Frage von azallee, 73

Selbständigkeitserziehung - wie geht ihr vor?

Mein Kind ist jetzt 11 und ich möchte, dass es in der Schule selbständiger wird. Wie kann man da am besten vorgehen? Ich möchte sie schrittweise loslassen. Ich weiß nur dummerweise nicht, wie ich anfangen soll. Für Tipps wäre ich euch sehr dankbar.

Antwort
von Undsonstso, 25

Dein Kind war letztes Jahr noch Grundschüler?

Nun ja, einfach erst mal in Klasse 5 reinstarten wie man in der Grundschule aufgehört hat und dann sich  peu à peu ausschleichen innerhalb des ersten Halbjahres und klar stellen, dass man für Probleme da ist....

Und bei mir ist das so, dass ich immer schön schnell helfen könnte, schnappe ich mir immer mal ein Schulbuch meines Kindes als Bettlektüre ;-) Ich muss dazu allerdings sagen, ich bin grundsätzlich ein Vielleser , der wie ein Schwamm Infos saugen kann und mitunter parallel div. Bücher liest.


Antwort
von Steffile, 45

Die Schularbeiten erledigt sie selten. Sie schreibt sie nicht einmal auf. Wenn sie Schularbeiten macht, dann natürlich ganz allein.

Wie es sich in deinem Kommentar anhoert, ist deine Tochter zu selbststaendig, aber nicht genug eigenverantwortlich.

Mein Sohn ist auch 11, viel mehr Hausaufgaben als im letzten Jahr, und er hat leichte Organisationsprobleme, d.h. wenn Hausaufgaben erst fuer naechste Woche sind, macht er sie erst am Tag davor etc. - ich schaetze sowas in der Art meinst du?

Ich frage meinen Sohn jedes Mal nach der Schule, was es heute fuer Hausaufgaben gibt, und wenn er es nicht aufgeschrieben hat (meist) und sich nicht erinnert, muss er im Hausaufgabenforum der Schulwebsite nachschauen (habt ihr sowas nicht?). Dann reden wir darueber was er heute erledigen kann und was aufgeschoben werden kann. Den Rest muss er schon allein erledigen. Meiner Meinung nach ist der Rest zwischen ihm und den Lehrern. Aber ich finde die Eltern sollten in dem Alter schon zumindest nachfragen.

Kommentar von violatedsoul ,

Worin erkennst du im Nichterledigen und Nichtaufschreiben etwas zu Selbstständiges?

Kommentar von Steffile ,

Ist ja eine selbststaendige Entscheidung, nicht verantwortlich, aber selbststaendig getroffen.

Kommentar von azallee ,

Danke für deine Antwort. Mein Kind ist leider überhaupt nicht selbständig. Und die Hausaufgaben verweigert es schlichtweg, da kann ich fragen solange ich will. Du hast recht, Eigentverantwortung ist bei meinem Kind leider nicht vorhanden. Ich hoffe, das kommt noch mit der Zeit. Außerdem meldet sie sich im Unterricht selten, sie spricht generell sehr wenig mit Menschen. Auch mit den Großeltern, etc. spricht sie nicht. Sie sitzt immer nur daneben, wenn wir Erwachsene uns unterhalten. Auch wenn sie angesprochen wird, gibt sie kaum Antwort. Ich bin manchmal echt am verzweifeln.

Kommentar von Steffile ,

Dass Kinder nicht so mit Erwachsenen koennen, ist ja nicht so ungewoehnlich. Wie kommt deine Tochter mit gleichaltrigen klar?

Antwort
von Flimmervielfalt, 48

Vertrauensgrundsatz lautet das Zauberwort. Lass das Kind volle Kontrolle und Verantwortung für den Schulalltag haben, knklusive Pausenbrot schmkeren. Letztendlich bringt es nichts, sein Kind durch die Schulzeit durchzupeitschen. Danken wird es Dir dafür nicht. So schwer es ist: Lass es laufen. Jeder findet seinen Weg im Leben, ob die Eltern nun nachrücken oder nicht. Die intrinsische Leistungsmotivation wird ganz von allein irgendwann geweckt, sobald ein konkretes Ziel vor Augen ist.

