Frage von Merlchen1607, 102

Sind das Anzeichen von Wahrnehmungstörungen/ Schizophrenie?

Hallo,
Ich (w/15) habe seit etwa 2 Jahren schwere Depressionen gepaart mit Schlafstörungen und Suizidgedanken, weshalb ich seit Dezember 15 schulunfähig bin.

Soviel zur Vorgeschichte.
Seit etwa 3 Wochen nehme ich jetzt allerdings andere Eigenartigkeiten wahr. Ich rede plötzlich von Verstorbenen, und mitten im Satz fällt mir ein, dass sie ja tot sind (obwohl der Todesfall mindestens 3 Jahre zurück liegt). Oder ich sehe meine seit 3 Jahren verstorbene Uroma auf unserer Treppe sitzen, obwohl ich ja weiß, dass sie tot ist. Ich habe ständig, wenn ich in unseren Garten gucke, das Bild vor Augen, wie eben diese Uroma mit meinem 4 Jahre alten Bruder in einem Spielhäuschen spielt, obwohl mein Bruder jetzt 11 und das Spielhäuschen abgerissen ist.

Manchmal habe ich ganz plötzlich auch das Gefühl, an einem anderen Ort zu sein, ein anderer Mensch zu sein, etwas anderes zu tun, als ich es in Wirklichkeit gerade tue. Plötzlich habe ich ein ganz anderes Gefühl für mich selbst. Wenn ich zum Beispiel gerade abwasche, dann fühle ich mich auf einmal, als ob ich auf der Flucht vor jemandem oder etwas bin und es kommt mir so vor, als würde ich schnell laufen. Das dauert aber meistens nur wenige Sekunden an, dann ist es schon vorüber, trotzdem verwirrt es mich sehr.

Und heute Nacht wurde es noch extremer. Ich bin fest in dem Glauben, zwei Freundinnen lägen neben mir, gegen 4 Uhr eingeschlafen, um um 5 aufzuwachen und panisch in meinem ganzen Zimmer nach ihnen zu suchen, obwohl sie ja gar nicht da waren (was mir erst nach zwei Stunden Suche im ganzen Haus aufgefallen ist, ich hätte beinahe die Polizei gerufen, weil wir, bzw. in Wirklichkeit nur ich, allein zu Hause waren..

In diesen Phasen bin ich merklich nicht ich selbst, weil ich ein sehr rationaler Mensch bin, der eigentlich in jeder Situation kontrolliert wird.

Ich bin so "traumatisiert" von diesen nächtlichen oder täglichen Momenten, dass mich noch stärker Suizidgedanken quälen.

Mich ängstigt das sehr und ich weiß nicht, was ich tun soll. Ich bin zwar in therapeutischer Behandlung (seit Oktober 15), aber meine Therapeutin ist jetzt noch für 2 Wochen im Urlaub. Ich traue mich sowieso mit niemandem im realen Leben darüber zu reden, weil es mir sehr unangenehm ist. Außerdem spreche ich nur, wenn ich mir 100 % sicher bin, wovon ich rede.

Kann mir jemand sagen, bzw. hat jemand eine Tendenz dazu, was das sein könnte, was ich beschreibe? Ich weiß von mir, dass ich mich selbst damit sehr beruhige, wenn ich weiß, was es ist (Ich muss über alles immer die Kontrolle haben, oder zumindest wissen, worum es geht). Ich wäre sehr dankbar für eine Antwort :)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Mikey86, 40

Hi

Erstmal solltest du tief und bewusst ein und ausatmen.

Was du schilderst, hat gewisse zusammenhänge mit deiner Vermutung. Allerdings muss ich dir gleich jetzt sagen, das ich ohne dich persönlich begutachtet zuhaben, nicht im Stande bin, eine abschliessende und verlässliche Diagnose zu stellen.

Du bist bereits in Psychotherapeutischer Behandlung seit 2015. Sehr gut. Mach dort unbedingt weiter.

Wirst du mit Medikamentenbeigabe nebst den Sprechstunden behandelt? Wenn ja, mit welchen wenn ich fragen darf?

