Frage von Deamonia, 125

Sind Erstliga Fußballspieler mehr wert als andere Menschen?

Hallo zusammen,

ich frage mich schon den ganzen Morgen, warum bei dem Absturz in Brasilien immer wieder betont wird, das eine Erstliga Fußballmannschaft an Bord war. Ja das sogar andere Clubs von der Presse befragt werden die die gleiche Fluggesellschaft nutzen.

Hier scheint mir die Verbindung mit dem Fußball für die Verantwortlichen wichtiger zu sein, als die Tatsache das da Menschen gestorben sind, das es überlebende gibt usw. das wichtigste scheint die Erwähnung der Mannschaft zu sein :/

Warum wird hier so auf den Fußball fokussiert?

LG Deamonia

Antwort
von schelm1, 82

Erstligaspieler sind lediglich teurer in der Beschaffung für den jeweiligen Verein, als manch andere Menschen.

Die Tragödie des persönlichen Verlustes eines Menschen durch ein Unglück ist bei der Familie des Verstorbenen gleich schmerzhaft.

Antwort
von kami1a, 10

Hallo! Pressemeldungen haben wirtschaftlich einen Wert.

Makaber aber dieser ist in einem solchen Fall wesentlich höher als sonst.

  • Fußballmannschat abgestürzt.
  • Flugzeugabsturz mit x Toten

Nach welcher Zeitung greifen die Menschen??

Ich wünsche Dir alles Gute.

 

Antwort
von Gehoergaeng, 63

Ach das ist einfache Bauernfängerei. Die Leute schenken dann diesen Neuigkeiten mehr Beachtung. Ist ja auch so das bei Entführungen oder Massensterben meistens erwähnt wird...'Davon so und soviele Deutsche'

Ist einfach überflüssig,aber da daran nichts geändert wird scheinen solche Meldungen mehr Anklang zu finden.

Also für manche Menschen scheinen solche Personen einen größeren Wert zu haben. Tatsache ist das wir nicht mal vor dem Gesetz alle gleich behandelt werden. Traurig aber wahr..

Antwort
von TimeosciIlator, 22

Selbstverständlich ist jeder Mensch gleich viel wert.

Die Information, dass es sich um eine Erstliga-Mannschaft handelt, ist insofern relevant, da speziell die Nationalmannschaft von Brasilien hier viele Fans besitzt. So mancher Fan (von Neymar beispielsweise) ist dann zumindest darüber erleichtert, dass es sein Idol nicht getroffen haben kann.

Insofern halte ich diese Zusatzinformation weder für überflüssig noch für fokussierend.

Kommentar von Deamonia ,

wie gesagt, das es "erwähnt" wird ist ja noch nachvollziehbar, aber das man gleich losrennt und andere Clubs interviewt usw, muss das denn sein? 

Antwort
von Katzenreiniger, 56

Weil das ein "interessanter" Fakt ist. Ob da 20 Maurer und drei Metzger im Flugzeug waren, interessiert den gemeinen Leser halt weniger.

Antwort
von MKausK, 63

Weil der Fussbal fanatisiert und echte Fans jetzt trauern... Die italienische Nationalmannschaft ist mal in den 30ern abgestürzt da haben sich Duzende Fans umgebracht.

Kommentar von Deamonia ,

Krass o.O Manche sind echt bekloppt 

Antwort
von whabifan, 30

Würdest du es nicht ein bisschen respektlos gegenüber der Opfer finden wenn die Medien eine Liste vorlesen würden mit den Namen der Opfer, ihrem Alter und wo sie wohnen? 

Deshalb wird bei ähnlichen Katastrophen oft von den Nationalitäten der Opfer gesprochen, weil das ganze somit abstrakt bleibt. 

Dass hier die Fussballmannschaft erwähnt wird ist lediglich weil Profifussballer als Personen des öffentlichen Lebens zählen. 

Lg

Kommentar von Deamonia ,

Ja, das wäre Respektlos, aber ich stelle es mir halt auch für die Angehörigen der nicht Fußballspieler echt schlimm vor, das ihre Angehörigen wie Opfer zweiter Klasse rüberkommen. Man kann ja die Nationalitäten nennen, dabei sollte es dann aber bitte bleiben. 

Es bleibt ja nicht bei der einfachen Erwähnung. Bereits am Morgen nach dem Absturz gab es Interviews mit anderen Fußballern, die schonmal mit dieser Linie geflogen sind usw, das fand ich halt einfach total überzogen! 

