Frage von oxBellaox, 152

Sind Depressive tickende Zeitbomben?

Ich bin immer davon ausgegangen dass Depressive ruhige, friedliche und zur Traurigkeit neigende eher in sich gekehrte Menschen sind.

Der German Wings Pilot und Freitag der Einkaufs-Center- Schütze von München zeigen ein anderes Bild.

In meinem Umfeld habe ich drei depressive Menschen. Ich würde auch sagen: die tun niemandem was. Genau wie das Umfeld der o.g. Ich mache mir jetzt aber Sorgen, den scheinbar reift ja in dieser nach außen ruhigen Person etwas, was sich irgendwann in einer Katastrophe entlädt.

Für Links und/oder Literaturhinweise wäre ich dankbar.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Barbaratlos, 73

Vieleicht hilft es gegen deine konkrete Angst, dir vor Augen zu führen, wie viele Menschen täglich Leben gefährden und riskieren, indem sie auf der Autobahn rasen, Frauen und Kinder vermöbeln usw.. Das Risiko entsteht nicht durch die Krankheit Depression, sonst hätten wir tagtäglich mit solchen Attacken zu tun. Es gibt tausende Menschen, die darunter leiden.

Ich denke, das Risiko entsteht an dem Punkt, an dem Menschen sich schwach und unwirksam erleben. Das kann in einer Depression sein oder auch nicht. Wenn dazu seltsame Vorbilder treten, die sehr mächtig und wirksam erscheinen, wie Breivik z.B., entsteht ein Gefährdungspotenzial. Wenn dazu noch Einsamkeit tritt, haben Gedanken Zeit und Raum, anzwachsen. Und wenn dann noch die technische Aurüstung noch zur Verfügung steht, siehe Winnenden, dann kann ich mir vorstellen, dass ein im Grunde verzweiflter Mensch zum Täter wird.

Antwort
von einfachichseinn, 27

Überlege dir mal, wie viele Menschen unter Depressionen leiden und niemanden angegriffen haben.

Und die beiden, die du nennst hatten vermutlich noch eine Menge anderer Probleme, als nur Depressionen.

Also nein, depressive Menschen sind gewiss keine tickenden Zeitbomben.

Antwort
von klausjosef1955, 10

Naja, Barbaralos drückt sich ja auch nicht verbindlich aus, sie sagt, was sie denkt.

Mit Literaturstellen kann ich nicht dienen, sie gibt es aber sicher.

Generell gilt, dass bei Gewalttaten der Anteil psychisch Kranker meines Wissens geringer ist, als der von Menschen der "Normalbevölkerung".

Auf die Problematik des Mitnahmesuizids möchte ich abschließend doch hinweisen. Literatur dazu müßte man bei Google eigentlich finden, ansonsten in der Bibliothek jeder psychiatrischen Klinik.

Antwort
von KlugscheisserW, 61

Der Amokläufer hatte sicher noch andere Probleme bzw. Psychische Störungen/Persönlichkeitstörungen, die vielleicht nur nicht diagnostiziert wurden. Ein Mensch, der zu Depressionen neigt, empfindet sein persönliches Leben als untragbar und möchte diesem Leiden ein Ende setzen. Depressive Menschen ziehen sich zurück und wollen niemandem mit ihren Problemen zur Last fallen, dass ist auch oft der Grund, warum sie sich keine Hilfe holen oder erst sehr spät bzw. ein Suizidversuch kann in dem Fall auch ein Hilfeschrei sein. Manche nehmen aber auch nie Hilfe an, ihr Leid endet dann mit dem Suizid oder sie machen sich langsam selbst durch eine Sucht kaputt Alkohol, Medikamente, Drogen....)

Bei manisch depressiven Menschen sind die Gefühlzustände mal HIMMEL HOCH JAUCHZEND dann wieder ZU TODE BETRÜBT, immer sehr starke Kontraste, diese Form ist schwerer zu erkennen.

ABER eine Depression alleine macht einen NICHT zum Amokläufer.

