Frage von LebenTod, 227

Sind alle Menschen mit frühkindlichem Autismus "dumm"?

Hallo,

Ich habe paar fragen zum Thema Autismus:

Sind alle Menschen mit frühkindlichem Autismus (F84.0) oder so einer ähnlichen Erkrankung (wie z.B. starkes ADHS mit niedrigem IQ) von der Intelligenz und Potenzial in schulischen Bereichen her "dumm" und können nur eine Förderschule für Lern-/geistig behinderte besuchen?

Wie sieht meistens im Jugend- und dann Erwachsenenalter das Leben der Betroffenen aus? Ist bei dieser Erkrankung immer eine Therapie notwendig? Können sie ein selbstständiges Leben führen oder fällt ihnen vieles im Leben/Beruf/Schule schwer, weshalb sie immer Unterstützung auch als Erwachsene brauchen? Und wirken Menschen mit frühkindlichem Autismus auf "normale" Menschen oder auf Asperger-Autisten selbst genauso oder so ähnlich wie Menschen mit Asperger-syndrom oder gibt es da schon einige Unterschiede im schulischen, intellektuellen, sozialen, sprachlichen Bereich?

Antwort
von Freiheit04, 124

Hallo

Zitat einer Website, keine wirkliche Ahnung wie glaubwürdig:

"Die Intelligenz- und die Sprachentwicklung sind meist stark verzögert bzw. gestört. Etwa 50% der Patienten leiden zusätzlich an einer geistigen Behinderung. Durch eine intensive autismus-spezifische Frühförderung lässt sich sowohl die kognitive als auch die Sprachentwicklung allerdings sehr positiv beeinflussen."

Auch nach meinem Wissenstand geht das Asperger-Syndrom (also nicht die Form Autismus, welche Du in der Frage ansprichst) mit einer normalen oder (stark) erhöhten Intelligenz einher. Ein frühkindlicher Autismus hingegen teilweise mit einer geistigen Behinderung. An dieser Formulierung erkennt man auch, dass nicht der frühkindliche Autismus an sich die geistige Behinderung darstellt. Auch erwecken im Alltag manche Autismus-Synptome (je nachdem auch beim Asperger-Syndrom, sicher aber beim frühkindlichen Autismus) fälschlicherweise den EINDRUCK einer geistigen Behinderung.

Ich habe übrigens mal von einer Diagnose gehört, welche lautete "Asperger-Syndrom OHNE Autismus". Und ich habe KEINE Ahnung, was ich mir darunter vorstellen soll.

Ich hatte auch in der Vergangenheit während mehrerer Jahre Kontakt zu einem Kind (und in geringerem Ausmass zu ein paar meist jüngeren Jugendlichen) mit frühkindlichem Autismus und sehe/treffe heute mehrmals pro Jahr einen jungen Mann mit Autismus (bin mir sehr sicher, dass er das Asperger-Syndrom hat und keinen frühkindlichen Autismus.) Für den Fall, dass Du fragen hast, die ich Dir deshalb vielleicht beantworten kann.

Antwort
von habakuk63, 126

Ich glaube, es ist eher anders. Viele hochbegabte Menschen haben frühkindlichen Autismus und manchmal Asperger Syndrom. 

Kommentar von COWNJ ,

Ein Beispiel ist Temple Grandin. Sie ist Dozentin für Tierwissenschaften an der Colorado State University in Fort Collins. Sie hat experimentelle Psychologie studiert. Ihr Vorteil ist, dass sie die Welt aus der Gefühlssicht der Tiere betrachten kann und deshalb Verbesserungen in der Tierhaltung bewirkt hat.

Kommentar von VanesLavin ,

Ich liebe Temple Grandin. 😍 übrigens hatte auch Einstein Autismus.

Antwort
von halbsowichtig, 62

Nein, Intelligenz ist unabhängig von der Fähigkeit, Sinnesreize zu Filtern.

Es gibt viele frühkindliche Autisten, die zwar nie sprechen, aber hervorragend schreiben lernen. Schau dir mal Blogs an wie z.B. "Non Speaking, Not Silent". Da schreiben Kanner-Autisten sehr kluge Texte in besserer Sprache als die meisten "Normalen", obwohl sie ansonsten fast nichts alleine können.

Wenn sie es erstmal geschafft haben, mit dem Tablet-PC statt ihrer Stimme zu kommunizieren, können viele frühkindliche Autisten sogar studieren. Sie müssen halt nur durchsetzen, dass sie schriftlich statt mündlich geprüft werden.

Hochbegabung soll unter Autisten angeblich genauso häufig sein wie geistige Behinderung. Ihre Intelligenz ist also seltener im normalen Mittelfeld, aber gleich häufig niedriger oder höher.

Antwort
von einfachichseinn, 75

Das ist eine Frage, die sehr, sehr schwer zu beantworten ist, wenn nicht sogar unmöglich. Dazu fehlen einfach viel zu viele individuelle Parameter.