Kommentar von whabifan ,

Ja ich kann deinen Einwand verstehen. Aber Menschen interessieren sich nunmal für solche Sachen. Du kannst es hier nicht allen Recht machen, das ist unmöglich.

Antwort
von rednblack, 47

Normal bleiben die Opfer einer solchen Katastrophe ja anonym und das ist auch gut so. Das führt auch dazu, dass die Leser denken, Gott sei Dank, kein Deutscher, keiner, den ich kenne und das dann schnell abhaken.

Die Fußballmannschaft macht das Unglück aber persönlicher und sorgt dafür, dass die Presseorgane den Opferschutz nicht beachten müssen, weil da ja Personen des öffentlichen Lebens betroffen sind. Da kann man dann auch noch ein paar Seiten extra drucken und vielleicht den Leser über mehrere Ausgaben bei Laune halten, wo dann auch der Dackel des Torwarts zu dem Unglück befragt werden kann.

Kommentar von Deamonia ,

Ich finde das so ekelhaft -.-*

Kommentar von rednblack ,

Das ist eine gute Einstellung, aber die Fußballer können ja nichts dafür. Und die Pressefuzzis müssen ja auch von was leben! Das Volk ist ja auch lesefaul, immer nur Trump und Merkel ...

Kommentar von Deamonia ,

Ekelhaft daran finde ich vor allem, das die Menschen ein "normaler" Flugzeugabsturz offenbar nicht genug interessiert, nein es muss unbedingt noch was "besonderes" her -.-* 

Und der Pilot, der wahrscheinlich einigen das Leben gerettet hat, wird gerade mal in einem Nebensatz erwähnt... 

Kommentar von Maxieu ,

Es stürzen eben einfach zuviele Flugzeuge ab, und Autounfälle gibt es ja auch noch en masse.

Was du bei dieser Nachricht u. a. übersiehst, ist, dass dabei auch so etwas wie ein "Gesetz der großen Zahl" zum Tragen kommt.
Allein dass über den Flugzeugabsturz überhaupt berichtet wird, hängt ja mit der Zahl der Opfer zusammen. Wolltest du, dass auch über jeden Autounfall in Brasilien berichtet wird?

Müsstest du in deiner Logik es nicht genauso ekelhaft finden, dass den Menschen und den Medien ein normaler tödlicher Autounfall nicht reicht, dass erst ein Unfall mit 20, 30 Opfern es in die Nachrichten bringt?

Und was die Fußballer anbelangt:

Es ist für die Leute eben ein Unterschied, ob ein Einzelner oder eine ganze Gruppe auf diese Weise ausgelöscht wird.

Würde das nicht sogar für einen Unfall ohne Promi-Beteiligung gelten?

Wenn man hören müsste, dass eine Mutter durch einen Verkehrsunfall alle vier Kinder verloren hat, würde einen das vermutlich noch einmal mehr ergreifen, als wenn es dabei "lediglich" um ihren Ehemann oder ihren Geliebten gegangen wäre? Hätte man damit das Leben des Mannes geringer veranschlagt als das der Kinder? Oder ist es nicht vielmehr das Außergewöhnliche der Trauersituation, das einen im ersten Fall vermutlich länger bei dem eigenen Mitgefühl verweilen lässt?

Und du willst so etwas bei dir selbst nicht kennen?

Antwort
von Jesuskanntanzen, 27

Weil Stars (was sie im südamerikanischen Raum durchaus waren) mehr Leute kennen....und somit auch mehr Leute interessiert.

Antwort
von Maxieu, 21

Hättest du selbst dich mit dem Absturz denn so ausführlich und intensiv beschäftigt, wenn von den Fußballspielern nicht die Rede gewesen wäre?

Ja - denn es kommt dir bei deiner Trauerarbeit (resp. deines weiter unten ausgedrückten Angewidertseins) nicht auf den Promi-Status der Opfer an?
Dann hast du natürlich im Laufe eines Jahres viel - bzw. offenbar ansonsten wenig - zu tun.

Übrigens, auf der passenden Karte des Empfindsamkeits-Monopolys steht: Gehe direkt zur Heiligkeit, gehe nicht über Scheinheiligkeit.
Der himmlische Kassenwart schmückt dich mit einem Nimbus. 

Kommentar von Deamonia ,

Er hätte mich dann anders beschäftigt, ich bin auch so traurig darüber, allerdings mischt sich so auch Wut, oder besser Unverständnis mit rein. 

