Frage von Itachi19, 169

SInd die Schule und das Studium nur Zeit verschwendung?

Antwort
von Clarissant, 47

Das ist meiner Meinung nach davon abhängig, was man später machen will und wie man lernt. Daneben kann man Schule und Uni auch nicht in einen Topf werfen. Viele Studiengänge sind ganz anders als die Stunden, die man in der Schule absitzt. 

Schule ist insofern sinnvoll, dass es der einfachste (und manchmal auch der einzige) Weg ist, einen Abschluss zu erlangen und später eine Ausbildung oder ein Studium zu beginnen. Schule ist quasi die Eintrittskarte in die deine Zukunft. Gerade für Kinder aus ärmeren Familien bietet die Schule Chancen, es später einmal besser zu haben. Daneben ist Schule auch eine Tagesbetreuung für Kinder, das kommt auch vielen Eltern zugute. Es gibt bestimmt auch Familien, die könnten ihren Kindern auch locker ohne Schule eine gute Zukunft ermöglichen, aber es hat einfach nicht jede Familie die finanziellen Mittel und Zeit dazu. Aus diesen Gründen ist Schule tatsächlich keine Zeitverschwendung. 

Wenn es jedoch um die persönliche Entwicklung und das Lernen geht, steht die Schule einem schon ziemlich im Weg. Denn wie sinnvoll ist es, mit 20+ anderen Kindern in einem Raum zu sitzen, von einer Autorität zu lernen und jede Stunde das Thema zu wechseln? Das Lerntempo in der Schule ist unglaublich langsam, was sich auch daran zeigt, dass viele Schüler es schaffen, den Stoff von Wochen in 1-2 Tagen für eine Klausur zu lernen, auch wenn sie im Unterricht nicht aufgepasst haben. Als ich vor meinen Abschlussprüfungen stand, dachte ich, das würde unglaublich viel Arbeit werden, weil ich mich kaum mehr an den Stoff erinnern konnte. Ich habe letzten Endes einige Tage gebraucht, dann war ich mit dem Stoff von Jahren (!!!) durch und musste diesen nur noch einige Male wiederholen. Im Rückblick war wohl die meiste Zeit des Unterrichts wirklich verschwendete Zeit, die ich besser in andere Dinge hätte investieren können. 

An der Uni sieht es jedoch ein bisschen anders aus: Schließlich studiert man im Normalfall etwas, das einen wirklich interessiert. Da ist die Motivation automatisch höher, etwas dafür zu tun. Dozenten wirken meiner Erfahrung nach auch entspannter als Lehrer, da sie weniger Verantwortung für ihre Studenten tragen (als ein Lehrer für seine Schüler) und in Seminaren und Vorlesungen oftmals über ihre persönlichen Forschungsarbeiten berichten können. Die Abschlussprüfungen an der Uni umfassen meist sehr viel Stoff, aber das Lerntempo ist auch viel effizienter. Die Uni ist entspannter in Sachen wie Anwesenheitspflicht, Noten, Hausaufgaben/Hausarbeiten etc. Das Lernumfeld ist meist besser als an einer Schule. Auch wenn mich nicht alles an vergangenen Vorlesungen interessiert hat, würde ich kaum eine davon "Zeitverschwendung" nennen. 

Auch für das spätere Berufsleben bringt die Uni was, obschon das natürlich auch vom Studiengang abhängig ist. Auf jeden Fall schadet ein Studium im Normalfall nicht und Zeitverschwendung ist es, wenn man mit Freude dabei ist, auch nicht. 

Antwort
von voayager, 63

Schule ist gewiß eine Drillanstalt, nicht dazu da, um eigenständige Persönlichkeiten zu entwickeln, die in Eigenregie Dinge erkennen als auch zu gebrauchen wissen. Sie ist eigentlich nur ein Zubringer für die Welt der Arbeit, also deren Anhängsel. Doch all das sollte einem dennoch nicht dran hindern, möglichst höhere Schulbildung zu erwerben. Warum? Nun, Schule ist nun mal die einzige Eintrittskarte für ein späteres halbwegs erträgliches und lukratives Berufsleben. Wer nur eine geringe Schulbildung besitzt, muß sich mit bloßen Handlangertätigkeiten begnügen, verrichtet dann nur Drecksarbeiten, bezieht meist nur den geringsten Lohn und ist bei Kündigungen einer der ersten. Ungelernte Kräfte sind nun mal jederzeit ersetz, - und austauschbar.

Fazit: her mit dem zuweilen sauren Apfel und reingebissen darin. Vorhandene "Würmer" spucke man möglichst aus.

Kommentar von Paguangare ,

Ich weiß nicht, woher du dein Bild von den heutigen Abläufen und Lernmethoden in der Schule hast. Meiner Meinung nach sind die Schulen in Deutschland im Jahr 2015 keine reinen Drillanstalten, auf jeden Fall nur in viel geringerem Maße als in anderen Ländern, z.B. China, oder zu anderen Zeiten (z.B. im Deutschland des 19. Jahrhunderts oder in den 1950er Jahren).

Frontalunterricht ist bei weitem nicht alles, und die Schüler müssen auch nicht im Chor wiederholen, was der Lehrer gesagt hat. Vielmehr gibt es komplexe Lernmethoden. Schon in der Grundschule ist die Wochenplanarbeit üblich, so dass die Schüler sich selbst einteilen, welches Arbeitsblatt sie wann bearbeiten. Es gibt Gruppenarbeit, wo man sich in gruppendynamischen Prozessen übt, es gibt Referate, Präsentationen und Projekte, Mitwirkung an Wettbewerben, wie Jugend forscht und vieles mehr.

Die Stellungnahme und Formulierung eigener Meinungen wird ausdrücklich gewünscht und gefördert. Man muss lernen, nicht nur Texte zusammenzufassen und zu analysieren, sondern auch, Erörterungen zu kontroversen Themen zu schreiben. Wer eine andere Meinung hat als der Lehrer, diese aber gut begründen kann, bekommt deswegen keine schlechtere Note, sondern eine bessere als derjenige, der nur auswendig gelernte Phrasen dahersagen kann.

Und in der Schule lernt man gerade auch solche Dinge, die man später im Beruf mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht braucht bzw. nicht in ein Arbeitsprodukt umsetzen kann. Wer bitte schön, muss später beruflich Gedichte analysieren können? Alle Schüler befassen sich jedoch im Deutschunterricht nicht nur mit Prosa, sondern auch mit Lyrik. Und dann kommen wieder die Kritiker von der anderen Seite, die bemängeln, dass die Lerninhalte nicht praxisbezogen seien.

Daher plädiere ich für eine differenzierte Betrachtungsweise.

Kommentar von voayager ,

schenk dir dein gespreiztes Ansinnen, liberale kosmetische Polituren sind für mich kein Argument, Hinweise zu mehr Differenziertheit ein bloßes Gefuchtel all jener, die im bürgerlich-modernistischen Fahrwasser schippern und gewisse Reförmchen groß gewürdigt wissen wollen. Linksliberale Bildungsphilister haben es da zu einer gewissen Meisterschaft gebracht, allen voran Grüne, die jede kleine Verbesserung gewertschätzt haben wollen, damit nur ja nicht mehr gefordert werde. Es bleibt dabei: bürgerliche Bildungsinhalte, fehlende Theorie-Praxis-Verzahnung ( fehlende oder nur rudimentäre Polytechnik), mangelnde Alltagstauglichkeit, weltfremdes Wissen, Erlernen von überflüssigen Infos, fehlende Mitwirkung der Schüler (dürfen nicht Lehrerkonferenzen teilnehmen) Überfrachtung von Abstrakta usw. existieren nach wie vor.

Gerade hier bei gf kann man sehr gut beobachten, wie wenig alltagstauglich Schüler sind, wie weltfremd sie fragen, welchesn Schnickschnack ihnen in der Schule beigebogen wird und sie zudem nicht lernen Fragen konkret und präzise zu stellen. Dazu gehört auch, dass die ganze Detailflut, mit denen sie es zu tun haben, sie hindert, die Spreu vom Weizen zu trennen, Wesentliches nicht mehr vom Unwesentlichen separiert wird und ein Transfer des Erlernten selten zu einem Transfer befähigt.

Sollte all meine Bewertung als Kokolores angesehen werden, weiss ich schon mal vorsorglich auf all die PISA-Studien hin, die belegen, wie schlecht regelmäßig D. gegwenüber anderen Ländern abschneidet. Finnland gehört zu den Spitzenreitern bei PISA. Dies liegt maßgeblich daran, dass man das bessere Bildfungssystem der DDR kopierte!

Kommentar von Paguangare ,

Wie passen deine Kritikpunkte, Schule sei "nur ein Zubringer für die Arbeitswelt" und fehlende Theorie-Praxis-Verzahnung zusammen? Sollen die Schüler nun nach deinen Wünschen mehr oder weniger für die praktische Arbeitswelt lernen?

Antwort
von simoGi, 34

Wenn du dir diese Frage stellst dann frag dich eher warum du Schule brauchst und wie du dich so in 10 Jahren siehst ... Dann weißt du ob es für dich wichtig ist oder nicht

Antwort
von bikerin99, 37

Das ist abhängig von deinen Berufszielen. Aber je mehr man weiß, also gelernt hat, desto besser kann man die Welt begreifen, Zusammenhänge erkennen, .... Bildung erhöht deine Berufschancen.

