Frage von pruddle, 227

Sind Frauenärzte immer sachlich (Schwangerschaftsabbruch)?

Hi,

ich halte bald einen Vortrag für die Schule, über rechtliche und religiöse Aspekte einer Abtreibung.

Bevor man legal abtreiben darf, muss man ja eine Beratungsstelle konsultieren. Jetzt meine Frage, helfen die Gynäkologen einem auch wirklich? Also, wenn man da z.B. als Jugendliche hingeht, würde man dann Tipps kriegen, was für Einrichtungen es gäbe, falls man das Kind behält?

Sind diese Ärzte komplett sachlich oder können die eine Frau zur Abtreibung überzeugen bzw. dazu, dass sie ihr Kind behält, obwohl sie es zuvor garnicht wollte? Im Internet finde ich da nicht wirklich was, vielleicht hat hier irgendwer selbst Erfahrungen mit gemacht?

Danke!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von annemarie37, 82

Wie isebise schreibt, erfolgt die eigentliche Beratung an einer Beratungsstelle, nicht beim Arzt. Die staatlich anerkannten Beratungsstellen in Deutschland (auch in der Schweiz) sind verpflichtet, objektiv über alles zu informieren und der betroffenen Frau zu helfen, zu dem für sie richtigen Entscheid zu finden und sie bei der Durchführung zu unterstützen, wie immer sie sich auch entscheidet.

Ärzte, die Schwangerschaftsabbrüche machen, werden sicher eine Frau nicht beeinflussen, weder zum abtreiben noch zum austragen. Sie werden nochmals sicherstellen, dass die Frau den Abbruch wirklich aus eigenem Antrieb wünscht und ihr die nötigen zusätzlichen medizinischen Informationen geben, ihre Fragen beantworten.

Nun gibt es allerdings unter den Ärzten auch solche, die eine entschiedene anti-Abtreibungshaltung einnehmen, auch unter Gynäkologinnen kommt das leider vor. Wenn die Frau zufällig an einen solchen gerät, ist es nicht auszuschliessen, dass sie eine Standpauke und Falschinformationen erhält. Ebenso wie es vorkommt, dass ein Gynäkologe sich aus religiösen Gründen weigert, die "Pille danach" abzugeben oder Spiralen einzusetzen oder Sterilisationen vorzunehmen. Eigentlich sollten Personen mit solchen Überzeugungen nicht FrauenärztInnen werden, sondern eher Ohren-Nasen-Hals-Spezialisten.

Expertenantwort
von isebise50, Community-Experte für Schwangerschaft & schwanger, 92


Die Konfliktberatung muss organisatorisch von der Klinik oder Arztpraxis getrennt sein, in der der Schwangerschaftsabbruch vorgenommen wird, damit keine unzulässige Verquickung von Beratung und finanziellem Interesse möglich ist.

Eine Schwangerschaftskonfliktberatung umfasst die Konfliktklärung hinsichtlich der emotionalen, seelischen, partnerschaftlichen und lebensplanerischen Aspekten von Elternschaft bzw. eines Schwangerschaftsabbruchs. Sie gibt Informationen über staatliche und andere Sozialleistungen und Unterstützungen – Elterngeld, Kindergeld, Unterhalt, Wohngeld, existenzielle Leistungen. Man erhält dort eine medizinische Aufklärung hinsichtlich eines operativen oder medikamentösen Eingriffs, eine Erläuterung der Rechtsgrundlage und bekommt die Kosten und Finanzierung eines Schwangerschaftsabbruchs erklärt.

Ziel ist es, der Schwangeren beim Treffen ihrer Entscheidung zu helfen, die für ihre jetzige Lebenslage und Lebensplanung richtig ist - ob nun mit Kind oder ohne - und entsprechende Hilfsangebote aufzuzeigen.

Beraterinnen und Berater sind zumeist Sozialarbeiter oder Sozialpädagogen, keine Gynäkologen!

Alles Gute für dich und viel Erfolg bei deinem Vortrag!



Kommentar von carn112004 ,

Warum lügst du?

"Ziel ist es, der Schwangeren beim Treffen ihrer Entscheidung zu helfen,
die für ihre jetzige Lebenslage und Lebensplanung richtig ist - ob nun
mit Kind oder ohne - und entsprechende Hilfsangebote aufzuzeigen."

Nein, das Ziel des Beratungsgspräches lässt sich in § 219 Abs. 1 StGB nachlesen:

https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__219.html

"(1) Die Beratung dient dem Schutz des ungeborenen Lebens. Sie hat sich
von dem Bemühen leiten zu lassen, die Frau zur Fortsetzung der
Schwangerschaft zu ermutigen und ihr Perspektiven für ein Leben mit dem
Kind zu eröffnen; sie soll ihr helfen, eine verantwortliche und
gewissenhafte Entscheidung zu treffen. Dabei muß der Frau bewußt sein,
daß das Ungeborene in jedem Stadium der Schwangerschaft auch ihr
gegenüber ein eigenes Recht auf Leben hat und daß deshalb nach der
Rechtsordnung ein Schwangerschaftsabbruch nur in Ausnahmesituationen in
Betracht kommen kann, wenn der Frau durch das Austragen des Kindes eine
Belastung erwächst, die so schwer und außergewöhnlich ist, daß sie die
zumutbare Opfergrenze übersteigt. Die Beratung soll durch Rat und Hilfe
dazu beitragen, die in Zusammenhang mit der Schwangerschaft bestehende
Konfliktlage zu bewältigen und einer Notlage abzuhelfen. Das Nähere
regelt das Schwangerschaftskonfliktgesetz."

Auch das Schwangerenkonfliktgesetz sagt da nichts anderes:

http://www.gesetze-im-internet.de/beratungsg/__5.html

"(1) Die nach § 219 des Strafgesetzbuches notwendige Beratung ist
ergebnisoffen zu führen. Sie geht von der Verantwortung der Frau aus.
Die Beratung soll ermutigen und Verständnis wecken, nicht belehren oder
bevormunden. Die Schwangerschaftskonfliktberatung dient dem Schutz des
ungeborenen Lebens."

Das Ziel ist der Schutz des ungeborenen Lebens.

Und ja, ich weiß, dass ProFamilia das Gesetz drecksegal ist und die entsprechend nach ihrem eigenen Gutdünken beraten; aber ändert nichts daran, dass obige Aussage über das Ziel unwahr ist.

Kommentar von annemarie37 ,

Ziel ist es, der Schwangeren beim Treffen ihrer Entscheidung zu helfen... Informationen über staatliche und andere Sozialleistungen  (isebise)

Beratung ist ergebnisoffen zu führen. Sie geht von der Verantwortung der Frau aus. Die Beratung soll ermutigen und Verständnis wecken, nicht belehren oder bevormunden. (Gesetz)

Ich sehe da keinen grundsätzlichen Unterschied. Jedenfalls nichts, was dich berechtigt, isebise der Lüge zu bezichtigen.

