Neuerdings sehe ich gerne die Auswanderer-Sendungen am Fernsehen. Mein Bekannter meint, Auswanderer sind nur Leute, die es in Deutschland zu nix gebracht haben und im Ausland auf ein Wunder hoffen. Kann man das so verallgemeinern?

Das kann man sicher nicht verallgemeinern. Aber die Leute, die in diesen Serien gezeigt werden, sind in der Regel Verlierer, die glauben im Ausland würde ihnen die ganze Welt zu Füßen liegen, ohne dass sie etwas dafür tun müssen, ja ohne selbst die Sprache zu kennen. Wahrscheinlich lassen sich die Auswanderer, die es auch in Deutschland schon zu etwas gebracht haben, in solchen Serien einfach nicht filmen, weil sie es nicht nötig haben.

Ich sehe diese Leute nicht als Verlierer, sondern eher als Menschen, die ihr Leben selbst in die Hand nehmen und nicht nur jammern und auf den Staat vertrauen. Das heißt nicht, dass sie ab sofort auf der Siegerstraße fahren. Aber sie entwickeln Eigeininitiative und eine Selbstverantwortung, die bei vielen nicht vorhanden ist.

Das sehe ich nicht so. Jeder Neuanfang bietet eine neue Chance, egal ob in Deutschland, oder im Ausland.
Zugegebenermaßen sind manche schon sehr blauäugig. Haben weder die Sprache erlernt, noch eine Wohnung, manche nicht mal Geld. Kann das denn gut gehen?
Shira am 30. Oktober 2007 21:16 Wenn man allerdings auswandert, ohne die Landessprache zu beherrschen, finde ich das auch kritisch. Man sollte sich schon sehr gut auf eine Auswanderung vorbereiten.

Verallgemeinern kann man selten etwas.
Viele, die ständig davon REDEN, auswandern zu wollen, weil es anderswo besser sei, könnte man sicher als Verlierer bezeichnen, dies deshalb, weil der, der unzufrieden ist, ohne wenigstens den Versuch zu unternehmen, das zu ändern, schon verloren hat.
Wer tatsächlich auswandert, kann dabei verlieren oder gewinnen.
Ich kenne allerdings die Serien nicht. Ich könnte mir aber vorstellen, daß dort möglicherweise eher Verlierer gezeigt werden, weil sich viele Zuschauer am Unglück anderer erfreuen und so Quote bringen. (Das ist jedoch Spekulation.)
Einige Freunde von mir sind ausgewandert. Zwei haben nach dem Abi einfach zahlreiche Reisen gemacht und einer ist dann Tauchlehrer geworden. Das war auf Jamaika. Mittlerweile lebt er aber mit seiner Frau, die er auf Jamaika kennengelernt hat, in England. Der andere war zwischendurch wieder in Deutschland, ist dann aber endgültig nach Spanien gegangen. Er ist tatsächlich immer noch ein Freak und es gibt sicher Leute, die sagen würden, er sei ein Verlierer, aber ich denke, er lebt wie er sich das vorstellt und es geht ihm gut. Eine andere Freundin ist nach schlimmsten Liebeskummer in die USA abgehauen, die hat dort die Liebe ihres Lebens kennengelernt und geheiratet. Eine Freundin hat in London studiert und lebt und arbeitet dort. Wie du siehst der eine so, der andere so. Jeder Jeck ist anders. Und ob man ein Verlierer ist, entscheiden nicht die anderen.
Verallgemeinern kann man das sicher nicht, wie Shira schon sagt. Bei den Sendungen musst du auch in Betracht ziehen, dass sich wahrscheinlich mehr Menschen filmen lassen, die das Geld gut gebrauchen koennen, und dass natuerlich oft gezeigt wird, was die Zuschauer sehen wollen. Auswanderer, bei denen es keine Schwierigkeiten gibt, sind ja langweilig.
Shira am 30. Oktober 2007 21:23 Genau, das ist auch meine Meinung! Ich sehe diese Sendungen manchmal.

Das darf man so wohl nicht verallgemeinern.
Neben Menschen, die hier nicht zurechtkamen und die deshalb oft schlecht vorbereitet ins Ausland gehen und dabei vergessen, dass sie sich selbst als wesentliche Quelle ihres Misserfolgs dabei mitnehmen, gibt es auch viele sehr gut vorbereitete Auswanderer, die dann auch meist Erfolg haben werden.
Zusätzlich gibt es dann noch Menschen, die hier zwar erfolgreich waren, denen die Hektik hier aber immer weniger gefiel und die jetzt auswandern, um dort in vielleicht bescheideneren Lebensumständen aber dafür sehr glücklich zu leben.
Es lässt sich wirklich nicht verallgemeinern. Es hängt doch davon ab, ob und wie man sich vorbereitet und informiert. Man sollte sich VORHER überlegen, welche Kenntnisse man hat, beruflich und natürlich auch von der Sprache. Gut vorbereitet sind Auswanderer bestimmt keine Verlierer.
Sehr schön.
genau so ist es!