versicherungsschutz erhalten kann, ohne gleich mit voller Härte zur Rechenschaft gezogen werden? Es ist auch im Moment so, dass er das wirklich benötigt. Er hat auch noch andere Schulden und ein Konto das gegen Pfändung geschützt ist. Wenn eine gesetzliche Krankenkasse nicht geht, kann man dann was anderes machen z.B. günstig Privatversichern oder so?

Antwort
von MiaMaraLara, 19

Er muss sich versichern und am besten wäre es sich so schnell wie möglich zu melden. Die Frage wo er sich melden soll ist auch einfach geklärt, nämlich bei seiner letzten Krankenkasse. Keine andere Kasse darf ihn aufnehmen und seine letzte Kasse muss ihn aufnehmen.

Wegen den Schulden muss er sich auch im ersten Moment keine Sorgen machen, Wenn nichts da ist kann auch nichts geholt werden.

Was er aber wissen sollte: Er wird definitiv, nachdem er sich bei seiner Krankenkasse gemeldet hat noch mehr Schulden haben als bisher. Man wird ihn rückwirkend versichern und innerhalb der Verjährung ( 4 Jahre) auch neu Beiträge berechnen. Wenn er rückwirkend keine Leistungen in Anspruch nehmen will, ist der Beitrag relativ gering (auf Anwartschaftsniveau). Wenn er sich aber erst meldet, wenn er Leistungen benötigt und diese dann auch rückwirkend gelten machen will, dann zahlt er den ganz normalen Beitrag und der ist deutlich höher.

Er sollte auch möglichst ALG II oder Sozialhilfe beantragen um dann 1. die zukünftigen Beiträge zahlen zu können und 2. der Leistungsanspruch auch weiter voll besteht. Sonst wird sein Leistungsanspruch höchst wahrscheilich ruhen, also auch nur z.B. Notfallbehandlungen und bei akuten Schmerzzuständen beschränkt sein.

Antwort
von DFgen, 17

Es besteht eine Krankenversicherungspflicht in Deutschland. Eine gesetzliche Versicherung darf seine Versicherung nicht ablehnen.

Allerdings muss er die bei der Kasse angehäuften Schulden (die durch die nicht gezahlten Beiträge entstanden sind) abzahlen... Bis dahin hat er zwar einen Versicherungsschutz, wird also im Krankheitsfall versorgt/behandelt, aber nur im Rahmen des Nötigsten....

Antwort
von Repwf, 48

Am besten schleifst du ihn mal ganz schnell zu einer Schuldnerberatung! Die können ihm auch alles andere erklären! 

Kommentar von netcx ,

Schuldnerberatung war er schon mal aber die haben ihm nur ein pfändungssicheres Konto organisiert. Krankenkasse war offenbar keine Rede davon soweit ich weiß.

Kommentar von Repwf ,

Na das macht es doch noch einfacher! Dann kennt er die Kontaktadresse ja schon und hat sicherlich auch eine tel nr! 

Ruft einfach mal an! 

Antwort
von jemue83, 29

Gesetzliche Krankenkassen dürfen eine Mitgliedschaft NICHT MEHR verweigern. Es sei denn, es bestehen Ausschlussgruende, die das Gesetz vorschreibt. Aber nur wegen einem Beitragsruckstand darf ihn keine Kasse ablehnen. Es wird wahrscheinlich ein Leistungsruhen ausgesprochen, so das er höchstens im Notfall zum Arzt darf. 

Um Die sagen zu können ob und wie er sich gesetzlich versichern kann, brauche Ich einige Angaben:

wie und wo war er zuletzt versichert? ( als selbstzahler oder ALG oder....)

war er in den letzten Jahren in Deutschland wohnhaft?

was macht er jetzt, also, wovon bestreitet er seinen Lebensunterhalt?? 

Antwort
von katet19, 36

Wovon lebt er denn? Wenn er Antrag auf ALG2 oder Grundsicherung stellt ist er pflichtversichert. Dazu muss er allerdings alle Konten offenlegen. Sollten da noch finanzielle Rücklagen sein, muss er sich  selbst versichern.


Kommentar von netcx ,

Er lebt von anderem Einkommen und wird auch keinen ALG2 Antrag stellen. Habe ihn schon gefragt. Er brauch aber eine Krankenversicherung und ich denke er will das prinzipiell auch. Er hat eben nur Angst vorm Gerichtsvollzieher. Die Schulden bei der Krankenkasse dürften 10.000 Euro überschreiten (weiß er gar nicht genau).

Kommentar von katet19 ,

http://www.verbraucherzentrale.de/kk-beitragserlass

aktueller Beitrag zum Thema. Les mal

Kommentar von EXInkassoMA ,

Er hat eben nur Angst vorm Gerichtsvollzieher.

Was will der GV denn pfänden ? Ist ja nichts da ;)

Unlogisch

Außerdem kann die KK die rückständigen Beiträge ohne gerichtliches Mahnverfahren pfänden bzw versuchen zu pfänden  

Antwort
von MuttiSagt, 22

Soll er Harz 4 beantragen, dann kommt er wieder rein

Antwort
von ErsterSchnee, 29

Nein, sie sind nicht verpflichtet, jemanden zu versichern. 

Und wenn er jetzt gerade krank ist, schließen sich "günstig" und "privatversichert" aus.

Wie alt ist er denn? Vielleicht kann er ja mit Arbeit noch was retten.

Kommentar von netcx ,

30 rum. Naja er hat schon Einkommen mit dem könnte er auch die monatlichen Beiträge bezahlen. Die Schulden, auch die der Krankenkasse könnte er höchstens zu 10% zurückbezahlen. Ihm wurden auch schon strafrechtliche Schritte angedroht, das macht ja die Sache so verzwickt.

Ich dachte es gäbe da so eine Härtefallregelung aber offenbar trifft das hier nicht zu. Wahrscheinlich hätte er das selbst ansonsten schon gemacht. Ich mache mir halt nur sorgen. Vielleicht organisier ich ihm mal einen Rechtsschutz oder so.

Kommentar von EXInkassoMA ,

Er ist trotz Rückstand nach wie vor versichert  . siehe auch Beitrag von jemue83

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