Frage von RollercoasterXX, 65

Sind das schon Entzugserscheinungen?

Leichtes Zittern bei feinmotorischen Bewegungen (Essen mit Messer und Gabel, Zigarette rauchen). Nehme seit August Xanax ( nicht täglich , nur alle 3-4 Tage mal 1mg, an den Wochenenden missbräuchlicher Konsum von bis zu 2mg kombiniert mit Alkohol).

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Chillersun03, Community-Experte für Medikamente, 23

Nein, wahrscheinlich keine Entzugserscheinungen, wenn deine Angaben wahr sind! Xanax (Alprazolam) hat eine kurze Halbwertszeit von 6-12 Stunden. Wenn immer 3-4 Tage zwischen den Einnahmen liegen, entwickelst du keine merkliche Abhängigkeit.

Aber ich glaube eher, dass du häufiger konsumierst. Sagen wir jedes Wochenende (Fr, Sa) und dann noch 2 mal unter der Woche. Das wären 4 von 7 Wochentagen, und das reicht für eine leichte Abhängigkeit schon aus.

kürzesten Halbwertszeit weswegen dass glaube auch nicht so schnell abhängig macht zumindest nicht körperlich weil es auch am wenigsten muskelentspannend und sedierend wirkt.

Gerade die kurzwirksamen, schnellwirkenden Benzos machen schnell abhängig. Und v.a. die Benzos die auf die Psyche wirken! Und Alprazolam wirkt stark im ZNS. Ganz im Gegenteil machen die Muskelentspannenden Benzos wie Tetrazepam und Oxazepam nicht so stark/schnell abhängig.

Antwort
von Morpheus2396, 9

So ist es. *Alle* Benzodiazepine haben ein extrem hohes Abhängigkeitspotential - zwar nicht psychisch (eher gering bis mittelhoch), aber dafür vor allem körperlich!

Benzodiazepine, Barbiturate und Alkohol sind alle Agonisten und/oder Modulatoren am GABAA-Rezeptor - d.h. sie alle führen zu einer verstärkten Aktivität des GABA-Systems (Alkohol ist zusätzlich auch ein potenter Hemmer des NMDA-Rezeptors), was dann in ihren (un-)erwünschten Wirkungen resultiert (Beruhigung, Schläfrigkeit, Benommenheit, Entspannung, Angstlösung, geistige & körperliche Verlangsamung, Gedächtnisschwund, etc.). Und genau wie bei den Opioid-Rezeptoren, führt eine herabgesetzte Empfindlichkeit des GABAA-Rezeptors automatisch zu einer körperlichen Abhängigkeit! Doch das ist nicht das Entscheidende!

Normalerweise ist bei Süchten (Drogenabhängigkeit, Abhängigkeit von Sex, Essen, Computerspiele und Internet) immer die psychische Abhängigkeit das Hauptproblem - auch bei Opiaten und Opioiden (z.B. Morphium, Heroin, Oxycodon), weil diese nicht nur körperlich sondern vor allem sehr stark psychisch abhängig machen. Die körperliche Abhängigkeit (welche beim kalten Morphin- oder Heroin-Entzug zum Ausdruck kommt) ist dann "nur" die Spitze des Eisbergs.

Benzodiazepine und andere Verstärker des GABAA-Rezeptors (Barbiturate, Alkohol) sind hier aber der Ausnahmefall: die körperliche Abhängigkeit ist so stark, dass es dann doch eher zum Hauptproblem wird - die meisten Menschen wissen nicht, dass der körperliche Entzug von Alkohol oder Benzodiazepinen schwerwiegender ist als ein Heroinentzug...

Deswegen: lass den Scheiss! Benzodiazepine haben eignen sich eh nur bedingt als Rauschmittel - ihre Wirkung ist zwar sauberer und zuverlässiger als die von Cannabis, wenn es ums Entspannen oder "Chillen" geht, aber bei dauerhafter Einnahme über einen längeren Zeitraum ist eine schwere körperliche Abhängigkeit garantiert! Dann doch lieber Cannabis...

Wenn Du aber nur am Wochenende "chillen" willst und ein verantwortungsbewusstes Konsummuster *dauerhaft* (!) aufrechterhalten kannst, dann meinetwegen auch Benzos. Aber vergiss niemals, dass auch bei Benzos & Alkohol das psychische Abhängigkeitspotential beträchtlich ist (wenn auch bei Weitem nicht so hoch wie bei Opiaten, Amphetaminen und Kokain) - d.h. das seelische Verlangen, mehr oder immer öfter zu konsumieren...

PS: bin selbst ein Fan von Alprazolam/Xanax - bekam/bekomme es gegen Panikattacken und/oder Angstzustände verschrieben; also medizinisch, nicht missbräuchlich. Es tut seinen Job ausgezeichnet. Und trotzdem gehe ich äußerst vorsichtig - definitiv übervorsichtig - damit um!...

Antwort
von Pquinn, 34

Achso, habe nun erst gesehen, dass dir das anscheinend garnicht verschrieben wurde, oder wieso "missbräuchlicher" Konsum? 2 mg sind auch nicht gerade wenig, auch 1 mg sind schon eine ordentlich Dosis. Alkohl dazu sollte man sowieso nicht trinken. Also, wenn du kein Junkie werden möchtest dann lass so ein Unsinn. Die Entzugserscheinung von Benzodiazepinen sind körperlich und auch geistig extrem stark. Also, riskier nicht noch mehr, mit sowas kann man sich wirklich sein Leben versauen.

Kommentar von RollercoasterXX ,

ja ich passe ja auch auf dass ich immer paar tage pause dazwischen habe und nicht täglich konsumiere. und xanax (alprazolam) ist ja das benzo mit der kürzesten Halbwertszeit weswegen dass glaube auch nicht so schnell abhängig macht zumindest nicht körperlich weil es auch am wenigsten muskelentspannend und sedierend wirkt. 

Kommentar von Pquinn ,

Die paar Tage Pause bringen nicht viel, dein Körper wird sich auch daran gewönnen, wenn du nur ein paar Tabletten die Woche nimmst. Und soweit ich weiß, hat die Halbwertzeit keinen Einfluss auf die Abhängigkeit, dass heißt ja nur, wie lange das Medikament wirkt. Halbwertzeit ist 12 Stunden bei deinem Fall, d.h. du bist definitiv auch am nächsten Tag noch benebelt und solltest auch nicht unbedingt Autofahren. Am selben Abend sowieso nicht. Aber wie schon geschrieben, solche starken Medikamente sind nicht da, um die sich nach Belieben einzuschmeißen. Wirklich, ich kann dir nur raten, so ein Unsinn zu lassen, google ansonsten mal nach "benzodiazepinentzug" da ist so ein bissl Händezittern noch das weniger Schlimme, was dich erwartet.

Antwort
von john201050, 9

ich würde mit benzos höllisch aufpassen.

auch wenn sie vielen menschen verschrieben werden, sind das drogen mit enormem abhängikeitspotenzial und sehr sehr hässlichem entzug.

(laut erfahrenen usern im land-der-träume liegen alkohol, benzodiazepin und heroin entzüge auf einer stufe.)

Antwort
von Pquinn, 39

Hi,

ja, könnte schon möglich sein.  Würde an deiner Stelle auch auf "sowas" verzichten, falls irgendwie möglich.

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