Frage von TorDerSchatten, 102

Seltsames Verhalten von Menschen an Pfandautomaten - wer kann es deuten?

Jeder kennt die Situation man möchte sein Einwegpfand einlösen und steht in einer Schlange am einzigen funktionierenden Pfandautomaten.

Nummer 1: Jemand bedient den Automat ganz langsam. Er nimmt bedächtig jede Flasche einzeln aus der Tasche, betrachtet sie, überlegt kurz was drin war und legt sie dann sorgfältig, fast zärtlich in den Schacht, als wäre es ein neugeborenes Küken. Wenn die Flasche gescannt wird, schiebt er nicht die nächste nach, nein: es wrid jedes mal geschaut auf dem Display ob der Betrag auch verbucht ist. Ist er? Sicher? Okayyy dann die näääääächste Flasche...

Leute: schiebt die Flaschen zügig ein und wenn der Scanner piept wird der Betrag gebucht! ich muß nicht nachsinnen und mich von jeder Flasche verabschieden!!

Nummer 2: Ich nehme zu jedem Einkauf die bis dahin angesammelten Pfandflaschen mit und gebe sie zurück. Das sind etwa 6 - 12 Flaschen. Mehr nicht. Wozu die auch zuhause bunkern? Nehmen viel Platz weg.

Ich beobachte nun Menschen am Pfandautomat (unabhängig von der Wartezeit), die 50 Flaschen reinlassen, der Rekord war glaube ich mal 62 Flaschen. Jedenfalls sehr viele.

Jetzt frag ich mich: gibts da Zinsen drauf wenn man die daheim bunkert? Warum horten die Leute ihre Pfandflaschen und geben sie dann in immenser Menge zurück? Warum nicht wöchentlich abgeben?? Was macht das für einen Sinn?

Vielleicht kann mir jemand das Verhalten von Nummer 1 und Nummer 2 deuten. Vielleicht tut ihr es selbst? Warum tut ihr das?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Tasha, 63

Langsames Einlegen: Mache ich auch. Sonst wird man schnell frustriert: Flasche rein - Automat war noch nicht bereit - Flasche wieder raus, warten, Flasche rein...

Dann lieber warten, bis der Automat bereit ist. Falls es sich um ältere Mitbürger handelt, haben die evtl. Probleme mit ihren Händen (Arthritis etc.), die dazu führen, dass sie keine schnellen Bewegungen ausführen können oder sonst die Flasche fallen lassen würden.

Flaschen sammeln: Wenn man wenig Geld hat, sammelt man evtl., bis es für einen ganzen Einkauf reicht, gerade zum Ende des Monats. Oder man hat kein Auto und einmal im Monat nimmt einen der Nachbar mit. Oder man kann nicht gut Tüten tragen (s.o.) und nimmt einmal im Monat alles im Trolley mit (nur wenige Flaschen im Trolley sind schlecht, weil man sich tief bücken muss, was vielen Älteren wiederum schwer fällt. Bei einem gefüllten Trolley muss man das zwar auch, aber nicht so oft im Monat).

Ich kenne mehrere Menschen, die ihre Flaschen im Keller so lange sammeln, bis ein Behälter oder mehrere Ikeatüten oder ein Trolley voll ist und dann gesammelt zum Pfandeinlösen gehen. Meist reicht das mindestens für den Einkauf, manchmal für den Wocheneinkauf. 

Andere sammeln Flaschen - das darf man auch nicht vergessen - und haben nach einer Tour halt so viele. Die kommen aber meist mit ihrem Bollerwagen etc.

Antwort
von NettoOpfer, 46

Keine Frage, beide Verhalten nerven, jedoch ist es tatsächlich so, dass diese beide Gruppen in der Minderheit. Der überwiegende Teil der Kunden hat tatsächlich nur ein bis zwei Schlaufentragetaschen voll evtl. vielleicht noch einen oder zwei Bierkästen dazu. Dass ein Leergutbon mal mehr als 5,- ist ist eher die Ausnahme. Ich würde es mal auf unter 5% schätzen. So ist jedenfalls meine Erfahrung. Wenn dann aber mal jemand mit einigen Müllsäcken kommt, dann fällt der natürlich auf, es prägt sich ein und wenn man selbst LG hat, dann nervt es einen um so mehr.

Und auch die Langsameinführer sind eher die Ausnahme. Bei den meisten Leuten klappt das heutzutage schon ganz gut. Viel öfter gibt es die Leute die die Flaschen und Dosen fast schon durch den Automaten schmeißen. Das sind vor allem ältere Leute. Da wird schon mal eine Einwegflasche mit so viel Wucht reingefeuert, dass sie direkt am Scanner und Kompaktierer vorbei zum Sammeltisch für's Mehrweg fliegt.

