Frage von hLounge, 87

(Shisha)Bar eröffnen? Bin ich dazu bereit?

zu meiner Person: Bin 22 Jahre alt, Buchhalter in einer Spedition.

Ich spiele schon seit einem Jahr mit dem Gedanken eine selbstständige Tätigkeit neben meinem Job zu tätigen.

Ich habe ein wenig recherchiert und mir auch Gedanken gemacht, natürlich geht dies nicht von heut auf morgen.

Jedenfalls habe ich mir folgende "groben" Stichpunkte erstellt, die meine Gedankengänge und Recherchen leiten sollen

  1. Gesetzliches zum Gaststätten-Betrieb: (Nicht)-Rauchergesetz vom Bundesland, Jugendschutz (Eintritt ab 18 Jahren), Lärmschutz usw.

  2. Steuerrechtliches: Gewerbe-Anmeldung (Form), Finanzamt, Bedingungen für Einstellung von Aushilfen, Buchführung

  3. Kosten: Miete, Möbilierung etc.

  4. Lage/Location: Parkplätze, Sicht von außen in die Bar, nicht zu zentral aber auch nicht zu weit außen, Lounge-artige Shisha-Bar, VIP-Bereich, nicht zu klein / nicht zu groß, gute Möbilierung

  5. Shisha/Getränke/Snacks: Shisha mit Wiedererkennungswert, spezielle Getränke (z.B. Amerikanischer/exotischer Energy-Drink welches nicht weit verbreitet ist), spezielle Snacks

  6. Aushilfen (das A. und O.): hübsche weibliche Aushilfen (ist meiner Erfahrung nach doch ein sehr wichtiger Punkt, da dies automatisch jugendliche Männer anlockt), gut aussehende männliche Aushilfen (Als "Hingucker" für die weiblichen Gäste)

  7. Anlocken von weiblichen Gästen: Nachdem Motto "Wo die Mädls hingehen, kommen auch automatisch die Jungs hin", d.h. auf den Musikgeschmack der weiblichen Gäste eingehen und auf deren Bedürfnisse achten - im Gegenzug dazu "VIP-Bereiche" für die männlichen Gäste anbieten, damit diese Ihr "Ego pushen" können und eine Art "Machtposition" einnehmen bzw. den weiblichen Gästen Ihre "Wichtigkeit" präsentieren.

  8. Besonderheit/Einzigartigkeit der Bar: z.B. freien Internet-Zugang (Rechtliches klären etc.) und Sonstiges einfallen lassen um sich von der Masse abzuheben.

  9. Werbung/Mundpropaganda: Wichtigkeit des Mundpropganda nicht unterschätzen, Eröffnungsfeier, Aktionen ala "Happy Hour" usw.

  10. Kapital: Das Ganze als "Risiko" ansehen und in Betracht ziehen, dass ich mein ganzes Kapital verlieren kann, rechtzeitig den Laden "aufgeben", wenn es schlecht läuft, um nicht in eine Schulden-falle zu tappen.

Dies sind jetzt mal so meine "groben" Stichpunkte, die eine sehr intensive Recherche und Eigeninitiative benötigen.

Ich habe mir so einiges an Kapital angespart/verdient, bin noch "jung" und arbeite Arbeitstagen von 08 bis 17 Uhr, hätte als Unterstützung meine Eltern.

Nun frage ich mich, wie gewagt das Ganze ist?

Was ich von euch hören möchte ist folgendes: Der Mut ist zwar da und auch handelt es sich hierbei um ein "realisierbares" Projekt, aber es schadet nie verschiedene Meinungen für ein Vorhaben einzunehmen, andere Gedanken, Tipps, Hinweise, zu hören. Auch wenn das G:B nicht für seine "professionelle" Beratung bekannt ist, möchte ich dennoch um Meinungen bitten.

Danke im Voraus

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von IronofDesert, 87

Hallo erstmal.

Top das du dir vorab schon so viel gedanken gemacht hast!

Nebenher zum Beruf sehe ich aber Problematisch. Später wenn der Laden mal laufen sollte und du dein Stammpersonal hast die alles richtig machen. Dann erst wirst du wieder Zeit haben was anderes zu machen.

Am Anfang wirst du viel selber machen müssen. Zum einen weil Mitarbeiter Geld kosten und zum anderen weil du wie du sagst das ja alleine machen willst.

Bei einer Shishabar ist der Geschmack das A und O. Das heißt keiner geht in eine Shisha bar wenn es nicht schmeckt. Das heist du brauchst guten Tabak in größerer Menge für einen guten Preis. Du brauchst auch jemand der einen Kopf richtig bauen kann.

Gute Kohle , Shisha etc. wirst du bestimmt schon eingepant haben.

Achte auch darauf das die Einrichtung passt.

