Frage von BossOfAnimes, 64

Selbstjustiz machen das noch welche?

Hey Leute ich hatte da mal eine Frage, ob es vielleicht noch Menschen giebt die Selbstjustiz sind? Würdet ihr das auch machen wollen wenn ihr die Möglichkeit hättet? Was ist eure meinung dazu? Also ich finde Selbstjustiz ist was ziemlich krasses und ich würde es voll "Abenteuerlich" finden. Aber wenn es zu weit gehen würde mit töten dann nicht ich meine nur "kleinige" selbstjustiz wo keiner Stirbt oder so. Also ich stelle diese frage nur um eure Meinungen dazu zu lesen. Vielen Dank nochmal für eure Aufmerksamkeit!

Antwort
von J1gsaw, 19

@BossOfAnimes
Bei Kleinigkeiten ist es wohl eher nur ebenso kleine Rache, doch selbst die ist genau genommen schon Selbstjustiz.

Geht es etwas weiter und einem geschieht wirklich Leid, möchte man das gesühnt haben. Fühlt man sich durch die verhängte Strafe nicht gerächt und fügt dem Urtäter ebenfalls und/oder zusätzlich Leid an, so nimmt man ja das Gesetz in die Hand und schon verübst du Selbstjustiz. Mal davon abgesehen, dass deine Tat höchstwahrscheinlich auch strafbar ist, so ist es zusätzlich ein Vergehen, die offiziel verantwortliche Instanz zu übergehen.

Ich denke dass heute wie eh und je Selbstjustiz vollzogen wird, getreu dem Motto: Auge um Auge, Zahn um Zahn! Bei Sachen wie Mord wohl aber nicht so häufig wie bspw. im Mittelalter.

Ich persönlich habe es schon getan, Selbstjustiz nicht Mord oder Rachemord (Wurde in der späten Jugend fast tot geschlagen mit bleibenden Nachwirkungen und habe ihn, der nichts bekam, danach gesucht, gefunden und mich körperlich gerächt. Selbstverständlich war es trotzdem ein Verbrechen meinerseits.) Ich würde es in bestimmten Fällen auch wieder tun.

"abenteuerlich"Man verspürt währendessen sehr starke Genugtuung gemischt mit Schmerz der Erinnerung und einem, der Urtat und eigenen Rachetat entsprechend, starken Kick.
Kurzfristig bleibt die Genugtuung erhalten.
Langfristig ist jedoch das größte Problem. Viele wägen nicht evtl. Konsequenzen ab. Ich meine hierbei nicht die Strafe vom Gesetz für einen selbst. Vielmehr welche vielschichtigen Auswirkungen das für den anderen haben kann, wodurch man dann später oft von Reue geplagt ist.

Bei meiner Geschichte bereue ich im Nachhinein nur ihn nicht etwas mehr verletzt zu haben. Aber eine Ex konnte ich mal nicht hassen. Hätte ich Hass zugelassen, hätte ich sie wahrscheinlich fertig gemacht, nicht körperlich oder irgendeinen Terror, aber durch ihre damaligen Umstände und da ich ihre Schwächen kannte, hätte ich sie ohne weiteres bis zum Sprung gebracht. Dies habe ich im Vorfeld bedacht und konnte es nicht mit mir Verantworten, also unterließ ich gezwungener Maßen den Hass und die Rache.

Mit dieser Antwort und dem Kommentar bei thetee99 habe ich deine Frage denke ich recht gut und anschaulich getroffen.

Lange Texte, aber denke ich konnte deine Frage ganz gut beantworten
Gruß J1gsaw

Antwort
von thetee99, 31

Jetzt akutell war es doch wieder Thema im Rahmen der Flüchtlingskrise, da wollten doch manche Leute aus ländlichen Gegenden eine Bürgerwehr auf die Beine stellen um sich selbst zu "wehren", wovor auch immer.

Sowas ist immer gefährlich, weil man bei Selbstjustiz nie objektiv oder neutral an die Sache rangeht. Es spielen oft (wie o. g.) Vorurteile oder andere persönliche Prägungen mit rein und irgendwann zählt nur noch das Gesetz des stärksten. Dann können wir gleich wieder im Ur-Wald leben.