Ich denke, dass die Bunkerer es als eine Art Sparschwein ansehen, welches zum Momantsende hin, wenn das Konto leer ist, geschlachtet wird. Zumindest ist zum Monatsende hin immer ein Anstieg von Vielbringern zu beobachten. Ebenso wie die Leute die plötzlich Non Food zurück bringen und behaupten es würde nicht mehr funktionieren. Wenn du also am Monatsanfang etwas hochwertiges kaufst und es zum Monatsende zurückbringst, weiß sofort jeder: "Ahhh, Kohle alle." (auch wenn es in Wirklichkeit gar nicht so ist).

Die schlimmsten von allen Kunden sind immer noch die Artikel-von-unten-und-hinten-hervorkramer (schmeckt ja bestimmt ganz anders als die ganz oben), die Kartenzahlen (die Mitarbeiter haben ja sonst nichts zu tun als drauf zu warten bis die Karte durchgerattert ist) und natürlich die Könige der meistgehassten Kunden, die Kleingeldkramer (was glauben die was sich in der Kassenlade befindet? Knöpfe? Smarties??? - Da ist ein höherer Betrag in Münzen drin als derjenige in Scheinen bei sich hat). 

Kommentar von ElMaxo ,

Ich krame auch immer mein Kleingeld heraus. Irgendwann will ich das ja auch mal los bekommen und nicht zu Hause bunkern

Antwort
von Miramar1234, 41

Erstmal Respekt,Du solltest Dein Schreibtalent,Beobachtungsgabe,Lyrik und Ausdrucksvermögen einsetzen.Schreib Kolumnen für ne Zeitung,entweder machste Dir einen Namen weils originell ist,oder wenn nicht dann wenigstens witzig.^^ Geld kannst nicht so viel verdienen,aber etwas geht.Deine Frage,es kann schlicht pedantisch sein,es kann Kontrollwahn sein,es kann Geiz sein,was die Menschen bewegt,die Flaschen so laaangsam einzuführen.Wenns dem GV wenigstens auch so wäre,aber da sind die dann stürmischer.^^Sammelwahn,ein Sack soll gefüllt werden,es wird das Fahrrad,das Moped zum Einkauf genutzt und nur so ein Sack voll wird mit dem Wagen gemacht.Sommer / Winter ,Verhaltensunterschiede.Es soll mit dem Betrag eingekauft werden,da sollen es 50 Flaschen sein.Viele andere Gründe kann es geben.Du ahnst es schon,auch wir haben noch kartonweise gelbe Säcke gebunkert,und die gelbe Tonne eingeführt.Noch jahrzehntelang haben wir den Ständer mit den Säcken als Flaschensammler.^^ Beste Grüße

Kommentar von TorDerSchatten ,

Danke. Ich bin bereits Autorin!

Kommentar von Miramar1234 ,

Nein,mega! Aber kann ich was rauslesen,auch mega?^^

Antwort
von Wagenfeld2, 26

Nun diese DPG Gebinde, das sind die Dosen und Flaschen mit dem Einwegpfand, sind eine echte Geldanlage - vielleicht auch deutlich wertbeständiger als Aktien von der Deutschen Bank...

Diese  Pfandautomaten sind sozusagen die Geldautomaten von morgen, wenn also der Aktienmarkt zusammenbricht und du wie in Griechenland kein " Geld mehr aus der Wand ziehen"  kannst, dann solltest du froh sein, dass es diese doch einigermaßen stabile "Währungsreerve " gibt.

Also Leergut sammeln  4 DPG Gebinde = 1,00€  - die Pfandbons werden  ja im Supermarkt akzeptiert - besonders gerne, wenn das Bargeld knapp wird. 

Die besten Leergutautomaten und schnellsten Leergut / Geldautomaten kommen vom norwegischen Unternehmen www.tomra.de - da sind die Bons sogar fälschungssicher und werden von der Kasse automatisch erkannt.  

Diese Informationen habe ich übrigens bei www.genoleaks.de gefunden, stammen also nicht von mir.    

 

Antwort
von Flintsch, 36

Ich bin Typ Nr. 2.

Da ich immer mit dem Motorrad zur Arbeit fahre, sind die Satteltaschen mit den Arbeitsklamotten voll. Da kann ich eben erst am Wochenende die Flaschen zurückgeben, falls ich nicht am Samstag arbeite (was leider nur zu oft der Fall ist).

Mich regen aber wesentlich mehr die Rentner auf, die ja unbedingt zur Abendstunde noch in den Supermarkt müssen, wenn die arbeitenden Leute endlich zum Einkaufen kommen. Und nicht nur das, dann wollen die Alten auch an der Kasse vorgelassen werden. Das nervt.

Kommentar von TorDerSchatten ,

Aber eine einzelne Person trinkt keine 62 Flaschen Mineralwasser in der Woche!

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