Musste selber 2 Jahre lang Ads nehmen und mein Psychater hat mir immer versichert, dass die vollkommen ungefährlich sind, nicht süchtig machen usw. Aber manchmal war ich wirklich extrem gut drauf, als ob es Drogen wären Als ich sie abgesetzt habe, hatte ich extreme Entzugserscheinungen, wie Unruhe, Kopfweh etc. Das dürfte doch eigentlich nicht sein, wenn man angeblich nicht abhängig wird?
Nun soll mein Freund auch welche bekommen und macht sich extreme Gedanken.
Habe im Internet gelesen, dass in Amerika dass sogen. "Zoloft" oft als Drogenersatz missbraucht wird. Letztens kam was im Fernsehen, dass man bei eben gen. "Zoloft" in den ersten zwei Wochen erhöht Selbstmordgefährdet ist, und sich schon viele deshalb umgebracht haben.
Was sind eure Meinungen dazu? Wem soll man glauben, den Ärzten? den Medien?
Vielen Dank im Vorraus für ernstgemeinte Antworten

Nachtrag:
Die Suizid-Gefahr besteht am Anfang, weil zuerst eine Antriebssteigerung auftritt. Diese kann bewirken, dass Selbstmordgedanken in die Tat umgesetzt werden können. Deshalb muss der Arzt das abklären, bevor er das Medikament verschreibt. In den USA muss auf der Verpackung mit Fettschrift auf diesen Umstand hingewiesen werden. Sobald die Stimmungsaufhellung eintritt, hört die Gefahr auf. Es ist also nicht so, dass das Medikament Selbstmordgedanken erzeugt, sondern dass bereits bestehende Gedanken in die Tat umgesetzt werden können.

Wenn Ärzte sowas sagen, meinen sie in der Regel eine Körperliche Abhngigkeit, eine psychische Abhängigkeit ist meist gegeben. Wie alle Psychopharmaka haben auch Antipepressiva nur eine sehr diffuse, breitbandige Wirkung und nicht zueletzt Nebenwirkungen, die ebenso diffus und vielfältig sein können. Wenn es nicht unbedingt notwendig ist, z.B. bie akuter Suizidgefahr würde ich die Finger davon lassen und versuchen eine Psychotherapie zu machen. Ich habe in meiner Arbeit viele Menschen kennen gelernt, die Antidepressiva genommen haben, geholfen hat es nur einem (von ca. 35)
primusvonquack am 1. Januar 2009 20:52 Mit Psychothrapie meine ich eine problemorientierte Therapie, in der der Patient lernt mit seinen depressiven Phasen umzugehen und diese zu überwinden. Versuche die Depressionen ansich wegzutherapieren, stehe ich sehr skeptisch gegenüber

Dem Beipackzettel und wenn nötig, den Arzt darauf hinweisen. Zoloft fördert laut Studien tatsächlich in der ersten Einnahmezeit die Suizidgefährdung, daher soll der Patient zu dieser Zeit unter ständiger ärztlicher Überwachung stehen.
Und Du hast recht, diese Medikamente machen tatsächlich abhängig und wenn Dir Dein Arzt was anderes erzählt, dann ist er nicht richtig informiert. Wechsle den Arzt, oder stelle ihn zur Rede
weiß auch nicht... die ads versetzen einen ja in eine art lma-stimmung, und vor allem: die probs werden ja dadurch NICHT beseitigt...

Wenn du die Beipackzettel liest, wirst Du erfahren, ob das Antidepressiva abhängig macht oder nicht. Du kannst nicht alle Präparate über einen Kamm ziehen. Da gibt es gewaltige Unterschiede!
hab selbst antidepressiva genommen/nehmen müssen längere zeit.(=dauervergiftung) also ich persönlich halte nicht viel davon. die nebenwirkungen sind gräßlich. habe schon viele lebende medikamenten-leichen gesehen. wie kann man bloß das gehirn so vergiften. es ist doch perfekt, bedarf keinerlei zusätze von außen. leute welche medikamente konsumieren sind immer gerne gesehen, wegen umsatz und gewinn der pharmakonzerne. nehmen sie medikamente ein leben lang, wenns geht und möglichst viele !! daran verdienen die sich nicht nur dumm, sondern dumm und dämlich! (entschuldigung, weiß nicht wie ich es besser sagen soll). medikamente helfen kurze zeit. wenn es darum geht einen zustand einzufrieren und nie wieder verantwortung zu übernehmen für sich selbst oder für seine sichtweise auf die dinge, dann geben sie verantwortung an die medikamente ab. die welt ist nicht böse, die welt ist nicht gut, die welt ist. das ist meine meinung.

Antidepressiva jeder Art würde ich nur im Notfall und sehr kurze Zeit nehmen. Wenn Dein Psychater in 2 Jahren keine andere Lösung gefunden hast, solltest Du einen Heilpraktiker probieren. Das ist zumindest ungefährlicher.

Antidepressiva machen nicht abhängig. Die Symptome, die bei einem abruptem Absetzen von AD auftreten, sind Absetz-Nebenwirkungen. Darum "schleicht" man AD aus, d.h. reduziert die Dosis nach und nach, sodass die Absetzsymptome nicht, oder im Extremfall nur leicht in Erscheinung treten. Das selbe gilt auch am Anfang. Man beginnt mit der kleinstmöglichen Dosis und erhöht nach un nach, bis der Effekt spürbar ist.
Abhängigkeit heisst ein Verlangen nach dem Medikament zu haben, lange nachdem man es abgesetzt hat. Dies ist nie der Fall. Analog dazu sind beim Absetzen von Heroin die Symptome, die auch wir Nicht-Junkies kennen, eben Absetz-Nebenwirkungen. Die Sucht wird erst später sichtbar, wenn man lange nach dem Absetzen wieder das Verlangen nach dem Stoff hat. Soviel zum Unterschied Sucht/Absetzsymtome.
Das "Gut-drauf-sein" ist eine leichte Euphorie, die am Anfang in Erscheinung tritt, wenn nicht nur Serotonin, sondern auch Dopamin erhöht zur Verfügung steht. Hab ich bei Fluoxetin (alias Prozac/Fluctine) auch erlebt. Das vergeht aber wieder. Auch davon wird man nicht abhängig. Man vermisst den angenehmen Effekt zwar, hat aber kein zwanghaftes Verlangen danach. Nur zwanghaftes Verlangen ist Sucht, wie zb. auch bei Zigaretten.
Was ich hier geschrieben habe basiert auf meinen Erfahrungen mit Fluctine, Edronax, Efexor und Cipralex.
Es gibt Leute, die ADs nicht vertragen. Sie haben die ganze Zeit während sie das Medikament nehmen, Symptome wie beim abruptem Absetzen.
Sehr gut & sachlich beschrieben, danke !