Anhand deines Schreibstyle's gehe ich davon aus, das du für dein zartes Alter von 15 Jahren trotz deiner Erkrankungen, ein taffes Mädchen bist. Halte daran fest.. du bist auf dem richtigen Weg.

Da deine Therapeutin im Urlaub ist, wird ein "sofortgespräch" mit Ihr ja leider schwierig. Wenn du es nicht aushältst, wende dich bitte umgehend an einen Notfallpsychiater. Diese findest du in der Regel in jedem grösseren Spital.

Du darfst mich auch sehr gerne auf privater Ebene anschreiben. Ich werde dir sogut ich kann Unterstützung bieten und dir gegebenenfalles die möglichen Anlaufstellen ausfindig machen.

Alles liebe und viel Kraft auf deinem Weg.

Kommentar von Merlchen1607 ,

Hallo, danke für deine Antwort!
Ich nehme zur Zeit keine Medikamente, da ich damit nur Probleme hatte. Als erstes habe ich Fluoxetin, dann Valdoxan und schließlich Mirtazapin eingenommen. Die beiden letzteren sind ja Schlafmittel, die ich inzwischen nicht mehr allein (außerhalb einer Klinik) nehmen darf, weil sie 1. meine Angstzustände verschlimmern und ich 2. zu oft viel zu viel (absichtlich) eingenommen habe, so dass ich mehrmals kurz vorm Krankenhaus war. Das Fluxetin hat ebenfalls bereits vorhandene Probleme nur verschlimmert und deshalb hat mein Psychiater das Medikament abgesetzt.

Kommentar von Mikey86 ,

Ah ok.. verstehe.

Gut, es ist leider für mich ohne Akteneinsicht schwer nachvollziehbar, aus welcher "Enddiagnose" dein Arzt dir welches Präparat verschrieben hatte.

Fluoxetin und Valdoxan scheinen mir allerdings anhand was du geschildert hast, die falschen Medikamente für dich.

Das ich dir auf diese Distanz keine genaue Diagnose geben kann, muss man berücksichtigen. Dennoch aufgrund der von dir genannten Depression und meines erachtens Angststörungen und paranoiden Psychosesymptome welche ich anhand deiner Schilderung erkennen kann, hätte man mit zwei anderen Präparaten (cipralex und mirtazapin) in kombi, die besseren Ergebnise erreichen können. Frage bei deinem Arzt nochmal nach.

Ich denke gerade am Anfang, wäre es für dich als Unterstützung positiv, wenn du als Begleittherapie, Medikamente bekommen würdest.

Kommentar von Merlchen1607 ,

Ich habe noch eine Frage, keine Ahnung, ob du dir beantworten kannst..

Die o.g. Symptome treten erst seit etwa 2-3 Wochen auf.. Ist es da eigentlich noch zu früh, um eine "Diagnose" zu treffen, das ist jetzt rein theoretisch.. Ich hatte über einen Zeitraum von etwa 3 Wochen davor sehr viel Druck und stand vor einer schwerwiegenden Entscheidung, ist es möglich, dass das Ganze dadurch evtl. zum Vorschein gekommen ist?

Ich meine, immerhin mache ich jetzt etwa ein 3/4 Jahr Psychotherapie mit 2 3-tägigen Klinikaufenthalten und nichts hat wirklich etwas gebracht, das eigentliche Probleme schien oder scheint noch nicht ersichtlich.. Deshalb lief es die letzten beiden Gesprächstermine, bevor meine Therapeutin in den Urlaub gefahren ist, gar nicht gut, ich habe kaum ein Wort geredet und war zu nichts bereit, weil ich mich sehr unverstanden und falsch gefühlt habe, was bisher noch nicht so aufgetreten ist..

Wie gesagt, keine Ahnung, ob du die Frage(n) überhaupt aus der Ferne beantworten kannst (:

Kommentar von Mikey86 ,

Hallo

Doch klar kann ich dir deine Fragen auch aus der Ferne beantworten. Nur darfst du daraus keine Schlussdiagnose ziehen, denn dazu müsste ich dich persönlich betreuen.

