Frage von XXIiLay, 139

Sind Shaolin, Karate und/oder Judo geeignet um sich selbst verteidigen zu können?

Ich würde gerne wissen, ob Shaolin Kung-Fu, Karate und/oder Judo geeignet sind, um sich selbst verteidigen zu können.

• Wenn Shaolin Kung-Fu: Warum? Und welche Kung-Fu Arten sind noch gut? (Und kommt bitte nicht mit Wing Chun. Das wird heutzutage nicht mehr richtig beigebracht. Habe zumindest gehört, dass die Lehrer in Berlin schlecht sind)

• Wenn Karate: Warum? Und welche Art ist am besten?

• Wenn Judo: Warum? Und gibt es dort verschiedene Arten? Wenn ja, welche ist die Beste?

• Was ist noch geeignet für Selbstverteidigung?

Antwort
von volker79, 64

Judo: Vergiss es. Allenfalls ein paar Mehr-Als-Schwarzgurte können das zur Verteidigung einsetzen. Ansonsten ist es einfach zu anders. Würfe gegen einen Boxer oder gar Kickboxer - nein! Es gibt zwar wohl Schlag- und Tritt-Techniken und somit die Möglichkeit, sich auch gegen einen klassischen Schläger/Treter zu positionieren (um dann wieder Judo-Techniken anzuwenden), die sind aber so exklusiv, dass man sie höchstens (und da auch nicht jeder) als Bahnschranken- oder Rotgurt-Träger (rot-weiß und rot, die höchsten Meistergraduierungen) lernt.

Karate: Statische Figuren, die nicht verändert werden dürfen, somit trainiert man nie wirklich, sich auf einen flexiblen Gegner einzustellen. Treffer können zwar ziemlich wehtun und einem Gegner so schnell die Lust auf den Kampf nehmen, ob man allerdings beim Vortanzen der roboter-artigen Kata (Ausführungsformen) gegen einen dynamischen Boxer/Kickboxer überhaupt je zum Schlag kommt, steht auf einem anderen Blatt.

Kung Fu: Hat zu viele Ausprägungen, um allgemein sprechen zu können. Das reicht von Wing Tsun Schulen, die auch Kung Fu anbieten (bzw. Wing Tsun unter dem Namen Kung Fu) weil Wing Tsun und die EWTO einen ziemlich miesen Ruf haben den die EWTO selbst ruiniert hat, und Wing Tsun ja ein sehr kleiner Teilbereich des Kung Fu ist, über Kung Fu als Kampfkunst bis zu Kung Fu als ganzheitliches Training (das neben den schnellen Kampfkunsttechniken auch die verlangsamten Kampfkunsttechniken in Tai Chi und Qi Gong, traditionelle chinesische Medizin und Akrobatik beinhaltet). Die Techniken sind, wie in vielen alten Kampfkünsten, heute etwas skurril anmutend. Früher wurde halt viel mit Rüstung und Waffen gekämpft, darauf wurden die Techniken getrimmt. Tiefer Stand, weiträumiges Agieren, Schlagtechniken die ähnliche Bewegungen wie Waffentechniken haben. Das haben soweit aber das chinesische Kung Fu wie auch die japanischen Jiu Jitsu und Ninjutsu erst mal gemeinsam. Immerhin: Es sind Kampfkünste. Während Judo und Karate Kampfsport sind und entsprechend statisch damit Kampfrichter es im Wettbewerb bewerten können, sind Kampfkünste dynamisch und stellen sich auf den Gegner ein. Offizielle Regel des Karate "Die Kata darf nicht verändert werden, außer im Notfall" (was in sofern schon absurd ist, da Training kein Notfall ist und man das Variieren der Kata nicht trainieren und somit im Notfall auch nicht anwenden kann), inoffizielle Regel in Kampfkünsten "Wenn's nicht klappt, mach was anderes" - und nur so kann man sich verteidigen. Es braucht also schon einiges an Zeit, bis man sich mit den etwas komplizierteren, sehr ausschweifenden Techniken aus Kung Fu, Jiu Jitsu oder Ninjutsu verteidigen kann - aber wenn man es kann, hat der Gegner keine Freude mehr.

Zur Selbstverteidigung in der modernen Zeit wurden moderne Systeme erschaffen, wie Krav Maga  oder Systema. Dort wurde in der Regel nichts neues erfunden, sondern Multi-Kampfsportler kombinierten Techniken aus verschiedenen Kampfsport- und Kampfkunst-Systemen und modernisierte diesen auch noch mal ein wenig.

Wenn es dir um Selbstverteidigung geht, guck mal, ob du eine Krav Maga Schule in der Nähe hast.