Wenn du neu Eröffnest ist es das wichtigste Kunden zu gewinnen. Mache es mit Werbung. Du kannst z. B. Eröffnungspreise machen (Jede Shisha nur 3€)

Also du must die Leute erstmal in deinen Laden bekommen damit sie gefallen finden können. FB Seite nicht vergessen und dort auch WERBUNG WERBUNG WERBUNG. Das wird von vielen Shops oft unterschätzt.

Viele Shisha Shops haben auch Back Gammon etc. da was sich die Gäste ausleihen können.

Ice Schläuche und Frucht Köpfe kommen auch an. (Besonderheit)

Von Milch etc. im Glas halte ich nichts.

Du kannst auch mit LED Licht spielen. Es gibt die Möglichkeit die Bowl mit Licht zu beleuchtetn. In einer etwas abgedunkelten Shisha Bar kommt das immer recht gut rüber.

Vielleicht machst du auch ne Stammkundenkarte. (10mal rauchen - 1ne Umsonst).

Wie du geschrieben hast ist Lager auch sehr sehr wichtig.

Und meiner Meinung nach würde ich eine Bedienung die Ahnung hat einer hübschen dummen immer bevorzugen.

Antwort
von Dirk-D. Hansmann, 58

Sehr viele richtige Punkte. Denke noch an Landesrecht - Arbeitnehmerschutz bei Rauch...

Empfehlungsmarketing: Zwar hast Du wie fast alle GründerInnen die korrekte Sicht, die Wirkung kann man gar nicht zu niedrig einschätzen. Nur zwei Dinge. Über negative Erlebnisse redet man mit sieben Personen, über positives spricht dagegen nur jede siebte Person. Beispiel Musik zum Rechnen. 70 Gäste sind bei Dir gewesen. 10 Gäste erzählen es habe ihnen gefallen. Das sagen sie entsprechend 10 Leuten. Nur die 10 denen es nicht gefallen hat reden mit 70. Dazu ist es sehr schwer Leute zu Empfehlungsgebern zu machen.

Dazu braucht man lustiger Weise sieben 'ja' von einem Kunden für eine positive Kaufentscheidung.

Mal abgesehen davon, dass ich von keiner erfolgreichen Gründung in dem Bereich bis jetzt gehört habe. Der Grund liegt in der Größe der Zielgruppe und im Umsatz pro Person.

Hier liegt der Grund des Scheiterns. Die genaue Kenntnis der Zielgruppe. Wann gehen die Leute aus? Wo gehen sie hin? Was sind sie bereit an Geld zu investieren? Wie häufig tun sie das? Damit kannst Du Dich im Grunde schon hinsetzen und Deine potentiellen Gäste in der Stadt beobachten.

Wann sind die Leute überhaupt unterwegs? Also welche Gaststätten werden zu dieser Zeit überhaupt besucht. Denn von dort wirst Du die Gäste in Deine Bar ziehen müssen. Was für ein Erlebnis haben sie in den üblichen Betrieben? Was bietest Du und wie viele suchen das?

Solltest Du meinen, dass der bisherige Shisha-Raucher nur noch nicht weg geht, weil das Angebot fehlt, dann muss der zu Hause erreicht werden und motiviert werden sein zu Hause zu verlassen. Damit ist dieser Teil der Zielgruppe noch sehr viel schwerer zu motivieren.

Aber zähle die Leute in der Stadt nicht nur. Befrage sie in Gruppen und Allein. Notiere Dir nicht mehr als sechs kurze Fragen. Bedenke bei der Befragung auch, wenn Du eine Gruppe von sechs Leuten ansprichst, was es für Dich bedeutet, eine begeisterte Person in der Gruppe zu haben und eine die meint darauf keinen Bock zu haben.

Mit dieser Markterhebung kannst Du dann anfangen die Einnahmenseite zu kalkulieren. Dann kannst Du auch,weil Du Deine künftigen Gäste kennst, anfangen zu kalkulieren, mit welchen Investitionen Du dabei sein kannst und was die laufenden Kosten angehen wird.

Eine Eröffnungsveranstaltung bringt häufig mehr Kosten als Einnahmen. Damit dieses nicht passiert muss das nicht nur genau auf die Zielgruppe zugeschnitten sein, sondern sie müssen sich darauf freuen und kommen. Wer geht schon in einen Laden wo niemand ist. Da kannst Du irgendwelche Stars als Gäste haben, nicht einmal die retten so etwas. Also ganz genau das Veranstaltungsmarketing betrachten und keine Kompromisse.

Wer produziert beim Rauchen die meisten Kreise, wer die Größten? Das bringt sicher Spaß an die Tische. Aber ein Selbstläufer ist das bestimmt nicht.

Aus den vorgenannten Fakten ergibt sich, wie viele Gäste Du im Monat brauchst. In der Woche und damit an den einzelnen Tagen. Solche Zahlen muss man mindestens für drei Jahre entwickeln/prognostizieren. Wie oft kommt ein am Anfang geworbener Gast? Wann kommen neue und wie oft die.