Antwort
von Sonja66, 48

Ja, finde ich gut!

Ausdauernd und konsequent weniger für das Kind tun. Auf der anderen Seite aber prüfen, ob es alles macht, einen Gesprächspartner braucht oder sonst welche Anregungen. Wenn nicht, sollte das Auswirkungen haben. Diese wiederum auch konsequent einhalten, was zumal schwer fallen mag.

Selbständig heißt für mich selbst stehend, auf eigenen Beinen stehen, aus eigenen Kräften und Fähigkeiten heraus denken und handeln. Das sollte man dem Kind zuvor lernen und erklären.
Möglichkeiten dazu anbieten. Z.B. die Verwendung des PC's für Schularbeiten zeigen, erlauben und anbieten.
Oder erklären, was das Kind in welcher Situation tun könnte.
Also das sind jetzt nur irgendwelche Beispiele, weil ich ja eure näheren Umstände nicht kenne, aber damit du verstehst, was ich meine.

Fehler und Schwächen zulassen, ihr machen lassen, als zum Leben dazugehörig anerkennen, als wichtige Quelle von Erfahrungen sehen, gegebenenfalls darüber sprechen, ohne dabei zu arg zu (be-) werten.

Loslassen ist meiner Ansicht nach auch ein Annehmen. Selbst also annehmen und akzeptieren, dass Kinder eigenständiger werden und du selbst wieder mehr Zeit für eigene Aufgaben, Herausforderungen, für dich selbst, Interessen und so hast; diese entsprechend nutzen.
Veränderungen akzeptieren und mit gehen.

Ansonsten spürst du selbst, was dich nervt. Bei diesen Situationen vielleicht gleich mal ansetzen. ;-)

Antwort
von Kitharea, 46

Ich habe das so gehandhabt dass ich mich was Schule betrifft um nichts gekümmert habe, außer es traten Probleme auf.
Sprich: Ich habe Anfangs ein paar Mal erwähnt dass Hausaufgaben zu machen sind bzw. nachgefragt. Hat er diese nicht von selbst erledigt hat es ihm die Lehrerin gesagt. Damals war er 7. Kann mich erinnern danach kam es nur noch einmal vor dass er morgens plötzlich die Hausaufgaben noch machen musste. Frühstücksbrot mache ich ihm aber.
Ab und zu sehe ich mir die Hefte an und versuche herauszufinden wo er Probleme hat - dann bespreche ich das mit ihm und übe nebenher etwas zu Hause. Allerdings nicht wirklich viel - er muss selbst lernen zu lernen.
Bei den Elternsprechtagen versuche ich herauszufinden ob es Probleme gibt um die ich mich kümmern sollte weil er noch zu klein ist und so weiter. Im Grunde genommen könnte man aber sagen ich lasse ihn in Sachen Schule komplett allein. Kommt er zu spät muss er das halt der Lehrerin erklären. Ist auch einmal passiert. Ich denke alles passiert einmal - die Kinder merken sich so etwas schnell. Seitdem trödelt er nicht mehr so viel herum beim Aufstehen.
Wenn er Hilfe braucht und extra nachfragt - helfe ich natürlich. Allerdings nur soweit ich denke dass ich nicht zu viel helfe. Wie gesagt - irgendwann werde ich nicht mehr helfen können und er muss selbst lernen sich zu organisieren - zu lernen - mit Schwierigkeiten klarzukommen.
Mein Tip wäre also jetzt: Lassen. Nicht mehr darum kümmern. Gucken, ob sie Probleme hat damit - auch wenn es sich "nur" um persönliche Belastung handelt. Dann reden. Aber NUR helfen wenn es UNBEDINGT erforderlich ist. Mit 11 ist das sicher schwerer als mit 7 aber denke es ist nie zu spät. Grundsätzlich gibt es für mich im Moment nur 2 Dinge die mir sehr wichtig sind wo ich immer wieder gucke ob Schwierigkeiten da sind: Mathe und Deutsch. Grundrechenarten und Rechtschreibung - wenn man es genau nimmt. Ansonsten kümmere ich mich NULL um seine schulischen Dinge. Maximal wenn er fragt und wie gesagt dann auch nur so wenig wie möglich.