Kommentar von carn112004 ,

Weil isebise vom "ZIEL" der Beratung spricht und zum Ziel steht unmissverständlich im Gesetz:

"Die Schwangerschaftskonfliktberatung dient dem Schutz des
ungeborenen Lebens." Da steht nicht, dass sie dazu dient, dass die Schwangere die Entscheidung trifft, "die für ihre jetzige Lebenslage und Lebensplanung richtig ist - ob nun
mit Kind oder ohne -". Das kann man da auch nicht reinlesen, denn "dient dem Schutz des ungeborenen Lebens" schließt eindeutig aus, dass "mit Kind oder ohne" gleichwertig sind, sondern "mit Kind" ist eindeutig präferiert.

Wer das bei der Nennung des Ziels weglässt, der irrt oder lügt. Da isebise und du beide genug Ahnung habt, ist von Lügen auszugehen.

Kommentar von pruddle ,

Hi!
Meine Freunden hat ein Interview mit einer Gynäkologin gehalten und diese meinte, dass alles sehr sachlich und objecktiv über die Bühne geht.
Hast du persönlich andere Erfahrungen? Jede Meinung etc. hilft mir weiter. :)

Kommentar von pruddle ,

Entschuldige, habe deine Antwort jetzt erst entdeckt.

Kommentar von michi57317 ,

nee wieso

Antwort
von Ginalolofrigida, 32

Die Sache mit der Sachlichkeit ist nicht so einfach. Wenn du meinst z. B., Nachrichtensendungen wären sachlich, weil die Sprecher keine Gefühle dabei zeigen, dann nein - nicht mal diese Art von Sachlichkeit wird jeder Arzt anbieten.

Hier im ländlichen Bayern führen viele Frauenärzte überhaupt keine Abtreibungen auf Wunsch durch. Sie geben auf Verlangen jedoch eine Liste mit Kollegen, die den Job machen. Jenachdem muss man zweimal ganz schön weit fahren, denn der Operateur will auch erst eine Voruntersuchung machen.

Hier in D wird dir NIEMAND zu einer Abtreibung raten, nicht mal, wenn du vor Angst verzweifelt bist. Der Wind weht aus der ganz anderen Seite, und zwar sehr stark. Sogar die AfD spricht sich eindeutig für mehr deutsche Kinder aus. Es ist viel leichter, mit dem Strom zu schwimmen und der Schwangeren von den positiven Seiten des Mutterseins zu erzählen.

Auch ist es für jeden Frauenarzt und für jeden Menschen schöner, ein fertiges Baby anzufassen, als ein Wesen im Zwischenstadium, das noch nicht das ist, was man als Mensch bezeichnet.

Es ist kein schöner Job, Abtreibungen zu machen, und auch wenn der Arzt seinen Job sachlich und menschlich macht, gibt es auch immer unter den Frauen, die ihn assistieren, einige Giftschlangen... ähhm, Schwestern, die eine schon spüren lassen, wie unten durch sie ist.

Die Diskussion wird erst moralisch, wenn der schwangeren Frau ohne wenn und aber (ohne Pflichtberatung) ihr MENSCHLICHES SELBSTBESTIMMUNGSRECHT ÜBER IHREN KÖRPER anerkannt wird und ihre Macht, Leben zu nähren, nicht zu einem unfreiwilligen Märtyrertum mißbraucht wird. Der Zweck heiligt niemals die Mittel.

Man soll ja bei allem nicht vergessen, daß es um Frauen geht, die nicht (noch mal) Mutter sein wollen, denn die mit Kinderwunsch werden überall beglückwünscht.

Antwort
von dreamsndiam0nds, 95

Ärzte sind deshalb Ärzte geworden, weil sie sowas machen wollten. Die Ärzte geben da auf jeden Fall ihre ehrliche Empfehlung und helfen einem auch bei allem wobei man Hilfe braucht. Sollte ein Patient sich sicher sein Abtreiben zu wollen dann werden sie es ihm nicht durch grausames einreden ausreden. Sie werden aber auf jeden Fall auf alles hinweisen was wichtig ist und dem Patienten genügend Zeit geben um in Ruhe darüber nachzudenken. Sie erklären einem alles was man wissen möchte und informieren einen über alle Möglichkeiten (Adoption, behalten etc.)

Hoffe konnte helfen

Antwort
von Kasumix, 100

Auch da gibt es sicher schwarze Schafe, generell sind die aber sachlich. Die haben in ihrem Leben mit so vielen Schwangeren zutun und hätten nichts davon dich zu irgendwas zu überreden. Ich glaube nicht, dass sie dir wer weiss wie viele Adressen und Broschüren in die Hand geben, aber einen sinnigen Tipp haben sie sicherlich.

Antwort
von SeBrTi, 76

Ärzte müssen sachlich an einer Abtreibung ran gehen. 

Wenn ihr Patient sich keine Kinder wünscht ist es nicht ihre Aufgabe ihr, ihre Meinung reinzuwürgen! Außer die Patientin besteht drauf. 

Antwort
von BabyBaylee, 64

Mein Arzt hat mir damals sehr geholfen. Er war zwar sichtlich nicht sehr froh, dass ich anfangs abtreiben wollte, hat es mir aber nicht auf biegen und brechen ausreden wollen. Er hat mich zur Beratung verwiesen und ebenso dieses Damen waren mit meiner Entscheidung einverstanden. Ich hatte schließlich vernünftige Gründe, finanziell sowie emotional und psychisch.
Als ich mich dann doch für das Baby entschieden habe, hat mein Frauenarzt mich überall unterstützt und meine Entscheidung natürlich befürwortet. Ich wurde als Teenie-Schwangere (18) nicht abgestempelt, sondern ausführlich beraten und willkommen geheißen.

Antwort
von carn112004, 54

Die Frage lässt sich nur schwer beantworten, denn was genau bedeutet in diesem Zusammenhang "sachlich"?

Ist es sachlich darauf hinzuweisen, dass Abtreibungen nach einem kurzen Beratungsgespräch erfolgen können und bei Geringverdienern von KV bezahlt werden, ohne darauf hinzuweisen, dass ungeborene nach Grundgesetz Menschen mit dem Recht auf Leben sind und eine Schwangere deshalb eine Pflicht hat, das Kind auszutragen, wenn es irgendwie zumutbar ist?

Oder ist es sachlich darauf hinzuweisen, dass Abtreibungen rechtswidrig sind, weil ungeborene Menschen Menschen mit dem Recht auf Leben sind und Schwangere deshalb eine Pflicht hat, das Kind auszutragen, wenn es irgendwie zumutbar ist, ohne darauf hinzuweisen, dass 10000 jedes Jahr diese Pflicht vollkommen problemlos vermeiden, dass der ungeborene in der Anfangszeit sowieso keine Schmerzen empfindet und noch keine Person ist?

