Frage von schneebesen 13.12.2007

Sind Arbeitsplätze in Gefahr, wenn Mindestlöhne eingeführt werden?

  • Antwort von Indy72 13.12.2007
    9 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Wenn unten kein Geld ankommt, dann kann es nicht ausgegeben werden. Mindestlöne haben in den Ländern, wo es sie gibt, sicherlich bei ihrer Einführung zu gewissen Verschiebungen geführt. Aber dank Mindestlöhnen entstehen neue Jobs und die, die Arbeit haben, können davon leben. Indem das Geld ausgegeben wird, werden neue Jobs geschaffen. Ich denke nicht dass wir fünf Postunternehmen brauchen, sondern Jobs, die den Menschen ein halbwegs akzeptables Auskommen garantiert und nicht zu "workin poors" degradieren.

  • Antwort von Pinbuster 13.12.2007
    4 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Was zuallererst in Gefahr gerät, sind die Gewinne der Unternehmer.

  • Antwort von Lotusblume12 13.12.2007
    3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Das "kleine Volk" wird wohl wie immer für recht dumm gehalten. So funktioniert es auf jeden Fall, auch denen immer Angst zu machen, die noch einen bezahlten Arbeitsplatz haben von dem sie leben können. Hier wird wie immer Solidarität gefordert. Scheinbar klappt es auch häufig. Die letzten Jahre war es doch so, dass selbst bei Gewinne der Betriebe, Arbeitsplätze abgebaut werden. Warum wohl? Leider interessiert, die Aktionäre nicht, wo das Geld herkommt. Immer wieder interessant finde ich, dass gerade die, die von ihrem Einkommen nicht leben können, ihre eigenen Arbeitsplätze subventionieren sollen in Form von Steuern, um ihren eigenen Arbeitsplatz zu erhalten. Denn was bedeutet es, wenn ich trotz Arbeit noch Hartz beantragen muss, dass dieses Geld was die Arbeit wirklich wert ist, an die Aktionäre geht, oder? Womöglich sehe ich das ja auch falsch? LG Lotusblume

  • Antwort von tradaix 13.12.2007
    3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    08.12.2007 | 15:54 Uhr

    Der Tagesspiegel: IMK: Hartz-Gesetze begünstigen Ausweitung der Niedriglohnbeschäftigung

    Berlin (ots) - Das Institut für Makroökonomie- und Konjunkturforschung (IMK) hält Teile der Hartz-Gesetze für Konstruktionsfehler, weil immer mehr Menschen neben ihrer Arbeit auf Sozialleistungen vom Staat angewiesen sind. "Die Hartz-Gesetze haben die Ausweitung eines Niedriglohnsektors stark begünstigt", sagte Hartmut Seifert, Arbeitsmarktexperte des gewerkschaftsnahen Instituts, dem "Tagesspiegel am Sonntag". Denn die Unternehmen könnten davon ausgehen, dass - auch wenn sie niedrige Löhne zahlen - der Staat die Gehälter aufstockt. "Aber es war nicht vom Staat geplant, ein Kombilohn-Modell auf diese Weise einzuführen", sagte Seifert. Das Problem werde sogar weiter zunehmen. "Es ist realistisch anzunehmen, dass es bei einer weiteren Erholung auf dem Arbeitsmarkt immer mehr Aufstocker geben wird", sagte Seifert. Der Arbeitsmarktexperte hält eine Überarbeitung der Hartz-Regelungen daher für sinnvoll. "Der Staat muss sich überlegen, wie unser Erwerbssystem in Zukunft aussehen soll."

    In der vergangenen Woche hatte das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) eine Studie veröffentlicht, wonach im Januar 2007 rund 1,3 Millionen Personen Hartz-IV-Leistungen bezogen, obwohl sie einer Beschäftigung nachgingen. Das waren rund 400.000 mehr als im Jahresdurchschnitt 2005.

    (presseportal.de)

  • Antwort von demosthenes 13.12.2007
    3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Eindeutig ja, denn in manchen Bereichen, für die Mindestlöhne gefordert werden, geht es um unqualifizierte Arbeit, die besonders einfach zu mechanisieren oder ins Ausland zu verlagern ist.