Kommentar von azallee ,

Auf welche Schulform geht dein Kind? Das meinige ist auf dem Gymnasium und hat in allen Fächern Probleme, daher traue ich mich nicht, sie auch noch im Stich zu lassen. Ich habe so den Eindruck, sie weiß nicht, wie man lernt, bzw. wie man sich die Zeit einteilt und wieviel man lernen muss, um fit zu sein.

Kommentar von Kitharea ,

Meiner ist jetzt 9 also geht noch in die Grundschule - der 2. jetzt 1. Klasse da handhabe ich das genauso.
Wenn das ihr 1. Jahr am Gymnasium ist mach dir nicht zu viele Sorgen. Viele Kinder kommen dahin und haben erst einmal überall Probleme. Das Problem ist halt - wann willst du anfangen damit. Je länger du ihr hilfst desto weiter schiebst du das "Problem" nach hinten. Wenn sie jetzt sagen wir mal maximal ein Jahr verliert ist das immer noch besser als selbiges in 3-4 Jahren oder nach dem Abi studieren zu wollen und dann erst recht an einer Wand zu stehen.
Vielleicht kannst du ihr ja Tips geben oder zeigen wie man lernt aber auch das muss bei ihr ja nicht so sein wie bei dir. Ich weiß leider nicht wie weit man das in dem Alter noch machen kann. Ich habe mir nur immer gesagt lieber früher als später obwohl ich bei vielen Mamis als "böse" gesehen werde weil ich angeblich mein Kind im Stich lasse.
Ich sehe das anders aber das sei jedem selbst überlassen. Vertraue darauf dass sie noch jung genug ist das zu lernen - von sich aus - würde ich sagen. Kinder können oft mehr als man ihnen zutraut. Dass das für sie nicht einfach wird, ist klar.
Sie MUSS lernen das alleine zu machen und sie wird herausfinden müssen was für sie da die beste Möglichkeit ist. Rede mit ihr lass sie erst einmal "im Stich" und kümmere dich nur dann wenn du merkst sie ist überfordert - also psychisch. Trau es ihr zu und sei da wenn sie dich braucht, weil es schwer ist. Zeig ihr Möglichkeiten wie man an Informationen kommt - Internet, Bücherei, ...  oder was auch immer. Ich habe meinem zb. einen Duden (Wörterbuch) besorgt. Wenn er nicht weiß wie man etwas trennt oder schreibt drücke ich ihm den in die Hand. Sollte er jemals einen Taschenrechner in der Schule brauchen werde ich ihm den wegnehmen sobald er zu Hause ist. Solang er die Grundrechenarten nicht beherrscht is nix mit Taschenrechner. Da muss er durch. Beide.

Kommentar von azallee ,

Danke für deine freundliche Antwort. Sind deine Kinder denn gut in der Schule, wenn ich fragen darf?? Es heißt, wenn man sie zu sehr allein lässt, gehen die Noten nach unten. Andere sagen, lasse sie alleine machen, dann werden dieNoten besser. Keine Ahnung, was nun wirklich gut und richtig ist.

