Frage von MawIGuk0, 102

Setzen große Firmen ihre Werbekosten von der Steuer ab?

Es ist ja möglich werbekosten abzusetzen,

Zahlt der Steuerzahler die Millionen Euros von Audi, VW und z.b. Edeka weil diese Unternehmen diese Kosten von der Steuerabsetzen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Dirk-D. Hansmann, 28

Umgangssprache führt zu den schönsten Irrungen und Wirrungen, eigentlich immer wenn es um fachliches geht. Sag mal einem Zimmermann, dass er einen Stuhl auf Dein Haus setzen soll. Wäre interessant, was der tut.

Von der Steuer absetzen ist noch ein größerer Schwachsinn. Das würde tatsächlich bedeuten, dass man einen Betrag ausgibt, eine Leistung bekommt und die zu zahlenden Steuern könnten im Zweifel auf Null gedrückt werden - weil man es wie Vorauszahlungen abziehen würde.

Wie soll sich ein Staat so finanzieren können? Der will auch Einnahmen.

Alles was ein Steuerpflichtiger ausgibt, dass wird erst einmal überprüft, ob es überhaupt als Werbungskosten oder Betriebsausgabe abzugsfähig ist.

Ein unangemessenes Fahrzeug im Betriebsvermögen? Da spielt das Finanzamt nicht mit. Also werden die Anschaffungskosten rechnerisch vermindert. Die wirken sich nur mit dem angemessenen Anteil aus.

Bei der Werbung wird das Finanzamt ein Problem haben die Unangemessenheit feststellen zu können. Warum auch? TV-Werbung macht man nur, wenn es sich auch lohnt. Also ausreichend Menschen im Rahmen einer Kampagne kaufen.

Was nutzt das tollste Produkt, wenn es keiner kennt?

Also wird alles zum Abzug erlaubt, was nötig ist. Allerdings gibt es bei bestimmten Kosten ein Abzugsverbot. Teilweise auch schwachsinnig. Lade ich als Unternehmer meine Kunden zu einer zweitägigen Produktvorführung ein, dann kann ich die im Hotel unterbringen. Die Kosten wären abzugsfähig.

Hätte ich ein Gästehaus im Betriebsvermögen, dann wären diese Kosten nicht abzugsfähig. Unabhängig von der Auslastung. Und große Unternehmen könnten sehr wohl ein Interesse daran haben, dass Lieferanten oder Kunden in einem extra Gästehaus untergebracht würden.

Aber auch bei der Bewirtung von Gästen ist ein pauschaler Abzug vorgesehen. Und nach dem Abzug von 30% wird noch einmal geprüft ob das nicht übertrieben war. Verkaufe ich eine Beratungsleistung für 4.000 Euro, dann wird es sicher bei einer Bewirtungsrechnung von 800 Euro Probleme geben. Selbst wenn der Kunde diese zur Bedingung des Auftrags machen würde.

Wie bereits an anderer Stelle der Kommentare ausgeführt wurde: Die angemessenen Betriebsausgaben werden von den Einnahmen abgezogen. Was da über bleibt ist das Betriebsergebnis. In der Regel die Bemessungsgrundlage der Ertragssteuer (Einkommensteuer oder Körperschaftssteuer).

Früher waren übrigens auch Beraterverträge möglich, dass Angestellte eines Auftraggebers im Rahmen des Verkaufs noch Geld bekommen haben. In einigen Ländern waren Verkäufe gar nicht anders möglich. Wie z.B. dem Iran, einer sogenannten Bakschisch-Gesellschaft. Wo für alles und jedes Dankbarkeit ausgedrückt wurde.

Heute gilt die Zahlung solcher Gelder nicht einmal mehr als Betriebsausgabe, sondern als Veruntreuung.

Ansonsten verweise ich hier auf die bereits geschriebenen Kommentare, die sehr speziell auf die einzelnen Facetten eingegangen sind.

Expertenantwort
von wfwbinder, Community-Experte für Steuern, 51

Der Steuerzahler zahlt überhaupt nichts von den Kosten der Unternehmen.

Die Unternehmen zahlen auf den Gewinn Steuern.

Ohne Werbung wird nichts verkauft. Würde man auch ohne Werbung seine Produkte verkaufen können, würde keiner Werbung machen, sondern das Geld sparen.1.000, Euro Kosten, sparen 400,- Euro Steuern.

Wenn die 1.000,- Euro nicht nötig sind, zahlen ich zwar 400,- Euro Steuern mehr, habe aber netto 600,- Euro mehr in der Kasse.

Daher ist jeder gesparte Euro erstmal Gewinn.