Du sagst, du hättest seit zwei Jahren schwere Depressionen, was sicherlich auch mitverantwortlich für dein momentanes befinden ist. Ich weis leider nicht, wie lange du die obengenannten Medikamente eingenommen und seit welchem Zeitraum abgesetzt hast.

Gerade beim Absetzen von Fluoxetin, wurden leider oft verstärkte Absetz- Entzugssymptome festgestellt. Bei Kindern über acht Jahren und Jugendlichen ist es bei mittelschweren bis schweren Episoden einer Major Depression in Kombination mit einer gleichzeitigen psychotherapeutischen Behandlung indiziert. Fluoxetin kann bei jungen Menschen dieser Altersgruppen zu suizidalem oder feindseligem Verhalten führen. 

Deine momentanen Beschwerden welche sowohl leicht paranoide wie auch erschöpfungssymptome aufweisen, können einerseits durch den erlebten Druck den du schilderst, aber auch durch die abgesetzten Medikamente entstanden sein.

Deshalb bitte ich dich, so rasch als möglich dies mit deinem Arzt zu besprechen. Schildere ihm genau was du fühlst.

In der zwischenzeit, begebe dich so oft du magst und kannst nach draussen. Spatziergänge an der frischen Luft wirken entspannend. 

Halt mich doch bitte auf dem laufenden.

Alles gute

Kommentar von Merlchen1607 ,

Ich bezweifle, dass es an den Medikamenten bzw. dem Absetzen dieser liegt. Ich habe keines der Mittel öfter als zwei mal genommen, und das liegt auch schon etwa 3-4 Monate zurück. Zu meinem Arzt habe ich zudem leider ein sehr schlechtes Verhältnis, da er sich oft über mich lustig macht, um "die Situation aufzulockern". Man kann sich bei einigermaßen logischem Verstand denken, dass das einer pubertierenden, depressiven, suizidalen 15-Jährigen nicht unbedingt gut tut. Wenn ich seine "Scherze" nicht verstehe, bin ich seinen Augen unlustig, verstehe keinen Humor und will mich nur gegen jeden Erwachsenen auflehnen. Ich als Jugendliche, die die Situation relativ logisch zu verstehen versucht, fühle mich dann hintergangen und nicht ernstgenommen. Aber einen anderen Arzt kann ich mir auch nicht so einfach suchen, weil meine Mutter der Meinung ist, dass das der beste Psychiater in der Gegend ist, und ich mich (wie der Arzt es auch behauptet) ja bloß gegen die Erwachsenen stellen wollte. Das ist natürlich völliger Unsinn, sicher, ich bin "nur" ein pubertierendes Mädchen von 15 Jahren, aber es gibt (meiner Meinung nach) einen Unterschied zwischen Spaß/ Humor und kontraproduktivem Umgang mit Patienten.. Was ich jetzt tun soll, ist mir natürlich völlig unklar..

Kommentar von Mikey86 ,

Ok. Ja tatsächlich können diese Symptome nicht durchs Absetzen entstanden sein..

Allerdings verwundert mich, warum du die Medis nur "zwei" mal genommen hast??! 

Antidepressivums benötigen im Schnitt 14 Tage bis eine positive Wirkung eintritt.. Fakt: Nach nur zwei Tagen kann man keine Wunder erwarten.

Ich würde dir empfehlen, entweder den Arzt zu wechseln oder mit dem jetzigen versuchen auf einen Nenner zu kommen. Deine momentanen Umstände sollte man nicht vernachlässigen.

Ich drück dir die Daumen.

Kommentar von Merlchen1607 ,

Ich hab die Medikamente nur kurz genommen, weil sie wie oben beschrieben Panikattacken verursacht haben, sodass meine Suizidgedanken mehr wurden und zudem die Angstzustände, die ich hatte und habe, immer öfter auftraten, das hat einfach keinen Sinn gemacht. Insgeheim wollte ich wahrscheinlich auch gar nicht, dass sie wirken, ich habe also auch keine Wunder erwartet.

