sind Abbildungen vom Abendmahl von Da Vinci frei verwendbar?

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3 Antworten

Das Urheberrecht an der Abbildung liegt beim Fotografen, wenn er wirklich fotografiert und nicht bloß einen Scanner benutzt hat (googel dazu das Merian-Urteil).

Das Urheberrecht des Malers an dem Gemälde (oder Gemantsche) ist erloschen, da er vor mehr als 70 Jahren verstorben ist.

Es bleibt also nur noch das Eigentumsrecht der Kirche (bzw. des Museums oder Privathauses, ja nach Fall), in dem das Werk hängt bzw. steht. Da urteilte der Bundesgerichtshof (BGH) gegen eine gewerbliche Nutzung der Abbilder des Eigentümers:

"Die Richter wiesen darauf hin, dass der Eigentümer als Inhaber des
Hausrechts bestimmen könne, ob und wenn ja, unter welchen
Voraussetzungen jemand sein Grundstück betritt. Ihm müsse daher auch das ausschließliche Recht zustehen, darüber zu entscheiden, wer zur
Anfertigung und Verwertung von Fotografien berechtigt ist, die von
seinem Grundstück aus aufgenommen worden sind." http://www.lto.de/recht/hintergruende/h/bgh-zur-bilderverwertung-mein-schloss-mein-park-mein-bild/

Es kommt aber darauf an, ob man beim Knipsen das fremde Grundstück betritt oder nicht:

"Der BGH beruft sich auf zwei Urteile des für das Urheberrecht zuständigen 1. Zivilsenats, »Schloss Tegel« (I ZR 99/73) und »Friesenhaus«, (I ZR 54/87, abgedruckt in ZUM 1989, 516). In diesen Entscheidungen differenzierte der BGH zwischen Aufnahmen,

  • die außerhalb und solchen,
  • die innerhalb des Grundstücks gemacht werden.

Letztere kann die Eigentümerin verbieten, weil sie die Art der Grundstücksnutzung festlegen darf. Auch ist die Stiftung - anders als ein privater Eigentümer verfolgt sie Aufgaben des Gemeinwohls - nicht verpflichtet die Gebäude und Parkanlagen Dritten unentgeltlich für deren gewerbliche Zwecke zugänglich zu machen." http://www.urheberrecht.org/news/4138/

Gruß aus Berlin, Gerd

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Kommentar von ThomasMorus
24.12.2015, 15:40

Sehr gute Zusammenfassung, zu der ich nur ein Ergänzung habe.

Das Eigentumsrecht gestattet es "Aufnahmen und Verwertungen von Kunstwerken auf dem eigenen Grund und Boden zu untersagen." Das bedeutet, wenn das Museum Fotografien nicht explizit untersagt hat, dürfen die Fotos auch frei verwendet werden.

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Eine Antwort die nicht aus dem Gesetzburch aber aus der Kunstwelt stammt hat Sherrie Levine mit ihrer Fotoreihe After Walker Evans gegeben.

Sie hat Bilder Walker Evans' abfotografiert und als ihre eigenen Ausgegeben.

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Nein, kein Urhebberrecht nur fürs Foto an sich. Übrigens ist es ein Secco (Trockenmalerei statt dem feuchten Fresko ) in einer Kirche und kein Museum.

Würde er das Foto verfremden, wäre es hingegen ein eigenständiges Werk.


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