Frage von namesarehard, 97

Sind Deutsche Schäferhunde vergleichsweise wirklich schneller krank?

Hallo! Diese Frage wurde zwar wahrscheinlich hier schon öfter gestellt, aber ich wollte das Thema dennoch nochmal aufgreifen. Also, man hört bzw. liest ja sehr häufig, das der Deutsche Schäferhund wegen seiner Überzüchtung, also dem stark abfallendem Rücken, der aber -soweit ich weiß, korrigiert mich wenn ich falsch liege- nur in der Showzucht vorkommt und den ich nebenbei bemerkt als Tierquälerei empfinde, häufiger an diesen "Großhunde-Krankheiten", also den Krankheiten, die zwar alle Hunde bekommen können, hauptsächlich aber nur die größeren bekommen, wie HD und ED, erkrankt. Was mich interessiert ist, wie es mit der Leistungszucht, also den Rassevertretern mit geradem Rücken, aussieht. Hat man bei geradem Rücken eine deutlich geringere Wahrscheinlichkeit, dass der Hund an diesen Krankheiten erkrankt? Außerdem sollen Dt. Schäfis ja auch noch häufig anfälliger für andere Krankheiten sein. Ich glaube, mich zu erinnern, mal was von Pankreasinsuffizienz, Allergien etc. gelesen zu haben. Ich möchte v.a. wissen wie es mit der Schäferhund-Gesundheit im Vergleich zu der von anderen Rassen ist. Spontan würden mir da der Australian Shepherd, der Berner Sennenhund und die anderen ähnlichen Schäferhundrassen wie dem Belgischen Schäfi und dem Weißen Schweizer Schäfi einfallen. Mich würden v.a. Antworten von Hundebesitzern freuen die neben dem Dt. Schäfi noch eine andere Rasse zuhause haben und das direkt vergleichen können. Also noch mal zusammengefasst: -Welche gesundheitlichen Unterschiede gibt es zwischen Leistungs- und Showlinie? -Ist der Deutsche Schäferhund im Vergleich zu anderen Rassen wirklich anfälliger für diverse Krankheiten? -Wie kann man Erkrankungen konkret verhindern? (mir fallen gerade nur Treppensteigen vermeiden und gesunde Ernährung/ Haltung ein, aber ich meine jetzt mit dieser Frage konkrete Beispiele) -Woran erkennt man einen guten Züchter, dem wirklich die Gesundheit des Tieres am Herzen liegt?

Hoffe auf und freue mich über ausführliche Antworten! Danke im Vorraus! Liebe Grüße!

Antwort
von michi57319, 55

Ich hatte eine Schäfermixhündin. Mix deshalb, weil sie keine Papiere hatte und der Vater ein DSH-Mali-Mix und die Mutter eine Altdeutsche-Mix war.

Gebäude war so tiptop, daß sie zuchttauglich geschrieben worden wäre, hätte sie Papiere gehabt.

Anfällig war sie zeitlebens nicht, wenn man Knochenerkrankungen und organische Veränderungen betrachtet.

Sie hatte jedoch eine Autoimmunerkrankung. SLO. Im Grunde genommen paßt dazu ihr Tod, der durch ein Hämangiosarkom (Milztumor) verursacht wurde. Die Milz hat ganz viel mit dem Immunsystem zu tun und heute wüßte ich besser, worauf zu achten ist, damit ein Leben länger dauern könnte.

Aller Unkenrufe zu Trotz: Wenn noch mal ein Hund bei mir einzieht, wird es ein Schäferhund sein.

Expertenantwort
von Starciel, Community-Experte für Hund, 64

Um "Wahrscheinlichkeiten" festzustellen wird es dir nichts bringen wenn Halter einzelner Hunde dir Feedback geben. Denn beim Einzelhund spielen so viele andere Faktoren mit rein, da kann hinterher keiner mehr sagen was genau alles Einfluss auf die Erkrankung hatte. Grade bei HD spielen unterschiedliche Faktoren wie Erbanlage, Aufzucht, Belastung, Fütterung etc mit rein.