Kommentar von BossOfAnimes ,

Ja danke für die Antwort aber wie wäre es so wie bei Daredevil?

Kommentar von thetee99 ,

Daredevil ist tagsüber Jurist und nacht erst Daredevil... das wäre ok. Batman auch. Aber viel Macht bringt auch viel Verantwortung mit sich...

Kommentar von J1gsaw ,

@thetee99
Du bist ja ein Witzbolt...

Habe ein paar Fragen an dich, aber zunächst mal...

Auf der einen Seite verurteilst du Bürgerwehren, deiner Begründung nach zu urteilen wahrscheinlich wegen "politisch korrekter Ansichten", auf der anderen Seite befürwortest du >Selbstjustiz<, wenn´s um deine Hollywoodhelden geht.

Selbstjustiz kann im Vorfeld ausgeübt werden, wie zB worauf du anspielst. Wobei es sich bei bspw angezündeten Flüchtlingsheimen ja nicht um diese handelt. Sondern "einfach" ein Verbrechen ist, das von jenen so gerechtfertigt und auch von dir bewusst so fälschlich betitelt wird. Beide Seiten benutzen das Wort, entsprechend ausgelegt, zur Bekräftigung und Rechtfertigung der Taten. Eine Bürgerwehr zündelt jedoch nicht! Das sind dann kriminelle Teile, die auch dir wieder Argumente bieten, deine Vorurteile gegenüber Bürgerwehren zu bestärken.

Richtige Selbstjustiz, worum es in der Frage ging, findet im Nachhinein statt. Vor der gesetzlichen Urteilsverkündung, weil man sich denken kann wie lasch es für den "Ersttäter" ausgehen wird. Oder, das ist wohl häufiger der Fall, nach dem Urteil. Durch Entbrüstung und Enttäuschung darüber, dass das Gesetz ein weiteres mal gebogen wurde oder den eigenen Ansichten nach versagt hat und die Strafe zu gering ausfiel.

Wie ist es denn mit dir selbst?
Bist du bei der Bürgerwehr oder bist du ein Fiktionsprodukt aus Amerika?

Bsp. 1:
Als Kind nimmt dir ein anderes Kind nen Lutscher weg. Er hat noch einen den er nicht im Blick hat. Nimmst du ihm seinen Lutscher, weil er´s ja nicht mitkriegen würde?

Bsp. 2:
Du möchtest deiner langjährigen großen wahren Liebe nen Antrag machen, Bist blind über beide Ohren verliebt und glaubst sie auch. Du findest kurz davor heraus, sie geht schon seit Jahren mit deinem "Erzfeind" fremd und hat dich immer nur schamlos ausgenutzt. Hakst du sie ab oder stellst du sie vor allen blos, wenn sich ne gute Gelegenheit gibt, damit alle sehen und wissen was für ein Fli...en sie ist? Würdest du dich wie auch immer an ihm rächen?

Bsp. 3: Für dich vorweg, alles ohne jegliche ethnische Bezüge:
Nehmen wir an, du männlich, jemand bricht bei euch ein, deine kleine 5 jährige Schwester ermordet, Mutter vergewaltigt, selbst nur knapp überlebt. Du weißt wer es war, hast ja all die schlimmen Taten mitansehen müssen. Mangels Beweislast nach ein paar Wochen frei begegnest du ihm nachts, weil er zum Feierabend ja immer den selben dunklen Abgeschiedenen Weg geht.
Würdest du ihn vorher schon aufsuchen, nachts auflauern, ihn bis nach Hause verfolgen? Und dann redest du mit ihm oder tust du ihm sogar das selbe an? Vllt meidest du ihn aber auch generell und lässt es damit beruhen?