Antwort
von Kasumix, 59

Gibt solche und solche Menschen...

Genau wie solche und solche Depressionen...

Die einen haben mal Verstimmungen, die auch gerne öfter auftreten... Aufgrund von Ereignissen...oder weil ihnen z.b.einfach Stoffe im Körper fehlen...

Die anderen haben tief reichende Persönlichkeitsprobleme... Wobei das schon über die Definition der Depression für mich hinaus geht...

Alle die darauf hin andere mitnehmen wollen, ihre Traurigkeit und Verzweiflung nicht nur gegen sich richten... Haben Störungen weit über eine Depression hinaus...Und keine gesunde Wahrnehmung mehr....

Antwort
von klausjosef1955, 6

Ich habe gestern den "erweiterten Suizid" gemeint, nicht den "Mitnahmesuizid." 

Heute ist ein Interview mit einer leitenden Psychiaterin in der Zeitung, die einesteils betont, dass Depressive gewöhnlich in sich gekehrt sind und nicht gewalttätig, und andererseits, dass der Begriff "Depressio nen" heute oft für viele andere Arten von psychischer Störung verwendet wird.

Der Anschlag des German-Wings-Piloten war aber meines Erachtens einer der relativ seltenen Mitnahmesuizide, in diesem Ausmaß gänzlich ungewöhnlich.

Bei dem Jungen in München bin ich da nicht so sicher. Ich meine, da waren verschiedene psychische Störungen und jedenfalls keine typische Depression.

Antwort
von FelinasDemons, 32

Weißt du,wie viel Menschen an Depressionen leiden,alleine in Deutschland?
Davon sind jetzt 2 völlig ausgetickt. Aber das bedeutet nicht,dass alle so drauf sind. Bei den meisten depressiven musst du dir darum sorgen machen,dass sie sich selbst nichts antun. Depressionen kann man nicht pauschalisieren. Manche sind eben nur Eigengefährdet andere Eigen-und Fremdgefärdet. Jedoch denke ich das erstes häufiger der Fall ist.

Antwort
von extrapilot351, 77

Eine Depression muss fachärztlich behandelt werden. Falls nicht kann sich diese Depression verstärken und bereits bei einer mittelschweren Depression treten latente Suizidalität auf.

Dem Betroffenen ist es egal was mit unbeteiligten Personen geschieht. Nur noch das letzte Ziel zählt,  sich das Leben zu nehmen. Eine andere Form ist den Druck zum Suizid noch zu verstärken in dem die Betroffenen Handlungen vornehmen die eine größere Ausweglosigkeit darstellen als schon vorhanden und sich dann das Leben nehmen.

Ein Amoklauf hat mit einer Depression nichts zu tun.

Kommentar von CharliePace ,

Gebe dir recht, bis auf den letzten Absatz.

Kommentar von extrapilot351 ,

auch der Absatz ist richtig.

Kommentar von CharliePace ,

Wer Depressiv ist, muss keinen Amoklauf machen, aber er könnte durch die Depression dazu bewegt werden.

Kommentar von oxBellaox ,

also doch eine tickende Zeitbombe

Kommentar von extrapilot351 ,

Nein, depressive Menschen sind keine tickende Zeitbomben  für andere Menschen, nur für sich selbst so sich nicht behandelt werden.

Kommentar von extrapilot351 ,

Nein, ein an Depression Erkrankter wird sich eher selbst töten als andere damit reinzuziehen. Bei den Vorfällen in München liegen noch andere Gründe vor. Persönlichkeitsstörungen.


Antwort
von otoo123, 25

nein sind sie nicht! viele depresive sind sogar extrem hilfsbereit weil sie wollen das ihr leben wenn es schon kein sinn mer für sie selbst gibt, es wenigstens einenen nutzen für andere hat.

der amokläufer in münchen hatte ja nichht nur depresionen sondern auch andere psychische probleme weil er in seinerkindheit gemobbt wurde..

Antwort
von weissemaus66, 58

http://www.forum-depressionen.de/

da lies mal da. L.G.

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