Kommentar von MawIGuk0 ,

Ist natürlich populistisch Formuliert,
Füllt denn der Staatshaushalt die möglichen Rückzahlungen durch die Subunternehmer/ Auftragsfirmen die dann "eine Rechnung" an z.b. Audi etc schreiben? Denn die müssen ja ebenfalls Steuern für den Verkauf von Dienstleistungen bezahlen, oder nicht?

Ich entschuldige mich für grobe Lücken in dieser Rubrik aber ich habe einfach Interesse daran wie es funktoniert.

Antwort
von emib5, 47

Das sind ganz normale Ausgaben die die Firmen haben. 

Und der Gewinn, der Versteuert werden muss, sind vereinfacht erst mal Einnahmen - Ausgaben. Somit müssen diese Ausgaben nicht von den Firmen versteuert werden.

Für die Firmen, die die Werbung dann aber machen, senden, drucken etc. sind das dann aber wieder Einnahmen, die versteuert werden müssen.

Antwort
von TreudoofeTomate, 54

Nicht von der Steuer aber von den Betriebseinnahmen. Werbekosten gehören zu den Betriebsausgaben und mindern den Gewinn eines Unternehmens.

Antwort
von wurzlsepp668, 44

wie kommst Du auf die Schnapps-Idee, dass der Steuerzahler die Werbekosten der Firmen bezahlt?

Die Firmen setzen die Werbekosten als Betriebsausgabe an. Diese mindert somit den Gewinn, den die Firma am Jahresende ausweist. Es mindert somit die Steuerzahlung an das Finanzamt.

KEIN STEUERZAHLER ZAHLT WERBEKOSTEN DER FIRMEN ..

wenn Du doch der Meinung sein solltest, dann schau Dich schon mal um, ob Du einen Bauernhof bekommst, damit Du autark leben kannst ....

Auf SÄMTLICHEN Lebensmittel / Getränken / Medikamenten / Fahrzeugen / Computer / Handys usw. sind Werbekosten in den Verkaufspreis eingerechnet ....

Kommentar von MawIGuk0 ,

Naja nenn es Schnappsidee aber warum haben Konzerne mit Milliarden Euros an Umsatz das Recht, die Steuern, die mit aufwändigen Produktionen etc. in Verbindung stehen, zurück gezahlt zu bekommen? Ist es dann nicht im Endeffekt der Übrige Haushalt des Staates der es auffüllt oder ergeben sich diese Staatseinnahmen durch die Firmen die der Produktion eine Rechnung schreiben?

Kommentar von wurzlsepp668 ,

ähm, kein Konzern bekommt Steuern, die mit aufwändigen Produktionen in Verbindung stehen, zurückbezahlt ...

wo hast Du den Schwachsinn her?

Willst Du, dass der Staat den Firmen vorschreibt, wer wann welche Werbung schalten darf?

JEDER Unternehmer hat das Recht, Werbung zu schalten. Dass die Werbung von BMW / Audi / Siemens usw. ein paar Euro mehr kostet als die Werbung des Heizungsbauers um die Ecke ist nicht deren Problem (Angebot und Nachfrage ....).

ok, Werbung wird verboten. Ist Dir bekannt, wieviele Mitarbeiter in den Konzernen bzw. in der freien Wirtschaft ihr Geld damit verdienen, Werbemaßnahmen zu planen / zu schalten usw?

die würden ALLE auf der Straße stehen ....

Antwort
von Helmuthk, 26

Auch kleinere Betriebe können Werbekosten als Betriebsausgaben geltend machen.

Warst Du schon einmal bei einem Fußballspiel Deines örtlichen Amateurvereine?

Ach da gibt es Bandenwerbung, aber vom örtlichen Bäcker oder Bauunternehmer usw.

Antwort
von kevin1905, 39

Es ist ja möglich werbekosten abzusetzen,

Meinst du Werbungskosten? Firmen haben keine Werbungskosten, sie haben Betriebsausgaben.

Zahlt der Steuerzahler die Millionen Euros von Audi, VW und z.b. Edeka
weil diese Unternehmen diese Kosten von der Steuerabsetzen?

Jedes Unternehmen setzt Betriebsausgaben den Betriebseinnahmen gegenüber.

Kommentar von Helmuthk ,

Der Begriff "Werbekosten" ist schon richtig.

Oder wie nennst Du die Anzeigen in den Tageszeitungen, Magazinen und im Fernsehen für alle möglichen Produkte?

Dass diese Werbekosten auch Betriebsausgaben sind, versteht sich von selbst.

Antwort
von weisskopfadler, 51

Merkwürdige Frage. Natürlich kann man die Aufwendungen für Produktion und Vertrieb von dem eingehenden Umsatz abziehen.

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