Frage von Knoerf, 43

Sind Atomkraftwerke heutzutage die bessere Alternative?

Ich hatte vor kurzem eine Doku auf Arte gesehen. Dort wurde gezeigt, dass die Luftverschmutzung wie insbesondere Dieselabgase nicht nur schlecht fürs Klima sind sondern auch für den Menschen selber. Außerdem muss ich nicht diese Doku gesehen haben um zu wissen, dass immer mehr Menschen krank sind. Krebs, Allergien, Asthma, Autismus usw. Alles aufsteigend.

Von wo sollen diese Krankheiten sonst herkommen? Da denke ich mir wenn die Luftverschmutzung so weiter geht ist es ja doch eh schon egal ob man Krebs durch einen Supergau eines Atomkraftwerkes bekommt oder durch die Dieselabgase, nur bei einem Atomkraftwerk habe ich nur die Gefahr, dass es passiert. Dieselabgase dagegen bin ich ständig ausgesetzt.

Ich denke würde der Verkehr und die Beheizung vollkommen elektrisch oder mit Wasserstoff ablaufen und dafür sagen wir 2 neue Atomkraftwerke in Österreich benötigt werden, würde ich persönlich nicht nein sagen. Auch wenn der Müll ein Problem ist. Der Müll ist irgendwo sicher tief vergraben und aus den Augen aus den sinn. Wie seht ihr das?

Expertenantwort
von realfacepalm, Community-Experte für Klima, 13

Leider nein. Dagegen sprechen m.E. mehrere Punkte:

- Risiken: Nur schon im Betrieb von AKWs gibt es immer noch jede Menge Risiken für Mensch und Umwelt. Das muss noch nicht mal eine Kernschmelze sein, wie gerade tagesaktuell Indian Point zeigt: http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/ungluecke/vereinigte-staaten-leck-am-ato...

- nicht vorhandene Endlagerung - es gibt schlicht noch keine endgültige Lösung des Atommüll-Problems. Einfach vebuddeln ist halt leider nicht -schon gar nicht sicher.

- Treibhausgas-Ausstoß: auch wenn der direkte Betrieb praktich ohne Ausstoß von Treibhausgasen ist: Bau der Anlagen und Aufbereitung des Kernbrennstoffes sind es nicht. Dadurch liegt des CO2-Ausstoß etwa im und über dem Bereich Windkraftanlagen. Stand 2010: https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk#Kohlendioxidbilanz

- endliche Ressource: Auch das leicht zugängliche Uran wird weniger - und damit die Produktion von Kernbrennstoff immer teurer und Energie=CO2-intensiver.

- extrem Teuer: Der aktuelle Neubau in Flamanville startete 2007, sollte bis 2012 dauern und 3,3 Milliarden Euro kosten - inzwischen sind wir bei Fertigstellung bis Herbst 2018 und 10,5 Milliarden https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Flamanville#Probleme_beim_Bau_und_Ex...
Für Hinkley Point C in Großbritannien wurden sehr hohe Subventionen versprochen - und selbst die scheinen nicht auszurechen: https://www.klimaretter.info/energie/hintergrund/20581-hinkley-point-mit-atomare...

Dagegen können die vorhandenen Techniken in Windkraft und Solar hier und jetzt eingesetzt werden - die Kosten für diese Techniken und der Energieaufwand für die Herstellung sinken beständig, vor allem bei der Photovoltaik.

Für Dein Argument der Gesundheit wäre vor allem ein schneller Ausstieg aus der Kohle, und dort vor allem aus der Braunkohle notwendig. Die deutschen Braunkohlekraftwerke gehören zu den größten Treibhausgas- und Schadstoffschleudern der Welt.

Genuaso nötig wäre eine stärkere Energie-Effizienz in allen Bereichen - von Gebäudeheizung bis zur Industrie. Das verzögert unsere Regierung m.E. absichtlich und bewusst seit Jahren.

Antwort
von Daoga, 26

Der Atommüll wird jahrtausendelang Probleme machen und Geld kosten, weil das Zeug sich leider nicht in Luft auflöst. Das muß jahrtausendelang sicher gelagert werden - sicher vor Wasser, Erdbeben und anderen natürlichen Störungen und außerdem bewacht werden, damit keine Terroristen oder andere Finsterlinge drankommen, die das Zeug für "schmutzige" Bomben benutzen könnten. Dagegen ist ein bißchen Dieselruß nur eine sehr kurzfristige Störung. Besser wäre natürlich Energie aus Sonne, Wind, Wasser, Gezeiten, Holzpellets und Biogas (mach Sch... zu Energie, wie in "Mad Max 3")

Kommentar von Luegendetektor ,

Es gibt viele Stoffe (hochgiftige Abfälle), die jahrtausende sicher gelagert werden müssen. In der Zeit ist die Radioaktivität abgeklungen und entspricht die der Pechblende. Dann ist der  hochgiftige Müll immer noch hochgiftig. Davon lagern wir täglich hunderte Tonnen ein und niemanden interssierts. Das Zeug kommt in ein Endlager viele hundert Meter unter der Erde und das wird verschlossen, wenn es voll ist. Bewachen braucht man da nichts. Überwachen ja, aber das geht mit ein paar Bohrlochsonden.

Übrigens, bezahlt ist das auch schon. Dafür gibt es Milliarden Rückstellungen der Endlagernutzer.

Kommentar von Daoga ,

Rücklagen, die sich spätestens bei Insolvenz der Firmen in Luft auflösen - und das kommt früher oder später, weil die Luft für diese Firmen dank mehr Ökostrom und immer mehr Folgekosten (Fukushima - Areva) immer dünner wird? LOL.... Und bewachen muß man die Endlager für alle Zeiten. Terroristen könnten in so ein Endlager locker eindringen, wenn sie die richtige Technologie mitbringen und für ein paar Tage kein Zuschauer (sprich Bewacher) in der Nähe ist. Sonden zum Überwachen taugen auch nur solange, wie ein Bewacher am anderen Ende hängt, und wenn der wegrationalisiert wird, weil kein Geld mehr vorhanden ist...

Antwort
von Omnivore08, 16

Ich bin kein Atomkraft-Gegner! Ganz im Gegenteil. Deutsche Kernkraftwerke sind die sichersten der Welt! Jedes System ist mindestens 3fach vorhanden und mehrfach gesichert. Es bietet günstigen Strom, der wenig Fläche verbraucht. Einziges Problem sehe ich nur in der Entsorgung. Einige Fässer scheinen ja auch nicht ständig dicht zu sein. Daran kann man aber forschen. Kern-Kraft ist für Industrienationen wie Deutschland eine wichtige Energiequelle.


Antwort
von ALEMAN2015, 18

Atomkraftwerke waren immer schon die bessere Alternative, aber mit dem Pferdefuss der Endlagerung. Man muesste diesen Muell auf die Mondrueckseite schiessen, um das Problem definitiv zu loesen, das ist aber viel zu teuer.

Antwort
von Chiarissima, 29

Zu diesem Thema kann ich dir einen interessanten Beitrag empfehlen, der neben den Umweltaspekten weitere Punkte aufgreift:

http://www.faz.net/aktuell/politik/energiewende/atomkraft-ja-bitte-gruende-gegen...

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