Kommentar von Kitharea ,

Also mein Großer ist nicht der Beste aber auch nicht schlecht. Ich versuche grade ihm beizubringen dass er besser wird wenn er was dafür tut. Er versinkt zu schnell im Selbstmitleid und gibt auf so als Beispiel. Ich versuche ihm im Gegenzug spielerisch kleine Erfolgserlebnisse zu verschaffen. Das ist mein Teil des Ganzen. Er macht noch Rechtschreibfehler aber ich bleibe mit der Lehrerin so gut es geht in Kontakt um rauszubekommen wo genau es hakt. Ich akzeptiere dass er vielleicht erst einmal nicht so gut ist. Mir ist es wichtiger er selbst WILL was erreichen und merkt dass er es kann wenn er was tut. Ich denke nur wenn jemand so einen BISS entwickelt kann er auch weit kommen. Klingt alles bisserl - streng - aber mir ist es grade wichtiger dass er Spaß hat sich selbst herauszufordern. Ob er dabei erst einmal schlechter in der Schule ist oder nicht ist halt so.
Wenn er erst einmal mitbekommt dass er was dafür tun kann, gut zu sein UND Spaß daran hat - erledigt sich das alles von selbst.
Er hat lauter Einsen aber das ist in der Unterstufe denke ich fast Standard. Ich habe halt nur ein Auge darauf und sollte er mal mit schlechteren Noten heimkommen ist das in Ordnung. Ich versuche die Dinge die er nicht kann spielerisch auszugleichen. Er hat zb. tierischen Spaß damit Wörter zu buchstabieren grade. Wenn man ihn dann sowas buchstabieren lässt wie: "Blödsinn" und danach meint "Ah mein Sohn kann Blödsinn buchstabieren" hat man schon einen Lacheffekt. Sowas tut gut.

Er muss damit leben und bis er soweit ist Abi oder Abschluss zu machen will ich ihn soweit haben dass er mich nicht mehr dazu braucht sondern selbst WILL.
Ich ... schreib zu viel sorry :(

Kommentar von GroupieNo1 ,

Ich muss da jetzt kurz meinen Senf dazugeben. Wir sind 3 Kinder. Unsere Eltern haben sie NIE um unsere schulsachen gekümmert. Wenn wir sie baten, uns abzufragen ja, aber mit uns gelernt, Hausaufgaben machen oder ähnliches haben sie nie!
Wir haben alle 3 Abitur und studiert. Meine Brüder haben beide Ihre Doktortitel auf verschiedene Gebieten.
Wir mussten das aber von ersten Tag an lernen. Ich war das erste halbe Jahr 1 klasse in der mittagsbetreuung und dann zu Hause auf mich alleine gestellt. Meine Eltern kamen nach 17-18 Uhr, dann wurde gegessen und wenn ich fragen hatte konnte ich kommen, kontrolliert hat keiner.

Expertenantwort
von Schuhu, Community-Experte für Schule, 41

Welche Dinge genau soll deine Tochter selbstständiger erledigen? Mach dir klar, was du erreichen willst, besprich es mit deiner Tochter, sag ihr, was du noch bereit bist, für sie zu tun und was nicht - dann lass los! Deine Tochter kennt jetzt ihre Aufgabe.

Antwort
von Kuhlmann26, 25

Was hat denn die Erledigung von Hausaufgaben mit Selbständigkeit und Eigenverantwortung zu tun? Beides kann doch nur bei vom Kind selbst gesetzen Zielen oder Aufgaben entwickelt werden. Das Deine Tochter die Hausaufgaben verweigert, ist nicht außergewöhnlich. Es sind schließlich nicht ihre, sondern die der Lehrer. Und sie hat wenigstens das Rückrad, nicht alles unwidersprochen hinzunehmen. DAS ist sehr wohl ein Ausdruck von Eigenverantwortung.

Viele Leute glauben, wenn Kinder nicht selbständig das tun, was sie tun sollen, seien sie nicht eigenverantwortlich. Das Gegenteil ist der Fall. Wenn sie die Wünsche/Forderungen anderer erfüllen, ist es das Gegenteil von eigen und selbst. Jemanden so zu manipulieren, dass er nur noch will, was er wollen soll, ist zwar Erziehung, aber keine zur Selbständigkeit und Eigenverantwortung, sondern zu Gehorsam. Da stellt sich die Frage, willst Du in Wahrheit vielleicht ein gehorsames Kind?