Wenn ich von so einem Unglück höre, denke ich "Die Armen Menschen" und nicht "Die armen Deutschen / Die armen Fußballer" was auch immer. 

Halte mich meinetwegen für scheinheilig, mir egal, und ja ich hab "viel zu tun" wenn du Trauer so nennen willst...

Kommentar von Maxieu ,

Wut und Angeekeltsein sind ja nicht dasselbe wie Unverständnis.
Versuchst du denn überhaupt, die ungleich zugemessene Trauer zu verstehen?

Ist die Betroffenheit denn nicht aus leicht nachvollziehbaren Gründen größer, wenn die Verunglückten, die Verstorbenen ein dir bekanntes "Gesicht" haben.

Willst du es z. B. wirklich einer älteren Dame nicht zugestehen, dass sie betroffener reagiert, wenn sie hört, dass z. B. ein Udo Jürgens gestorben ist, als wenn sie liest, dass in Guatemala ein Chemiearbeiter beim Austritt von Dämpfen getötet worden ist.

Die Sterblichkeit des Arbeiters mag sie irgendwie auch berühren, aber ein Udo Jürgens hat vielleicht ein Stück weit ihr Leben begleitet. Dass er nun nicht mehr da ist, ruft ihr, wenn es dessen überhaupt bedurft hätte, ihr eigenes nicht mehr fernes Dahinscheiden eindringlich vor Augen.

Und da wolltest du dich als Richterin aufspielen, indem du deinen Ekel hier ins Schaufenster stellst, dass über den Tod eines Schlagerstars mehr berichtet wird als über den eines fernen Chemiearbeiters? Bei x-Millionen Menschen, die täglich sterben,
sollten Presse und Nachrichtenendverbraucher nicht ein wenig gewichten dürfen, sondern müssten ihre Mittrauer in identische  Portionen aufteilen oder sich einer diffusen alle gleichermaßen umfassenden Gesamttrauer hingeben?

Mit den brasilianischen Fußballern ist es so ähnlich wie mit Udo Jürgens. Sie sind Teil einer Lokal-Prominenz, an der die Herzen tausender Menschen hängen. Es ist doch wohl selbstverständlich, dass wir mehr um die Menschen trauern, die wir "geliebt" haben, als um den unbekannten Bankangestellten in Liechtenstein oder den unbekannten Rentner im nächsten Kreiskrankenhaus. Vielleicht hilft dir zum Verständnis, wenn du ein paar Bilder von den öffentlichen Trauerbekundungen der Menschen in Brasilien siehst.

Die Nachricht hatte übrigens auch eine praktische Seite. In Brasilien werden Fußballspiele abgesagt, für die schon tausende von Tickets verkauft worden waren.
 

Kommentar von Deamonia ,

Wie ich bereits an anderer Stelle schrieb, das Erwähnen an sich wäre ja noch ok, aber das man gleich mehrere Berichte um diese Fußballer Strickt (Andere Fußballer die schonmal mit der Linie flogen usw) muss echt nicht sein. 

Ich spiel mich auch nirgends als "Richterin" auf, dazu habe ich gar nicht das Recht, aber eine eigene Meinung zu dem Thema darf man ja wohl noch haben! 

Antwort
von TobsterMRT, 11

Solche Moralaposteln wie du sind so ....😠👺💩.

Kommentar von Deamonia ,

Solche Menschen wie du denen alles egal ist sind so... 😠👺💩

und nu? 

Antwort
von Fox1013b, 17

Das hat mehr mit der Pressewirksamkeit zu tun...wird ein Politiker erschossen wird das in den Nachrichten ja auch mehr thematisiert als wenn irgend ein Niemand erschossen wird. Das hat mit dem Wert des Menschen nichts zu tun sondern mit der perversen, sensationsgeilen Gesellschaft.

Kommentar von Maxieu ,

Du findest es wirklich pervers, dass etwa über einen Mordanchlag auf ein Staatsoberhaupt ausführlicher berichtet wird als über einen Toten bei der schießerei zwischen zwei Gangs?

Dann findest du es wohl auch pervers, dass über Bundestagswahlen ausführlicher berichtet wird als über das Wachstum der Narzissen im Frühling.

Kommentar von Fox1013b ,

Nein, ich finde die generelle Sensationsgeilheit der Gesellschaft pervers und eher die Art und Weise wie berichtet wird. Da habe ich mich wohl nicht deutlich genug ausgedrückt.

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