Frage von argas00, 242

Sind Deserteure Feiglinge?

Wir haben vor kurzem in Geschichte über Deserteure im 2. Weltkrieg diskutiert. Sind Sie Feiglinge oder Helden? Mich würde mal eure Meinung interessieren.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von PeVau, Community-Experte für Geschichte & Politik, 145

Ein  Deserteur weiß genau, dass er mit der Todesstrafe rechnen muss. Ein Deserteur weiß auch genau, dass man ihn der Feigheit bezichtigen wird und er somit zum gesellschaftlichen Außenseiter wird.

Ein Feigling handelt eigentlich anders. Ein Feigling wird eher mit der Masse schwimmen, die Uniform anbehalten und zusehen, an einen Ort oder eine Position zu gelangen, wo ihm nicht die Kugeln um die Ohren fliegen.

Wehrmachtsdeserteure, die den verbrecherischen Krieg gegen andere Völker nicht mitmachen wollten, wurden bis in unsere Tage noch in der Bundesrepublik als Feiglinge und Verbrecher verunglimpft. Ihnen wurden Renten vorenthalten und die Anerkennung, die ihr mit der Desertion verbundene Mut verdient.

Hier kannst du etwas über einen echten deutschen Helden lesen und wie es ihm in der Bundesrepublik ergangen ist.

http://www.spiegel.de/einestages/wehrmachtsdeserteure-a-947423.html

Kommentar von amdros ,

Sorry PeVau..mein Pfeil war abgerutscht und hat leider den PR erwischt. Werde in Zukunft damit sorgfältiger umgehen ;-))

Kommentar von Sachsenbruch ,

Ach ... ein wenig PR kann doch nicht schaden. :)

Noch 'ne Frage: Rutschst Du auch öfter von der Taste ab?

Kommentar von amdros ,

Wenn ich es für notwenig erachte. dann kann es durchaus schon mal geschehen.

Bin allerdings davon überzeugt, PeVau hat es mir mit Sicherheit verziehen..er hat ein großes Herz!

Kommentar von PeVau ,

Ego te absolvo. ;-)))

Kommentar von PeVau ,

Danke für den Stern!

Kommentar von PeVau ,

Vielleicht noch eine Bemerkung:

Aus der Frage und der Erfahrungen ähnlicher Diskussionen bin ich auch bei dieser Frage davon ausgegangen, dass es auch hier ganz konkret um Wehrmachtsdeserteure ging, selbst wenn es nicht ausdrücklich geschrieben stand.

Kommentar von naggabatsch ,

Von 350.000 bis 400.000 Deserteuren wurden nur 30.000 zum Tode verurteilt!

Aber sonst finde ich hast du recht

Antwort
von Hamburger02, 121

Das ist eine Frage des Blickwinkels. Von denen, die Kampfkraft erwarten oder von denen, die keinen Mut zum Desertieren haben, wurdenund werden Deserteure als Feiglinge beschimpft.

Tatsächlich war es aber so, dass Desserteure im WKII damit rechnen mussten, gefasst und erschossen zu werden. Man könnte nun natrlcih sagen, im Schützengraben wären sie auch gestorben.

Aus Briefen von Frontschweinen weiß man auch, dass es an der Front kaum Mut, aber jede Menge Todesangst gab und dass nur wegen des massiven Zwangs von oben die Leute nicht abgehauen sind. Da standen dann die Offiziere und erschossen jeden, der nicht zum Angriff aus dem Schützengraben ging.

Meiner Meinung nach hat die Frage Desserteur oder nicht überhaupt nichts mit Mut und Feigheit zu tun. Diese Kategorien passen einfach nicht. Das hat eher mit Vernunft und Menschlichkeit zu tun. 

Antwort
von Miramar1234, 113

Das kann man nicht verallgemeinern.In auswegloser militärischer Lage,kann das Überlaufen die bessere Variante sein,als Gefangennahme oder Tod mangels Verteidigungsmöglichkeit.In vielen Fällen muß es aber angenommen werden.Gilt auch gerade jetzt ,bei Syrern.Erst sich von den Amis anstacheln lassen,gg.Assad und reguläre Armee zu kämpfen und dann Fracksausen kriegen.)Und genau das hat den IS stark gemacht.Im 2.WK wars selten,das die Ächtung drauf stand und die man greifen konnte,wurden sofort standrechtlich erschossen.Beste Grüße

Antwort
von netflixanddyl, 72

Keins von beidem, würde ich sagen. Es erfordert eine Menge Mut, zu desertieren, da ja vorallem im WW2 Deserteure oftmals erschossen wurden.