Wenn es dir darum geht, körperlich und geistig fitter zu werden und dich langfristig damit auch verteidigen zu können, können Kung Fu, Bujinkan (Ninjutsu) oder Jiu Jitsu durchaus sinnvolle Alternativen sein. Es fördert Geist (Verinnnerlichen - sinnvollerweise nicht nur auswendig lernen sondern verstehen und variieren können - der Techniken), Körper (anstrengend), Kopf-Körper-Koordination (intuitiv mit der richtigen Technik reagieren) und auch das Selbstbewusstsein (durch die Kampfkunsttechniken, aber auch Training in Sachen Prävention und Deeskalation von Gewaltsituationen steigt das Selbstbewusstsein und verlässt die "Opferrolle" und wird so weniger anfällig überhaupt in eine Selbstverteidigungssituation zu kommen). Verteidigen kann man sich damit auch - es ist nur langwieriger zu lernen, da die Techniken schon etwas antik sind.

Expertenantwort
von Pummelweib, Community-Experte für Sport & Training, 59

Du kannst dich mit allen Arten gut verteidigen, am besten ist eine Kombi, also von allem etwas, von Kampfsport, lasse dich dazu einmal, in einem Sportclub beraten.

Wichtig ist aber nicht, was wir gut finden, sondern was dir Spaß macht, darum absolviere einfach verschiedene Probestunden, um heraus zu finden, was dir zusagt.

Und denke bitte dran, Kampfsport darf nicht einfach so angewandt werden, sondern nur im Notfall.

Viel Spaß.

LG Pumelweib :-)

Antwort
von emib5, 51

Eigentlich alle klassischen asiatischen Kampfsportarten sind zur Selbstverteidigung eher weniger geeignet.

Besser sind reine Selbstverteitigungs-Techniken.

Antwort
von danielschnitzel, 75

Muay Thai, weil du da lernst "voll in den Mann zu gehen". Vollkontakt eben. auf der Straße wirst du auch mehr Boxen und Treten müssen als Hebel und Würfe drauf zu haben. 
Natürlich ist beides wichtig, aber gerade zum Einstieg sollte man wirklich erst mal die Angst verlieren zu zu schlagen, eine Reaktion und gute Koordination bekommen und mit der Zeit lernst du auch in den meisten Kickboxschulen etc. Straßenkampf also zumindest die Standardsachen.
Es ist einfacher jemanden mit gezielten Schlägen und Schlagabfolgen auszuknocken als mit Würfen und Hebeln, zumindest am Anfang, bis du zweiteres beherrschst müssen schon mal 1-2 Jahre rumgehen. 

Kommentar von XXIiLay ,

Lernt man beim Muay Thai auch Angriffe zu blocken wie beim Kung Fu? Bzw. wird dort Reflex, Reaktion etc. trainiert oder kloppt man sich dort nur blöd rum?

Kommentar von danielschnitzel ,

klar wird das trainiert. aber der block ist dann ggf. einfacher gestaltet. 
Reflex, Reaktion etc. lernst du gerade da :D Beim anderen wird erstmal sehr lange sehr viel Technikschule gemacht. 

Antwort
von basiswissen, 34

letztlich ist jede Art von Kampfsport nur so gut wie der der diese ausübt. Ich bin einer der -wie oben geschrieben-eine der "statischen" Karateformen macht und leider auch schon mal in die Verlegenheit gekommen es anwenden zu müssen. Ich hatte kein Problem.... Wer Judo gut umsetzen kann wird sich, auch als Nicht-Black-Belt zu wehren wissen... Und Kung Fu, naja gent nich gibts nicht... Also: Such Dir das was Dir gefällt, mach ein paar Probetrainings in verschiedenen Schulen und Vereinen. Nimm das wo es Dir am besten gefällt und sei mit dem Herz dabei. Alles Andere ist zweitrangig. Geh mit "offenen" Augen an die Sache ran, mach ergänzen bei offenen SV-Kursen mit, geh in offene Turniere um zu lernen wie du umsetzen kannst was Du gelernt hast...

Antwort
von Weinos, 52

Ja genau und sagt ihm nicht das wenn er mma trainieren will das wenn er zuschlägt zur Rechenschaft gezogen wird bei jedem Kratzer seines Kontrahenten auf der Straße ;)
Das Strafgesetz sieht bei einer prügelei selbst zur Selbstverteidigung einen mma trainierten Menschen bzw dessen Körper als Waffe an und kann dich ganz schnell ganz woanders hinbringen

Krav ma ga darf auch nicht mehr in Deutschland ohne Lizenz gelehrt werden aufgrund von Vorkommnissen bei der deutschen Bundeswehr

Abraten würde ich dir davon natürlich nicht von beiden nicht aber du musst auch jegliche Risiken bedenken die du hast wenn es wirklich zu einer Auseinandersetzung kommt

Kommentar von XXIiLay ,

Wenn es darum geht, dass z.B. Freunde/Freundinnen von mir belästigt werden, dann denke ich gar nicht an die Konsequenzen meiner Handlungen. Kann sein, dass es dumm und schlecht ist, aber so bin ich nun mal.

