Sind die Perser von Hitler wirklich "akzeptiert" worden?

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8 Antworten

"Arier" ist der Name einer Sprachfamilie, die tatsächlich auf dem Gebiet des heutigen Irans besteht. Der Begriff ist eine Selbstbezeichnung und nur in Nordindischen und Iranischen Quellen belegt. Er bezieht sich ausschließlich auf Sprecher indoiranischer Sprachen und hat nichts mit einer Ethnie oder einer Herkunftsbezeichnung zu tun.

Hitler verfügte sein ganzes Leben lang nur über ein auf Hörensagen beruhendes Halbwissen. So missinterpretierte er die sprachwissenschaftliche Erkenntnis, dass die europäischen und westasiatischen Sprachen zu einer Gruppe, den Indogermanischen Sprachen gehören, auch auf ethnischer Sicht: er ging davon aus, dass eine Gruppe der "edelsten" asiatischen Steppenvölker (sie Blonden und Blauäugigen) als Eroberer und vor allem als Kulturbringer nach Nord- und Mitteleuropa eingewandert seien und adaptierte den Begriff "Arier", der nun nicht mehr sprachwissenschaftlich sonder erhnisch konnotiert war. 

Aus dem gleichen Grund wählte Hitler auch das indische Symbol der Swastika, das Hakenkreuz, als Symbol - obwohl dies auch wieder rein gar nichts mit den Ariern zu tun hat, sondern ein hinduistisches Glückssymbol ist. Dass die heutigen "Arier" eben typisch iranisch-persisch aussehen und das der Begriff eigentlich nichts mit der "Deutschen Rasse" zu tun hat, spielte da ebenfalls keine Rolle - das wusste in Deutschland sowieso kaum jemand. Es ging hier nur darum, einen Begriff für die eigene Ideologie zu instrumentalisieren. Und dazu schuf Hitler eine Ideologie aus halbwissenschaftlichem Kuddelmuddel, die aber leicht zu verstehen und vor allem leicht zu glauben war - leichter verdaulich also, als die etwas komplexeren Tatsachen, wie du vielleicht selbst schon gemerkt hast. :-)

Eine Zusammenarbeit zwischen dem Iran und dem Deutschen Reich gab es zu Beginn des Krieges tatsächlich, aber spielte diese nur eine untergeordnete Rolle. Der Iran wurde 1941 bereits von britischen und russischen Truppen besetzt und als Versorgungslinie der allierten genutzt. Die Iraner haben also aus kriegsgeschichtlicher Sicht viel länger für die Alliierten gearbeitet. 

Was dein iranischer Freund so von sich gibt klingt so, als hätte da der Funken der NS-Ideologie noch in heutiger Zeit bei dem einen oder anderen Schwelbrände hinterlassen. Aber ist es völliger Unsinn. Ich hoffe, meine Antwort hilft dir, deinem Freund mal zu erklären, dass er einem Trugbild folgt.

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Kommentar von Bergmarine
09.12.2016, 07:08

Der "halbwissenschaftliche Kuddelmuddel" war die gesamte abendländische Sprachwissenschaft und Anthropologie des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. An Stelle des irreführenden Begriffes "Arier" wurde bereits um 1900 von den meisten Rassenforschern der Begriff "nordische Rasse" verwendet.

Hitler meinte mit "Ariern" einfach weiße Europäer, sofern sie nicht jüdischer Abstammung sind. Nordische wie auch nichtnordische. Die meisten Unklarheiten in dieser Frage resultieren aus Sprachverwirrungen und falsch definierten Begriffen. Im Hinblick auf die angeblich doch so "bösen Nazis" gibt sich natürlich auch niemand die Mühe, einmal etwas näher in deren Geisteswelt eindringen zu wollen. Dadurch kommt man zu solchen oberflächlichen und irreführenden Urteilen die du es tust.

Die indogermanischen Wanderungen sind auch kein "Kuddelmuddel" sondern belegte historische Tatsache, die auch heute kein ernstznehmender Forscher anzweifelt. Kamen die Arier nach Indien etwa vom Süden? Oder sind die Dorer und Ionier nach Griechenland von Afrika aus eingewandert? Und die Italiker? Alle diese indogermanischen (= "arischen") Völker stammten aus dem Norden, wie sowohl ihre Pigmentierung bewies als auch ihre Sagen, die alle von einer Heimat in Schnee und Eis berichteten.

Du willst doch nicht ernsthaft behaupten, daß blonde / rote Haare und blaue / graue / grüne Augen im heißen, sonnigen Süden entstehen würden oder daß im Süden früher ein boreales Klima geherrscht habe?

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Also mir wäre das neu und ich hhabe das auch noch nie gehört. Hitler hatte einen Dachschaden. Lustig ist ja, er wollte arische Deutsche, Blond blauäugig. Dann hätte er Schwede oder besser Finne sein müssen.

Also wie gesagt, ich glaube nichht dass Hitler sowas je in Betracht gezogen hat.

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Leider wird die "Realpolitik" und die Ideologie der Nationalsozialisten oft durcheinander geworfen.

Weitere Partner der Nazis waren z.B. auch Türken und Japaner. Es gab Kosaken in der Wehrmacht, Freiwillige aus ganz Europa in der Waffen SS, Verbindungen zu Arabern etc etc. Aktive Kriegspartner waren übrigens auch Italiener, Spanier, Rumänen und Ungarn. Alle nicht sondelrich "arisch".

Diese Überbetonung von "blond und blauäugig" geht schon manchmal etwas weit. Natürlich verfolgten die Nazis eine Rassenideologie. Sie darauf zu beschränken, ist aber etwas kurz gegriffen.

Hitler musste vor allem eines, einen Krieg gewinnen. Da wurden die Feinde seiner Feinde schnell zu Freunden.

