Frage von Alleswirdjut, 113

Sexualität ist Sünde oder was(Kirche)?

Hi Community, ich will mich kurzfassen.

Was hat die katholische Kirche gegen Sexualität und das Kondom. Warum Sexualität nicht einfach der Freude wegen? Was verspricht bzw. versprach sich die Kirche? Indem sie den Menschen ein schlechtes Gewissen wegen allem macht, was denen in ihrer engstirnigen Sexualmoral nicht passt? Was hat sie gegen das Kondom einzuwenden? Jedes 12 Jährige KInd weiss wie wichtig diese sind, aber die Kirche ignoriert das?

Also, wo liegt der Vorteil, der Kirche?

Ps: Man muss natürlich differenzieren, nicht alle denken so.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Raubkatze45, 32

Was hat die katholische Kirche gegen Sexualität und das
Kondom?

Die Kirche schätzt die Sexualität als Geschenk Gottes und misst ihr eine große Würde bei und dies sogar so sehr, dass sie Voraussetzung für die Gültigkeit der sakramentalen Ehe ist. Schon die frühe Kirche hat sich gegen die Leibfeindlichkeit der Gnostiker und Puritaner gewandt.

Warum Sexualität nicht einfach der Freude wegen?

Sexualität aus christlicher Sicht ist immer ein Ausdruck der Liebe und damit auch der Freude. Dabei hat sie zwei Aufgaben, die zusammengehören.
 Auf der einen Seite erleben die Partner Freude und Lust und können so ihre Liebe vertiefen und festigen.
Auf der anderen Seite ist mit sexueller Betätigung die Möglichkeit der Zeugung von Kindern verbunden. Die Grundlage dafür ist Gott selber, Er vertieft den Geschlechtsakt durch Befriedigung und erfüllt ihn durch Fruchtbarkeit.
 Wahre Liebe ist niemals egoistisch, sie benutzt den anderen
nicht zur eigenen Lustbefriedigung, sie ist offen, auch fruchtbar zu sein.

 Was verspricht bzw. versprach sich die Kirche?
 Indem sie den Menschen ein schlechtes Gewissen wegen
allem macht, was denen in ihrer engstirnigen Sexualmoral nicht passt?

Die kath. Sexualmoral ist keine Erfindung irgendwelcher weltfremder Päpste oder Kirchenfürsten, sondern entspringt aus dem Glauben an Gott, der den Menschen als Mann und Frau erschaffen hat.
Und weil das so ist, ist eine Sexualität nur aus „Spaß“ ohne Treue und
Verantwortung nicht denkbar. Der tiefste Grund liegt in der Treue Gottes zu
seinem Bund und in der Treue Christi zu seiner Kirche. Durch das Sakrament der Ehe werden Mann und Frau fähig, diese Treue zu leben.

Wenn die Kirche eine Grenze zieht und die Befriedigung der sexuellen Bedürfnisse außerhalb der Ehe als falsch bezeichnet (übrigens auch ein Teil der ev. Christen), so geschieht dies nicht, um Menschen zu ärgern oder zu unterdrücken, sondern um die Sexualität in ihrem Wesen und Wert zu schützen.
 Wenn nämlich die Sexualität von der Liebe, die sich ganz verschenkt und die
 erfüllt werden will, trennt, dann wird sie zu einem bloßen Mittel degradiert,
 das letztlich nur egoistische Bedürfnisse bedfriedigt.

 Was hat sie gegen das Kondom einzuwenden ?
Es liegt im Wesen des Geschlechtsaktes, dass er Teilnahme an der göttlichen Schöpfung ist. Das bedeutet, dass die Ehepartner bei jedem einzelnen Akt grundsätzlich offen für Kinder sein sollen. Dies wird aber durch künstliche Mittel grundsätzlich ausgeschaltet. Das heißt nicht, dass die natürlichen
 Mittel nicht genutzt werden dürfen durch die Beachtung der unfruchtbaren Tage der Frau. Das ist sittlich erlaubt und oft sogar geboten.
 Gott hat die Frau ja so geschaffen, dass sie nur an einigen Tagen des Monats
 schwanger werden kann.

 Jedes 12 Jährige KInd
weiss wie wichtig diese sind, aber die Kirche ignoriert das?

Wenn jedes 12-jährige Kind so aufgeklärt ist und das weiß, warum kommen dann laufend Anfragen von halben Kindern, die sich von einer Schwangerschaft durch Abtreibung ohne Wissen der Eltern befreien wollen?
Da ist Enthaltsamkeit bis zur Ehe wohl doch kein so schlechter Rat der Kirche.

Also, wo liegt der Vorteil, der Kirche?

Du hast nicht begriffen, was Kirche ist. Sie hat den Auftrag, den Menschen zu vermitteln, dass es ein ewiges Leben gibt und dass wir dazu berufen sind, Gott zu lieben und ihm zu dienen. In diesem Sinne gibt die Kirche auch in moralischen Dingen Weisungen. Diese Weisungen zu befolgen ist der Gewissensentscheidung der einzelnen Gläubigen überlassen. 

Kommentar von JanRuRhe ,

Selten so eine klare, offene und verständliche Abhandlung zu diesem Thema gelesen. Man muss ja nicht der Gleichen Meinung sein, aber die Position der kath. Kirche ist toll zusammengefasst. Vielen Dank!

Antwort
von blazery, 33

III Eheliche Liebe

Die Geschlechtlichkeit ist auf die eheliche Liebe von Mann und Frau hingeordnet. In der Ehe wird die leibliche Intimität der Gatten zum Zeichen und Unterpfand der geistigen Gemeinschaft. Das Eheband zwischen Getauften wird durch das Sakrament geheiligt.