Wenn Du ein eigenverantwortliches Kind willst, musst Du dafür sorgen, dass es nicht fortwährend damit beschäftigt ist, die Erwartungen anderer Menschen zu erfüllen. Die Hausaufgaben sind nichts anderes als das. Die Lehrer halten sie für wichtig und Du vermutlich auch, Dein Kind aber nicht. Sonst würde es sie machen und würde fragen, wenn es allein nicht weiterkäme.

Eigentlich ist es garnicht so schwer mit der Eigenverantwortung: Mische Dich in das Leben Deines Kindes dann ein, wenn es Dich darum bittet. Nimm es in den Arm, wenn es in den Arm genommen werden will, beantworte Fragen, wenn es sie stellt oder hilf ihm dabei, eine zu finden. Besorge ihm eine Gitarre, wenn es Dir sein Interesse dafür bekundet usw. usv.

Dein Kind kam - wie 98 Prozent aller Kinder - als eigenverantwortliches Wesen auf die Welt (wissenschaftlich nachgewiesen). Wenn es das heute nicht mehr ist, liegt es an der Einmischung der Erwachsenen.

Gruß Matti

Kommentar von azallee ,

Danke für deinen freundlichen und ausführlichen Rat. Ich werde das so ausprobieren und wenn ich darf, melde ich mich bei dir mit einem feedback. ;-)  Du hast es besser veranschaulicht und verdeutlicht, als alle Erziehungsratgeber zusammen und das mit so wenigen Worten! Toll.

Kommentar von Kuhlmann26 ,

Danke für Deinen Kommentar.

Erziehungsratgeber sind Ratgeber zur Erziehung und keine Ratgeber, wie man mit seinem Kind in einer gleichwertigen Beziehung lebt (Bitte nicht mit einer gleichberechtigten Beziehung verwechseln). Die Ratgeber  wechseln sich ab, mit gut gemeinten Ratschlägen und nur wenige haben das Potential, eine Hilfe für Familien zu sein.

Natürlich haben Erwachsene andere Rechte als Kinder, aber sie stehen in der Beziehung nicht - wie in der Erziehung - über dem Kind. Erwachsene haben kein Recht an (ihren) Kindern herumzuziehen und, wie in der Schule täglich praktiziert, sie runter zu richten. Warum heißt es eigentlich unterrichten und nicht aufrichten? Niemand möge behaupten, das sind Wortspielereien. Sprache bestimmt unser Denken.

Schulen erfüllen einen Erziehungsauftrag. Der Erwerb von Wissen steht erst an zweiter Stelle. Und wenn Dein Kind aufgefordert wird, Hausaufgaben zu machen, dann ist das der Versuch, auch über die Unterrichtszeit hinaus Einfluss auf Dein Kind zu nehmen. Das klingt vielleicht ein bisschen nach Verschwörungstheorie und unterstellt böse Absichten. Genau die unterstelle ich den (meisten) Lehrern aber nicht; nur Unfähigkeit. Aber sie haben es eben nicht anders gelernt UND es ist ihre Aufgabe.

Wenn Du Dich auf die Seite Deines Kindes stellt, und nichts anderes willst Du wohl, wirst Du im Konflikt mit der Institution Schule sein. Die hat nämlich andere Interessen als Du und Dein Kind.

Ich weiß gar nicht, welchen Link ich Dir zuerst schicken soll. Es geht ja immer nur einer. Da sich Deine Frage auf die Schule bezieht, vielleicht die Rede einer Erziehungswissenschaftlerin und ehemalige Lehrerin. Sie hat 2012 in Wien über den "heimlichen Lehrplan" der Schule gesprochen. Es ist ein ziemlich langer Text, aber man muss ihn ja nicht in einem Rutsch lesen.

http://www.streifzuege.org/2013/bildung-braucht-gastlichkeit

Wenn Du etwas über Eigenverantwortung lernen willst, kann ich Dir die Geschichte der Familie Neubronner ans Herz legen. Die zwei Söhne wollten nicht in die Schule gehen. Nach einigen Diskussionen haben die Eltern die Wünsche ihrer Kinder - damals erste und zweite Klasse - respektiert und sie aus der Schule genommen.