Soll der Arzt von den Fällen berichten, bei denen es Schwangere trotz Schwierigkeiten doch wunderbar mit Kind geschafft haben?

Soll der Arzt von den Fällen berichten, bei denen die Schwangere bzw. Mutter am Kind zerbrochen ist?

Soll der Arzt von den Fällen berichten, bei denen die ehemalige Schwangere an der Abtreibung zerbrochen ist?

Soll der Arzt von den Fällen berichten, bei denen die Schwangere mit der Abtreibung wunderbar zurecht gekommen ist?

Was davon ist sachlich?

Begründbar ist jede der einzelnen Aussagen bzw. entsprechende Fälle gibt es. Die Auswahl der Information ergibt aber immer ein Bild, das in eine bestimmte Richtung geneigt ist.

Deshalb denke ich, dass letztlich viele Frauenärzte unsachlich sind, je nachdem aus welche Perspektive man es sieht. Denn es gibt da eigentlich kein sachlich, denn es geht um das Töten von unschuldigen und wehrlosen Menschen und da gibt es keine sachlich-neutrale Position.

Kommentar von annemarie37 ,

Ganz sicher ist DEINE Antwort nicht sachlich-neutral.

Kommentar von carn112004 ,

Warum nicht?

Ich schildere zumindest Argumente von verschiedenen Seiten, die jeweils zutreffend/begründbar sind, um zu zeigen, dass erstmal zu klären wäre, was sachlich ist.

Kommentar von pruddle ,

Mit sachlich meinte ich, dass Frauen z.B. in eine gewisse Richtung gedrängt werden, z.B. a) dazu, das Kind zu behalten oder b) abzutreiben (wobei das wohl seltener geschicht, vermute ich).

Sachlich wäre dann wohl, wenn man all die Argumente, die du oben genannt hast, schildert, damit eine Frau mit all den gesammelten Infos selbst entscheiden kann, was für sie das beste ist bzw. ihr Kind (wobei das beste für das Kind in jedem Falle wohl das Leben ist, das kann ich allerdings schlecht beurteilen).
Meine ganz persönliche Meinung ist aber auch, dass eine Frau selber über ihren Bauch/über ihren Körper entscheiden dürfen sollte und dies von niemandem beeinflusst werden darf. Da drängt sich natürlich auf, wer denn über das Leben des Kindes entscheiden darf, aber ab dem Punkt bin ich überfragt.

Jedenfalls danke für die Antwort.

Kommentar von carn112004 ,

Aber wie an annemaries Kommentar zu sehen, ist wenigstens aus ihrer Sicht irgendetwas an meinen Argumenten unsachlich.

Folglich wäre es wohl damit aus annemaries Sicht gerade das nicht:

"Sachlich wäre dann wohl, wenn man all die Argumente, die du oben genannt hast, schildert,"

Und das einzige, an meinem Kommentar, wo ich zumindest erkennen kann, dass annemarie da was unsachliches sieht, ist der Begriff "Mensch" für ungeborene.

Aber ich bin mir sicher, dass auch wenn der weggelassen würde (also z.b. nur auf das Recht auf Leben und die Menschenwürde ungeborener verwiesen würde), annemarie das ganze immer noch unsachlich finden würde.

Und wenn halt der eine sagt "das ist unsachlich" und der andere trotz aller Mühen keine Unsachlicherkeit erkennt (aber sehr wohl in den Aussagen des anderen, die dieser als sachlich bezeichnet, unsachliches erkennt), dann ist Sachlichkeit halt ziemlich unklar und strittig und damit lässt sich gar nicht eindeutig beantworten, was denn nun sachlich ist und was nicht.

Um es konkreter zu machen, annemarie ist bei dieser Webseite involviert:

http://www.svss-uspda.ch/de/ethik/ethik.htm

Auf der verlinkten Unterseite heißt es:

"Der Entscheid zum Schwangerschaftsabbruch ist daher nicht ein Tötungsakt, sondern die Weigerung, im eigenen Körper die eigene Leibesfrucht heranwachsen zu lassen, die Weigerung, im gegebenen Zeitpunkt, unter den gegebenen Umständen die grosse Verantwortung der Mutterschaft auf sich zu nehmen."

An anderer Stelle wird mehr oder minder als Bestätigung der eigenen Position ein Gerichtsurteil zitiert mit den Worten:

"Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat
festgehalten: "Es gibt keinen Konsens über das Wesen und den Status des Embryos oder Fetus. Als gemeinsamen Nenner kann man höchstens die Zugehörigkeit zur menschlichen Spezies ausmachen. Es ist die Potentialität dieses Wesens und seine Fähigkeit, eine Person zu werden, die im Namen der Menschenwürde zu schützen sind, ohne daraus eine Person zu machen, die ein Recht auf Leben hätte." "

Die Seite billigt dem Embryo bzw. Fetus damit zu, dass es sich um ein Wesen handelt.

Total überraschende Tatsache: vor der Abtreibung ist dieses Wesen offensichtlich lebendig, nach der Abtreibung offensichtlich tot (wenn die Abtreibung ein "Erfolg" war), folglich hat es irgendwann und irgendwie während der Abtreibung aufgehört zu leben.

Weitere Tatsache: bei einer Abtreibung per Absaugung liegt dieser Zeitpunkt wohl während des Absaugens und das Ende des Lebendigseins ist eindeutig unmittelbar durch die Absaugung verursacht.

Somit ist die eindeutig sachlich richtige Aussage, dass während einer Abtreibung per Absaugung ein Wesen getötet wird, also dass eine Tötung stattfindet.

Somit ist die zuerst zitierte Passag eindeutig falsch, denn sie bestreitet ja, dass eine Tötung stattfände. Richtig wäre sie nur, wenn sie ergänzt würde zu etwas ala "Auch wenn das ungeborene Wesen bei einer Abtreibung getötet wird bzw. stirbt, ist der Entscheid zum Schwangerschaftsabbruch daher juristisch nicht ein Tötungsakt, sondern ...". Folglich ist die Seite da eindeutig unsachlich.

Bzw. wenigstens sehe ich das so, kann es auch begründen und kann nicht erkennen, warum nicht jeder zu dem Schluss kommen sollte, dass es eben unsachlich ist, da nicht zwischen "Tötungsakt (juristisch)" und "Tötungsakt (biologisch)" zu differenzieren. Aber dennoch bin ich mir sicher, dass falls annemarie Lust und Zeit hätte hierauf zu antworten, sie bestreiten würde, dass es unsachlich sei, über eine Handlung, bei der ein Wesen eindeutig getötet wird, allgemein zu sagen, es gäbe da keinen Tötungsakt.

