Frage von triedsohard, 119

Sexuellen Missbrauch verhindern?

Eine meiner engsten Freundinnen leidet stark unter den traumatischen Folgen sexuellen Missbrauchs (DIS, Unfähigkeit ein eigenständiges Leben zu führen... mit allem drum und dran). Ich muss das täglich mit ansehen und erleben, ohne ihr richtig helfen zu können. Und ich weiß, dass es nicht nur ihr sondern vielen vielen viel zu vielen Kindern da draußen so ergeht/ergangen ist.

Ich würde in meinem Leben gerne dazu beitragen, sexuellen Missbrauch zu verhindern oder wenigstens zu verringern. Dementsprechend bin ich auf der Suche nach einem Beruf, wo mir das möglich wäre. Ich will eingreifen, BEVOR es zu spät ist. Ich will nicht mit traumatisierten Kindern arbeiten, sondern das ganze stoppen, bevor es sich in die Seele des Kindes einbrennt bzw. vielleicht wäre es sogar möglich, das Kind ganz davor zu bewahren.

Gibt es einen Beruf, der mir das ermöglicht? Ich kenne die Anzeichen für sexuellen Missbrauch in- und auswendig, weiß aber auch, dass das häufig nicht ausreicht. Ich weiß genauso, dass es unglaublich schwierig ist sexuellen Missbrauch zu verhindern. Aber wenn ich sehe, wie meine Freundin darunter leidet, zerreißt es mir das Herz und macht mich unglaublich unglaublich wütend.

Ich müsste wohl einen Beruf wählen, bei dem man viel mit kleinen Kindern zu tun hat (Grundschule, Kindergarten)? Ich arbeite gerne mit Kindern und könnte mir das durchaus vorstellen, allerdings dachte ich, dass es vielleicht noch andere Berufe gibt.

Vielleicht ist es auch viel sinnvoller, z. B. Seminare zu veranstalten, um Eltern aufzuklären?

Ich würde gerne eure Meinung hören. Mit lieben Grüßen, triedsohard

Antwort
von autmsen, 31

Wenn überhaupt Erzieherin / Erzieher. Denn im Kindergarten kann den kleinen Minimenschen vermittelt werden dass sie ein Recht auf NEIN haben. Und dass sie ein Recht darauf haben sich Hilfe zu holen wenn ein NEIN missachtet wird. 

Mit dieser Berufsausbildung bist Du dann sicherlich berechtigt an der örtlichen Volkshochschule Elternkurse anzubieten. Hier bietet sich dann die Möglichkeit präventiv tätig sein zu können. Jedenfalls erlebe ich hier vor Ort dass Eltern die solche Kurse besucht haben aufmerksamer sind wie die Umwelt mit ihren Kindern umgeht. Gerade auch im nahen Verwandtschaftsbereich. Wo ja nach Expertenschätzung 60% aller Missbrauchsfälle stattfinden. 

Ansonsten gibt es einige ehrenamtlich tätige Gemeinschaften die sicherlich froh sind engagierte Unterstützung zu erhalten. Eben im präventiven Bereich

Wesentlich ist für mich tatsächlich hier auch die Forderung im juristischen Bereich der sexuellen Nötigung Politik dazu zu zwingen dass auch bei Erwachsenen ein NEIN ein nein ist und bleibt und jede Überschreitung als Straftatbestand anzusehen ist. Bisher allerdings verweigert Berlin die Übernahme dieser Sichtweise. 

Erwachsene sind stärker als Kinder. Wenn schon bei ihnen nachgewiesen werden muss dass sie sich körperlich gegen sexuelle Nötigung zur Wehr gesetzt haben, wenn von ihnen verlangt wird dass sie nachweisen eine Abwehrhandlung begangen zu haben und keine Angriffshandlung um überhaupt vor Gericht Gehör zu erlangen

um wie Viel schwerer muss es für Minderjährige sein?

Ehrenamtlich kannst Du also jetzt schon anfangen. Wenn Du da Infos suchst schreibe mich an. Oder nutze das Archiv von dradio.  

Antwort
von Suboptimierer, 58

Es stimmt, dass die meisten Hilfestellungen für die Opfer angeboten werden.

