Sind Chiasamen wirklich so gesund?

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4 Antworten

Es lohnt sich immer, die eigene Birne einzuschalten. Gerade wenn etwas als "Superfood" beworben wird, sollte man zumindest skeptisch werden. :)

Guck dir einfach mal diesen Boom um Aprikosenkerne an! Da denkt auch kein Konsument dran, dass sich die Blausäure mittelfristig im Körper akkumuliert, da sie kaum abgebaut wird, und selbst bei geringen täglichen Dosen mittelfristig eine toxische Dosis erreicht sein wird, die entweder bleibende Schäden (Behinderungen) hervorrufen wird, oder gar zum Tode führt.

Das gleiche mit Amaranth. Mir ist kein anderes Lebensmittel bekannt, was so dermaßen viel Oxalsäure enthält. Und die Leute, welche das Zeug schüsselweise als Müsliersatz zu sich nehmen, werden mittelfristig bleibende Nierenprobleme bekommen. Ist auch ganz logisch, denn irgendwohin müssen die Oxalsäurekristalle ja hin, und in den Nierentubuli bleiben sie dann halt hängen.

Auf der einen Seite macht zwar die Dosis das Gift, aber dabei wird eben oft (wie bei Aprikosenkernen und Amaranth) übersehen, dass sich schädliche Stoffe über die Zeit im Körper ansammeln, da sie gar nicht so schnell abgebaut werden können, wie zugeführt wird.

Man müsste also eigentlich sagen: Die Dosis multipliziert mit der Dauer macht das Gift.

Auf der anderen Seite kann ich nachvollziehen, dass sich die Menschen halbwegs gesund ernähren wollen und Schadstoffen, die nicht in Nahrungsmittel gehören (z. B. Polychlorierte Biphenyle) so weit wie möglich ausweichen.

Nur Viele verkennen, dass sie durch Esoterik und Scharlatanerie in genau die andere Richtung getrieben werden, und ihrem Körper in der Summe deutlich mehr schaden, als würden sie - hypothetisch gesprochen - jeden Tag krebserregende Kunststoffteile ablecken. :)

Wer sich wirklich dafür interessiert, der sollte sich keine Pseudowissenschaftlichen "Sachbücher" besorgen, sondern ruhig mal Fachbücher fürs Grundstudium aus verschiedenen Fachrichtungen konsumieren. Zum Beispiel:

https://www.amazon.de/Taschenatlas-Ernährung-Hans-Konrad-Biesalski/dp/3131153563/

Dafür sollte man aber halbwegs fit in Biologie und Chemie auf dem Level der 7ten Klasse sein, was - leider - die meisten Durchschnittsbürger überfordern wird. Die meisten Leute wissen ja nicht mal, was genau ein "Protein" ist oder können nicht mal mehr einfachste Stöchiometrie, obwohl das JEDER in der Schule gehabt haben sollte.

Wer also WIRKLICH etwas für seinen Körper tun will, der möge sich doch vorher erst mal ein wenig bilden und zumindest das ins Gedächtnis rufen, was man wenigstens so bis zur 8ten Klasse gelernt hat. Allein DAS bringt langfristig VIEL mehr als jeder Ernährungskurs oder jedes "Allgemeinwissen".

Denn ERST dann ist man in der Lage einzuschätzen, ob "Superfood" auch wirklich so "super" ist.

Allerdings sind die meisten Menschen geistig ziemlich faul und haben Angst vor Bio, Chemie, Physik oder Mathe. Das ist ziemlich schade! Denn sie glauben dann lieber, was ihnen in "Ratgebern" und "Zeitschriften" vorgesetzt wird. Betrüger können also nur durch die mangelnde Bildung ihrer Kundschaft überleben.

Fazit: Bilden, und die eigene Birne einsetzen!

Und um auf deine Frage zurück zu kommen: Mir (und vermutlich den meisten anderen auch) fehlen bzgl. Chia-Samen zu viele Informationen (z. B. aus Langzeitstudien) um mir eine Meinung bilden zu können. Deshalb sage ich jetzt bewusst nicht, dass das Zeug Müll ist, oder heilig gesprochen werden sollte.

Wer wirklich ehrlich ist, der MUSS zugeben, dass es zu wenige Infos zu diesen Samen gibt. ABER: Im Moment deutet nichts auf eine überdurchschnittlich gesundheitsschädliche Funktion bei normalem Konsum hin. Genauso ehrlich muss man allerdings auch sagen, dass die Samen über keine besonderen Inhaltsstoffe, oder Mengen davon, verfügen, die sie insgesamt wertvoller als vergleichbare Nahrungsmittel machen.

Als Alternative werden oft Leinsamen angepriesen. Die sind zwar nicht so hipp, dafür aber deutlich billiger und enthalten mehr oder weniger das Gleiche. Ohne triftigen Grund braucht man als durchschnittlich gesunder Mensch weder Chia-, noch Leinsamen. Bei Verdauungsproblemen ist das etwas anderes.

Aber die Bezeichnung "Superfood" stammt aus der Feder von Marketing-Experten. Mehr steckt da nicht hinter!

Schönen Abend noch! :)

PS: Irgendwie wirst du auf JEDEM Gebiet ein Nahrungsmittel mit besonderen Eigenschaften finden, die den Großteil der anderen übersteigen. Behalte dabei aber immer im Hinterkopf, dass diese Nahrungsmittel dann aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch Defizite auf anderen Gebieten haben (evlt. Vitaminmangel oder Giftstoffe).

Von daher beachte immer die "Verhältnismäßigkeit" und den "Durchschnitt".

Frag dich einfach mal selber: Ist es "verhältnismäßig" Chiasamen als Superfood zu bezeichnen? Liegen die "durchschnittlichen" Nährwerte und positiven so exorbitant über der Konkurrenz, ohne eigene Nachteile?

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Superfood ... ja Chiasamen haben verdammt gute Nährwerte, aber gesehen auf 100g !

Ein Löffel davon, wie empfohlen, bringt genau Nüsse und mehr wird bei dem Kilo-Preis auch verdammt teuer.

Kurz : Typischer Hype und den Preis nicht wert - wichtig ist eine ausgewogene Ernährung und höchstens noch gute Vitamintabletten, kein "Superfood" welches keines ist.

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Kommentar von gutermax
24.09.2016, 21:05

Ich bin ein Muskelpack gehe jeden Tag ins Fitnessstudio und esse sehr ausgewogen

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Lies doch im Internet was da alles drin steckt und was es dir bringt

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Kommentar von gutermax
24.09.2016, 20:51

hab nichts genaues darüber gefunden

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Kommentar von BetterInStereo
24.09.2016, 20:51

schreib mir mal eine private Nachricht :)

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Hier ist ein aktueller, umfangreicher und studienbasierter Artikel zu Chia: https://www.inutro.com/chia-samen

Fazit: Ganz nett als Puddingalternative, etwas sättigend durch die Ballaststoffe. EIn paar gesunde Inhaltsstoffe. Aber überragendes Superfood? Wohl eher nicht.

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