Und ich könnte noch viele andere Dinge auf der Seite nennen, die ich unsachlich finde, von denen aber annemarie sagen würde, sie seien sachlich bzw. sie wird insgesamt von Sachlichkeit bei der Seite sprechen (hüstl, ich nicht).

Also was ist bei dem Thema sachlich und was nicht?

Meiner Ansicht nach letztlich nicht zu beantworten.

Kommentar von Ginalolofrigida ,

Den Abbruch als Tötung von "unschuldigen und wehrlosen Menschen" trieft geradeso von Unsachlichkeit. Eine Zellenansammlung macht noch keinen Menschen aus, Erwachsene sind mitnichten per se schuldiger als Zellenansammlungen, und ihnen Wehrlosigkeit zuzuschreiben, heißt zu verkennen, dass sie in völliger Abhängigkeit von einem anderen Körper leben, das heißt, ihre Existenz hängt von der Einwilligung der Frau ab. Hättest du auch so zarte Gefühle für die (schwangeren) Frauen und ihre Nöte, würdest keine so giftigen Worte gegen sie verwenden. Und wie steht's mit deinem Mitgefühl für die armen Väter, die bei der frohen Botschaft vor Angst zu bibbern anfangen? Oder mal eben, wie der nette Metzger, die fünffache Mutter das alleine "regeln" lassen?

Kommentar von carn112004 ,

Den Abbruch als Tötung von "unschuldigen und wehrlosen Menschen" trieft geradeso von Unsachlichkeit. Eine Zellenansammlung macht noch keinen Menschen aus,

Einmal, auch nur ein einziges Mal würde ich gerne eine an biologischen Fakten orietentierte Begründung lesen, warum ein Embryo in der sagen wir mal 9. SSW kein lebender Organismus und kein lebendes Exemplar der Spezies Mensch ist.

Aber diese Hoffnung ist ziemlich sicher vergebens.

Erwachsene sind mitnichten per se schuldiger als Zellenansammlungen,

Jeder Mensch, der nicht verbrochen hat, ist unschuldig vor dem Gesetz. Sofern ungeborene Menschen also Menschen sind, sind sie unschuldig, denn sie können noch nichts verbrochen haben; somit ist unschuldig sachlich.

und ihnen Wehrlosigkeit zuzuschreiben, heißt zu verkennen, dass sie in völliger Abhängigkeit von einem anderen Körper leben, das heißt, ihre Existenz hängt von der Einwilligung der Frau ab.

Handlungsunfähige Menschen sind grundsätzlich wehrlos, denn wehrhaft ist nur, wer zu einer Handlung fähig ist. Insoweit ungeborene Menschen Menschen sind, sind sie wehrlos, denn sie können noch nicht handelnt, somit ist wehrlos sachlich.

Hättest du auch so zarte Gefühle für die (schwangeren) Frauen und ihre Nöte, würdest keine so giftigen Worte gegen sie verwenden.

Welche giftigen Worte? Was ist giftig daran, einen ungeborenen Menschen als Menschen zu bezeichnen?

(das unschuldig und wehrlos folgt wie oben dargelegt automatisch)

Ich folgere daraus, dass bei einer Abtreibung ein unschuldiger wehrloser Mensch stirbt, dass die Gesellschaft sich umsomehr darum bemühen sollte, dass welche Schwierigkeit auch immer eine Schwangere einen solchen Schritt in Erwägung ziehen lässt, dass diese Schwierigkeit mit nahezu der gleichen Entschlossenheit und Vehemenz vermindert oder zum Verschwinden gebracht werden sollte, wie man das auch täte, wenn eine Mutter aus irgendwelchen Gründen gerade erwägen würde, ihr geborenes Kind töten zu lassen.

Manchmal oder auch oft kann man nichts machen; aber man sollte es immer versuchen; und nicht so wie unsere Gesellschaft heute, das ganze zum Privatproblem erklären, dessen Ausgang letztlich wurscht ist.

Und wie steht's mit deinem Mitgefühl für die armen Väter, die bei der frohen Botschaft vor Angst zu bibbern anfangen?

Mir als Mann wurde immer gesagt, dass ich doch niemals verstehen könnte, was eine Frau bei Erwägung einer solchen Entscheidung alles bedenkt und empfindet und wie ihre wirkliche Situation ist, da ich das als Mann niemals wissen könne; und dass ich deshalb niemals über die Entscheidung einer Frau in einer solchen Situation urteilen darf.

Ok, geht klar, mache ich nicht.

Akzeptier du das bitte aber auch, du darfst dir kein Urteil darüber bilden, ob und welches Verhalten eines Mannes bei Überbringung der freudigen Nachricht in Ordnung ist und welches nicht.

Ich als Mann darf da natürlich urteilen, denn ich darf ja wie obig nur dann nicht urteilen, wenn ich nicht in die gleiche Situation kommen kann, was ich aber als Mann kann (und mir wurde auch schon die freudige Botschaft übermittelt).

Da du also darüber nicht urteilen darfst, ich aber darüber urteilen darf, hast du somit meine Bewertung als richtig zu akzeptieren, es sei denn du treibst einen Mann (*) mit gegenteiliger Meinung auf.

Meine Bewertung/Rat für den "armen" Vater aufgrund der Angst ob der frohen Botschaft:

Bist du echt ein so jämmerlicher Wachlappen, dass du vor einem kleinen Kind Angst hast? Hör auf dir in die Hosen zu machen, kneif den Hintern zusammen, mach ein freundliches Gesicht und HILF IHR, denn sie hat gerade die Probleme, du nicht.

Danke das du meine Bewertung vollumfänglich akzeptierst (tust du das nicht, dann billigst du damit zu, dass ich über Frauen, die abtreiben, ebenfalls urteilen dürfte).

"Oder mal eben, wie der nette Metzger, die fünffache Mutter das alleine "regeln" lassen?"

Da ich nicht vorgeschlagen habe, an der aktuellen Abtreibungsregelung irgendwas zu ändern, geht der Vorwurf, ich würde Frauen zu gefährlichen illegalen Abtreibungen "treiben", vollkommen in die Leere.

Kommentar von Ginalolofrigida ,

Nach meinem Wissen ist den Embryos in den ersten Monaten der Schwangerschaft biologisch nicht möglich, außerhalb des Mutterleibs zu leben. Sie sind also ein Teil ihres Körpers und keine eigenständige Exemplare Mensch! Wenn man sich Nasen und kiloweise Brustfett abschneiden lassen kann, sehe ich nicht ein, daß Frauen durch die Beratungspflicht bei Abtreibungswunsch entmündigt werden!

Warum nennst du das Tötung und das andere (kosmetische OPs) dann nicht?