Kommentar von XXIiLay ,

Wenn es darum geht, dass z.B. Freunde/Freundinnen von mir belästigt werden, dann denke ich gar nicht an die Konsequenzen meiner Handlungen. Kann sein, dass es dumm und schlecht ist, aber so bin ich nun mal.

Kommentar von XXIiLay ,

Und sorry, falls es doppelt ankam. Internet spinnt.

Kommentar von Weinos ,

Keine Thema Nein im Endeffekt macht sich nie jemand Gedanken um die Konsequenz ist halt die Denkweise 99% aller Menschen ich schließe mich da manchmal nicht von aus aber ich halt das Problem gehabt mit der Selbstverteidigung weil Selbstverteidigung und mma sind halt 2 verschiedene Sachen weil es extra Kurse für Selbstverteidigung gibt die dir zeigen wie du jemanden außer Gefecht setzt ohne ihm wirklich zu verletzen und bei mma ist das halt genau das Gegenteil da sollst du verletzen ^^ natürlich will ich dir das jetzt nicht ausreden ich mach selber mma seit 7 Jahren nur muss man damit auf der Straße immer n bisschen vorsichtig umgehen und nicht alles raus provozieren ^^ weil ob mma oder nicht gibt immer einen stärkeren

Antwort
von Papabaer29, 40

Fallen lernt man am besten im Judo. Da kommt nix ran.

Ansonsten empfehle ich Karate. Und zwar eher Shotokan oder Shukokai als Koshiki.

Antwort
von waldkunde, 60

Judo - Du kannst dich verteidigen ohne deinen Angreifer ins Krankenhaus oder auf den Friedhof zu schicken.

Karate - Hab ich einige Jahre gemacht. Sehr einfach und direkt, daher effektiv. Allerdings arbeitet Karate mit Masse, d.h. je schwerer, desto härter deine Angriffe.

Zu Kung Fu kann ich nichts sagen.

Krav Maga soll sehr wirkungsvoll sein. Relativ neu und wird in Israel den Soldaten beigebracht.

Angeblich ist Taekwondo nicht für den tatsächlichen "Straßenkampf" geeignet. Aber ist meine bevorzugte "Kampfkunst". Finde ich am schönsten.

Kommentar von XXIiLay ,

Beim Krav Maga gefällt mir das Konzept nicht. Ich kann dort hingehen wann ich will und jeden Tag ist es ein anderer Ort, ein anderer Lehrer und ein anderes Thema. Heißt: Keine festen Tage, Orte, Abläufe und Trainer.

Kommentar von urkss ,

Ich sehe ehrlich gesagt nicht, was das jetzt mit dem System zu tun haben soll.

Kommentar von volker79 ,

Das hat aber nichts mit Krav Maga zu tun, sondern vermutlich eher mit dem Trainer der es unterrichtet.

Krav Maga findet wie jedes andere System in der Regel in einer festen Räumlichkeit (oder wie der japanische Kampfkünstler sagt einem Dojo) statt. Es gibt Erweiterungskurse die tatsächlich in alltäglichen Umgebungen stattfinden, sodass man z.B. in einem abgestellten Bus lernen kann, wie es ist, wenn in einem Bus oder Zug eine Schlägerei ausbricht. Das sind aber eher freiwillige Zusatzseminare.

Wenn aber dein lokaler Verein nur durch Zeit und Raum tingelt und kein festes Dojo (oder keine festen Dojos - Mittwochs ein anderer fester Ort als Freitags weil die Raumbelegung nichts anderes hergibt geht ja noch) hat, und es keinen anderen Verein in deiner Nähe gibt, nützt dir das natürlich nichts. Mir ginge es auch auf den Senkel.

Kommentar von Googler ,

* Es gibt verschiedene Karate-arten, ich habe auch mehrere Jahre Karate gemacht, die Körpergröße hat bei uns keine allzu große rolle gespielt. Selbst ein "Winzling" konnte durch Technik einen "Riesen" zu Fall bringen :) 

Kommentar von XXIiLay ,

Bin 1,90m. Um meine Körpergröße mache ich mir sowieso keine Sorgen. :D

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