Ich will jetzt nicht auf die Odyssee eingehen, die die Eltern mit den Schulbehörden und Gerichten hatten. Ich will nur sagen, dass beide Söhne inzwischen die ihrem Alter entsprechende Schulabschlüsse haben. Der Jüngere, letztes Jahr 15 Jahre alt, hat den Hauptschulabschluss mit 1,0 gemacht. Der Ältere hat vor mehreren Jahren beide Regelschulabschlüsse mit 1,4 gemacht. Dazu hat sie niemand gezwungen und ich vermute auch, dass die Motivation bei beiden nicht die gleiche war. Fakt ist, es war ihre eigene Entscheidung. Man muss nicht 9 oder 10 Jahre in einem Schulgebäude eingesperrt sein, um einen erfolgreichen Abschluss hinzulegen.

Kommentar von Kuhlmann26 ,

Ich habe ein Interview mit Dagmar Neubronner gefunden. Vielleicht verdeutlicht es etwas, wessen sich die meisten Eltern, in Bezug auf das Wirken der Schule, gar nicht bewusst sind. Sie war sich dessen auch erst bewusst, nach dem ihre Kinder nicht mehr in die Schule gingen und sie ihre eigene Unsicherheit darüber abgelegt hatte, wie es denn mit der Bildung ihrer Söhne ohne Schule und ohne Hausunterricht weitergehen sollte.

www.youtube.com/watch?v=vvdgFNZOiKo

Antwort
von LonelyBrain, 73

Ich möchte sie schrittweise loslassen.

Sowas fängt man doch schon im Kindergarten an? Das Kind ist 11... ganz schön spät

http://www.ksta.de/familie/frueh-uebt-sich-wie-sie-ihr-kind-zu-mehr-selbststaend... Lies doch mal diesen Artikel hierzu.

Kommentar von azallee ,

Schulselbständigkeit schon im Kindergarten anfgangen? Hä?

Kommentar von LonelyBrain ,

Lies doch genau was ich geschrieben habe bevor du einen derart sinnlosen Kommentar abgibst.

Kommentar von azallee ,

Sorry, aber die Aussage: Sowas fängt man doch im Kindergarten an DAS ist sinnlos!

Kommentar von LonelyBrain ,

Nein sicher nicht. Man muss nur genau lesen. Tust du offensichtlich immernoch nicht.

Kommentar von azallee ,

Ich sehe auch in dem Artikel NICHTS zum Thema Schule!

Antwort
von violatedsoul, 63

Hausaufgaben sollten Kinder immer von alleine machen. Lernen und üben können sie vorbereitenderweise auch allein. Sollten sie noch irgendwo Probleme haben, sollten sie von sich aus auf die Eltern zugehen, damit sie lernen, dass Bitten um Hilfe keine Schande und Schwäche bedeutet.

Kommentar von azallee ,

Leider kommt mein Kind nicht auf mich zu, wenn es etwas nicht kann oder etwas nicht verstanden hat. Deshalb mache ich mir da etwas Sorgen. Die Schularbeiten erledigt sie selten. Sie schreibt sie nicht einmal auf. Wenn sie Schularbeiten macht, dann natürlich ganz allein.

Kommentar von violatedsoul ,

Ich kenne das. Von daher kann ich dir nur raten, auch mal ein ernstes Wort mit deiner Tochter zu reden. Es ist ihr "Job", ihre Hausaufgaben ins Heft einzutragen und zu lernen. Und wenn sie Probleme hat, muss sie es sagen. Denn erfahrungsgemäß nervt ständiges Nachfragen noch mehr.

Die Schule meiner Tochter verteilt bei 3 unerledigten Hausaufgaben eine 6.

Kommentar von Kuhlmann26 ,

Hausaufgaben sollten Kinder immer von alleine machen.

Der Satz ist doch ein Widerspruch in sich. Entweder die Kinder soll(t)en oder sie machen sie von allein. Wenn sie sie von alleine machen, müssen sie nicht sollen.