Die Frauen die abtreiben, sind nicht schuldiger als Zellenansammlungen, denn diese haben zu der Zeit nur den Wunsch zu leben, während die Frau für ihr Leben auch Sorge zu tragen hat - in vielfältigerer Weise als daß sie an der Flasche hängt, das erwartet nun mal jede menschliche Gesellschaft auch von Müttern.

Die Unschuldigkeit der Embryos zu betonen, ohne die persönliche Verantwortung der Frau für ihr Leben zu bekräftigen, bringt uns alle  Frauen sehr leicht in eine "schuldige" Position. Gut, daß wir dem Mittelalter entwachsen sind...?

Kommentar von carn112004 ,

Nach meinem Wissen ist den Embryos in den ersten Monaten der Schwangerschaft biologisch nicht möglich, außerhalb des Mutterleibs zu leben. Sie sind also ein Teil ihres Körpers und keine eigenständige Exemplare Mensch!

Und wo entnimmst du aus der Biologie, dass etwas, was nicht außerhalbt eines Körpers überleben kann, kein Lebewesen ist?

Es gibt Parasiten, die ohne den Wirt nicht selbstständig lebensfähig sind. Lebewesen sind es trotzdem.

Warum nennst du das Tötung und das andere (kosmetische OPs) dann nicht?

Fettgewebe ist nunmal kein Lebewesen ist, sondern nur Teil eines Lebewesen, womit das Entfernen von Fettgewebe keine Tötung eines Lebewesens ist.

Die Unschuldigkeit der Embryos zu betonen, ohne die persönliche Verantwortung der Frau für ihr Leben zu bekräftigen, bringt uns alle  Frauen sehr leicht in eine "schuldige" Position.

Wenn ich über Schuld oder Unschuld von irgendwem nichts sage, sage ich damit nicht, dass derjenige sich irgendwas zu schulden kommen hat.

Konkret sind bei so gut wie keiner Frau Gründe und Umstände so bekannt, dass es irgendeinen Sinn machen würde, von Schuld zu reden.

Ich vermute ferner, dass bei möglicherweise bis zu 50% der Abtreibungen die Umstände so sind, dass ich, insoweit man die Schuldfrage diskutieren will und kann, keinesfalls die Schuld alleine oder auch nur überwiegend bei der Frau sehen würde.

Wenn eine Schwangere sich in Anbetracht des "Treib ab, sonst bin ich weg und du stehst alleine mit Kind da" des Erzeugers, des ungesagten "Als Mutter kommt man hier sowieso aufs Abstellgleis", des vorwurfsvollen "Du ruinierst dein Leben" ihrer Mutter, des in Anbetracht der hohen Mietpreise zu untätigen Baubürgermeisteramtes und des "Ist doch nur ein Zellhaufen" des ganzen Gesellschaft leider dazu entschließt, ihr eigenes Kind töten zu lassen, erscheint es mir sogar ziemlich dämlich, mich mit der Frage zu beschäftigen, ob und wie die Frau hier schuldig sein mag. Da knöpfe ich mir andere Kandidaten lieber vor.

Kommentar von Ginalolofrigida ,

"knöpfe ich mir andere Kandidaten lieber vor" - am liebsten wohl potenziell werdende Mütter plus ihren Familien- und Gesellschaftskreis ;-)

Da hast du dich ein bisschen zu sehr hinter der einsamen Laterne der Sachlichkeit versteckt. Du hast den (gesetzlichen) Abortgesuch, also den Schwangerschaftsabbruch in den ersten 12 Wochen, "Tötung von unschuldigen und wehrlosen MENSCHEN" genannt.

Ich möchte dich, und mit dir alle, die ähnliche Urteile in die Welt setzen (auch eine Form von Fehlgeburten m. M. nach, die trotzdem sehr lebendig und virulent leben) hinweisen, 

- dass ein Embryo im frühem, komplett unselbstständigen Stadium im Sinne des Gesetzes KEIN MENSCH ist. Nicht jegliches Lebewesen ist ein Mensch, nur weil es werden könnte;

- dass "Tötung" keineswegs eine sachliche Benennung des Abortes ist, sondern ein (negativ)werthaltiges Wort. 

- Und, wenn du es sachlich nennst, die Unschuld und die Wehrlosigkeit der Embryos zu erwähnen, ohne, wie du selber später zugibst, die Umstände der abortwilligen Frauen zu kennen, dann Gnade uns, sogar die ewig blinde Justizia wäre sachlicher als deine Meinung.

Kommentar von carn112004 ,

"am liebsten wohl potenziell werdende Mütter plus ihren Familien- und Gesellschaftskreis ;-)"

Nur den Familien und Gesellschaftskreis, insofern dieser durch Verhalten/Einstellung die Abtreibung begünstigt. Oder hast du nichts dagegen, wenn eine 16-jährige vor allem deshalb heimlich abtreiben will, weil sie fürchtet von ihrer Familie umgebracht zu werden, wenn die die Schwangerschaft bemerken?

"dass ein Embryo im frühem, komplett unselbstständigen Stadium im Sinne des Gesetzes KEIN MENSCH ist."

Diese Behauptung ist für Deutschland falsch. Und nein, da kannst du nicht mit dem StGB oder dem BGB argumentieren, sondern brauchst das GG und das relevante Urteil:

http://www.servat.unibe.ch/dfr/bv088203.html

Bin neugierig, wie du daraus folgern willst, ein ungeborenes sei kein Mensch.

Ferner ist in Deutschland auch der Aspekt, ob der Embryo im "unselbstständigen Stadium" ist irrelevant. Eventuell verwurschtelts du das geistig mit dem US-Recht, in dem das relevant ist.

"dass "Tötung" keineswegs eine sachliche Benennung des Abortes ist, sondern ein (negativ)werthaltiges Wort."

Wenn ich im Kontext von "Totschlag" des StGB rede ja, aber Töten hat nun mal noch andere Bedeutungen und wenn du die nicht kennst, dann ist das dein Fehler:

http://www.duden.de/rechtschreibung/toeten

"den Tod von jemandem, etwas herbeiführen, verursachen, verschulden"

Das enthält keine moralische Wertung.

Auch wenn der Polizist den Bankräuber erschießt, der gerade die Geisel erschießen wollte, hat der Polizist natürlich den Bankräuber getötet. Es enthält keine moralische Wertung zu sagen, dass der Polizist den Bankräuber getötet hat, es ist schlicht eine Tatsache.

Die ethische/moralische/juristische Wertung ergibt sich erst aus den Umständen, nach denen das Töten wohl richtig und sogar für den Polizisten (aufgrund seiner Funktion) geboten war.

"Und, wenn du es sachlich nennst, die Unschuld und die Wehrlosigkeit der Embryos zu erwähnen, ohne, wie du selber später zugibst, die Umstände der abortwilligen Frauen zu kennen, dann Gnade uns, sogar die ewig blinde Justizia wäre sachlicher als deine Meinung."

