Frage von DFumse, 53

Sind das psychosomatische Beschwerden oder doch nicht?

Hallo zusammen,ich versuche das kurz und knapp zu halten da mein Beschwerdenbild doch recht umfangreich ist. Ich bin M (25) und habe in den letzten 3-4 Jahren sehr viel psychischen Stress erleben müssen (Oma & Opa gestorben,Katze beim Unfall gestorben,Privatinsolvenz,Trennung von Borderliner Freundin,nicht erfüllte Erwartungshaltungen,Jobverlust,Fahrradunfall,Nasen OP) sowie eine vor ungefähr 3 Jahren angefangene Angstörung ( Angst vor Krankheiten/Hypochondrische Züge) die mich das ein oder andere mal um den Verstand bringen ..

Außerdem habe ich viel Fitness betrieben (auf Muskel,kaum Ausdauer) und habe in der Zeit viel ungesundes Essen gegessen,viel geraucht / gekifft (täglich für 2-3 Monate) und auch oft Alkohol konsumiert.

Seit nun ungefähr 1-2 Jahren geht es bei mir bergab mit der Gesundheit,ich fühle mich total ausgelaugt und kraftlos. Ich werde euch nun mein Beschwerdebild auflisten sowie die bekannten Diagnosen.Ich würde euch bitten mir im Anschluß eure Meinung mitzuteilen.Ich weiß Ferndiagnosen sind nicht das beste aber ich hole mir gerne die Meinung anderer ein...

Diagnosen : -Syringomylie -Bandscheibenprotision LW/HW -Reizdarm/Reizmagen (offen) Darmspiegelung ohne Befund -chronische Nebenhöhlenentzündung -Depressionen/Angstörung

Symptome :

  • hohe Talgproduktion (Gesicht/Brust) -trockene Morgens/Abends brennende Augen -schlechte Wundheilung -gestörtes Kälte/Wärmegefühl -Bauchkrämpfe (beengedes Gefühl im Ober/Unterbauch) -manchmal Verwirrtheit / Vergesslichkeit meist Kurzzeitgedächnis -schnelle Überforderung bei Stresssituationen -einschlafende Gliedmaßen -wechsel zwischen Verstopfung und breiigen Stuhlgang -rötlich brennender Penis (warscheinlich Pilzinfektion) -hellrote Pickelähnliche Punkte am Körper verteilt (Arme,Brust,) mit leicht weißer Umrandung -häufiger Fremdkörpergefühl -Durchschlafstörung/Einschlafprobleme -Gelenkschmerzen -Stimmungsschwankungen -trotz viel Schlaf nach aufwachen immer Erschöpft/Matt -Neigung rötlicher Verfärbung im Gesichtbereich -Während ich was mache geht es mir besser als wenn ich "pausiere" -häufig Kalte Hände /Füße -hin und wieder Herzrasen -Finger und Knöchel wirken leicht geschwollen -weniger Muskelkraft
  • in Stresssituationen oft abwesend oder konfus auch in größeren Menschenmengen
  • nach körperlicher Anstrengung oft Rötungen auf Oberarmen,Brust,Gesicht sowie nach dem Duschen.
  • manchmal Stuhlgang wie Kaninchenkot oder Ziegenkot -häufige Blähungen -häufiger Harndrang nach Getränkaufnahme

und bestimmt noch weitere die mir noch Einfallen ... was meint ihr ?

Antwort
von PrincesPlastic, 19

Die meisten der Symptome die du hier nennst sind wirklich typisch für psychiatrische Erkrankungen und völlig nachvollziehbar bei einer Angststörung.

Nach dem was du durchgemacht hast versuchst du besonders gut auf dich zu achten, was natürlich lobenswert ist, aber offenbar ein bisschen nach hinten los geht.

Das ist ein kleiner Teufelskreis, du hast Stress und bemerkst irgendwas an dir, zum Beispiel Bauchkrämpfe.

Bauchkrämpfe sind bei Stress auch bei psychischem Stress normal. Das haben zum Beispiel schon kleine Kinder vor dem Mathetest! Natürlich sind die Schmerzen echt, kommen aber nicht vom Körper, sondern vom Kopf.

