Frage von Neoliberalist, 139

Sind die Armen selber schuld, dass sie arm sind (falsche Ausbildung, falscher Job, ...)?

Antwort
von goali356, 45

Dass kann man so nicht pauschalisieren.

Manche sind auch aus Krankheitsgründen oder aufgrund einer Behinderung bei der Berufswahl eingeschränkt. Wobei es auch hier Möglichkeiten gibt.

Manchen die bereits in einer armen Familie aufgewachsen sind, haben dazu nicht die selben Möglichkeiten wie diejenigen die in einer reicheren Familie aufgewachsen sind.

Manche denken nach einem 3 wöchigen Schulpraktikum auch dass der Beruf genau der richtige für sie ist und merken in der Ausbildung dann dass dem doch nicht so ist.

Manche sind aber natürlich auch z.T. selbst Schuld, weil sie keine Lust o.ä. haben. Dies hängt aber oft auch mit dem falschen Umfeld zusammen.

Antwort
von Sheireen1990, 15

Habe ich selber schuld arm zu sein, wenn ich z.B. durch einen Unfall berufsunfähig geworden bin und nun von Berufsunfähigkeitsrente und Grundsicherung leben muss? Sicher nicht.

Bin ich selber schuld arm zu sein, wenn ich in der Schule nur Mist gebaut und keinen bzw. einen schlechten Abschluss hingelegt habe, deswegen keine Ausbildung bekommen oder auch die Ausbildung nur schlecht abgeschlossen habe? Meiner Meinung nach ja.

Und bevor jetzt jemand damit kommt, dass Leute aus ärmeren Familien schlechtere Chance haben: Ich komme aus so einer Familie. Und ich habe trotzdem Abitur, eine Ausbildung und meinen Fachwirt gemacht. Auf der anderen Seite habe ich ehemalige Mitschüler, die aus gutsituierten Verhältnissen stammen und jetzt bei Rewe als Aushilfe an der Kasse sitzen. Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg. Aber wenn man keinen Willen hat, dann ist man selber Schuld und muss sich auch nicht beschweren.

(Der Beitrag bezieht sich natürlich nur auf Deutschland.)

Antwort
von Zischelmann, 44

Ich finde das sollte man nicht verallgemeinern.Jeder Mensch der an der Armutsgrenze lebt hat eine indivuelle Lebenssituation.

Was heißt "selbst schuld?"

Ich finde in erster Linie sind die wirtschaftlichen Verhältnisse dran schuld;der Staat,die Lage auf dem Arbeitsmarkt..

Es dürfen in manchen Berufen nur eine begrenzte Anzahl von Mitarbeiter eingestellt werden.

Viele stellen auch gar keine Hilfsarbeiter mehr ein so wie früher.

Desweiteren herrscht heute ein großer Druck und Hektik-vor allem in den Fabriken und allgemein im Arbeiterbereich.

Wo früher noch 7 Arbeiter am Fließband was montierten,sind heute oft nur noch 3...

Viel Arbeiten werden heute nicht mehr per Hand sondern maschinell gemacht.

Manche Menschen geraten in die Armut durch Alkoholsucht oder durch psychische Krankheiten.

Antwort
von piadina, 37

Zum Teil ist Armut selbst verschuldet, zum anderen Teil können sie nichts dafür, weil ihnen die Möglichkeiten einfach fehlen.

Global gesehen gibt es ja viele Menschen, die gar keinen Zugang zu Bildung haben. Entweder, weil er ihnen verwehrt wird (Frauen in bestimmten Regimen) oder weil weit und breit keine Schule oder Ausbildungs Möglichkeit ist.

In der sog. westlichen Welt ist es meist möglich, sich zu bilden und dadurch einen gewissen Lebensstandart zu erreichen - unabhängig von der Herkunft.

Antwort
von tryanswer, 59

Ja, sind sie - zumal es hierzulande nur relative Armut gibt und der Lebensstandard der Ärmsten bereits sehr hoch ist (zumindest die Grundbedürfnisse sind in jedem Fall gesichert).

Antwort
von Kai42, 26

Das ist neoliberales kapitalistisches Schwachsinnsgeschwätz.

Klar gibt es welche, die das wollen oder wirklich selber Schuld sind.

Aber sehen wir es global, fallen uns die Folgen genau dieses dummen Geschwätzes langsam vor die Füsse.