Was sollte daran unsachlich sein? Völlig egal, was die Umstände der Schwangeren sind, der "Embryo" ist unschuldig und wehrlos. Auch wenn einer einer Schwangeren eine Waffe an den Kopf hält, damit die die Abtreibungspillen schluckt, ist der "Embryo" immer noch unschuldig und wehrlos. Die Schwangere dann natürlich auch.

Tatsachen, die unabhängig von den Umständen zutreffen, ohne Nennung der Umstände zu erwähnen, ist nichts grundsätzlich unsachliches. Dinge, die von den Umständen abhängen, nur bei denen ist das Weglassen der Umstände unsachlich.

Kommentar von carn112004 ,

Da fällt mir auf, deine Behauptung "Töten" wäre nicht sachlich ist nicht nur eindeutig falsch, sie impliziert auch, dass du die rechtlichen Grundlagen nicht kennst.

Denn:

http://www.servat.unibe.ch/dfr/bv088203.html

"
Dagegen kann die Frau für die mit dem
Schwangerschaftsabbruch einhergehende Tötung des Ungeborenen nicht eine
grundrechtlich in Art. 4 Abs. 1 GG geschützte Rechtsposition in Anspruch
nehmen.
"

nicht nur die Senatsmehrheit spricht im rechtlich entscheidenden Urteil von "Töten" bzw. "Tötung" sondern auch die Minderheit:

"Zu allen Zeiten und in allen, von verschiedenen
moralischen und religiösen Wertvorstellungen geprägten Kulturen haben
sie Auswege aus der Not ungewollter Schwangerschaften gesucht und
gefunden und sich dabei durch Androhung auch schwerster und grausamer
Strafen nicht davon abhalten lassen, selbst bei Gefahr für das eigene
Leben das ungeborene Leben abzutöten, wenn sie ein Kind nicht wollten."

"Der Schwangerschaftsabbruch ist, weil Tötung
menschlichen Lebens, grundsätzlich Unrecht und verboten und nur
besondere, eng zu umgrenzende Ausnahmelagen können ihn - materiell
gesehen - gerechtfertigt erscheinen lassen (vgl. D.III.1.c)."

Also sorry, wenn du jetzt mit irgendwas anderes reagierst als mit: "Okay, carn, hinsichtlich dem juristischen hast du eindeutig recht, da ist Töten bzw. Tötung ein sachlicher Begriff, aber ..." (wobei du bei ... noch viel Schelte für mich unterbringen kannst)

dann bist du eindeutig unsachlich und nicht an Tatsachen interessiert.

Kommentar von WALDFROSCH1 ,

@Ginalolofrigida , 

So eine Unsinn ! und  du sprichst  von Sachlichkeit ?

  • Was denkst du wohl, warum es im Mutterpass den Begriff Abort auf der einen Seite und auf der anderen Seite den Begriff:Abruptio gibt ?
  • könnte eigentlich jeder  überall nachlesen :

http://www.baby-lexikon.com/news/schwangerschaft/mutterpass---leicht-verst%E4ndl...

  • Tötung ist und bleibt nun mal Tötung auch den Recht nach , das da nun negativ bewertet ist ,ist eigentliche etwas gesundes ...aber diesen Irrtum unseres Gewissens,  das bekommt die Abreibungslobby gewiss auch noch bald hin ..

Antwort
von ManuTheMaiar, 107

Ich hoffen einfach mal, dass vernünftiger Ärzte alles tun um das Kind zu retten, aber sicherlich wird es auch miese geben, die die Abtreibung unterstützten, letztendlich entscheidet jedoch das Mädchen

Kommentar von Akka2323 ,

Ärzte beraten neutral und zeigen die jeweiligen Möglichkeiten auf, außer sie sind katholisch.

Kommentar von ManuTheMaiar ,

Dann ist das mal außnahmweise etwas wofür ich die Religion loben muss

Kommentar von pruddle ,

Kriegen streng katholische Ärzte überhaupt die Genehmigung Schwangere beraten zu dürfen?

Kommentar von ManuTheMaiar ,

Niemand darf wegen seiner Religion irgendwo ausgeschlossen werden

Kommentar von WALDFROSCH1 ,

Das ist aber längst der Fall .

Es gibt Aerzte die bekommen keine Stelle weil  sie sich weigern in KH Abtreibungen auszuführen .Ohne solche gibt es allerdings heute auch etwa für Gynäkologen keine Zulassung mehr .

Das kommt einen Berufsverbot  für Christen gleich .

Kommentar von CalicoSkies ,

Wenn du aus weltanschauulichen Gründen deine Arbeit nicht richtig ausüben kannst, bist du in diesem Beruf schlicht und ergreifend falsch.

Ein Gynäkologe muss damit rechnen, seine Arbeit tun zu müssen - wenn er keine Abbrüche vornehmen möchte, soll er sich eben eine andere Arbeit suchen. Punkt.

MIt einem "Berufsverbot" hat das nichts zu tun - schließlich zwingt ihn ja keiner, Facharzt für Gynäkologie zu werden....

(Im Übrigen: Schon in der Ausbildung muss ein Arzt zur Erlangung des Facharztes Abbrüche vornehmen oder dabei assistieren...)

Kommentar von pruddle ,

Ja, natürlich. Aber ein unsicheres bzw. junges Mädchen kann sicher stark beeinflusst werden, wenn in dieser Hinsicht auf sie eingeredet wird.
Evtl. werde ich mir einfach Rezensionen von verschiedenen Frauenärzten durchlesen müssen. ^^

Kommentar von ManuTheMaiar ,

Ich fände das ok sie gegen eine Abtreibung zu beinflussen, solange sie am Ende selber entscheiden darf, immerhin geht es hier um die Leben von Kindern für die keiner spricht.

Kommentar von Kiboman ,

ein vernünftiger arzt berät die Patientin,

er darf nicht parteiisch sein,

genauso wie er die patientin nicht dazu drängen darf das kind zu behalten,

darf er ihr auch keine abtreibung einreden.

er berät die patientin klärt sie über vor und nachteile auf, erläutert die risiken und die letztendliche entscheidung wird von der patientin getroffen.

Kommentar von ManuTheMaiar ,

Er darf doch seine Meinung sagen, dass hier ein Kind getötet wird, würde ich auch tun, ich würde ihr keine Vorschriften machen, aber ihr trotzdem mal gehörig meine Meinung sagen

Kommentar von SeBrTi ,

@ManuTheMaiar deswegen bist du whsl auch kein Arzt. 

Ärzte sollen Menschen auf neutralen Boden beraten. Natürlich zum Wohle ihres Patienten. Einer Frau/Mädchen zu etwas überreden was sie eig gar nicht möchte, ist nicht ihre Aufgabe und ich finde auch moralisch nicht vertretbar. Ärzte müssen über Risiken usw. Aufklären - das schon.

