Sex und die Definition des Zölibats
Wenn die Definition des Begriffs Zölibat "das Versprechen, für das weitere Leben die Verpflichtung zur Ehelosigkeit zu übernehmen" ist, wäre es dann nicht - rein von der Definition her gesehen - rechtens für Priester eine sexuelle Beziehung mit einer Frau/einem Mann einzugehen? Oder wird - seitens der Kirche - Ehe und Sex grundsätzlich als einhergehend verpflichtet? (sprich Sex ist grundsätzlich NUR Ehepartner möglich)
-
3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich
Letzteres!
Klar darf ein Pfarrer Sex haben, aber wenn er Sex außerhalb der Ehe hat verstößt er gegen seinen Glauben.
Und das Zölibat zwingt ihn zur Ehelosigkeit.
-
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich
Du hast es erfasst.
Zölibat, von lat. caelebs = unverheiratet, ist die freiwillige Entscheidung eines Menschen, unverheiratet zu bleiben. Christen tun das um des Himmelreiches willen, Manager um des Geldes willen.
Sex außerhalb der Ehe gilt nach biblischem Zeugnis als Unzucht und schwere Sünde, nicht nur für Priester übrigens; für einen Christen kommt das demnach nicht in Frage.
-
-
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich
Hallo, der Sex findet seine Erfüllung im Geschlechtsverkehr und dieser seine in der Weitergabe des menschlichen Lebens. Die Eltern haben dann die Sorge für das neue Leben und auch untereinander. Wäre der Priester durch eine Ehe und eventuell noch mit Kindern gebunden, kann er seiner Aufgabe als Hirt, als Leiter, als Kümmerer einer Gemeinde sich weniger um die Seelsorge bei seinen Pfarrmitliedern kümmern. Im Zweifel würde die Familie voranstehen. Deshalb soll er frei sein. Gruß
-
-
Es geht im Prinzip um 2 Themenbereiche: 1. Thema: "legitime sexuelle Aktivität" nach kath. Morallehre 2. Thema "Zölibat und Ehe"
zu 1.) Nach röm-kath. Verständnis ist sexuelle Aktivität grundsätzlich nur (!) innerhalb einer gültig geschlossenen Ehe zwischen einem Mann und einer Frau erlaubt. Logische Konsequenz: Jede sexuelle Betätigung außerhalb der Ehe ist nicht erlaubt. Also: Kein Ehehbruch, kein Puff, keine homosexuellen Beziehungen, keine Polygamie, kein Sex vor der Eheschließung, kein Sex mit der Haushälterin oder wem auch immer. Mehr fällt mir auf die Schnelle jetzt nicht ein. Aber es dürfte klar sein.
zu 2.) Das Zölibatsversprechen hat zunächst mit Sexualität nichts zu tun. Es ist lediglich das Versprechen, auf Dauer - d.h. bis zum Lebensende - keine Ehe einzugehen. Verbunden mit Punkt 1 heißt das dann logischerweise auch keinerlei sexuelle Betätigung für jemanden, der ein Zölibatsversprechen abegelegt hat.
So, das ist der Rahmen, den die kirchliche Lehre festlegt. Damit ist noch nichts über Sinn und Unsinn solcher Regelungen oder über deren alltägliche Praxis ausgesagt. Genauso wenig ist damit noch nichts ausgesagt oder vorgegeben, wie mit Verfehlungen gegen diese Bedingungen umgegangen werden kann, soll und tatsächlich umgegangen wird. Hier kommt dann die Möglichkeit zur Beichte und der Sündenvergebung ins Spiel. Aber auch hier gilt: Wird einen Verfehlung gebeichtet und die Lossprechung von den Sünden(= Absolution) vom Priester erbeten, dann beinhaltet die Gültigkeit und damit auch die Wirksamkeit einer Beichte den festen Willen, diese Sünde nicht mehr begehen zu wollen. Also das funktioniert nicht so wie einer der Kommentatoren meint, ein zölibatär lebender Mensch könnte es ja mit der Haushälterin treiben und immer beichten ohne den Willen, dieses Verhalten ernsthaft beenden zu wollen.
Nebenbei bemerkt, halte ich die Vorstellung, ein kath. Pfarrer hätten meistens Sex mit seiner Haushälterin, schlicht für Fantasie. Meistens gründet sich diese Vorstellung darauf, dass es sich viele Menschen eben nicht vorstellen können, dass man auch ohne Sex sehr glücklich, ausgeglichen und zufrieden leben kann.
-
auch mit der haushälterin möglich, wenn diese will.
-
Zölibat ist Ehelosigkeit. Dagegen KANN ein katholischer Priester nicht verstoßen. Heiratet er, kann er kein Priester mehr sein.
Geschlechtsverkehr kann er jedoch haben. Das ist zwar sündig, kann aber gebeichtet werden.
-
Bezieht sich wahrscheinlich nur auf Sex mit einer anderen Person, denn was die unter der Bettdecke mit sich selbst machen kann ja keiner überwachen.
Kommentar von Heiko1974 15.02.2011genau so ist es!
-
-
Frag den Pfarrer - der muss es am besten wissen.
Kommentar von enrigio 24.09.2010da wäre ich mir nicht so sicher ;)
Grund für die Einführung des Zölibates war ganz prosaisch: es sollte vermieden werden, dass Geistliche ihre Ämter und Ländereien vererben konnten. Würde ein Bischof heiraten, würde sein Fürstentum (ein Bischof entsprach im Mittelalter in etwa einem Fürsten) an seine Söhne fallen. Dies wollte die Kirche verhindern, die Ländereien sollten in Kirchenbesitz bleiben.
Es geht beim Zölibat also nicht um Seelsorge oder andere tolle Dinge, sondern um nichts weiter als um Besitzsicherung der Kirche.
Das ist nur die eine, sehr wichtige Seite der Medaille. Es gibt auch die Vorstellung, dass man sich durch Geschlechtsverkehr kultisch verunreinigt. Priester, die im Jerusalemer Tempel Dienst hatten, mussten für diese Dienstzeit enthaltsam leben.
Ich habe in Afrika (Subsahara) protestantische (!) Gemeinden erlebt, in denen deutsche Pastorinnen als Besucherinnen Schwierigkeiten hatten. Sie waren noch zu jung. Pastorinnen jenseits der Menopause durften predigen.
Es gibt eine archaische Vorstellung, dass Sexualität und Kult nicht gut zu vereinbaren seien.