Frage von Bradetti, 224

Sind 6 Tage als Zahlungsziel rechtens?

Hallo, habe heute (19.01.2016) eine (Honorar-)Rechnung erhalten und als Zahlungsziel steht "spätestens bis 25.01.2016 zu überweisen". Ist ein so kurzfristiges Zahlungsziel rechtens? Die Leistung ist zu 100% erbracht aber wir sprechen hier von einem 4-stelligen Betrag und das Zahlungsziel wurde vorher nicht gemeinsam vereinbart sondern wurde einseitig vom Dienstleister definiert. Muss ich das so hinnehmen? Danke im Voraus!

Antwort
von HelmeSchmidt, 147

Naja also wenn sie gar keinen Zeitraum angegeben hätten, hättest du im Prinzip am Tag des Erhaltes der Rechnung zahlen müssen.

"Handwerker

Bei Handwerkern gilt dasselbe: Der sogenannte Werklohn wird fällig, wenn
die Arbeit abgeschlossen ist. Der Handwerker darf Barzahlung verlangen
oder Rechnung stellen – mit beliebiger Zahlungsfrist. Bei unbekannten
Kunden verlangen manche Unternehmen eine Anzahlung."

Quelle: http://www.beobachter.ch/geld-sicherheit/schulden-betreibungen/artikel/zahlungsf...

Antwort
von Interesierter, 182

Ja, das ist rechtens. Die Rechnung ist, sofern nichts anderes vereinbart oder genannt wird, sofort zur Zahlung fällig. Dem hast du mit der Auftragserteilung zugestimmt. Wenn dir dein Vertragspartner ein Zahlungsziel von 6 Tagen einräumt, ist das vollkommen in Ordnung. 

Du darfst auch davon ausgehen, dass nicht viel passieren wird, wenn das Geld nicht schon am Montag, sondern erst am Mittwoch auf dem Konto des Empfängers gutgeschrieben wird. 

Der maximale Lauf einer Überweisung sind 2 Bankarbeitstage. Demnach wäre die Zahlung, wenn du sie morgen oder am Donnerstag vornimmst, in jedem Fall am Montag beim Empfänger gutgeschrieben. 

Kommentar von Bradetti ,

Danke, das hab ich mir schon fast gedacht. Wie meinst du das aber, daß wahrscheinlich nicht viel passieren wird wenn das Geld am Montag nicht überwiesen ist?

Kommentar von Interesierter ,

Wenn der Empfänger das Geld bis zum Montag, den 25.01. erwartet, kann er ja eigentlich erst am Dienstag tätig werden. 

Zunächst mal müsste er mahnen, um dich überhaupt in Verzug zu setzen. Verzug ist Voraussetzung für etwaige Verzugsschäden. 

Ausserdem schicken die meisten Gläubiger nicht taggenau eine Mahnung raus sondern erst, wenn das Zahlungsziel um 2-4 Tage überschritten ist. 

Wenn das Geld also erst am Mittwoch auf dem Konto des Empfängers gutgeschrieben wird, könnte er ja gerade mal am Dienstag eine Mahnung rausschicken, die nicht vor Mittwoch bei dir ankommt, was ja wiederum zeitgleich mit dem Eingang des Geldes beim Empfänger passiert, wodurch sich die Mahnung ja schon wieder erübrigt hat. 

Kommentar von DevilsRejects ,

Stimmt schon, dass mit den 2 Bankarbeitstagen, was die reine Überweisungsdauer angeht, wenn dieser Überweisungsauftrag bereits aufgegeben wurde. Erwähnenswert wäre hier noch § 675 s Abs. 1, in welchem es heißt, dass wenn für den Fall, dass der Überweisungsauftrag per Überweisungsträger in Papierform abgegeben wird, sich die Überweisungsdauer um 1 Bankarbeitstag verlängert.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten