Frage von Mario4Sport, 76

Sexuelle Orientierung - Schubladen - Zeitgemäß - "modern"?

Liebe Community,

ich habe nun schon die ersten paar Fragen in diesem Forum beantwortet und stoße dabei immer wieder auf die selben Ausdrucksweisen. Das brachte mich auf die Idee, euch mal nach eurer Meinung zu fragen.

Haltet ihr Begriffe wie "schwul", "bi" oder "hetero" noch für zeitgemäß? Heißt "normal sein" = hetero? Hilft euch dieses Schubladendenken, oder findet ihr es veraltet?

Danke vorab für eure Meinung! :-)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Marco1978, 36

Der Mensch stopft alles gerne in Schubladen und da gehören eben auch diese dazu. Meist ist das auch nicht böse gemeint, so ist unser Denken einfach aufgebaut.

Im Prinzip kann es ja egal sein, ob diese oder jene Person nun auf Männer oder Frauen steht, asexuell oder bisexuell ist. Von Interesse ist diese Information nur, wenn man mit dieser Person zusammen sein möchte und seine Chancen abchecken möchte. Sonst hat das niemanden zu interessieren.

Aber solche Infos sind so herrlich süffig und man kann so gut darüber klatschen und tratschen.

Nein, diese Begriffe werden nicht so schnell verschwinden. Aber da die menschliche Sexualität eben aus unendlich vielen Schubladen besteht, sind diese einfach eine grausame Vereinfachung. Und wenn man sich viele dieser Fragen hier anschaut, verunsichern diese Schubladen besonders junge Leute total.

"Bin ich nun immer noch schwul, obwohl ich die hübsche neue Mitschülerin irgendwie toll finde?"

"Bin ich nun plötzlich lesbisch, obwohl ich doch schon 8 Freunde hatte und nun aber auf die Lehrerin stehe?"

"Bin ich schwul, weil ich auf Lieder von Taylor Swift stehe?"

"Wie kann ich normal werden, ich will nicht schwul sein?"

Gäbe es diese Einteilung nicht, würde man einfach den Menschen lieben, den man liebt, würde man sich in Menschen statt in Geschlechtsteile vergucken, vieles wäre einfacher für diese jungen Menschen - und für manche Erwachsene auch.

Aber eben: Menschen lieben Schubladen!

Kommentar von Mario4Sport ,

Vielen Dank für deine Meinung! :)

Expertenantwort
von Kajjo, Community-Experte für Sexualitaet, 34
  • Selbstverständlich sind Begriffe wie "schwul", "lesbisch" oder "heterosexuell" noch zeitgemäß. Ganz im Gegenteil werden diese Themen doch mehr und mehr offen diskutiert.
  • Sexualität und Partnerschaft sind sehr wichtige Aspekte im Leben fast aller Menschen und es wäre doch sehr seltsam, wenn man sich z.B. nicht dafür interessieren würde, ob die eigenen Freunde gerade vergeben sind oder suchen, ob sie glücklich in einer Partnerschaft sind oder an einer Trennung nagen und so weiter. Wie sollte man solche Aspekte ausblenden? Und wie sollte man dann bei Freunden die sexuelle Orientierung ignorieren? Man merkt doch, ob ein Mann eine Freundin oder einen Freund hat oder sucht. Das gehört doch zum Miteinander in Freundschaften dazu.
  • Ich wüsste auch nicht, durch welche besseren Begriffe man die etablierten Ausdrücke ersetzen sollte. Das passt schon so.
  • Persönlich mag ich auch den Begriff "Schubladendenken" überhaupt nicht. Das klingt oft so, als ob ganz harmlose Eigenschaften immer gleich eine Schublade wären. Wenn ich weiß, mein Freund X ist Single -- habe ich ihn dann schon in eine Schublade gesteckt oder weiß ich eben nur, dass er gerade nicht vergeben ist. Das gleiche gilt für für fundamentale Eigenschaften wie Geschlecht oder Körpergröße, für Beruf, sexuelle Orientierung oder Wohnort. Solche Eigenschaften und Kenntnisse sind keine Schubladen.
  • Schubladendenken entsteht, wenn man aufgrund von Vorurteilen aus einer bekannten Eigenschaft einfach ANDERE Eigenschaften ableitet, obwohl es keinen zutreffenden inneren Zusammenhang gibt (blond > blöd; schwul > tuntig; Anwalt > arrogant). So ein Schubladendenken ist natürlich nicht gut, zumal die Assoziationen eben oftmals nicht zutreffen. Gleichwohl darf man natürlich trotzdem Korrelationen feststellen, wenn es denn so wäre.
Antwort
von voayager, 43

Liefer erst einmal Alternativbegriffe, dann erst läßt sich diskutieren.