    In anderen Bereichen (Friseurinnen im Osten) werden die Kunden bei höheren Preisen die Leistungen seltener in Anspruch nehmen, sich von der Nachbarin oder einer arbeitslosen Friseurin in Schwarzarbeit frisieren lassen, sodass die "offiziellen" Arbeitsplätze wegfallen.

  • Antwort von RolfHoegemann 13.12.2007
    2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    das wird sich alles einspielen, das ist meine Meinung. Anfangs gehen einige Arbeitsplätze verloren, nach einer Anlaufzeit werden wieder neue geschaffen.

    Für alle, die gegen Mindestlöhne sind: Wenn es KEINE Mindestlöhne gibt, "normale" Gehälter so niedrig sind, dass die dazugehörige Arbeit nur noch von Arbeitern/Angestellten angenommen wird, die in anderen Ländern mit noch niedrigeren Löhnen ansässig sind - was ist daran gewonnen? Das Ergebnis ist für den "normalen" deutschen Arbeitnehmer dann das Gleiche: Keine Arbeit!

  • Antwort von Ophelia 13.12.2007
    2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Leider ja, allerdings größtenteils nicht unbedingt aus zwingender Notwendigkeit seitens der betroffenen Arbeitgeber sondern um die Regierung zu erpressen. ("Kommt der Mindestlohn auch für unsere Branche, werden wir ... oder alle unsere Mitarbeiter entlassen") Das ist schließlich einfacher, als sinnvolle Konzepte zu erabeiten, die steigenden Lohnkosten sinnvoll abzufangen bzw. auf Gewinnanteile (vor allem das passt denen mit Sicherheit nicht) zu verzichten.

  • Antwort von JohnnyB 13.12.2007
    2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Ich würde mir einfach mal die entsprechende Wikipedia-Seite anschauen: http://de.wikipedia.org/wiki/Mindestlohn

    Da das Thema umstritten ist, hier meine persönliche Meinung mit minimaler Begründung:

    Mindestlöhne KÖNNEN Arbeitsplätze gefährden, wenn die Mindestlöhne über dem Wert der dafür verrichteten Arbeit liegen.

    Letztes Beispiel ist der gepl. Mindestlohn im Postbereich (der entsprechende Link zu einem Beitrag der Tagesschau wurde als Spam gewertet. -.-)

  • Antwort von steffiHobbylos 13.12.2007
    2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Auf jeden Fall! Denn die Mindestlöhne sind nur für die Arbeitnehmer ein Erfolg, für Arbeitgeber jedoch ein riesen Minus. Andere Firmen die nur noch auf Geringfügig einstellen, sollte der Mindestlohn erzwungen werden.

  • Antwort von Andylu 13.12.2007
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Das ist mit Sicherheit so, denn vor Allem viele kleinere Unternehmen können sich zumindest in der Startphase, aber wahrscheinlich auch später, die neuen Mindestlöne nicht leisten. Das bedeutetet, die Personalkosten werden im Verhältnis zum tatsächlichen oder zum zu erwartenden Umsatz zu hoch. Die logische Folge sind dann Entlassungen von Arbeitnehmern! Diese Kostenrechnungen können sich aber auch bis zu Grossbetrieben negativ auswirken!

  • Antwort von wj2000 13.12.2007
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Bestimmt! Da werden wahrscheinlich einige ins Gras beißen müssen, weil sich einige Unternehmer das nicht leisten können.

  • Antwort von Mimixs2 13.12.2007
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Ich denke schon, wenn Betriebe sich das nicht leisten können, werden eben Stellen gestrichen!!!

  • Antwort von Kajjo 19.05.2008

    Ganz eindeutig vernichten Mindestlöhne die Arbeitsplätze von Personen, deren Leistungsfähigkeit unter dem Mindestlohn liegt. Jeder Arbeitnehmer muß mindestens seine Lihnkosten erwirtschaften. Wenn er das nicht kann, wird er auch nicht angestellt. So einfach ist das.

  • Antwort von martinbach 11.03.2008

    Wie wäre es, einfach mal zu schauen, was die Wirtschaftswissenschaftler sagen? Deren Meinung ist ziemlich einhellig: Mindestlöhne vernichten Arbeitsplätze. Details siehe z.B. http://www.mindestlohn-blog.de/thema/experten/

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