Antwort
von Junertz, 92

Ich würde Soldaten nicht als Helden bezeichnen. Aber Leute die ihre Chancen ums überleben kennen sollten das halt selbst abschätzen. 

Antwort
von Hegemon, 81

Das ist lediglich eine Behauptung der Herrschenden und deren Claqueure. Tatsächlich erfodert es Mut, aus der Masse auszuscheren. Mit der Schafsherde mitlaufen kann jeder.

Der einzige mir bekannte Deserteur, der gleichzeitig ein Feigling war, war Wilhelm II. Der lief sogar vor seiner eigenen Leibgarde davon.


Kommentar von PeVau ,

Noch nicht einmal den vom Generalstab vorgeschlagenen Heldentod für Kaiser (also sich selbst), (sein) Volk und (sein) Vaterland wollte er sterben, der hohenzollersche Preuße.

Antwort
von Jerne79, 57

Ich bin ein wenig erstaunt, wie viele hier mit "kommt darauf an" und Co. beginnen, sich dann aber für den Standpunkt des Desserteurs entscheiden. Da ist das "kommt darauf an" nicht zu Ende gedacht.

Ist der Desserteuer für die immernoch ein mutiger Freigeist, wenn er die Verteidigungslinie der Heimatstadt verlässt, hinter der wehrlose Einwohner (Kinder, Kranke, alte Menschen) auf den näherrückenden Feind warten? Ist er aber immernoch ein mutiger Kämpfer, wenn er weiterkämpft, obwohl der Kampf schon lange aussichtslos ist und das Ende der Schlacht den Frieden bedeutet? Aber welcher Sieger kommt? Einer, der Schokolade verteilt oder einer, der Frauen und junge Mädchen vergewaltigt.

Auf diese Frage gibt es einfach keine pauschale Antwort. Ein Desserteuer kann ein Feigling sein, dem es nur um seine eigene Haut geht, genauso kann er ein klar denkender Mensch in einer aussichtslosen Situation sein. Und selbst dann ist die Sichtweise immernoch vom eigenen Standpunkt abhängig. Er kann beides sein und nichts davon. Natürlich gibt es auch Situationen, in denen die Antwort einfacher ist - oder zumindest so erscheint.

Kommentar von earnest ,

DH. 

(Deserteur)

Antwort
von Andreaslpz, 96

Ich würde das nicht pauschalisieren. Nur weil jemandem sein eigenes Leben wichtig ist er noch lange kein Feigling

Antwort
von voayager, 56

Teils - teils, zumindest sind es Menschen, die ihr Leben nicht einfach wegwerfen wollen.

Antwort
von Bobby66, 71

Deserteure werden immer als Feiglinge beschimpft. Warum desertiert jemand? Aus Angst um sein Leben? Aus Angst um seine Angehörigen? Weil er erkennt, dass es ausweglos ist - weiter zu kämpfen.

Manchmal zeigen Deserteure mehr Mut als Soldaten, die ohne Gedanken um Sinn und Unsinn weiter kämpfen ...

Antwort
von MrHilfestellung, 68

Niemand, der nicht im Namen eines Staates morden möchte ist ein Feigling.

Antwort
von earnest, 31

Desertieren hat nicht zwangsläufig etwas mit "Feigling" oder "Held" zu tun.

Meist stimmt weder das Eine noch das Andere. Es reicht auch, wenn Vernunft und ein Gefühl für Moral einen Menschen zum Desertieren treiben. Manchmal auch schiere Verzweiflung.

Wie bei vielen Soldaten, die dem GröFaZ von der Fahne gingen ... 

Aber MUT gehörte allemal dazu. Die "Kettenhunde" warteten schon.

Gruß, earnest


Antwort
von ChristianSVG, 38

Ich denke keins von beiden
Sie werden schon ihre Gründe dafür gehabt haben was sie getan haben

Antwort
von Taimanka, 72

sie sind sich treu

Antwort
von Antwortapparat, 30

zum Thema:

http://www.spiegel.de/einestages/wehrmachtsdeserteure-a-947423.html

weder noch, sie sind keine Helden aber auch keine Feiglinge. Sie sind Menschen die mit einer Situation komplett überfordert sind und für sich eine Entscheidung treffen. Es sind ja keine Soldaten die desertieren um sich dann gegen Hitler wenden oder in den Untergrund gingen, die gab es auch.

Antwort
von Leisewolke, 50

keine Feiglinge, einfach nur schlau. Sollen doch die die Suppe auslöffeln, die sie den kleinen Leuten eingebrockt haben 

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