Antwort
von TheSuper7, 33

Hallo Merlchen, ersteinmal ein großes Lob dafür, dass du so offen und ehrlich über deine persönlichen Erfahrungen und Ängste sprichst, das würde bestimmt nicht jeder tun. An deinem Schreibstil und deiner Sprache meine ich zu erkennen, dass du für dein Alter schon sehr reif und intelligent bist und durchaus die Fähigkeit zur Selbstreflexion besitzt. Das ist ein sehr gutes Zeichen. Du kannst im Nachhinein deine Erlebnisse immer eindeutig als irreal erkennen und es hört sich für mich so an, als ob du eine sehr wachsame, aufgeweckte und wie du selbst sagst, rationale Person bist. Ich bin kein Psychologe und habe mich mit dem Thema auch nicht intensiv befasst, noch kann ich aus eigener Erfahrung sprechen. Doch vor wenigen Wochen hatten wir das Thema Schizophrenie im Psychologieunterricht in der Schule und deine Beschreibungen passen sehr genau auf das Krankheitsbild der Schizophrenie. Es ist sehr wichtig, dass du therapeutisch betreut und auch medikamentös behandelt wirst. Wir haben uns im Unterricht noch den Film "A Beautiful Mind" angesehen, der auf einer historischen Persönlichkeit mit Schizophrenie basiert, vielleicht möchtest du dir ihn ja mal ansehen und kannst daraus mehr Verständnis für dein Problem entwickeln. Ich hoffe ich konnte dir ein wenig weiterhelfen. Bitte nimm nichts von dem was ich sage, allzu ernst, ich bin nur ein Schüler wie du und habe mich durch deine Geschichte irgendwie verantwortlich gefühlt dir etwas zu schreiben... Bleib stark und verliere nicht die Hoffnung!

Antwort
von bikerin99, 17

Diagnosen überlasse den behandelnden Ärzten oder deiner Therapeutin. Was du beschreibst sind eindeutig Wahrnehmungsstörungen. Am besten du sprichst mit deinem Facharzt für Psychiatrie über deine Symptome und eine mögliche Behandlung. Alles Gute.

Antwort
von christl10, 35

Dafür daß Du so einen langen Text schreiben kannst, dürfte es Dir eingentlich ganz gut gehen. Habe nicht zu Ende gelesen, da ich glaube Du es ganz schön übertreibst. Auch frage ich mich was aus Dir werden soll. Hast Du die Schule abgebrochen? Was glaubst Du wovon Du leben kannst, wenn Du keine Schulbildung hast? Keiner wird Dich einstellen wollen. Du wirst ein Leben lang von Sozialhilfe leben und gerade das bekommen was Du zum Leben brauchst nicht mehr. Ich hoffe Du besinnst Dich bald und machst die Schule fertig, sonst sehe ich echt schwarz für Dich. 

Kommentar von Merlchen1607 ,

Danke für deine Antwort, ich habe allerdings nicht die Schule abgebrochen, womit 3/4 deiner Aussagen leider nicht auf mich zutreffen. Ich bin krankgeschrieben und werde seit etwa zwei Monaten zu Hause beschult, weil ein Schulbesuch nicht möglich ist. Ich stehe zudem in regem Kontakt mit meiner Klassenleitung und der Schulleiterin. Es wäre außerdem schön, wenn du das nächste Mal bis zum Ende lesen könntest (:

Kommentar von christl10 ,

Habe mir nun die Mühe gemacht Dein Kommentar zu Ende zu lesen. Ich finde Du solltest bei Deinen Ärzten bleiben und nicht hier in die Öffentlichkeit schreien. Niemand hier kann Dir helfen auch weiss man nicht wie Du es aufnimmst, daher halte ich mich kurz. Gehe notfalls zu Deinem Hausarzt und schildere Ihm Deinen Vorfall, er kann Dir am besten weiter helfen. Hier wirst Du uns nur verwirren, zudem ist es auch fraglich ob wir der Geschichte trauen können. Viele Jugendliche machen viele Sachen um Aufmerksamkeit zu gelangen. Gute Besserung noch. 

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