Antwort
von MrHilfestellung, 40

Nö. Klar ist die Schule oft langweilig und Kreativität wird null gefördert. Man lernt quasi nur auswendig lernen, aber dann in der Uni finde ich kann man seinen Interessen nachgehen und hat dann auch was von.

Ganz zu schweigen davon, dass meine Eltern stolz auf mich sind, obwohl ich eigentlich nur schlafe den ganzen Tag.

Antwort
von Kuhlmann26, 14

Die Schule, so wie die meisten sie kennen, ist überflüssig. Ein Studium kann wichtig sein; kommt darauf an, was man lernen will.

Beides sind grundverschiedene Dinge. Ein Studium sucht man sich aus. Ob man in die Schule gehen will, kann man sich nicht aussuchen. In der Schule schreiben Dir andere vor, was man zu lernen hat. Im Studium entscheidet man das selbst.

Gruß Matti

Antwort
von Nordseefan, 23

ja klar. Wenn man sein Leben mal mit Sozialhilfe verbringen will, dann schon.

Ansonsten natürlich nicht. Ok, man muss nicht unbedigt studieren um einen Beruf zu erlernen, der einem gefällt. Das muss man aber selber wissen. Aber eine gute schulische Ausbildung ist heute wichtiger denn je.

Antwort
von Paguangare, 33

Wären Schule und Studium nur Zeitverschwendung, dann würde der Staat nicht Milliarden darin investieren, sondern die Kinder ab einem Alter von 6 Jahren gleich produktiv arbeiten lassen.

Es gibt Länder mit einem großen Anteil an Kinderarbeit. Aber diese gehören zu den ärmsten Ländern der Welt und ihr wirtschaftlicher Erfolg ist sehr bescheiden.

Antwort
von Digarl, 10

Ich habe dazu mehrere Meinungen, deshalb einmal meine Philosophischere Ader und dann die des Realisten:

Philosophische Sichtweise: 

Ja sind sie, in einer perfekten Welt sollten wir von zwängen und Systemen befreit sein! Wenn jemand Arzt werden will, soll er doch direkt in diesen Weg einschlagen statt erst einmal einen allgemeinen Schulabschluss zu erwerben. Wer sagt mir eigentlich, dass jemand mit einem Abitur von 1,2 besser operiert als jemand mit einem mittleren Bildungsabschluss von 3,5. Menschen können auch Faul sein, Schulnoten bekommt man sowieso einfach indem man "nur" auswendig lernt. Doch für OPs benötigt man Erfahrung, diese kann kein Studium wett machen.

Realistische Sichtweise: 

Natürlich nicht! Ohne Schule kann man keinen Abschluss erwerben, ohne Abschluss kann man keinen guten Beruf finden. Abgesehen davon lernt man viel Allgemeinwissen in der Schule. Die Arbeitgeber gucken doch nicht auf deine Erfahrung, erst das Zeugnisse dann die Fähigkeiten. 

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Entscheid die für die für dich "bessere" Antwort, allerdings würde Antwort 1 nicht in unserer Gesellschaft funktionieren, da wir dafür entweder noch nicht weit genug sind oder dies einfach nicht unser Weg sein soll. Antwort 2 ist definitiv sinnvoller, obwohl ich den Sinn dahinter nicht gerne sehe. 

Dennoch, egal welche Antwort einem mehr gefällt, man sollte die Schule gut machen und wenn man die Möglichkeit hat auch ein Studium in betracht ziehen. 

Antwort
von meliglbc2, 11

Wenn man sich nicht weiterbilden will und ein schlechtes Leben führen will, ohne sich mal was schönes leisten zu können, dann ist die Schule definitiv eine Zeitverschwendung.

Niemand zwingt dich zu etwas. Wenn du die 9 Klasse gemacht hast, kannst du dann in aller Ruhe aufgeben und nur vor dich hinvegetieren.

Dir wird bestimmt ein erfülltes Leben bevorstehen.

Antwort
von PK2662001, 45

Ja, sind sie. Später kannst du ja noch Müllmann werden

Kommentar von Itachi19 ,

hahahahahahahahahah du bist so witzig

Kommentar von PK2662001 ,

Weiß ich, danke ;)

Antwort
von asjdkfl, 11

Kommt drauf an welchen Beruf du willst. Ich finde, dass wenn man z.B. mit Haupt-/Realschulabschluss den Beruf bekommt, das Abitur und dass wenn das Abitur reicht ein Studium Zeitverschwendung ist. Wenn man es nicht braucht, warum macht man es dann, es bringt einem ja nichts.

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