Wenn aber ein Mädchen/Frau zum Arzt geht und eine Abtreibung möchte darf der Arzt nicht damit kommen das Kind zu retten und eine Moralpredigt halten. Vl hat die Frau vererbbare Krankheiten? Vl Weiß die Frau das sie keine gute Mutter sein wird oder ihren Körper das nicht zumuten möchte. Das junge Mädchen in ihrer Situation weiß das sie und ihr Kind nie eine gutes Zuhause sichern kann, evtl ein Junkie weiß das ihr Kind evtl keine Überlebenschance hat da es mit weiß Gott was im Kontakt kam. 

Das heißt nicht das ich Abtreibung für gut heiße, bin selber schwanger und wünsche mir das Kind. Nur muss und soll ein Arzt seine Meinung für sich behalten außer die Patientin besteht drauf! 

Kommentar von pruddle ,

Sowas ginge meiner Meinung nach garnicht.
Es gibt ja medizinische, kriminoligische und soziale Indikation, allesamt mögliche Gründe für eine Abtreibung.
Diese sollten sachlich erklärt werden und die pro- und kontraseiten genannt werden, sodass die Schwangere sich selbst eine Meinung bilden kann, ohne beeinflusst zu werden.
Dazu, es ist ein Embryo, kein ''Mensch'', wenn man nach der offiziellen Definition geht:
''das Lebewesen, das aufrecht geht sowie denken und sprechen kann.''

Kommentar von carn112004 ,

Glückwunsch, 

"Dazu, es ist ein Embryo, kein ''Mensch'', wenn man nach der offiziellen Definition geht:
''das Lebewesen, das aufrecht geht sowie denken und sprechen kann.''"

dann bist du kein Mensch, denn einen solchen Unfug, der Kinder bis 1.5 Jahren und von Geburt an Queschnittsgelähmte dauerhaft eindeutig ausschließen würde, würde niemals ein zum denken fähiges Wesen von sich geben, folglich kannst du nicht denken, folglich bist du kein Mensch.

Kommentar von pruddle ,

Entschuldige, ich habe mir nochmal die 2. Definition angesehen:

Männer, Frauen und Kinder als Individuen.


Und als ''Kind'' definiert man wiederum:
ein noch nicht geborener oder gerade erst oder erst vor kurzem geborener Mensch.

Kein Grund, mich als ''zum Denken unfähiges Wesen'' zu bezeichnen, das war nicht meine Absicht.
Ich versuche bei sowas, nach Definitionen zu gehen, um niemandem gegenüber beleidigend zu wirken, da habe ich die 2. Definition außer Acht gelassen, mein Fehler, aber das ist kein Grund, mich so anzugehen. 



Kommentar von WALDFROSCH1 ,

@Pruddle 

Wo es um Leben und Tod geht, ist wohl "Sachlichkeit" ..eine etwas komischer Anspruch !! Warum nur kommt mir solches Gerede  nicht neu vor ?

Kommentar von Wannabesomeone ,

Das ist ein Eingriff in die Privatsphäre und die Entscheidungsfindung der Frau. ein vernünftiger Arzt berät und empfiehlt nach medizinischen Gründen, dagegen oder dafür(wenn danach gefragt wird) oder wenn die Frau zb. eine risikoschwangerschaft hat etc. in dem fall wird ein seriöser Arzt immer den Schwangerschaftsabbruch einwerfen und das ist auch gut so.

Kommentar von ManuTheMaiar ,

Ok, meinetwegen neutral sein, neutral ist immer gut, aber das ein Arzt das auch noch vorschlägt ein Kind zu töten finde ich ungeheuerlich, solche Leute sollten keine Ärzte sein

Kommentar von Wannabesomeone ,

niemand schlägt vor, ein Kind zu töten. es wird höchstens empfohlen, darüber nachzudenken, eine Schwangerschaft mit einem Embryo oder Fötus zu beenden, wenn es gesundheitsschädlich oder gar tödlich für die schwangere enden kann. Es wäre verantwortungslos, dies nicht zu tun, und das Leben beider zu gefährden.

Kommentar von ManuTheMaiar ,

Risikoschwangerschaften gibt es viele, da Ärzte einfach alles was nicht normal ist als Risiko bezeichnen, etwa ältere Mütter oder sogar an sich positive Dinge wie Zwillinge werden als Risiko bezeichnet und ich finde es nicht ok, wenn Ärzte grundsätzlich jede Frau ansprechen: "sie haben eine Risikoschwangerschaft, möchten sie das/die Kind/er abtreiben"

Kommentar von SeBrTi ,

Es handelt sich auch nicht nur um risikoschwangerschaften sondern Schwangerschaften die GESUNDHEITSGEFÄRDED für KIND UND/ODER MUTTER ist! Wie zB es wurde festgestellt das dass Kind keine Blase und Niere hat. Da sollte man in Erwägung ziehen das Kind nicht zubekommen da es für Mutter nur noch schmerzhafter und schwieriger ist und das Kind sowieso nicht überlebensfähig wäre. 

Kein Arzt würde eine 45 Frau sagen sie soll das Kind abtreiben weil sie zu alt ist, sondern ihr eine Freistellung evtl Bettruhe verordnen. Außer die Frau will selber das Kind nicht, oder ihr KÖRPER wäre nicht fähig eine Geburt auszutragen - warum auch immer. Sowas kann man nur anhand viele Test sagen und danach wird EVENTUELL von einem Abbruch GESPROCHEN. Kein Arzt würde eine Frau empfehlen, die sich Kinder wünscht, eine Schwangerschaft abzubrechen weil sie Zwillinge erwartet.  Sowas ist hinrissig und von solche Ärzte hab ich im Leben nicht gehört. 

Arzt : "sie erwarten Zwillinge, sie sind körperlich in der Lage die Kinder auszutragen aber überlegen es sich doch die Babys abzutreiben" sowas würde nie über die Lippen eines Arztes kommen. 

Als ich von meiner Schwangerschaft meinem Arzt erzählt habe war nicht nur ein Wörtchen über seine Lippen gegangen das Kind nicht zu bekommen, außer ich hätte das Thema ausgesprochen. 

Kommentar von Wannabesomeone ,

@pruddle vor Gericht gillt es ab der Geburt als mensch. das wäre noch zu erwähnen.

Kommentar von carn112004 ,

Falsch, Beginn der Geburtswehen markiert den Zeitpunkt, ab dem ein Täter wegen Totschlag oder Mord dran sein kann. 


Ferner sagt das nichts übers Menschsein aus, sondern darüber, wann es der Staat zum Schutz des Menschen als geboten ansieht, entsprechende Täter ggf. lebenslang einzusperren. Nur weil etwas nicht mit lebenslanger Haft bedroht ist, folgt daraus nicht, dass dabei keine Menschen sterben.

