Frage von Fred4u2, 123

Sind evangelische oder katholische Seelsorger besser?

Welche Seelsorger sind besser, evangelische oder katholische Diakone/Pfarrer/Pastoren (oder wie man sie auch immer bezeichnet), wenn es um Eheprobleme oder Sexuelle Fragen geht ? Die katholischen Kirchenbeamte dürfen bekanntlich nicht heiraten, die protestantischen Pastoren jedoch; sind die einen deshalb Kompetenter als die Anderen bei seelsorgerischen Problemen sexueller Art (Ehekrisen, Homosexualität, Selbstbefriedigung etc.)?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Whitekliffs, 20

Der beste Seelsorger ist der, der wirklich für die Seele sorgen kann.

Und wie kann er das am besten? Indem er von ganzem Herzen Jesus nachfolgt, eine wirklich lebendige Beziehung zu Jesus hat und somit in 'ständiger' Verbindung mit Jesus ist. 

Der fähig ist, bei einem Gespräch mit einem Menschen innerlich zu fragen 'Herr Jesus, gib mir Weisheit und Erkenntnis. Was willst du, dass ich dieser Person sagen soll?' Dem es also wichtig ist, zu wissen, was Jesus dem Menschen sagen will.

Der sich selber auch ständig reinigt von Sünden und Verfehlungen und dem Schmutz des Lebens 1.Johannes 1,9

Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, ist die Konfession und der Ehestand zweitrangig. 

Antwort
von Katsa1, 38

Diese Frage kann pauschal nicht beantwortet werden. Da musst du schon selbst schauen, wen es bei dir im Ort gibt und zu wem du eher Vertrauen aufbauen kannst. Es gibt in der katholischen Kirche aber nicht ausschließlich Pfarrer (die zölibatär leben müssen) und Diakone (diese dürfen verheiratet sein) sondern noch weitere Mitarbeiter in der Seelsorge wie z.B. Pastoralreferenten oder Gemeindereferenten. Normalerweise sollte es in deinem Dekanat auch einen Dekanatsjugendseelsorger geben.
Aber wie gesagt, es kommt da auch sehr auf den Menschen an...zu wem du halt Vertrauen aufbauen kannst. Am Besten findest du das in einem persönlichen Gespräch heraus.
Alles Gute dir!

Antwort
von Nadelwald75, 14

Hallo Fred4u2,

das kommt auf die Einzelperson an und lässt sich nicht pauschalisieren.

Speziell bei Eheproblemen und sexuellen Fragen kann man argumentieren:

- Der kath. Seelsorger ist schlechter, weil er persönlich keine oder von früher zu wenig Erfahrungen hat.

- Der kath. Seelsorger ist besser, weil er neutral wissenschaftlich fachbezogen beraten kann. (Auch ein Hautarzt ist hoch kompetent, selbst wenn er selbst keine Hauterkrankungen hat.)

- Der ev. Seelsorger ist besser, weil er selbst Erfahrungen auf diesem Gebiet einbringen kann.

- Der evangelische Seelsorger ist schlechter, weil er als Verheirateter aus seiner eigenen Erfahrung auf andere schließt und daher voreingenommen ist.


Expertenantwort
von rotesand, Community-Experte für Kleidung, Auto, Mode, Schule, 16

Das kommt auf den jeweiligen Priester an. 

Ich kenne sehr gute katholische und evangelische Geistliche, aber auch Geistliche aus beiden Konfessionen, die absolut unter aller Würde "wirken". Kompetenz ist dahingehend keine Frage der Konfession.

Wir hatten hier z.B. einen boshaften, beinahe fundamental gesonnenen evangelischen Pfarrer, der wie ein Hassprediger von der Kanzel aus predigte, Andersdenkende beschimpfte und öffentlich mit Gottes Rache drohte, reihenweise Konvertierungen oder Kirchenaustritte bewirkte und dafür sorgte, dass drei Kirchenälteste (entspricht etwa dem Pfarrgemeinderatsvorsitzenden der katholischen Kirche) nacheinander das Handtuch warfen. Er hat die Leute auf frechste Art missioniert & gegängelt und durch sein allgemeines Auftreten & Verhalten den Ruf der evangelischen Kirchengemeinde vor Ort massiv beschädigt, sich u.a. mit dem katholischen Pfarrer verkracht, obwohl man vorher zwischen beiden Kirchengemeinden ein gutes Verhältnis hatte und auch mit dem Rathaus dauernd gestritten. Dabei war er bestrebt, ständig in der Zeitung zu erscheinen. Ein wirklich ekelhafter Mensch; keiner mochte ihn.

Sein Nachfolger ist ein guter und findiger Mann, aber er hat Mühe den Scherbenhaufen zusammenzukehren, den sein Vorgänger nach über 20 Jahren hinterließ. 

Mir persönlich sind katholische Geistliche (bin katholisch) aber zumeist lieber. Die oft etwas sehr "offene" bis penetrant fröhlich rüberkommende Art evangelischer Christen und auch immer wieder deren Geistlicher - unser evangelischer Pfarrer war ein echtes Unikum insofern - sagen mir nur bedingt zu. Bei einem am besten etwas älteren, gesetzteren katholischen Geistlichen fühle ich mich eher verstanden & habe auch eher das Gefühl, dass das ein Seelsorger und eine Autoritätsperson ist ------> ein junger evangelischer Pfarrer, der in zerrissenen Jeans mit den Jugendlichen im Zeltlager sitzt, in einer Rockband spielt und versucht, auf cool zu machen, ist für mich keine Respektsperson & dem würde ich auch keine Sorgen oder Nöte schildern. 