 „Infolgedessen ist die Sexualität, in welcher sich Mann und Frau durch die den Eheleuten eigenen und vorbehaltenen Akt einander schenken, keineswegs etwas rein Biologisches, sondern betrifft den innerstenKern der menschlichen Person als solcher. Auf wahrhaft menschliche Weise wird sie nur vollzogen, wenn sie in jene Liebe integriert ist, mit der Mann und Frau sich bis zum Tod vorbehaltlos einanderverpflichten" (FC 11).

--> Quelle & Mehr: http://www.vatican.va/archive/DEU0035/_P8C.HTM

Expertenantwort
von RFahren, Community-Experte für Sexualitaet, 29

Aus Sicht eines Religionsstifters ist Sex ja  nur eine unerwünschte Ablenkung vom Wesentlichen (nämlich zu beten, missionieren usw.) und daher zähneknirschend zur Vermehrung (der Gläubigen) geduldet. Dies ist auch der Grund warum Verhütung, Abtreibung usw. meist ebenfalls verboten ist. Da man die Menschen in den Betten meist häufiger "Oh Gott!" rufen hört, als in der Kirche, lässt sich dieses Konkurrenz-denken gut nachvollziehen ;-)

Homosexualität, Selbstbefriedigung und Sex mit Verhütung besteht aus religiöser Sicht ja ausschließlich aus "Lust" und "Vergnügen" (also Ablenkung ohne Vermehrung) und wird daher erst recht verteufelt. 

Früher oder später werden unter den Antwortenden sicher ein paar Missionare auftauchen welche Dir die genauen Bibelstellen zitieren werden und genau erklären können, warum dies alles "Sünde" ist und Du Dich womöglich für Deine natürlichen Bedürfnisse schämen solltest.

Ich sage dagegen: Atheisten haben den besseren Sex - denen schaut niemand zu!

Religion war und ist schon immer ein Werkzeug um Menschen zu beeinflussen, zu steuern und auszunehmen. Ob man sich diesem System (in dem es durchaus ein paar wirklich Gläubige geben mag) unterordnen möchte, muss jeder für sich entscheiden. In den meisten der über tausend Jahre alten Schriften werden nämlich nicht nur "Unkeusche" mit ewigem Fegefeuer oder gar dem Tode bedroht, sondern auch Ehebruch, Homosexualität, falsche Ernährung, falsche Kleidung, freie Rede und und und...

Seid nett aufeinander!

R. Fahren 
(Bekennender Atheist)

Antwort
von voayager, 18

Die Kirche hat Angst, dass Sexualbejahung zu einem Bedeutungsverlust der Religion führt. Wer nämlich ziemlich weltlich drauf ist, hat für Gottes,- und Himmelsfragen meist wenig Interesse.

Antwort
von aicas771, 21

Schon im alten Testament kann man nachlesen, dass menschliche Sexualität auf den Geschlechtsverkehr zwischen Mann und Frau beschränkt bleiben soll.

In einer Zeit ohne Verhütungsmittel hatte Sex in den allermeisten Fällen Kinder zur Folge. Damit die dann auch ordentlich versorgt werden konnten, war "erlaubter" Sex auf Eheleute beschränkt (alles andere war lieblos und rücksichtslos gegenüber den entstehenden Kindern!).

Verhütungsmittel sieht die katholische Kirche wohl als "Lebensverhinderungsmittel" an. Sie verhindern die "gottgewollte planmäßige" Entstehung von menschlichem Leben und so nebenbei auch die Entstehung neuer "Schäfchen" (deren Denken, Fühlen und Handeln man dann beherrschen könnte).

Da die Lehrmeinung der katholischen Kirche ungefähr so beweglich ist wie ein Supertanker, kann sie den schnellen Veränderungen in dieser Welt bisher nicht folgen.

Für den Umgang mit Sexualität gilt meiner Meinung nach - wie bei anderen Themen auch - das Gebot der Nächstenliebe (Mt. 22, 37-40). Das heißt, jede(r) sollte sich fragen, ob es allen (auch indirekt) Beteiligten gegenüber liebevoll ist, den beabsichtigten Sex zu haben, oder ob man gerade nur seinen Egoismus auslebt.

Ein schönes Wortspiel zum Thema: "Aus Spaß wurde Ernst. Ernst ist heute xx Jahre alt." Ob Ernst sein Leben wohl Spaß macht, oder ob er Not leidet (materiell oder seelisch) aufgrund von Verhältnissen, für die er nichts kann?

Antwort
von RandyLadholz, 17

Für mich gehört die Sexualität in die Ehe, weil ich glaube, dass zwei Menschen, die Sex haben eins sind mit körper, geist und seele. Die Ehe schafft ein Ort des Vertrauens, in dem diese Intimität nicht missbraucht oder verletzt wird.

Sexualität ist nicht nur zur vermehrung gedacht. Kann ich zumindest in der Bibel nirgends finden. Für mich ist die Sexualität das Zeichen, od. sinnbild der Ehe. So wie das abendmahl an den neuen Bund, der durch die Kreuzigung gestartet wurde, erinnert, soll die Sexualität an den Bund der Ehe die zwei Menschen geschlossen haben erinnern.

Ein weiteres Sinnbild ist das Jungfernhäutchen. Wird es das erste mal durchstossen wird der Bund der Ehe mit blut besiegelt.

Antwort
von fricktorel, 6

Sexualität ist von unserem ewigen Schöpfer geschaffen worden und nötig, die Menschheit zu vergrößern.

Zur "Sünde" kommt sie, wenn man "sexuelle Lüste" mit ihr befriedigt (Kol.3,5; Jak.1,15).

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