Frage von boomerx, 35

Selbstständig als Student - Krankenversichern, Steuerabgaben, Ferienjobs etc.?

Hallo alle zusammen,

ich möchte mit einem Freund ein "kleines Unternehmen" gründe. Wir möchten Webseiten schreiben und gestalten und diese für unseren Service vergüten lassen.

Hier auch meine erste Frage: Als welches Unternehmen sollten wir uns anmelden?

Der Rat eines Steuerberaters war, dass einer von uns das Unternehmen als Einzelunternehmen anmeldet und beide sich als Selbständige anmelden sollen. Die Rechnung kommt von dem Einzelunternehmen, nur wird die zweite Person nicht als Mitarbeiter, sondern als Selbständiger, durch seinen Service vermerkt und vergütet.

Beispiel: Rechnung und Vergütung an das Einzelunternehmen von Person A 500€ + 19%

Vergütung an Person B 250€ (50%)+ 19%

Somit zahlt das Unternehmen die 19% und Person die 19% als Selbständiger.

Ist das gut? Möglich? Geht es einfacherer oder besser?

Wir beide sind Studenten und üben mehrmals im Jahr eine Tätigkeit (geringfügige Tätigkeit (450€ Job) + Ferienbeschäftigung) aus. Wie wirkt sich dass auf die einbehaltenen Steuern? Bekommen wir weiterhin alles zurück? Die Bemessungsgrenze von 8.xxx€ existiert so ja nicht, vielmehr wird nach der Durchschnittliche Woche von 20h/Woche gerechnet. Hier kann man ja theoretisch gegenüber unserem Einzelunternehmen mit den Stunden Tricksen oder nicht?

Außerdem wollte ich wissen wie es denn mit der Krankenversicherung aussieht, da ich als Student noch über meine Eltern versichert bin.

Würde mich auf hilfreiche und nützliche Antworten, Anregungen, Kommentare und Tipps freuen. Vielen Dank schon einmal im Voraus und ein fröhliches Fest alle zusammen!

Antwort
von kevin1905, 22

Außerdem wollte ich wissen wie es denn mit der Krankenversicherung
aussieht, da ich als Student noch über meine Eltern versichert bin.

Gewinn nicht über 415,- € (ab Januar) im Monat (bis zum 25. Geburtstag) und du bleibst familienversichert (§ 10 Abs. 1 und 2 SGB V). Kommst du drüber wirst du beitragspflichtig und dann kommt es drauf an, als was dich die Kasse einstuft:

  • Hauptberuflich Student: --> KVdS, ca. 80,- € im Monat für KV und PV. Keine Verdienstgrenze, maximal 20 Stunden die Woche dürfen für die Selbständigkeit aufgebracht werden, außerhalb der vorlesungsfreien Zeit.
  • Hauptberuflich Selbständig --> Beitrag wird erhoben auf ein fiktives Einkommen von mind. 1.452,50 € im Gründungsjahr oder bei sozialer Härte, ansonsten auf 2.178,75 €.

In beiden Fällen sind der Kasse die Einkommensteuerbescheide unaufgefordert vorzulegen, sonst muss sie davon ausgehen, dass du 4.237,50 € im Monat verdienst und darauf die Beiträge erheben.

Antwort
von MenschMitPlan, 28

Bei der beschriebenen Konstellation wäret ihr beide Einzelunternehmer, jeder für sich würde also ein Unternehmen gründen. Ihr könntet auch gemeinsam ein Unternehmen in Form einer Personengesellschaft (GbR) gründen. Dann würde das Schreiben von Rechnungen des einen an den anderen entfallen. Da von der selbständigen/gewerblichen Tätigkeit im Vorab keine Steuern einbehalten werden, wirkt sich ein Gewinn sofort steuererhöhend aus, soweit mit dem zu versteuernden Einkommen der Grundfreibetrag überschritten wird. Würde bedeuten, dass ihr die gezahlte Lohnsteuer nicht mehr (vollständig) zurück bekommt bzw. bei hohem Gewinn sogar nachzahlen müsstet. Ohne Zahlen kann man da aber nichts weiter zu sagen.

Antwort
von Georg63, 21

Ich finde den Rat des Steuerberaters optimal. Eine GbR birgt viele Risiken, die man sich nicht ohne Notwendigkeit antun muss. Als Einzelunternehmer seit ihr unabhängig in euren Entscheidungen und könnt je nach Bedarf kooperieren. die paar zusätzlichen Rechnungen machen so gut wie keine Arbeit. Seine Einkommensteuer muss eh jeder für sich erklären.

Der Gewinn aus dem Gewerbe muss natürlich versteuert werden. Die Umsatzsteuer wird monatlich ans Finanzamt abgeführt. Der Gewinn kommt per EÜR in die Jahressteuererklärung und wird dort mit evtl. Guthaben verrechnet.

Ab welchen Gewinnen die Krankenkasse "beteiligt" werden will, könnt ihr am besten bei dieser anfragen.

Antwort
von Lui55, 14

Wenn dein Kumpel ausschließlich dir Rechnungen schreibt liegt u.U. ne Scheinselbstständigkeit vor (Sozversicherungsrechtlich).

Eine GbR macht nicht mehr Aufwand als n Einzelunternehmen ich denk nich das ihr die Umsatzgrenzen sprengen werdet und buchführungspflichtig werdet demach nach ist fürn JA ebenfalls nur ne EÜR notwendig des Ergebnis muss dann entsprechend euren Anteilen zugeordnet werden in der Steuererklärung angegeben.

Vorteil bei 2x Einzelunternehmen: 2x 24500€ Freibetrag bei der GewSt.

Ihr könnt euch gegenseitig zum essen einladen und als Bewirtungsaufwand machen. :-D

Aber ich komm ausm Steuerrecht ich hab häufig mit Personen- und Kapitalgesellschaften aller Art zu tun.
Daher find ichs eig nich wild ne GbR zu machen dann habt ihr zusammen ne eigene Firma wo alles klar verteilt ist.

Antwort
von Businessprofi, 12

Hallo boo,

also erfahrungsgemäß kann ich Diragen, dass dein Steuerberater euch die beste Möglichkeit vorgestellt hat. Daher könnt ihrseinen Angaben schon vertrauen schenken.

Alternativwürde noch dieGründung einer GbR im Raume stehen. Davor kann ich jedoch nurabraten. Ich kenne keine GbR. in der es nicht zu Problemen zwischen den Gründern gekommen ist. 

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