Antwort
von wolfruprecht, 9

...sind die einen deshalb Kompetenter als die Anderen bei seelsorgerischen
Problemen sexueller Art (Ehekrisen, Homosexualität, Selbstbefriedigung
etc.)?

Nein. Für Partnerschaftsfragen und Sexualität kommt es auf die Beziehungsfähigkeit an, also auf die Frage, wie gehe ich mit mir und anderen Menschen um. Darin können verheiratete wie unverheiratete (bzw. zöilbatär lebende) Seelsorger gleich gut oder gleich schlecht sein.

Ich habe das beste Besispiel für Väterlichkeit von einem alten Franziskanerpater erlebt, der selbst nie biologischer Vater war (und auch nie in sexuellen Beziehungen gelebt hatte). Von ihm erhielt ich damals in noch relativ jungen Jahren die besten Hilfen und Tipps dieszbezüglich.

Antwort
von omikron, 27

So ganz kategoriell zu sagen, wer besser ist, halte ich für schwierig. Es gibt gute katholische Pfarrer und gute evangelische Pastoren, es gibt aber auch schlechte katholische Kirchenbeamte und schlechte evangelische Pfaffen.

Für gewöhnlich haben evangelische Pfarrer einen besseren Einblick in die Probleme, die Familie mit sich bringen, weil sie eigene Erfahrungen dazu haben. 

Aber auch katholische Pfarrer kennen Familienprobleme - erstens sind sie in einer Familie geboren, zweitens wissen sie aus der Beichte, was läuft (wissen vielleicht sogar mehr als der Ehepartner!), und drittens ist es oft nicht schlecht, eine Antwort von jemandem zu bekommen, der "außen vor" ist. Er hat einen anderen Blick auf Ehe und Familie als jemand, der "betroffen" ist.

Antwort
von Hermine2060, 50

Ich würde dir empfehelen zum normalen Psychologen zu gehen oder sonnst zu einem evangelischen Pastor oder einer Pastorin.

Antwort
von anniegirl80, 11

Ich würde eher schauen bei wem ich mich wohlfühle.

Ich selber habe die beste Erfahrung bei freikirchlicher Seelsorge gemacht. Aber dafür muss man auch eine Freikirche in der Nähe haben...

Antwort
von josef050153, 4

Eindeutig ein evagelischer Seelsorger. Katholiken haben zwei Nachteile:

  • Viele von ihnen leben zölibatär (oder sollten es zumindest) und kennen diese Probleme deshalb nur aus der Theorie, ohne Praxis. Würdest du in einem Flugzeug mitfliegen, dessen Pilot die Theorie zwar gut beherrscht, aber noch keine einzige Minute selbst geflogen ist?
  • Katholische Seelsorger müssen sich eigentlich an die katholischen Vorgaben (keine Pille, Moraltheologie ...) halten und sind deshalb schon aus ideologischen Gründen ziemlich abqualifiziert.
Antwort
von mychrissie, 7

Besser als salbadernde Pfarrer sind wirklich gute Freunde, mit denen man über alles reden kann und sicher sein kann, dass es morgen nicht in Facebook gepostet wird.

Antwort
von stine2412, 17

Fred, ich hoffe, du hast keine Eheprobleme!  Wenn doch, weißt gerade du am besten, wer und was dir helfen kann - Gottes Wort. Wenn katholische und evangelische Geistliche sich an Gottes Wort halten, können sie auch spezielle Bibelstellen finden und als Ratschlag weitergeben. Ich kenne aber einige evangelische Pastoren, die   selbst nicht zulassen, dass Gott in ihrem Bunde der Dritte ist (eine dreifache Schnur hält besser als eine zweifache). Wie können sie dir da biblischen Rat geben?

Es gibt jetzt auf irgendeinem Programm eine Serie eines alleinerziehenden Pastoren-Vaters. Der lebt nicht gerade vorbildlich in biblischem Sinne!!!

Antwort
von JustNature, 15

Etwas wunderliche Frage. In aller Regel fühlt sich für eine kirchliche Eheberatung ein "Seelsorger", der nicht Deine Konfession hat - nicht zuständig.

Bei katholischen Pfarrern ist sehr wohl die Gefahr groß, daß sie die Ehe zu sehr vergöttlichen und eine praktisch-vernünftige Alltagssicht auf die Ehe fehlt.

Wegen läppischen Fragen wie Selbstbefriedigung geht man nicht zu einem Pfarrer - die sind für sowas zu überlastet.

Antwort
von nowka20, 12

das hängt vom menschenbild des seelsorgers ab

Antwort
von Anthropos, 43

Das kommt drauf an, ob du evangelisch oder katholisch bist. Mir gefällt der katholische Seelsorger mehr. Nicht nur, weil ich katholisch bin, sondern auch, weil er durch seine ehelose Lebensform Christus tatsächlich folgt und für ihn lebt und dabei mehr bei der Sache ist als ein evangelischer Seelsorger, der vielleicht selber mit seinen Kindern noch ein paar Probleme zu lösen hat.

Kommentar von gottesanbeterin ,

Der evangelische Seelsorger hat aber eben durch seine Familie eine Ahnung davon, worüber er spricht und kann aus seinem eigenen Erfahrungsschatz schöpfen.

Kommentar von Anthropos ,

Auch der Priester kann aus seinem Erfahrungsschatz schöpfen. Er hat vieles schon zigmal durchgemacht als Seelsorger mit anderen Menschen.

Kommentar von mychrissie ,

Sich um seine Familie und seine Kinder zu kümmern macht mit Sicherheit mehr Sinn und zeugt von mehr Verantwortungsbewussein, als sich mit einem Wanderprediger von vor 2000 Jahren zu befassen.

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