Frage von iteach, 35

Selbstauskunft Kredit: ist das Einkommen des Ehepartners relevant?

Ein Einzelunternehmer möchte sein bestehendes, erfolgreiches Geschäft erweitern. Er betreibt das Unternehmen alleine. Er möchte alleine den Kredit aufnehmen. Er hat innerhalb eines Jahres keine einzige Privatentnahmen genommen, sondern den Gewinn ausschließlich in das Wachstum seines Unternehmens gesteckt - mit Erfolg. Die Bücher sehen Top aus und laut des Jahresabschlusses und der laufenden BWAs ist der Kredit locker zu bedienen. Der Lebensunterhalt wird vom Ehepartner gedeckt.

Die Bank weiß, dass er alleine den Kredit (im Übrigen mit Förderungsgeld Kfw mit 80% Haftungsfreistellung) stellen möchte. Doch nun, nach wochenlangem Hinhalten will die Bank plötzlich eine Selbstauskunft der Ehefrau mit der Begründung, dass die Bank immer zu prüfen habe, dass das Haushaltseinkommen gesichert sei (das ist es offensichtlich ja auch). Aber die Bank bezweifelt das nun, weil ja noch keine einzige Privatentnahme gemacht wurde? ???die Logik muss man erst mal verstehen???

Ist das Einkommen des Ehepartners wirklich relevant, wenn nur der andere Partner den Kredit aufnehmen will (oder gehe ich richtig in der Annahme, dass die Bank nur nach weiteren Sicherheiten sucht und den Kredit an den Selbstständigen nur auszahlen wird, wenn der angestellte Partner mit seinem Einkommen bürgt?)

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von SaVer79, 23

Bei der Vergabe eines Kredites spielen immer auch die laufenden Lebenshaltungskosten eine Rolle. Entweder werden diese beim Antragsteller als zusätzliche Ausgaben mit berechnet oder aber es muss nachgewiesen werden, dass diese beim Antragsteller eben nicht anfallen, weil sie anderweitig gedeckt werden können

Kommentar von ridoroligh ,

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Antwort
von Nightlover70, 17

Das die Bank prüft dass das Haushaltsauskommen ausreichend ist, ist legitim und auch im KWG so vorgeschrieben

Es ist in der Tat so, dass ein zu geringe Entnahme bisweilen zumindest skeptisch betrachtet wird.

Die Kreditvergabemodalitäten sind mittlerweile bei fast allen Banken katastrophal. Zum Beispiel das ewige hinhalten erlebe ich auch immer wieder.

Natürlich kann es auch sein, dass die Bank versucht Deine Frau als Bürgen mit ins Boot zu holen. Allerdings würde ich den "Herren Bankern" auch mal deutliche Grenzen aufzeichnen.

Kommentar von bronkhorst ,
Allerdings würde ich den "Herren Bankern" auch mal deutliche Grenzen aufzeichnen.

Allerdings.

Und man sollte bei einem florierenden Unternehmen immer auch mindestens eine Zweitbank "im Boot" haben, die ein kleineres Volumen des Geschäfts abbekommt, mit den aktuellen Informationen über die Finanzlage des Unternehmens versorgt wird, damit man bei Problemen mit der "Erstbank"  sehr schnell den Schalter umlegen und die Geschäftsverbindung verlagern kann.

Das kann schneller passieren als man denkt: Wenn es einem kleinen regionalen Kreditinstitut schlecht geht, kann es seine Kreditvergaberegeln blitzartig verschärfen und darf dann sogar seine kurzfristigen Kreditlinien praktisch von jetzt auf gleich reduzieren oder kündigen.

Dann hat man als Geschäftskunde massive Probleme, wenn man nicht von vornherein eine Ausweichbank hat, die gern in die laufende Geschäftsverbindung einsteigt - eine Kreditprüfung bei einer völlig "neuen" Bank kann dann so lange dauern, dass das Unternehmen schon zahlungsunfähig wird.

Meine "Lehr-Bank" hatte einige sehr dankbare Firmenkunden, die von einem Konkurrenzinstitut ein paar Jahre vorher urplötzlich mit Kreditkündigungen fast in die Pleite getrieben und nur durch schnelle und flexible Übernahme der Geschäftsverbindung gerettet worden waren.

Ab einer gewissen Größenordnung empfiehlt sich sogar eine Verteilung von 60:30:10 über drei Institute.

Und man muss das natürlich ständig an Änderungen in der Bankenlandschaft anpassen: Sollte die Deutsche die Commerzbank übernehmen, zählen die logischerweise als ein Institut, so dass das Konto bei der einen nicht mehr als Gegengewicht für ein anderes bei der anderen gelten kann.

Kommentar von Nightlover70 ,

Thema: Zweitbank

Da kann ich Dir zu 💯 % zustimmen

Antwort
von DonCredo, 6

Hi! Anhand Deiner Beschreibung wird doch eins deutlich: als Privatmann lebst Du komplett auf Kosten Deiner Frau - Du sagst ja selbst, dass alles was die Firma abwirft auch wieder da reingesteckt wird. Negativ ausgedrückt kann man sagen, die Firma wirft nicht genug ab um auch noch die privaten Kosten zu erwirtschaften - nicht falsch verstehen, ich bewerte das nicht, ist ja nur meine Interpretation. Und genau jetzt kommt die Bank in die Zwickmühle bei der Beurteilung der langfristigen Kreditfähigkeit: die sieht das eben nicht losgelöst voneinander und hat meiner Meinung nach Recht damit. erstens wo kommt das Geld her, wenn die Bücher mal nicht mehr so gut aussehen und zweitens: was passiert, wenn mit dem Einkommen der Frau was passiert - von was lebt ihr dann? Und ich wette, genau das ist die Denke warum eine Selbstauskunft Deiner Frau gefordert wird. Und wenn das so ist, dann kannst Du den Bankern "gerne mal die Grenzen aufzeigen" wie ein anderer Schlaumeier geschrieben hat, aber dann wirst Du mit Sicherheit keinen Kredit bekommen oder nur mit einem massiven Risikoaufschlag. und was die langwierigen kreditvergabemodalitäten angeht: da kann man sich bei allen möglichen Institutionen bedanken, die aktuell so hohe und umfangreiche Prüfungen und Dokumentationen verlangen, dass es eben dauert - Spass macht das weder der Bank noch dem Kunden. Gruss

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