Frage von mindesten, 35

Sind die Menschen wirklich böse oder einfach dumm?

Ich bin nicht wirklich der hellste deswegen, fühlt euch nicht provoziert und fangt auch nicht an, mit Sarkasmus zu reagieren, denn es interessiert mich wirklich, und, sorry, ich muss so dumm fragen. Zumindest versuche ich euch zu erklären was ich meine: Wir schöpfen die Natur einerseits aus, andererseits verschmutzen wir sie aber auch... Ich selbst schließe mich da nicht aus, ich bin ja genau so beteiligt. Warum aber zerstören wir etwas, was wir nicht wieder reparieren können?

Wir sind doch eigentlich auf die Natur angewiesen, oder? Viele Menschen sind ja auf den Regenwald in Brasilien beispielsweise angewiesen, da er ja anscheinend umweltschädliches Kohlendioxid "absorbiert" und somit was gutes tut. Aber warum wird er denn dann abgeholzt und durch Felder (teilweise) ersetzt? Ist der Nahrungsbedarf wirklich so enorm? Oder würden die Felder die wir derzeit bewirtschaften nicht schon reichen? Oder brauchen wir unbedingt das viele Holz, können wir nicht auf es verzichten?

Ist der Mensch von Grund auf böse und will der Natur schaden, oder ist der Mensch einfach zu primitiv um zu merken was er anstellt? (Oder sind wir einfach nur von unserem Erfolg besessen?) Sind Tiere eigentlich intelligenter als wir? Weil sie schaden ja meistens der Natur nicht so..

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Aratinga, 23

Ich denke nicht, dass du dumm bist. Du hast eine sehr schöne Frage gestellt, die nicht so leicht zu beantworten ist. Ein jeder Mensch hat in Bezug auf die Zerstörung der Umwelt, der Natur und der Flora und Fauna einen anderen Ansatzpunkt oder eine andere Meinung.

Grundsätzlich gilt: Nich jeder Mensch zerstört die Umwelt mutwillig.

Man sollte die Menschen in drei Gruppen "ganz grob" unterteilen.

Diese wären

- die Menschen unserer modernen, profitorientierten "zivilisierten" Gesellschaft

- die Einwohner der Gebiete wo es Regenwälder gibt, welche "zivilisiert" wurden und unserem Lebenstandard haben, beziehungsweise haben möchten.

- die Naturvölker, welche weitestgehend isoliert und ursprünglich leben, wie seit hunderten von Jahren.

Welche dieser Gruppen beutet die Natur am meisten aus? - Die erste Gruppe, also "wir".

Um unseren Lebenstandard aufrecht zu erhalten, benötigen wir eine Menge an Resourcen. Wir wollen täglich billiges Fleisch, Elektronik (alle paar Monate ein neues Smartphone, Laptop etc.), Möbel usw. Deswegen werden die Regenwälder abgeholzt, z.B. um Soja für die Tierwirtschaft anzubauen. Auch werden in den Regenwäldern ganze Bodenschichten "umgewälzt", um nach Bodenschätzen (Gold, Erze, Öl etc.) zu suchen. Nicht zu vergessen sind die Monokulturen für regenerative Energien, wie zum Beispiel Palmölplantagen. Zurück bleibt ein Brachland auf dem, Dank der starken Bodenerosion, nichts mehr wächst. Dementsprechend stark werden die Plantagen gedüngt (Übderdünung). Die dortigen Regierungen sind oftmals korrupt oder auf das Geld der ausländischen Firmen angewiesen.
Diese Gruppe von Menschen kann man aus meiner Sicht durchaus als "böse" oder auch "dumm" bezeichnen. Es geht nur ums Geld, aber Geld ist nicht alles. Wir brauchen die Natur, sie aber uns nicht.

