Frage von Blumenmaedchen1, 93

Selbstmitleid, psychologische Störung?

Hallo,

hier haben schon einige Leute Fragen zu Menschen gestellt, die sich ständig selbst bemitleiden, meist die eigene Mutter nach einer Trennung.

In meiner Familie läuft es momentan genau so – meine Mutter bemitleidet sich ständig selbst, („Ich muss ja hier alles tun!“, „Eines Tages falle ich noch tot um!“ „Du hast schlecht geschlafen? Schau mal MICH an!“ usw) jedoch sind meine Eltern noch verheiratet. Ich bin seit langem aus dem Haus, bekomme aber trotzdem noch sehr viel (v.a. durch meine Schwester) mit. Manchmal habe ich das Gefühl, dass die Ehe nur noch am Faden in Form von meiner Schwester und mir hängt. Seit längerem ist es so, dass meine Mama schnell schlechte Laune bekommt, vor allem, wenn es um Kleinigkeiten geht, die jemand falsch gemacht hat. Will jemand ihr die Arbeit abnehmen, ist es aber auch wieder nicht recht, weil sie selbst ja eh alles besser macht. Es gibt ständig Streit zwischen meinen Eltern, aber nie Aussprachen. Sie regt sich über so viele Familienmitglieder auf, würde aber nie so was direkt ansprechen. A propos ansprechen: Das ist auch nicht möglich, denn dann würde man sie ja kritisieren und sie würde sofort an die Decke gehen (Und natürlich hat sie mit allem, was sie sagt, Recht.)

Ich habe schon oft überlegt, wie ich die Probleme ansprechen kann, da es uns alle einfach sehr belastet, insbesondere meine Schwester und mich, da wir jeden Streit mitbekommen. Ich habe auch schon in die Richtung nachgedacht, dass meine Mutter eine Form von Depression haben könnte. Wie geht man das Thema am besten an, wenn sie offenbar nicht einmal selbst merkt, wie sehr sie sich und allen anderen in ihrer Umgebung schadet?

Ich würde mich über Anmerkungen von euch in jeglicher Richtung freuen! Liebe Grüße.

Antwort
von Slaytanic88, 29

Servus,

Du schreibst von Deiner Mutter. Was ist mit Deinem Vater? Ich mein, klar, Du fühlst Dich als Tochter verantwortlich dafür dass es bei Deinen Eltern gut läuft. Ausserdem willst Du nicht von Deiner Mutter runtergezogen werden schätz ich mal. Also wir haben mehrere Beziehungen: Du und Deiner Mutter, Du und Dein Vater, Dein Vater und Deine Mutter usw.

Was glaubst Du jetzt, kannst DU z.B. bei der Beziehung zwischen Deiner Mutter und Deinem Vater richten? Ich würd mal sagen, im Endeffekt fast nix. Weil wenn die zwei es nicht gebacken kriegen dann schauts halt düster aus, leider. Der Hauptanteil von ihrem schlechten Zustand wird wohl auf die Beziehung zwischen ihr und ihrem Mann entfallen. Du kannst jetzt auch nix machen wenn Deine Mutter beschlossen hat den Kopf in den Sand zu stecken, ich mein es ist ja ihr Leben. Du willst helfen schon klar aber das muss von ihr ausgehen. In der zweiten Lebenshälfte sollt es um Kultur gehen, hat z.B. Jung (Psychologe) geschrieben. Sonst kommt die Sinnkrise.

Aber evtl. ist Deine Mutter in den Wechseljahren und fühlt sich damit überfordert, will nicht alt werden, will nicht sterben usw. Kann sein dass viel von dem zusammenbricht was sie die ganze  Zeit als endfertig betrachtet hat und hängt jetzt in der Luft. Ich sag dass jetzt wie ich es vermute aber wissen kann ich es nicht. Das ist nicht so einfach. Versuch Verständnis zu haben, aber lass Dich davon nicht runterziehen. Versuch auch mal Deine Beziehung zu Ihr in Frage zu stellen. Du bist z.B. nicht verantwortlich für Ihre Psyche. Vielleicht mag sie mal was unternehmen? Geht in den Wald spazieren, dabei kann man mal reden. Sie muss evtl. mal weg von daheim, mal Abstand haben? Es gibt immer Abschnitte im Leben, die neue Antworten erfordern.

Antwort
von Mangone, 46

Versucht ihr Arbeit abzunehmen und versucht es ihr schön zu machen. Sonst steigert sie sich nur noch mehr rein. Sie braucht jetzt Aufmerksamkeit weil es ihr gerade alles zu viel wird wahrscheinlich. Besucht sie vielleicht mal an der Arbeit und bringt ihr ein Stück Kuchen dort hin oder so. Macht ihr abends was schönes zu essen.

Solche Phasen hat meine Mutter auch öfters, und das hilft jedenfalls bei ihr am besten. Sie ist durch ihr eigenes Geschäft oft einfach zu angespannt.
Viel Glück :)

Antwort
von Micky191101, 31

Das ist bei meiner Mutter ganz genauso. Sie ist vom Typ her die, die schnell an die Decke geht, Selbstmitleid hat und alle aufregt. Sie hasst mich.
Sie kriegt aber Tabletten und hat auch ganz viele Kuren durchgemacht (hat zwar nichts gebracht, aber naja...). Du solltest sie auf jeden Fall zum Psychologen bringen. Das ist nämlich ne Krankheit. Vielleicht so ne Art Depression, vielleicht aber auch nicht.

Kommentar von Micky191101 ,

Und pass auf deine Schwester auf! Ich habe genau wegen diesem Verhalten von meiner Mutter, selbst Depressionen gekriegt! Es wird immer schlimmer. Stop es, wenn es erst in der Anfangsphase ist.

Kommentar von Blumenmaedchen1 ,

Danke für deine Antwort! Ja, ich befürchte auch, dass es was Psychisches ist, was da festhängt. Da muss ich "nur" noch einen Weg finden, wie ich das bei ihr ansprechen kann. 

Ich wünsche dir und deiner Mutter trotzdem alles Gute! Hass ist ein starkes Wort - ich hoffe, dass es nicht so ist!

Kommentar von Micky191101 ,

Dankeschön :) ich würde mich mit mehreren Verwandten zusammentun. Unbedingt auch mit ihrer Mutter. Erkläre ihnen deine Lage. Ich wünsche dir viel Erfolg dabei 

Antwort
von guutefraagee, 30

Ich kann dir nur sagen, dass du ihr deine Aufmerksamkeit schenken musst, damit sie wenigstens bisschen das Gefühl hat, beachtet zu werden.

Antwort
von TorDerSchatten, 27

Ich denke daß sie in die Wechseljahre kommt und die Hormone verrückt spielen.

Antwort
von MrPresident99, 32

Manchmal ist ein getrennter Weg der bessere......

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