Frage von Usedefault, 84

Selbstinduktion von Leitern?

Hallo!

Soweit ich das richtig verstanden habe:

Fließt Strom durch eine Spule, wird ein M-Feld aufgebaut. Verschwindet der Strom, induziert das M-Feld Spannung, wodurch Induktionsstrom ohne Spannungsquelle kurz weiterbesteht.

Induziert auch ein Leiter Strom nach abschalten der Spannungsquelle? Er baut ja auch ein M-Feld auf.

Lg

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Peppie85, Community-Experte für Elektronik, 19

ja tut er. allerdings ist es so schwach, dass es keine nennenswwerten auswirkungen hat!

lg, Anna

Kommentar von Usedefault ,

Und ist bei der Spule auch die räumliche Anordnung ausschlaggebend, oder nur die Länge des aufgewickelten Drahtes?

Kommentar von CCCPtreiber ,

Dazu gelten immer noch alle Regeln zum Transformatorenbau! 

Das sind:

Magnetfeld

Anordnung und Wicklungsart der Spulen

Luftspalt

Anzahl der Platten

Eisenkern 

Material, magnetische Güte

Windungsanzahl

Je mehr Windungen um so höher die Spannung und um so kleiner der Strom!

Kommentar von CCCPtreiber ,

Anna, denk mal an die KFZ-Zündspule! Da hat das sehr wohl Auswirkungen für die Praxis, da man so ja nur Gleichstrom "transformieren" kann. Anders bekäme man nie aus 12 Volt etwa 7000 Volt

Kommentar von Peppie85 ,

es geht hier wie ich die frage verstanden habe, um einen unaufgewickelten, einzelnen leiter. der hat als "spule" quasi fast null induktivität....

bei den hochspannungsleittungen, da kann ein relativ gerade verlaufender, einlner leiter schon mal richtig indutiv werden... an sonsten eher nicht...

lg, Anna

Kommentar von CCCPtreiber ,

Ich glaube wir haben beide Recht. Er schreibt einmal ja Spule und einmal Leiter. 

Antwort
von lks72, 16

Die Magnetisierung M ist keine besonders gute Größe, um diesen Versuch zu beschreiben

Kommentar von Usedefault ,

????

Kommentar von lks72 ,

Man kann ein magnetisches Feld durch viele physikalische Größen beschreiben, M eignet sich, um die Magnetisierung eines Permamentmagneten zu beschreiben. Für die Beschreibung der Induktion brauchst du die magnetische Flussdichte B

Kommentar von Usedefault ,

Mit M-Feld meinte ich bloß Magnetfeld.

Kommentar von lks72 ,

Ah, alles klar. Nun ja, Peppie85 hat die Frage ja beantwort

Antwort
von gilgamesch4711, 20

  Ein Leiter ist nur dann induktionsfrei, wenn du ihn ===> bifilar wickelst; sonst würde dir ja ein Bügeleisen die Eisennägel aus der Lederhose ziehen.

   War es das, was du wissen wolltest?

    Aber im deutschen Museum ist ein tierischer Versuch aufgebaut. Eine Spule mit Eisenkrn so schwer; da könntest du einen Mann mit erschlagen. Der Stromkreis wird per Knopfdruck geschlossen.

    Die Gegeninduktivität verhindert mehrere Sekunden lang jeden Stromfluss; nur langsam geht der Zeiger des Amperemeters nach Rechts. Nach 10 sec beobachtest du bei dem Lämpchen erstmals schwache Rotglut ...

   Kennst du die ===> Lenzsche Regel?

Kommentar von Usedefault ,

Ich weiß nur, dass die Lenzsche Regel aussagt, die Wirkung ist der Ursache entgegen gerichtet.

Wenn man über eine Spule einen Kurzschlussstrom verursacht, wird der alsbald 0A?

Antwort
von gilgamesch4711, 8

  Zu deinem Kommentar. Ein Magnetfeld speichert Energie; und daraus ergibt sich die Lenzsche Regel. Willst du es verstärken, musst du aus einer äußeren Stromquelle Energie zuführen - es leistet Widerstand.

    Wird es schwächer, gibt es die gespeicherte Energie an den Kreis zurück.

Kommentar von Usedefault ,

Aber wenn das Magnetfeld sagen wir durch eine Spannung aufgebaut wird, fließt dann eine Zeit lang kein Strom (weil das M-Feld aufgebaut wird) und dann wenn es am stärksten ist, ist auch der Strom je nach R und U voll im Gange?
P. s.: Du kannst bei den Kommentaren auch kommentieren drücken! Dann stimmt sonst die Hierarchie nicht.

Kommentar von gilgamesch4711 ,

   Schau mal in ===> Robert-Wichard Pohl; Elektrizitätslehrre. Dort wirst du erstmals Bekanntschaft mit einer DGL machen; die Lösung lautet

    I ( t ) = ( U0 / R ) [ 1 - exp ( - R t / L ) ]       ( 1 )

   Was heißt das? Für t = 0 ist die e-Funktion gleich Eins; die eckige Klammer verschwindet; es fließt kein Strom. Je größer t , desto kleiner der Einfluss der e-Funktion; asymptotisch geht der Strom gegen den Ohmschen Wert ( u0 / R )

   Die ===> Zeitkonstante ( R / L ) entspricht der Halbwertszeit radioaktiver Elemente; je größer R und je kleiner L , desto rascher wächst der Strom an.

Antwort
von CCCPtreiber, 13

Nochmal auf Anfang...

Du wickelst eine Spule um einen Eisenkern. Jetzt legst du eine Spannung an. Ein Magnetfeld baut sich auf, der Strom nimmt dann irgendwann ab wenn der Eisenkern gesättigt ist. 

(Quasi wie wenn man ein Gummiband spannt)

Jetzt schaltest du aus, dann funktioniert das ganze Rückwärts. Für einen kurzen Moment ist tatsächlich 0 Spannung vorhanden. 


Das Magnetfeld baut sich ab, es ändert sich. In der Spule wird eine Spannung erzeugt, das ist Selbstinduktion. Das ganze geht so lange bis das Magnetfeld wieder verschwunden ist. 

Kommentar von Usedefault ,

Und geschieht das nur in Spulen oder in jedem Leiter?

Kommentar von CCCPtreiber ,

Klares Jain. Jeden Leiter umgibt ja ein Magnetfeld. Daher ja auch der Versuch mit den sich abstoßenden/anziehenden Leitern je nach Stromrichtung. 

Jedoch ist in der Praxis der Effekt nur bei extrem langen Leitern von Bedeutung. Das Magnetfeld ist ja nicht sehr stark, daher kann man nur im Eisenkern genügend Energie speichern um die Folgen sichtbar zu machen.

Selbstinduktion nutzt man in Zündspulen vom PKW (Entladung stehts beim Öffnen des Stromkreises, daher ja auch "Unterbrecherkontakte beim Oldi...) und spielen in der Praxis nur bei Induktivitäten wie Trafos und Spulen eine Rolle. 

Antwort
von gilgamesch4711, 14

  Ist eine Spule überhaupt ein Kurzschluss? Für einen Gleichstrom sicher. Für einen Wechselstrom wohl nicht - wegen des induktiven Widerstandes.

   Ein kurz gerschlossener Strom geht doch gegen Unendlich. Oder du müsstest mal die Anordnung aufmalen, an die du denkst.

Kommentar von Usedefault ,

Ich hatte die abstruse Vorstellung in der Spule würde das Magnetfeld irgendwann den Stromfluss blockieren.

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