Frage von superkley, 32

Sichtschutz zum Nachbarn?

Hallo,

wir wollen zum Nachbarn eine Sitzecke mit Sichtschutzwand einrichten (L: 2m, H:1,8m). In Bauträgervertrag haben wir allerdings heute entdeckt, dass unter "besonderen Bestimmungen zum Wohngebiet" drin steht, dass Einfriedungen im Plangebiet nur bis 1,20m hoch sein dürfen. Eine Sichtschutzwand ist auch eine Einfriedung, oder?

Zitat:"Die Ausführung der Grundstückseinfriedung (Zäune etc.) darf innerhalb einer Häuserzeile nur einheitlich gestaltet werden. Entsprechende Abstimmungsgespräche sind mit den jeweiligen Nachbarn zu führen. Im Plangebiet sind Einfriedungen als Schnitthecken lt. artenauswahlliste des Bebauungsplanes zulässig, zu den öffentlichen Flächen bis zu einer Höhe von 1,80m, in den übrigen Bereichen bis zu einer Höhe von 1,20m - hier können alternativ auch anthrazit farbene Stabgitterzäune in der gleichen Höhe verwendet werden."

Unser Reihenendhaus in BW wird erst Ende 2017 fertiggestellt. Das ist unser erstes Haus und wir wissen leider nicht, an wen wir bei solchen Fragen wenden können. Welche Behörde ist denn dafür zuständig? Bauamt? Gemeinderat?

Antwort
von Barteline, 14

Naja eigentlich steht es ja schon da: „Entsprechende Abstimmungsgespräche sind mit den jeweiligen Nachbarn zu führen.“ Und ja Sichtschutzwände sind auch Einfriedungen.

Im Netz (nachbarrecht.com) findet man dazu noch:

Bestimmte Einfriedungen brauchen unter Umständen neben nachbarrechtlichen Bestimmungen auch noch baurechtliche Auflagen, da diese definitionsgemäß „bauliche Anlagen“ darstellen. Die gilt z.B. für tote Einfriedungen = u.A. Gartenmauern & Gartenzäune etc.

„Sichtschutzzäune sollen den Einblick in ein Grundstück verhindern und haben die gleiche Funktion wie eine Einfriedung. Sichtschutzzäune gibt es aus verschiedenen Materialien, z.B. Holz, Stein, Rattan usw. und Höhen von 1,70 m bis 1,90 m. Auf dem Markt sind sogar Sichtschutzzäune bis zu 2,10 m zu erhalten. Aufgrund der Ausführung und Höhe sind Sichtschutzzäune bauliche Anlagen und unter Umständen baugenehmigungspflichtig. Für die Errichtung eines Sichtschutzzaunes ist daher ein Blick in die Bauordnung des jeweiligen Bundeslandes notwendig. Zusätzlich ist ein Anruf bei der zuständigen Baubehörde der Stadt oder Gemeinde zu empfehlen, um zu erfragen, ob es in der fraglichen Gegend eine Einfriedungssatzung gibt und was laut dieser erlaubt ist.“

Wenn der Nachbar was dagegen hat, dann ist das schon mal schwierig. Aber des Weiteren ist das Bauamt der Stadt bzw. der Gemeinde dafür auch zuständig und gegen eine Genehmigung wird er eventuell nicht viel machen können.

Falls du noch auf der Suche nach einer passenden Sichtschutzwand bist, dann kann ich dir sowas in der Richtung empfehlen, falls das für dich in Frage kommt: https://www.holz-direkt24.com/garten-und-werkzeug/holzzaeune/aktion-antik-serie-... - Das hat allerdings die Maße 180x180 und käme nur bei Einigkeit im Bauträgervertrag zustande. Bei dem Punkt Zubehör kann man dort noch die anderen Elemente dieser Serie finden (in dem Fall „Aktion Antik“).

Aber wenn das Ding wirklich nur 120cm hoch sein darf, weil dein Nachbar oder das Amt sich quer stellen, dann such dort mal nach der MONTANA-Serie (Anthrazit), welches ein Sichtschutzelement mit den Maßen 180x90cm (BxH)… ist zwar für mich kein ordentlicher Sichtschutz. Aber was will man sonst dagegen tun außer sich sonst eine 180cm hohe Schnitthecke anzulegen?

Drücke euch die Daumen! LG

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