Und dann geht es weiter. Die Bauchbeschwerden verunsichern dich, du machst dir Gedanken und kriegst Herzrasen, das steigert die Durchblutung und damit auch die Talgproduktion, deine Haut gerät aus dem Gleichgewicht, so kann es auch zu Pilzinfektionen kommen, durch diese kommt es zu einer gestörten Wundheilung.

Das verunsichert dich natürlich weiter, schließlich bist du krank. Dadurch kannst du nicht schlafen, bist müde und schapp, deine Augen brennen, weil du nicht richtig durchschläfst, dadurch kommt es auch zu Stimmungsschwankungen.

Das macht das ganze natürlich nicht besser, du machst dir noch mehr Sorgen und kriegst wieder Herzrasen, weil dein Körper versucht das Herz zu entlasten sinkt dein Blutdruck, deine Gliedmaßen schlafen ein, weil der Druck etwas niedriger ist als sonst, dadurch ist auch dein Wärme- und Kälteempfinden gestört.

Es ist völlig normal, dass du bei dem ganzen auf dich selber achten auch mal was vergisst! Dein Gehirn hat ja genug damit zutun die ganzen Symptome im Blick zu behalten!

Zwischendurch wird es dann etwas besser wenn du dich ablenkst, schlimmer wird es dann wieder wenn du pausierst, weil du wieder Zeit für weitere Beobachtung hast.

Der Darm ist sehr empfindlich und dreht bei dem ganzen Stress natürlich auch durch. Mal braucht er bestimmte Nährstoffe mehr, der Blutdruck ist niedriger, also wird auch weniger Wasser abgepresst, der Stuhlgang wird härter, es kommt zu Verstopfungen, dann ernährst du dich vielleicht besonders gesund, weil du die Verstopfungen bemerkt hast, dein Darm kann aber grad gar nicht so viele Nährstoffe aufnehmen und es kommt zu Durchfall.

Ich denke ich konnte die meisten Symptome erklären. Bei einigen weiteren wirst du bei genauerem nachdenken merken, dass es nichts schlimmes ist. Rote Flecken nach dem Sport oder dem duschen zum Beispiel sind doch gut, die Haut wird durch die bessere Durchblutung (höherer Blutdruck beim Sport, warme Luft beim Duschen) rot, das ist was Gutes! Nimm das so an.

Wenn du merkst, dass Ablenkung hilft nutze das! Lenk dich ab, such dir ein Hobby. Mach eine Therapier und du wirst merken die Symptome gehen alle von selbst weg. Gönn dir mal etwas Freiraum.

Kommentar von DFumse ,

Danke für die hilfreiche Antwort ! Also ich kann das soweit auch ganz gut nachvollziehen aber es ist so sau schwer aus diesen Teufelskreis heraus zu kommen. Ich bin seit 2 1/2 Monaten in Theraphie und nehme seit 1 1/2 Monaten Antidepressiva gegen Angstörung (Paroxetin) aber beides scheint bisher nicht zu wirken obwohl ich auch daran glaube dass es mir hilft ..

Außerdem habe ich einen HIV Test der noch offen ist welcher vor 7 Wochen gemacht worden ist aber die Ergebnisse nicht ankamen beim Hausarzt warum auch immer,das belastet mich schon sehr.

Kommentar von PrincesPlastic ,

Dass die Antidepressiva so schnell nicht wirken ist ganz normal, da muss sich erstmal ein gewisser Spiegel im Blut bilden. Es kann auch gut sein, dass sie erst total gut helfen und du dann wieder das Gefühl hast, dass es gar nichts bringt. Das liegt daran, dass dieses Spiegel sich eben erst einpendeln muss. Dabei ist es wichtig, dass man das durchhält! Denn wenn du die Tabletten dann einfach absetzt, weil du denkst, dass sie nicht wirken, hat dein Körper ja ganz plötzlich diesen Wirkstoff nicht mehr und dann fällst du ziemlich sicher in ein tiefes Loch.

Und auch wegen des HIV-Test mach dir nicht zu große Gedanken, dass ein Bluttest manchmal länger dauert kann passieren. Und selbst wenn der Test positiv sein sollte ist das natürlich nicht schön, aber kein Weltuntergang. Man kann heutzutage sehr gut mit HIV leben. Die Symptome die du jetzt hast sind sehr viel belastender, als die paar Tabletten die du nehmen musst, falls der Test positiv ist.

Antwort
von Theremin, 11

Moin,

 

das meiste wurde schon gesagt. ich brauchte die Sympthome gar nicht zuende lesen um dir sagen zu können, das dies psychosomatisch ist.

Hier mal eine kleine Erklärung, was bei Stress in unserem körper passiert.

 

Erst einmal ist es wichtig, dass es positiven Stress und negativen Stress gibt.

Eustress = positiv

Disstress = negativ

 

Wir brauchen Stress, damit wir funktionieren. Er ist also lebensnotwendig. Das richtige Maß ist jedoch entscheident.

Haben wir stress und sind aktiv, arbeitet in unserem Nervensystem der sogenannte Sympatikus. Entspannen wir, ist der sogenannte Parasympatikus aktiv (Liegt ungefähr im oberen Rücken). Ist der Parasympatikus aktiv, also entspannen wir, wird unser Körper entgiftet und regeneriert sich.

 

Haben wir jetzt nun ununterbrochen Stress, wird der Parasympatikus nie seine Aufgabe erfüllen können, die entgiftenden und Regenerationsprozesse im Körper anzuschmeißen. Dein Körper nimmt also schaden und wird krank.

 

Der Magen Darm Trakt ist ebenfalls davon betroffen. haben wir viel Stress, nimmt unser Körper an, das wir in einer lebensbedrohlichen Situation sind und uns entweder verteidigen oder fliehen müssen. Das Nerbvensystem bündelt alle vorhandene Energie, um fliehen oder angreifen zu können und deaktiviert alle Systeme, die in so einer Situation einfach unwichtig sind. Dazu gehört z.B. der Magen und Darm. Denn in einer Situation, in der es um unser Leben geht, ist es ziemlich egal, ob wir unser essen richtig verdauen.

Wenn man also bei der nächsten Prüfung durchfall hat, weiß man, dass der Körper sich auf eine Gefahrensituation vorbereitet.

 

Deine Aufgabe sollte jetzt sein, dich aus diesem Teifelskreis rauszuholen, der dich ununterbrochen unter Stress setzt. Wie du schreibst, scheinst du ja schon in psychotherapeutischer Behandlung zu sein. mach das auf jeden Fall weiter. Wenn du auch bereit bist, selber eine Therapie zu zahlen, kann ich die die Verfahren "Somatic Experiencing" und "NARM" empfehlen. eides hervorragende Verfahren, die wirklich etwas ändern können, aber leider nicht von der Krankenkasse übernommen werden. Was die Antidepressiva betrifft, brauchen die eine Zeit. Es kann aber auch sein, dass noch ein anderes versucht werden muss. Citalopram ist z.B. ein sehr gutes Antidepressiva.

 

Hoffe, dass ich dir ein wenig helfen konnte.

Expertenantwort
von bodyguardOO7, Community-Experte für Arzt, Krankheit, Medizin, 24

Bei Stress, THC und Alkohol handelt es sich um "Magnesiumräuber" - daher findest Du viele Deiner Symptome hier.

http://www.magnesium-ratgeber.de/magnesiummangel/symptome-diagnose-magnesiummang...

Kommentar von bodyguardOO7 ,

Zum Thema "Angststörung" kannst Du auch noch hier in meine Antwort schauen.

https://www.gutefrage.net/frage/kann-man-angststoerung-ohne-medikamente--meister...

Antwort
von KathiEutin, 21

Was möchtest du jetzt genau wissen?

Kommentar von DFumse ,

Ich würde gerne wissen ob es sich nach psychosomatischen Problemen anhört oder ob es was anderes seien könnte.

Kommentar von KathiEutin ,

psychosomatisch

Antwort
von altgenug60, 24

ICD 10: F45.2

Kommentar von DFumse ,

Was bedeutet das ? :-)

Kommentar von Sanja2 ,

hypochondrische Störung

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