Kommentar von annemarie37 ,

Wannabesomeone hat nicht geschrieben "ab der vollendeten Geburt". "Geburt" im allgemeinen Sinn beginnt mit den Wehen (sage ich als Frau, die 3 Kinder geboren hat).

Und das sagt eben schon etwas über das Menschsein aus, wenn das Töten eines Fötus völlig anders behandelt wird als das Töten eines Menschen: StGB § 211: "Mörder ist, wer ...  einen Menschen tötet..". Auch in § 212 und 213 ist von "Mensch töten" die Rede. Nicht so in § 218: "Wer eine Schwangerschaft abbricht..." - nicht von ungefähr steht da eben nicht: "wer einen Menschen vor der Geburt tötet".

Ausserdem sagt das Zivilrecht, dass die Persönlichkeit mit der Geburt beginnt. Ein weiterer Hinweis, dass Menschsein aus rechtlicher Sicht mit der Geburt beginnt.

Kommentar von carn112004 ,

Tja, du hast deine unjuristische Meinung, ich hab das Bundesverfassungsgericht; wärest du an zutreffenden Aussagen interessiert, würdest du zumindest die Möglichkeit eines eigenen Fehlers diesbezüglich in Betracht ziehen.

Kommentar von carn112004 ,

Und bezüglich wannabe habe ich ja noch einen weiteren
Punkt angefügt, der völlig unabhängig davon ist, welcher Zeitpunkt genau
gemeint war.

Aber schön, dass du das Menschsein
ungeborener bereits vor Abschluss der Geburt anerkennst und somit das
Unrecht der Rechtspraxis verschiedener Staaten in diesem Punkt
anerkennst.

Ferner danke, dass du anerkennst, dass es bereits ein Mensch sein könnte, solange es noch in der Gebärmutter ist.

Kommentar von ditchwitsch ,

Tja, das Bundesverfassungsgericht hat eben mit seinem Urteil ein fragwürdiges Zweitklassen-Recht-auf-Leben geschaffen: ein "bireweiches" (Schweizer Ausdruck) für Embryonen/Föten. Auch Richter sind nur Menschen mit ihren persönlichen
Weltanschauungen. Ein Gerichtsurteil ist nicht unumstösslich und darf kritisiert werden.

Der Europ. Menschenrechtsgerichtshof hat dieses Urteil "sonderbar" genannt. Und Gerichte in mehreren europäischen Ländern haben der Leibesfrucht kein Recht auf Leben zuerkannt.

Kommentar von carn112004 ,

"Tja, das Bundesverfassungsgericht hat eben mit seinem Urteil ein
fragwürdiges Zweitklassen-Recht-auf-Leben geschaffen: ein "bireweiches" (Schweizer Ausdruck) für Embryonen/Föten."

Und?

Wenn für bestimmte Menschen nur ein staatlich weniger stark durchgesetztes Lebensrecht möglich ist (z.b. weil die strikte Durchsetzung Würdeverletzungen anderer zwingend zur Folge hätte), dann ist die richtige Entscheidung nicht, den betreffenden Menschen das Menschsein abzuerkennen und ihr Leben staatlicherseits völlig ungeschützt zu lassen, sondern eben ihr Lebensrecht soweit zu schützen, wie dies unter den Einschränkungen möglich ist.

"Ein Gerichtsurteil ist nicht unumstösslich und darf kritisiert werden."

Klar darf man. Nur sollte man nicht den intellektuellen Unfug machen zu argumentieren, ungeborene hätten keine Menschenwürde und kein Recht auf Leben, weil sich das so aus dem BGB oder dem StGB ergäbe und das BVerfG-Urteil zu ignorieren, denn

"aus dem BGB oder dem StGB ergibt sich XY" ist ein reines Autoritätsargument und das BVerfG ist nun mal juristisch gegenüber BGB und StGB die höhere Autorität.

Ein Autoritätsargument, dass sich auf niedrigere Autoritäten beruft und die explizit widersprechende höhere ignoriert, ist einfach nur Unfug und falsch und DUMM, denn es widerlegt sich selbst (denn es billigt ja unmittelbar zu, dass man Autoritäten nach eigenem Belieben verwerfen kann, also kann man auch nach eigenem Ermessen die im Argument anerkannten Autoritäten verwerfen). 

Warum stören sich "Pro-Choiceler" so selten daran, wenn jemand von ihrer Seite ein einfach dummes Argument bringt?

"Und Gerichte in mehreren europäischen Ländern haben der Leibesfrucht kein Recht auf Leben zuerkannt."

Was für das deutsche Recht vollkommen schnurzpiepenegal ist.

"Der Europ. Menschenrechtsgerichtshof hat dieses Urteil "sonderbar" genannt." 

1. Der EuGH hat aber genau in diesem Urteil bestätigt, dass das BVerfG-Urteil für das geltende deutsche Recht entscheidend und dass deshalb die Behauptungen des betreffenden Lebensschützers (die von einem Menschsein des ungeborenen ausgehen) ZUTREFFEND sind.

Wie kann man sich, wenn man dagegen argumentiert, dass ungeborene nach deutschem Recht das Recht auf Leben haben, auf ein EuGH-Urteil berufen, das explizit feststellt, dass GENAU das zutrifft?

Entschuldigung, aber das ist doch völlig unabhängig von der politischen Position, ein eindeutiger geistiger Schnitzer, ein Schuss ins eigene Bein.

2. Ob und was aus "Die Würde des Menschen ist unantastbar." folgt und wie dies auszulegen ist, ist nicht Aufgabe des EuGH, hier ist das BVerfG letzte Instanz, womit es unerheblich wäre, wenn der EuGH hier dem BVerfG widersprochen hätte und somit auch unerheblich ist, wenn der EuGH da irgendwas seltsam fände.

Und es bleibt ganz einfach:

Wenigstens solange bis entweder der BT in irgendeiner Weise einen entsprechend gegenteiligen Beschluss fasst und dieser vom BVerfG nicht kassiert wird oder bis das BVerfG selbst entsprechend gegenteiliges sagt, ist es eine juristische Tatsache, dass ungeborene in Deutschland das Recht auf Leben nach Art. 2 Abs. 2 GG und die Menschenwürde nach Art. 1 Abs. 1 GG haben, womit die Behauptung, sie seien juristisch keine Menschen, zumindest äußerst fragwürdig ist.

(Und selbst wenn BT und BVerfG da irgendwas entscheiden, muss es nicht mal formalrechtlich was ändern, weil zum einfachen Aberkennen der Menschenwürde haben weder BT noch BVerfG die Befugnis; das müsste für Wirksamkeit also juristisch geschickt genug gemacht werden)

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