Alle 3 Bsp. drehen sich rein um Rache. Selbstjustiz ist nichts anderes. Mehr oder minder (zB als Kind) schwer wiegt das Ausmaß. Man ist das, wie auch immer geartete Opfer, hat neben sich den Richter der die Strafe verhängt und den Henker der sie ausübt. Und das alles in einer Person.
Hast du dich schon jemals an jemandem, nicht Gag mäßig, gerächt, hast du im Großen und Ganzen Selbstjustiz begangen.

Versetz dich mal mit Empathie in die jeweiligen Situationen wie du reagieren würdest und wäge trotzdem objektiv ab, welche Strafe denn gerecht wäre.

Im 3. Bsp bin ich ganz ehrlich, ein solcher Mensch hat in meinen Augen das Leben nicht verdient. Anderen würde ich nichts tun bzgl. das gleiche antun, doch ihn würde ich definitiv ob Kurzschluss oder nicht umbringen. (Also wie Daredevil und co) Ich kenne viele, Rasse, Religion, Wohlstand, Alter  ist dabei nicht relevant, die genauso denken.
Und du...?

Kommentar von thetee99 ,

Hallo J1gsaw,

der Bezug zu Daredevil & Co. kam vom Fragesteller, mein Kommentar dazu war als Persiflage zu verstehen, da er die Frage selbst ins lächerliche gezogen hatte.

Ich finde deine Beispiele haben nichts mit "Justiz" im eigentlichen Sinn zutun. Wenn mir jemand Schaden oder Leid zufügt, ist es von mir abhängig ob ich auf eine Straftat mit einer eigenen Straftat antworte z. B. durch eine Affektreaktion, die übrigens auch vor Gericht berücksichtigt werden müsste, den Menschen hören ja nicht auf menschlich zu sein, nur weil sie vor Gericht stehen und Rache/Vergeltung ist eine menschliche Reaktion/Emotion - sogar bei den von dir angesprochenen Beispielen meiner Meinung nach absolut nachvollziehbar.

Organisierte Selbstjustiz z. B. in Form einer Bürgerwehr ist aber, zumindest in Deutschland, meiner Meinung nach überflüssig, kurzgedacht und gefährlich. Jedenfalls so wie ich mir das vorstelle, mit der selbstgegebenen Legitimation zur Ausübung der Exekutive oder sogar Legeslative. Das muss nicht nur für potentielle "Verbrecher" in den Augen der jeweiligen Bürgerwehr gefährlich werden, sondern könnte auch für die Mitglieder der Bürgerwehr gefährlich werden. Man müsste sich ihrer selbsternannten Machtausübung unterordnen und sie als Weisungsbefugt akzeptieren, ansonsten wehrt man sich dagegen, was zu Verletzen führen kann und dann sind wir wieder bei der Rache angekommen. Gewalt erzeugt immer Gegengewalt und hypothetisch könnte die Bürgerwehr am Ende einen Bürgerkrieg auslösen, wenn es ganz dumm kommt ;) Ist zwar weit hergeholt, aber es geht mir um die Essenz des Ganzen.

Antwort
von Dunkerjinn, 44

Es ist absolut nachvollziehbar, das Menschen in bestimmten Situationen den Drang dazu verspüren, aber letztlich eben doch ein absolutes "No go", denn wo sollte das beginnen und wo enden?!


Kommentar von BossOfAnimes ,

danke das ich weis wie du dabei denkst👍

Kommentar von VBHHerzog ,

genau, an sich eine feine sache, nur wird irgentwann eine grenze überschritten´...

Antwort
von LKWfahrerRussia, 11

Also ich finde Selbstjustiz auch nicht toll, aber wenn ich zum Beispiel Zeuge eines Verbrechens werde, würde ich alles tun, um das Opfer vor weiteren Schäden zu schützen. Natürlich nicht töten, aber festnehmen, bis die Polizei eintrifft.

Antwort
von Akribori, 30

Nicht mehr Häufig vorhanden. Meiner Meinung nach ist Selbstjustiz etwas schlimmes. Schließlich haben wir nicht umsonst Polizei, Gesetze&Co.

Lg  Akribori

Kommentar von BossOfAnimes ,

danke für die ehrliche meinung!

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