-Die zweite Gruppe, also die Einwohner (indigene Bevölkerung, "Wilde") der hiesigen Gebiete. Diese wurden vor einigen hundert Jahren von uns Europäern erobert. Sie wurden gejagt, versklavt, umgebracht, starben an eingeschleppten Krankheiten und mussten unseren Glauben und unsere "westlichen Werte" annehmen. Von ihrer Kultur blieb meist nichts, beziehungsweise nicht viel übrig. Diese Menschen sind nicht dumm, sie werden von "uns" nur dumm gehalten. Diesen Völkern wurde ihre Kultur, Sprache und ihre Identität genommen. Diesen Menschen geht es in der Regel sehr schlecht und sie leben unterhalb der Armutsgrenze. Viele haben die Schule nicht besucht und auch keine berufliche Qualifikation. Vor ihrer Haustür hat ein westlicher Großkonzern den Regenwald abgeholzt. Ihnen bleibt in der Regel nur eine Überlebensstrategie: Sie müssen die Natur ausbeuten, sei es durch illegalen Holzschlag, Tierhandel oder auch Goldsuche. Diese Menschen bekommen nur Centbeträge, so dass sie über die Runden kommen. Diese Menschen kann man nicht als "böse" oder "dumm" bezeichnen. Das ist ihre Überlebensstrategie und eine solche ist nie dumm oder böse (man verurteilt auch keinen Löwen weil er zum Überleben eine Gazelle reißt). Diese Menschen haben nichts und werden von uns auch nicht gefördert.

-Letzte Gruppe, Naturvölker: Diese leben isoliert und haben ein anderes Verständnis für die Natur. Was sie der Natur entnehmen machen sie in der Regel mit Bedacht. Es wird nur so viel genommen, wie tatsächlich benötigt wird. Die Natur wird von diesen Völkern nachhaltig bewirtschaftet. Diese Völker hatten schlichtweg "Glück", da sie von uns Europäern bei den Eroberungen nicht gefunden wurden. Solche Völker sind aber meist absolute Minderheiten und unsere Gesellschaft ist eine ernste Bedrohung für diese Menschen. Durch die Abholzung der Regenwälder bedrohen wir deren Lebensraum. Diese Menschen sind nicht dumm und auch nicht böse. Ich würde ihre Überlebensstrategie auch nicht als "klug" bezeichnen, da sie über Generationen weiter gegeben wird. Aus meiner Sicht ist es vielmehr ein durchdachtes instinktives Verhalten, von dem sich ein jeder Mensch unserer Gesellschaft eine Scheibe abschneiden könnte - für eine bessere Welt.

Antwort
von kami1a, 13

Hallo! Die Menschen sind so wie die Evolution sie gemacht hat nur sind sie inzwischen so zahlreich dass alles gegen die Wand läuft. Die größten Naturgebiete der Welt haben wir in wenigen Jahrzehnten halbiert. Der Mensch vernichtet die Festplatte der Natur und eine Kopie gibt es nicht. Die Weltbevölkerung wächst um fast 100 Millionen Menschen pro Jahr - zudem wollen viele der jetzigen immer mehr Fleisch essen. Sie haben die gleichen Rechte wie wir. Die Hälfte der weltweiten Getreideernte und 80% der Sojaernte wird verfüttert. Allein Deutschland importiert jährlich 5,3 Millionen Tonnen Futtersoja. Für die Fleischerzeugung braucht man ein vielfaches an Futtermittel. Die Nachfrage nach Fleisch steigt. Würden alle Menschen so viel Fleisch essen wie wir in den Industrieländern, bräuchte man weltweit 3 mal mehr landwirtschaftliche Nutzfläche als jetzt . Das alles belegen Studien aus den USA, Großbritannien und Deutschland. Es wird also dramatisch mehr Land gebraucht - und Natur vernichtet. Gleichzeitig ist der Anstieg globaler Temperatur nicht mehr zu stoppen. Wir verlieren also permanent Land an Wasser - die bewohnbare Erde wird kleiner. Zudem werden zunehmend die Permafrostböden durch die Steigenden Temperaturen angefressen. Diese enthalten ca. 1700 Milliarden Tonnen organischen Kohlenstoff, Überreste von Pflanzen und Tieren aus Tausenden von Jahren. Die schmelzenden Permafrostböden beschleunigen den Klimawandel rasant - eine Spirale die dann nicht mehr zu stoppen ist.

Die bewohnbare Erde wird in rasantem Tempo kleiner und wir in rasantem Tempo mehr. Der Mensch ist nicht besser oder schlechter geworden sondern für sein Verhalten zu zahlreich. 

Ich wünsche Dir ein gutes und schönes Wochenende.

Antwort
von Olrius, 35

Wir Menschen nehmen unseren angerichteten Schaden nicht richtig wahr, andere wollen daraus Profit schlagen (zb. indem man Wälder rodet und teure Möbel baut) Andere hingegen setzen sich für die Natur ein. Jedes Lebenwesen ist individuell. 

Antwort
von Papabaer29, 26

Ja, ist so.

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