Mit den ärmsten der Armen geht es los. Kriegs- und Hungeropfer wegen Krieg, Wirtschaftskollaps oder Klimawandel machen sich auf den Weg. Die Opfer der Folgen unserer wesentlichen Politik wendes sich nun uns zu. Und wer dachte, dass die Flüchtlinge bislang eine Herausforderung sind, den vertröstet ich auf die nächsten 5-10 Jahre. Dann wird es richtig spaßig. Und dann geht hier weiter. Wahrscheinlich mit demselben kapitalistischem Geschwätz. Aber mal sehen.

Und innerhalb Deutschlands? Es gibt nur zwei Wege, das Volk ruhig zu stellen: Gewalt/Terror oder Verdummung. Gewalt hat nur bedingt Erfolg, also versuchen sie es mit Verdummung. Und da gehört Armut dazu. Hauptsache ein Dach über dem Kopf und dass der Alkohol so billig ist, dass man einmal die Woche seinen Frust ersaufen kann. 

Denn dieser viel beschworene Konkrenzkampf auf dem Arbeitsmarkt gibt es nicht mehr. Bei den DAX- Unternehmen, geht es nicht darum, ob du besser bist als dein Mitbewerber. Es geht nur darum, wer ist billiger als der Bulgare oder Inder.

Antwort
von Veruschka61, 43

Nein, sind sie nicht. Armut ist meist vererbt. Reiche Eltern produzieren Kinder, die später auch viel verdienen werden, da man ihnen eine Topausbildung bezahlen kann, Nachhilfe bezahlen kann etc. und sie auch selbstbewusster sind.

Kinder, die in armen Familien aufwachsen, haben wenig Chancen, haben auch weniger Selbstbewusstsein. Sie kenne auch nichts anderes.

Antwort
von elenore, 27

Faul, betrügerisch, zu anspruchsvoll? Solche Vorurteile über arme Menschen halten sich hartnäckig. Dabei ist das Gegenteil oft näher an der Realität.

Jeder in Deutschland hat Anspruch auf ein Leben in Würde, schon klar. Und Millionen beziehen Arbeitslosengeld, Wohngeld, Grundsicherung und andere Sozialleistungen. Nur leider reicht dieses Geld nur knapp zum Überleben – selbst, wenn man eigentlich arbeitet oder eine Ausbildung hat.

Ein Leben in Armut ist alles andere als ein Zuckerschlecken und ausgesucht haben es sich die wenigsten. Auch sind arme Menschen selten faul oder arbeitsscheu. Sie finden nur schlicht keinen Ausweg aus ihrer Situation – auch, weil sie es oft viel schwerer hatten und haben als Menschen aus einem stabilen Elternhaus, mit einem unterstützenden sozialen Umfeld und guten Bildungschancen.

Vorurteile vergrößern den Graben zwischen denen, die es geschafft haben und denen, die irgendwann auf der Strecke geblieben sind, nur noch. Ein wenig mehr Empathie könnte der Anfang eines besseren Miteinanders sein.

Ohne eine vollständige Antwort auf diese Fragen zu haben, glaube ich, dass eine Antwort damit beginnen muss, ökonomische Ungleichheit als ein soziales Phänomen zu sehen.

Antwort
von deBaal, 67

Jeder ist abhängig von anderen Menschen, gesellschaftlichen Zuständen etc.

Dies relativiert die stark Idee, man müsse nur wollen, dann kommt man zu was und ansonsten wäre man selber schuld.

Antwort
von stubenkuecken, 40

Für eine falsche Ausbildung ist der Staat mit seinem Bildungssystem verantwortlich, für den falschen Job die Gesellschaft, für die miserable Bezahlung der Staat mit seinen Förder- und Steuerprogrammen. 

Für Staat und Gesellschaft ist der Wähler verantwortlich. Ein Teufelskreis.

Antwort
von AndreaGDK, 44

Nein, jeder hat die Chance etwas aus seinem Leben zu machen egal wie weit unten man ist :)
Wer will findet Wege

Kommentar von MondialsJuicy ,

Mein Motto ..

Kommentar von AndreaGDK ,

:) klar manche haben auch schwere Rückschläge aber man hat die Wahl zwischen aufstehen und liegen bleiben🙄

Kommentar von Grautvornix ,

Und warum gibt es dann immer mehr Arme, weil die alle nicht wollen?

Kommentar von AndreaGDK ,

Weil der weg oft schwerer ist und viele nicht bereit sind diesen zu gehen
Einigen wird einfach nicht geholfen aber diese sollten sich hilfe suchen gehen

Antwort
von sweetsecret96, 32

Ich glaube, dass man diese Frage nicht verallgemeinern kann.

Manche hatten vllt Pech:
- Hausbrand
- Naturkatastrophen
- Job verloren
- usw.

Andere sind vllt selber schuld:
- kein bock auf ne Lehre
- Kriminelle Vorgeschichte
- usw.

Es kann an so vielen liegen.
Deshalb kann die Antwort auf deinen Frage nur -vielleicht- sein

Kommentar von sweetsecret96 ,

zudem stellt sich die Frage: Wann ist man reich und wann arm ? Zu diesem Thema gibt es viele verschiedene Ansichten, so das man mit sich selber ausmachen sollte, was für einem selber Armut bedeutet. Denn wer sagt, das sich einen 4köpfige Familie die vllt nur 10€ am Tag zur Verfügung hat selber als arm bezeichnet ? :)

Antwort
von Atoris, 7

Naja keiner Wachst im selben Teich auf. Das Problem ist "Ich Bin" Ist nicht "Du auch"

Antwort
von RedArmyArmy, 43

Was du in dieser Gesellschaft wirst, hat oft sehr viel damit zu tun woher du kommst. 
So müssen Arbeiterkinder zum Beispiel oft schnell eine Ausbildung anfangen, da die Eltern sich weitere Lernzeit gar nicht leisten können. Damit ist der Lebensweg oft schon sehr festgelegt. 
Während Kinder aus bürgerlichen Familien viel mehr Förderung erhalten und sich sowas wie Nachhilfe leisten können. 

Dann gibt es im Kapitalismus noch einen wichtigen Fakt, den es zu beachten gibt: Ja, theoretisch kann jeder reich werden aber es kann nicht jeder reich werden. 
Die Frau die für einen Hungerlohn die Klos putzt hat in der Konkurrenz verloren, ist es aber richtig, dass sie deshalb einen Hungerlohn bekommt ? Vor dem Hintergrund, dass wir immer noch massive Arbeitslosigkeit in diesem Lande haben, gibt es immer Menschen die in der Konkurenz untergehen, sind diese selber Schuld ? 
Sie sind selber Schuld im Rahmen ihrer Möglichkeiten und im Rahmen dieser Gesellschaft. Es wäre aber eine Gesellschaft denkbar in der jeder nach seinen Möglichkeiten etwas leistet und von der Gesellschaft sein notwendigstes zurück bekommt. 

Außerdem lässt sich feststellen, auch die Reichen sind nur bedingt für ihren Reichtum selbst verantwortlich. 
Es ist unmöglich eine Millionen nur aus eigener Arbeitskraft zu verdienen, dafür braucht es die Ausbeutung anderer Arbeitskraft, also Angestellte. 

Antwort
von quinann, 50

Ohne Saufen und Drogen kann man das nicht so sagen. Oft gehört einfach auch Glück, Beziehungen, super (reiches) Elternhaus dazu.

Kommentar von MondialsJuicy ,

Schwach Sinn !

Antwort
von rockylady, 59

die einen schon, die anderen nicht.

Antwort
von JasminTheiler, 34

Kommt darauf an, wenn man nicht zu faul ist zu arbeiten. Jedoch ist auch der Staat schuld daran, schau dir doch mal die Armenländer an. Wer ist wohl schuld daran? Der Staat! Sie schauen nicht auf ihre Leute und helfen ihnen kein bisschen. Deshalb müssen wir ihnen helfen mit unseren Spenden. Das ist doch richtig traurig!

Antwort
von McSaege, 50

Denke manche schon aber auch spielen Schicksalsschläge eine große Rolle.

Antwort
von MondialsJuicy, 34

Arm ist der, der Chancen hat und nichts draus macht!
Wenn du irgendwo in Syrien geboren wärst und in der Unterschicht aufwachst hat du Pech, Schicksal...
Aber wenn du Chancen hast eine  Ausbildung zu machen Abi / Studium oder eine andere Art des Erfolges.
Bist du es selber schuld.
Es gibt viele Personen die es geschafft haben obwohl der Vater Alkoholiker und die Mutter Drogen abhängig war.
Deswegen in der Ecke sitzen und sich selbst bemitleiden bringt nichts ! Vor allem nicht in Deutschland / Europa !!!

Antwort
von asiawok, 3

Die Reichen aber auch

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