Du müsstest dir deshalb die HD Ergebnisse ganzer Zuchtgruppen und Linien anschauen, dann könntest du erst eine gewisse Tendenz erkennen.

Das gesagt: Mein grauer Schäferhund aus Leistungslinie, beide Eltern grader Rücken (Mutter Yacke von den Wannaer Höhen HD a normal, Vater Lux vom Hainpark HD Status a1 normal), 42 kg, 63 cm, jetzt 12 Jahre alt, gebarft und viele Jahre im THS und als Rettungshund körperlich stark belastet ist ebenfalls a normal HD frei.  Seine 8 Geschwister waren soweit ich weiß auch ok bei den Hüften und Ellenbogen.

"Krank" war er eigentlich nie, verletzt das eine oder andere Mal aber das bleibt halt bei der Arbeit nicht aus. Jetzt hat er ein paar Zipperlein  und leichte Athrose und bekommt Rimadyl aber das ist bei einem so alten Schäferhund nicht unerwartet, das dürfte bei fast jedem großen Hund in dem Alter irgendwann kommen. Als Mensch mit 85+ zwickt es auch irgendwo.

Ich würde mir keinen Schäferhund mit "Fließheck" holen, abgesehen davon dass es mir optisch garnicht gefällt halte ich das schon für grundsätzlich problematisch bei dauernder körperlicher Belastung.

Ich finde Schäferhund aber insgesamt nicht anfälliger als die meisten anderen Rassen die heute reingezüchtet werden. Es ist erschreckend wie viele rassetypische Krankheiten da inwzioschen gelistet werden.

Leider wird zunehmend auf Optik selektiert. Früher mussten Hunde Arbeitsprüfungen nachweisen und wurden später in die Zucht genommen, da sind nicht belastbare Hunde schneller rausgefallen. Was mit den Golden und LAbbis passiert kst auch nicht lustig...

Mit der Zuchtselektion heute müsste man einfach wieder mehr auf Gebrauchtstüchtigkeit und Wesen achten, dann würde sich einiges wieder verbessern. Aber da zunehmend Hunde als Kindersatz und reiner Sozialpartner gehalten werden haben sich die Anforderungen hier eben geändert.

Bei der Auswahl meines Züchters schaue ich auf die Elterntiere, sowohl hinsichtlich der Abstammung als auch "in echt" an. Wenn möglich auch schon ausgewachsene Nachzuchten. Für den rest bin ich dann selbst verantwortlich.

Kommentar von namesarehard ,

Vielen Dank für deine ausführliche Antwort! Ich persönlich finde diese abfallenden Rücken auch mehr als abstoßend. Dir und deinem Schäfi wünsche ich noch alles Gute, 12 Jahre sind ein tolles Alter! :)

Antwort
von LoveElina, 33

Hatte einen stark überzüchteten Schäferhund der aber nie Krankheiten hatte außer am Ende ihres Lebens eine nierenentzündung! (Gelaufen ist sie nicht schön)Habe jetzt einen überhaupt nicht überzüchteten schäferhund ( rennt wunderschön) &' ich finde mit geraden Rücken Schauen sie viel gesünder aus! Lg :)

Antwort
von Moeckchen, 46

Ich habe einen belgischen Schäferhund ( malinois) und eine deutsche Schöferhund Hündin.
Beide sind top gesund und fit.
Ich habe noch Kontakt mit den Züchtern und mit anderen Züchtern.
Ich muss sagen auffälliger für Krankheiten nein, aber es kommt Sicht wirklich auf die zuchtlinie an.
Natürlich gibt es solche und solche.

Antwort
von Tycrator, 53

Wenn eine Rasse stark überzüchtet wird, kommt am Ende sowas wie weiße Mäuse raus. Abgesehen von farbpikmenten schwindet vor allem das Immunsystem, weshalb sie schneller krank werden

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