Kommentar von Marco1978 ,

Er steht auf Männer, ihr gefallen Frauen, sie ist scharf auf Männer und Frauen, er auf alles... Es gäbe durchaus Möglichkeiten, nicht?

Antwort
von 19wholived12, 55

Ich denke solche Oberbegriffe sind erstmal hilfreich für Leute, die ihre Sexualität gerade erst "entdecken". Danach kann man sich ja immernoch näher damit befassen und das spezifizieren und z.B. herausfinden, ob "schwul" reicht oder ob es doch mehr ist (z.B. pansexuell). Es gibt ja doch weitaus mehr Kategorien als nur die drei.

Und nein, "normal sein" heißt auf keinen Fall nur "hetero sein" :D

Antwort
von eszuecs90, 52

Was ist schon normal?! ;-) Tschüß Schubladendenken!!!

Alles im Leben gehört dazu und jeder sollte jeden so akzeptieren, wie er ist. 

Antwort
von TheKn0wledge, 24

Die Mehrheit ist hetero, somit ist hetero normal, egal, was political correctness dazu sagt.

Kommentar von Marco1978 ,

Die Mehrheit ist weiblich, somit ist "weiblich" normal und "männlich" eben abnormal. Coole Logik, wirklich!

Kommentar von TheKn0wledge ,

Ich habe nicht gesagt, dass homosexuell abnormal ist, nur, dass es normaler ist, hetero zu sein. Schau, jeder kann sein was er oder sie will, aber es gibt biologisch nur zwei Geschlechter, und entweder man steht auf das eigene, auf das andere, auf beide oder auf keins.

Kommentar von MuseMelpomene ,

Nein! Es gibt selbst biologisch betrachtet nicht nur zwei Geschlechter! Und gerade das macht in meinen Augen die Einteilung in Begriffe wie homo- und heterosexuell so kompliziert, da die Begriffe eben davon ausgehen, dass alle Menschen klar in männlich und weiblich unterteilt werden können.
Ganz abgesehen davon, dass es fraglich ist, nur nach dem biologischen Geschlecht und nicht nach dem erlebten Geschlecht der Menschen einzuteilen, gibt es auch intersexuelle Menschen, es gibt trans*-Menschen...

Kommentar von TheKn0wledge ,

Nenn mir bitte ein drittes biologisches Geschlecht. Ich definiere das Geschlecht anhand der Keimdrüsen. Und da gibt es nur Hoden oder Ovarien. Daher gibt es zwei biologische Geschlechter, und entweder, man ist mit dem eigenem Geschlecht zufrieden (cis), will das andere (trans), hat eine Fehlbildung (inter) oder will gar keins (agender) oder beide (bigender) haben. Und sexuelle Anziehung ist entweder hetero (gegenüberliegendes biologisches Geschlecht), bi (beide biologische Geschlechter), homo oder asexuell.

Antwort
von Blueman66, 76

Mir ist es eigentlich ziemlich egal ob man hetero oder Homosexuel ist. Ich verstehe persönlich auch nicht warum Leute etwas dagegen haben

Kommentar von Blueman66 ,

Also ich finde es veraltet

Kommentar von Mario4Sport ,

Deine erste Antwort hätte mich jetzt nicht befriedigt, aber dein Kommentar passte dann doch wieder zum Thema. Vielen Dank! :-)

Kommentar von Blueman66 ,

Bitte

Antwort
von Scarlli, 34

Ja ich bin sehr streng erzogen worden. Als ich das Thema mal Abends angesprochen habe. Meine kleinen Schwestern waren schon im Bett.
Ist mein Vater sehr Böse geworden. Er hat mir meinen Po so versohlt und dabei gesagt das er mir zeigen wird was Richtig und Falsch ist.
Seit dem weiß ich nicht mehr was ich dazu denken soll.
Bitte entschuldige mein Schul Deutsch Ich komme aus Frankreich.
Ja ich denke man sollte nur sagen das man sich liebt und ein paar ist.
Ich muss aber auch sagen das ich noch kein Freund haben darf und ich bin nicht hässlich.

Lg Scarlli

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