Für eine Präventivmaßnahme fällt mir im Moment nur die Ausbildung zu einer Leiterin einer Selbstverteidigungsgruppe oder Trainerin in Sachen Deeskalierungsmaßnahmen.

Auch könnte es vielleicht Möglichkeiten geben in Schulen Aufklärungsarbeit zu leisten und dort voranzukündigen, welche Möglichkeiten man im Fall der Fälle hat, welche Orte man zu welcher Zeit meiden sollte und wie man direkt reagieren sollte.  Zumindest als Lehrer könnte man das.

Was auch helfen könnte, wäre so eine Art Selbstbewusstseinsbetanker. Die heißen natürlich nicht so, aber es gibt die, die schüchternen Menschen helfen, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Das ist so ähnlich wie der Date-Doctor, nur aufs Leben allgemein bezogen.

Für so eine Position würde ich einmal bei der Polizei anfragen.

Antwort
von Kanini, 22

Ich bin Erzieherin und habe mal in einer reinen Mädchenwohngruppe gearbeitet. Dort hat man tagtäglich damit zu tun.

Man kann viel Präventionsarbeit leisten und somit einen guten Beitrag leisten, aber den Missbrauch wirst Du nicht verhindern können.

Der passiert vorher.

Versuchen Missbrauch zu verhindern könntest Du nur bei den (potentiellen) Tätern. Es gibt Anlaufstellen für Männer (und Frauen), die sich davor fürchten Missbrauch zu begehen, es aber eigentlich nicht wollen. Dort könntest Du anfangen.

Oder in der Forensik -z.B. forensische Psychiatrie- dort hilft man neuen Straftaten vorzubeugen.

Aber da Du scheinbar sehr emotional reagierst bei diesem Thema ist es nicht unbedingt ratsam dort zu arbeiten.

Antwort
von assssssssss, 33

Präventive Berufe gibt es kaum. Aber sowas in der Art von Selbstverteidigung wäre dem am nächsten.

Anonsten kann man nur den Opfer Hilfe anbieten. Und Mädchen bzw. Jungs über die Gefahren und Vorsichtsnahmen gegenüber sexuellen Angriffen aufklären...

LG

Antwort
von bikerin99, 27

Genaugenommen müsstest du mit potentiellen Tätern und Tätern arbeiten.
Natürlich ist es auch sehr wichtig viel Öffentlichkeits- und Aufklärungsarbeit zu leisten.
Wenn du einen Beruf wie Kindergärten, Grundschule arbeitest, wirst du erst eingreifen können, wenn es das Opfer gibt. Aber du kannst helfen, dass diese Kinder selbstbewusst werden, lernen nein zu sagen, sich trauen, etwas zu sagen, wenn etwas nicht stimmt.

Antwort
von keksmampfer91, 36

Du könntest beispielsweise Selbstverteidigung unterrichten.

Aber etwas verwirrt mich an deiner Frage. Du schreibst, dass du die Anzeichen in und auswendig kennst.

Wie soll es dafür Anzeichen geben? Ich kann mir nicht Vorstellen, wie es Anzeichen geben kann, dass eine Person bald missbraucht wird.


Kommentar von triedsohard ,

es gibt anzeichen, woran man merken kann, dass das kind opfer sexuellen missbrauchs wurde/grade noch ist. dass es zum beispiel kein problem damit hat, seine geschlechtesteile zu zeigen oder in bestimmten momenten freiwillig "nichtjugendfreie dinge" macht.

wenn das kind panische angst davor hat, zum nachbarn/papa/onkel etc. zu gehen..

alles so was.

Kommentar von keksmampfer91 ,

nagut.. aber du hast ja geschrieben, dass du einen Beruf möchtest bei dem du eingreifen kannst, bevor es zu spät ist. Und dass du nicht mit traumatisierten Kindern arbeiten möchtest.

verzeih mir dass ich so dumm frage. Ich will damit jetzt ganz und gar nicht deine Fragestellung kritisieren. Mich interessiert das jetzt wirklich.

Aber ist es nicht schon zu spät bzw. ist das Kind nicht schon traumatisiert, wenn man diese Anzeichen erkennen kann?

Antwort
von Noahschoeler, 15

Ich finde gut das du das machst ;)

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