Mit diesen Zahlen kannst Du einen belastbaren Businessplan erstellen und eine qualifizierte Prognose aufstellen. Allerdings will ich Dich auch gleich warnen: Wer es nicht schafft vor einer Gründung mit 100 Leuten zu sprechen - über die Geschäftsidee - wird dieses auch nach der Gründung nicht schaffen. Das hat sich immer wieder bewahrheitet. Und das lässt sich nicht einholen. Denn wenn zwei starten und eine Person ist kommunikativ, die andere nicht so, Werbung in Stadtmagazinen schalten kann jeder. Doch die Leute wirklich ansprechen (auch mit der Werbung) wird nur die kommunikative Person - Obwohl auch die gute Profis dafür braucht.

Viel Erfolg.

Antwort
von Koellemann, 68
JA

Wie du schon erwaehnt hast tragt so eine Sache natuerlich immer ein gewisses Risiko.

Was mir in deiner Liste fehlt ist die genaue Lage, wenn du das in einer Stadt machst in der es schon dutzende ShiSha-Bars gibt  dann hat das ganze natuerlich weniger Aussicht auf Erfolg.

Hierzu kann ich dir empfehlen nach Standaortfaktoren zu googlen.

Um eine Location einzigartig zu machen ist eine passende Backgroundstory auch immer sehr hilfreich (als Beispiel: Papa John's Pizza)

Zur Besonderheit: freier Internetzugang ist mittlerweile eigentlich Standard, ich gehe lieber in Bars in denen es kein WLAN gibt weil man sich dann tatsaechlich auch unterhalten kann und nicht nur in beleuchtete Gesichter blickt ^^ - Was mir einfallen wuerde waere andere Fluessigkeiten als Wasser in der ShiSha anzubieten (Milch, Cola, etc) oder Eis-ShiShas.

Alles in allem merkt man das du dir schoon Gedanken machst und weisst auf was du dich einlaesst. Mein Fazit: Wenn du Bock drauf hast und auch die Zeit dann mach es und realisier dir deine Traeume, das kann nicht jeder.

Viel Erfolg!


Antwort
von beglo1705, 73

Ist deine Shisha-bar eher ländlich oder eher in einer Großstadt? Du hast gut mitgedacht, das muss ich dir zugestehen. Hast du darüber nachgedacht, das Ganze mit jemanden zusammen zu machen und ggf. eine OHG/GmbH zu gründen, um eventuelle private Haftungen auszuschließen?

Und noch eine ganz andere Frage: Muss es eine Schischa-Bar sein oder Hauptsache selbstständig?

Kommentar von hLounge ,

Es ist eher ländlich. Das ganze sollte im Kufstein (Tirol) sein. Kufstein hat ca.18.000 Einwohner..
Ich würde es gerne selber machen, als Unterstützung häte ich meine Eltern.

Es muss ein Shisha-Bar sein, ich liebe es, es ist mein Hobby, etwas was mich ausmacht. Vl blöd, aber.. jeder hat eigene Hobbys und ich habe Idee mein Hobby zum Beruf zu machen.

Antwort
von sportsockee, 67

Also sich selbständig machen und den alten Job behalten ist praktisch unmöglich meines Wissens nach, da man als junger Unternehmer viel zeit in sein Projekt stecken muss.. Da sind 60 Stunden Wochen in den ersten Jahren keine Seltenheit...
Aber jetzt der wichtigste Tipp!!! Informier dich lieber bei der wko oder solchen Einrichtungen. Die besprechen mit dir jedes Detail und geben sicher genauere und sichere Infos als hier in dieser app :)

Antwort
von FGO65, 59

Auf jeden Fall kannst Du deinen Job bei der Spedition dann nicht mehr machen.

Da es dein 1. Arbeitsverhältnis ist, musst Du den AG darüber informieren und seine Zustimmung einholen. Die wirst Du sicher nicht bekommen.

Ansonsten halte ich Shisha für einen Trend, der auch wieder vorbei geht.

Kommentar von hLounge ,

Darüber muss ich noch mit den AG reden. 

Ja, da habt ihr alle Recht es ist sehr sehr schwierig bzw. unmöglich arbeiten und daneben selbstständig sein, aber mann muss reinbeißen (wäre mein Moto)

Shisha ist ein Trend. Shisha hat aber auch die Geschichte und es ist süchtig (was für Umsatz wichtig ist). Du hast schon Recht, es könnte vorbei sein und keiner will mehr Shishan, deswegen möchte ich das ganze modern und quasi "new style shisha" machen, wer shisha nicht will, mein Lounge bleibt immer noch ein Bar, hoffentlich dann mit erfolgreichen Namen.

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