Was man aber sagen kann ist, dass nicht alle Menschen mit frühkindlichem Autismus behindert sind. Einige sind auch intellektuell ganz durchschnittlich begabt.
Eine (Grund)schule!besuchen sie allerdings meistens nicht, wie die durchschnittlichs Kinder. Es bietet sich häufig die Möglichkeit einer beschulung in einer Förderschule mit dem Förderschwerpunkt soziale und emotionale Entwicklung. Oder die beschulung mit einem Integrationshelfer.

Wie sich ein Mensch entwickeln wird kann man absolut nicht sagen. Das kommt auf die Erziehung der Eltern auch, auch behinderten Menschen können zur Selbstständigkeit erzogen werden, wenn die vielleicht auch nicht zu 100% auf eigenen Beinen stehen.
Dann kommt es darauf an, wann die Probleme festgestellt wurden und wie man sie behandelt.

Da ist einfach alles möglich von lebt in einem Wohnheim mit konsequenter Betreuung über lebt alleine und hat eine pädagogische Hilfskraft, die ein mal in der Woche vorbeischaut. Bis hin zu lebt komplett alleine.

Wenn dich das Thema interessiert, kannst du mal in Netz nach Blogs suchen. Da gibt es einige. Ein paar von Eltern verfasst, aber auch einige, die von Autisten selber geschrieben werden.

Kommentar von LebenTod ,

Eine (Grund)schule!besuchen sie allerdings meistens nicht, wie die durchschnittlichs Kinder. Es bietet sich häufig die Möglichkeit einer beschulung in einer Förderschule mit dem Förderschwerpunkt soziale und emotionale Entwicklung. Oder die beschulung mit einem Integrationshelfer.

Sieht es bei Menschen mit Asperger-syndrom genauso/ähnlich aus oder können sie meistens eine normale Klasse in einer Regelgrundschule ohne Förderschwerpunkt(e) und Integrationshelfer besuchen?

Kommentar von einfachichseinn ,

Das kommt drauf an. Können kann man vieles. Die Frage ist eben, wie gut es für das Kind ist. AS wird ja meistens erst so ab dem 6. Lebensjahr diagnostiziert, was dazu führt, dass die betroffenen Kinder schon in der Schule sind ohne Unterstützung. In manchen Fällen ist auch beim AS ein I-Helfer von Vorteil, da dieser viel Erleichterung bringen kann, bei anderen ist das nicht zwingend notwendig. 

Antwort
von MeinHobbie, 104

nein -_- sie können auch sehr intelligent sein...

sie können aber auch in manchen themen hochbegarbt sein aber können dafür nicht richtig lesen oder andere ``leichte `` sachen

Kommentar von MeinHobbie ,

also ich habe das

Asperger-syndrom und bin in therapie und komme seit dem super klar

Kommentar von LebenTod ,

Sorry, aber ich meinte nicht das Asperger-syndrom sondern den frühkindlichen Autismus... Und ja. Sehr viele Menschen mit Asperger-Autismus haben eine Hoch- oder Inselbegabung und können in der Regel ziemlich gut im Leben zurechtkommen.

So wie ich es verstanden habe gilt das Asperger-syndrom als eine "leichte" Form des Autismus und der frühkindliche Autismus als eine "schwere".

Kommentar von MeinHobbie ,

schwer ist das falsche wort ..ich würde eher ausgeprägt sagen ...genau so können die begabungen als auch den ``schwierigkeiten`` ausgeprägter sein

so fälle wie in dem fim rain-man (extremfälle) sind selten

Kommentar von LebenTod ,

Sind bei allen frühkindlichen Autisten die Autismus-symptome  mehr/stärker ausgeprägt als bei Menschen mit dem Asperger-syndrom oder ist das ungefähr gleich?

Kommentar von MeinHobbie ,

es ist einfach so ,dass frühkindlicher autismus früher entdeckt wird ..

autismus ist ein riesiges Spektrum mit sehr vielen ``untergruppen``

die größten unterschiede werden bei 

Asperger syndrom, Frühkindlicher autismus und Atypischer autismus gemacht allerdings ist es schwer zu sagen wozu die betroffene person gehört .

Kommentar von MeinHobbie ,

die größten unterschiede macht man in dem alter in dem der autismus festgestellt wurde allerdings kann man schwachen frühkindlichen autismus auch erst mit 18 jahren feststellen weill es evtl bi dahin unauffälling oder unentdeckt blieb

Antwort
von MeinHobbie, 91

darf ich fragen wieso dich das interessiert?

Antwort
von martinpalatina, 52

Die Frage ist falsch gestellt.

"Dumm" ist ein extrem unscharfer Begriff aus dem Alltag der nicht zu medizinischen Diagnosen passt. "Dumm" hat nichtmal was mit Intelligenz zu tun (sehr intelligente Menschen können sehr dumm Handeln oder dummes sagen).

Antwort
von NiciBozz, 28

Echter frühkindlicher autist:

Nein, Im gegenteil. Ich hatte einen relativ hohen IQ (soll keine prahlerei sein). 

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