In Dänemark haben die Hausaufgaben noch die Funktion, die ihn zukommt. Sie dienen der Wiederholung und Festigung. Darum sind sie eine freiwillige Aufgabe. Man wiederholt, wenn es den Bedarf gibt. Nach Untersuchungen haben etwa 60 Prozent der Schüler das Bedürfnis nach Hausaufgaben. Es versteht sich von selbst, dass es nicht immer dieselben 60 Prozent sind. Es handelt sich um eine Durchschnittszahl.

Selbst zu entscheiden, ob man Hausaufgaben macht oder nicht ist Eigenverantwortung und - wie der Name sagt - SELBSTständigkeit.

Bei uns sind Hausaufgaben ein Erziehungs- und ein Druckmittel. Darum kommen so häufig die Wörter "sollen" und "müssen" vor.

Kommentar von azallee ,

In Dänemark ist man schon viel weiter, was Bildung und das Schulsystem angeht und auch viel entspannter. In Deutschland traut sich die Regierung nicht ein Stück weit, die Lehrpläne zu entmüllen. Sowas Konservatives, nee nee nee! Ich wandere aus zu Menschen, die nicht so zurückgeblieben sind, wie die Deutschen.

Kommentar von violatedsoul ,

Der Westen hätte nur was vom DDR-Schulsystem übernehmen brauchen, dann würde es ganz anders hier laufen.

Kommentar von violatedsoul ,

@ Kuhlmann

Es ist kein Widerspruch, wenn ich "sie sollten es von alleine machen". Das ist nämlich der Idealfall im Sinne von "sie tun es schon". Da es aber nicht alle Kinder so sehen, muss man "sollten" schreiben, um sie an ihre eigene Verantwortung zu erinnern oder sie dahin zu führen.

Hausaufgaben dienen der Übung und Festigung. Das ist in Deutschland nicht anders. Und nur, weil es hier keine Kür, sondern Pflicht ist, ist es nicht schlechter, als in Dänemark. Dass man seine Aufgaben zu erledigen hat, ist kein Druckmittel, sondern sollte selbstverständlich sein! Oder überlässt man dir auch, ob du deine Arbeit auf Arbeit erledigst oder nicht?

Nimms mir bitte nicht übel, aber Kinder haben auch ihre Aufgaben. Und sie sterben genauso wenig daran, wie alle Generationen vor ihnen!

Kommentar von Kuhlmann26 ,

Und nur, weil es hier keine Kür, sondern Pflicht ist, ist es nicht schlechter, als in Dänemark.

Es ist bei uns in der Schule üblich, von "Pflicht" zu sprechen, wo es eigentlich um Zwang geht; "Zwang" klingt aber nicht so schön und ist einer Demokratie nicht würdig.

Ein Pflicht ist immer selbstauferlegt und man hat eine Wahl. a) Man verpflichte sich oder b) man verpflichte sich nicht. Erst wenn man sich für a entschieden hat, übernimmt man Verantwortung und es ist logisch, dass es die eigene ist; was denn sonst?

Aber was passiert denn, wenn ein Kind sich für b entscheidet und trotz Erinnerung dabei bleibt? Dann folgt Bestrafung. Das ist Zwang, ob es Dir gefällt oder nicht. Das gilt übrigens für den gesamten Schulbtrieb und nicht nur für die HA. Wir haben kein Recht auf Bildung, wie es im GG steht, sondern einen Schulzwang

Dein Vergleich mit der Arbeit hinkt gewaltig. Erstens habe ich mir die selbst ausgesucht und zweitens kann ich mich jeder Zeit entscheiden, sie abzubrechen. Diese Möglichkeit hat ein Kind nicht. Es muss, ob es will oder nicht.

Dass man seine Aufgaben zu erledigen hat.