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Kommentar von Bergmarine
09.12.2016, 06:44

Wie kommst du darauf, daß Italiener, Spanier, Rumänen und Ungarn nicht "arisch" gewesen sein sollten? Bis auf die letzteren, die halb von den halbmongolischen Hunnen abstammen, sind alles vollständige Romanen und damit Arier. Julius Evola unterschied in seinen berühmten "Grundrissen der faschistischen Rassenlehre" zwischen dem "nordisch-arischen" Typus, der bei den germanischen Völkern häufiger war und dem "arisch-römischen" Typus, der für das Romanentum der bestimmende war. Natürlich war letzterer dunkler pigmentiert. Die Südeuropäer sind in Anpassung an das sonnenreiche mediterrane Klima nunmal dunkler als die Kelten, Germanen und Slawen.

Mich deucht, du verwechselst "nordisch" mit "arisch". Typisches Halbwissen von heute halt.

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Ja, das stimmt. Wie dies mit „blond und blauäugig“ zusammenpasst, kann ich nicht sagen – ich habe mich nicht so eingehend mit Hitlers Rassentheorie beschäftigt, aber der Rest stimmt auf jeden Fall. Perser stellten sogar ihr eigenes Bataillon in der Waffen-SS. Hitler arbeitete übrigens auch mit Japanern zusammen, die nun wirklich nicht arisch sind, und in der deutschen Wehrmacht dienten Menschen fast aller Rassen und Nationen, auch Schwarzafrikaner und Juden.

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Kommentar von Bergmarine
09.12.2016, 04:53

Hitler selbst hat keine Rassentheorien aufgestellt, sondern nur das anthropologische Wissen seiner Zeit genutzt. Der historisch-reale Nationalsozialismus war das weltweit erste politische System, in dem im Schulunterricht bereits Rassenkunde gelehrt und in dem die Erforschung der Rassenfrage in anthropologischer, historischer, gesellschaftlicher und psychologischer Hinsicht mit großem Ernst betrieben wurde.

Leider haben sie die Nationalsozialisten in den Kriegsjahren ab 1941 dann auch zu einem zusehends irrationalen Rassenhass gegenüber den Slawen hinreißen lassen. Besonders die beiden fragwürdigen Figuren H. Himmler und J. Goebbels spielten hierbei eine unrühmliche Rolle.

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Wer, außer Hitler und seinen Spießgesellen, sagt denn, dass Arier blond sind. Arier sind ein persisch-indischer Volksstamm. Die sind nicht blond. Und wir sind keine Arier, da wir keine Perser oder Inder sind. Oder vielleicht auch Afghanen.
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Kommentar von Bergmarine
09.12.2016, 06:58

Warum wird der gottähnliche Führer der Arier in den Veden denn als goldgelb beschrieben? Ich zitiere das Rigveda, wo es über Indra heißt:

"Mit goldgelbem Barte, mit goldgelbem Haupthaar, ehern, der am Trank des überlegenen Soma sich stärkte, der Trinker des Goldgelben, der reich an Gewinnen durch die goldgelben Rennpferde, das Falbenpaar über alle Fährlichkeiten hinüberführen wird."

(Rigveda, Indra 10.96.8)

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Zusatzinformation:

Die Zusammenarbeit zwischen Nazideutschland und Iran dauerte nur bis August 1941. Großbritannien und die Sowjetunion besetzten den Iran. Die die dort beschäftigen deutschen Fachleute wurden ausgewiesen. Über den Iran lieferten dann die USA Waffen an die Sowjetunion, um sie bei ihrem Kampf gegen die Nazis zu unterstützen.

Siehe:

https://de.wikipedia.org/wiki/Persischer\_Korridor

https://de.wikipedia.org/wiki/Transiranische\_Eisenbahn

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Die echten Arier leben tatsächlich im Iranischen raum ! Das was Adi meinte wahren die Arier der Nordischen Rasse.

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Kommentar von Franz1957
26.11.2016, 08:23

Ja. Und wer ihn noch nicht gesehen hat, der sollte sich nicht entgehen lassen, in Mo Asumangs Reportagefilm "Die Arier" anzuschauen, wie sie die echten Arier im Iran besucht. Hier, ab 0:37:44: http://www.bpb.de/mediathek/198266/die-arier

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Perser sind Arier.

Arier sind sogar in der verdrehten Nazi-Vorstellung nicht alle blond und blauäugig gewesen.

Die Nazis waren klassische Opportunisten. Sie haben ihre Ideologie überhaupt erst so geschrieben, dass sie zu ihren Zielen passt und dann gerne verbogen wenn es opportun war.

Persien war im 2.WK von den Aliirten quasi-besetzt und wurde zum Schuplatz von hauptsächlich Geheimdiest-Spielchen der beiden grossen Konfliktparteien.

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Kommentar von Bergmarine
09.12.2016, 06:50

Das ist das Wunschdenken heutiger nationalistischer Iraner. Die modernen Iraner haben ungefähr genausoviel (oder besser genausowenig) mit den alten Persern zu tun wie die heutigen Deutschen mit den alten Germanen oder die heutigen Italiener mit den alten Römern. Moderne Iraner wie z.B. Mohammad Ali Ramin, die aussehen wie die alten Perser, machen nur noch einen Bruchteil des heutigen iranischen Staatsvolkes aus. Nach den ganzen Völkerwanderungen des alten Orients, den Feldzügen der Makedonier und Römer sowie später den Massenmorden der Mongolen-Horden und später der islamischen Expansion durch die Araber hat sich der anthropologische Typus der iranischen Bevölkerung vollständig geändert.

Die heutigen Iraner sehen den Türken ähnlicher als den alten indogermanischen Persern ...

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