Ich habe bereits in meiner Antwort geschrieben, dass es nicht die Aufgaben des Kindes sind, sondern die der Lehrer. Sie zwingen das Kind nur, diese Aufgaben zu erledigen. Das Kind kommt in der Schule überhaupt nicht dazu, eigene Aufgaben zu erledigen. Eigene sind die, die es selbst wählt. Das Problem liegt darin, dass die meisten Erwachsenen sich nicht ansatzweise vorstellen können, dass Kinder genau dazu in der Lage sind.

Hier ein Beispiel, wo Kinder den Beweis antreten, dass sie sehr wohl in der Lage sind eigenverantwortlich und selbstständig - und zwar im wahrsten Sinne des Wortes - Aufgaben zu erledigen. Und das sogar in einer Schule: nämlich dann wenn der Lehrer "den Raum" dafür bereitstellt. Mehr muss er nicht machen. Sie KÖNNEN seine Materialien benutzen, MÜSSEN es aber nicht. Er muss weder belehren, bewerten, loben, strafen oder was auch immer man sich in Sachen Erziehung ausdenken mag. Dieser ganze Zirkus ist überflüssig.

Man muss Kindern nur nicht im Weg stehen, dann lernen sie und zwar schneller, als es sich ein Erwachsener vorstellen kann. Dazu sind viele Kinder erst dann nicht mehr in der Lage, wenn man ihnen die Lust am Lernen ausgetrieben hat und exakt das passiert in der Schule; weshalb Lehrer behaupten können, ohne Ihren Unterricht wären die Kinder zu faul und würden sich nur mit den Dingen beschäftigen, auf die sie Lust haben. Natürlich beschäftigen sich selbstbestimmte Kinder mit den Dingen, die Spaß machen. Das, gepaart mit Interesse, ist ja die eigentliche Motivation des Lernens.

www.rolf-robischon.de/sitemap-robischon.html

Kommentar von violatedsoul ,

Deine irrealen Kommentare nötigen mir nur ein Kopfschütteln ab. Kindergarten ist vorbei, wenn Kinder in die Schule gehen. Und selbst im Kindergarten gibt es Aufgaben zu erledigen. Aber egal............

Kommentar von Kuhlmann26 ,

In der Ursprungsfrage ging es um die Selbständigkeit und Eigenverantwortung. Das die Schule kein Ort ist, wo beides gelernt wird, habe ich versucht deutlich zu machen. Entgegen anders lautender Sprechblasen, war das auch nie die Funktion diese Institution.

Das Kind hat zu tun, was andere ihm vorschreiben. Es hat zu wollen, was es soll. Es soll Hausaufgaben machen wollen. Wenn es keine machen will, ist es nicht selbständig. Was für eine absurde Denkweise.

Wenn Du einen Moment beim Kopfschütteln innehalten und darüber nachden würdest, bemerktest Du die Widersinnigkeit.

Dass das Kind nicht will, was es wollen soll, ist doch genau der Beweiß für Eigenverantwortung und Selbständigkeit. Es bestimmt selbst, was es will und was es nicht will. Das Du Dich für etwas anderes aussprichst, wird in Deinen Kommentaren deutlich. Nur behaupte doch nicht, mit der von Dir favorisierten Vorgehensweise würde die Fragestellerin erreichen, was sie erreichen will.

In einem Punkt gebe ich Dir Recht: was ich schreibe ist an unseren Schulen nicht real; es ist irreal.

Kommentar von Kuhlmann26 ,

Sehr aufschlußreich sind die Praktikumsberichten von Leuten, die von außen auf den "Unterricht" schauen.

www.rolf-robischon.de/maerzpraktikum2004.htm#\_Toc67979514

Und noch aufschlussreicher ist, dass die übergeordnete Schulbehörde irgendwann die Praktika, ja selbst Hospitationen, bei Herrn Robischon untersagt hat. Warum wohl???

Antwort
von UnitatoIsLife, 56

Nicht mehr so viel für sie machen.

Antwort
von soerensven, 51

Selber den Ranzen packen lassen, Hausaufgaben selber machen lassen und es vielleicht selber zur Schule gehen lassen...

Kommentar von azallee ,

Das machen wir bereits.

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