Selbständiger Dienstleister mit 16 Jahren ug oder gbr?

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6 Antworten

Au weia! Ich steckt bis zum Hals in Schwierigkeiten und wisst es gar nicht.

Unter Umständen habt Ihr Eure Eltern - die sich vermutlich damit auch nicht auskennen - ebenfalls in Probleme gestürzt.

Bevor überhaupt noch ein Auftrag angenommen werden sollte, solltet Ihr erst einmal die alten Probleme versuchen glatt zu kriegen. Mit etwas Glück und vernünftiger Beratung landet Ihr vielleicht bei einem untauglichen Versuch der Steuerhinterziehung.

Ihr habt Verträge geschlossen, die zwar erfüllt und trotzdem vermutlich nichtig sind. Was das bedeutet, da sollte man unter Umständen einen Anwalt fragen.

Neben der Klärung der Notwendigkeiten mit dem Finanzamt, gibt es da noch die Krankenkassen. Es kann sein, dass die Eure Familienversicherung über Mama oder Papa kappen. Dann könnt Ihr im schlimmsten Fall für drei Jahre die Beiträge noch nachzahlen.

Wie weit Euch selbst Euer Alter schützt ist die eine Frage. Die andere Frage ist, ob da nicht die Eltern zur Kasse gebeten werden. Der Mindestbeitrag der gesetzlichen Krankenversicherung liegt bei etwa 340 Euro pro Monat.

Drei Jahre mit je 12 Monaten und für jeden Monat 340 Euro. Wenn die Eltern tatsächlich für einen solchen Betrag haften müssen, dann werden die wohl nicht mehr so glücklich aus der Wäsche gucken.

Und wenn ich hier über Klärung spreche, dann meine ich professionelle Hilfen. Eine Steuerberatung kann da einiges leisten, ob vielleicht noch ein Anwalt nötig ist kann ich so nicht sagen.

Mit viel Glück kommen lediglich die Gebühren für drei Jahre Steuererklärungen mit Gewinnermittlung bei raus. Da sind dann schnell mal 1.500 Euro zuzüglich der Umsatzsteuer für die drei zurück liegenden Jahre fällig.

Mit so einer Sache bitte immer einen Steuerberater beauftragen. Uli Höneß hat jetzt endlich mal öffentlich bewiesen, dass selbst ein Nachbar aus dem Finanzamt und Rechtsanwälte da ganz viel falsch machen können. Das hätte auch anders ausgehen können.

In Eurem Fall dürfte allerdings die Gewerbeaufsicht auch noch ein mächtiges Wort mitreden wollen. Da könnte neben einem Bußgeld (ob und wann es vollstreckt werden kann, ist ein anderes Thema) auch noch eine fünfjährige Gewerbeuntersagung kommen.

Ob die Stadt da einen Ermessensspielraum hat, da muss man einen Spezialisten an der Hand haben. Selbst bei dem wird es aber heißen: Endgültige Klärung erst vor Gericht.

Wenn diese Dinge auf dem Weg der Klärung sind, dann kommt das nächste Problem. Nämlich der Antrag beim Familiengericht. Euch nämlich für geschäftsfähig zu erklären.

Jetzt kann es sein, dass ein Gericht durch drei Jahre Tätigkeit sagt, okay, ihr habt Euch ja die drei Jahre so unauffällig verhalten können, die Auswirkungen auf die Schullaufbahn sind auch absehbar... Sie geben Euch die Erlaubnis.

Dumm allerdings, wenn die sagen: So nicht. Ihr habt drei Jahre gegen einen ganzen Haufen von Gesetzen verstoßen. Und das Gericht urteilt, dass die Reife eben nicht da ist. Dann braucht Ihr über weitere Schritte nicht nachdenken.

Also den Bockmist, den Ihr zwei da angerichtet habt, den wieder aufräumen und für die Zukunft in gute Bahnen zu lenken, dass wird schwierig. Es fängt schon mit dem Finden einer nicht nur fachlich, sondern auch menschlich guten Beratung an.

Ich hoffe mal, dass man größere Spätschäden für Eure berufliche Zukunft halbwegs vermeiden kann. Aber gerade deshalb solltet Ihr ganz dringend handeln und entsprechenden Beistand suchen.

Viel Erfolg.

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Das ganze Thema ist wesentlich weit tragender, als es euch vermutlich aktuell bereits bewusst ist. Eine Gewerbeanmeldung ist natürlich dringend erforderlich, da ihr euch bereits jetzt droht der Steuerhinterziehung und Verstößen gegen die GewO strafbar zu machen. Ein Gewerbe liegt ja bereits jetzt zweifelsfrei vor.

Mein Rat: Informiert euch bei einer speziellen Beratungsstelle und auf offiziellen Seiten wie www.existenzgruender.de. Nur so erhaltet ihr kompetente und verlässliche Hilfestellung.

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Kommentar von DjLoveKonstanz
15.03.2016, 10:35

Kommt natürlich drauf an ob er bisher alles nur "Privat" gemacht hat. Aber wenn Verträge geschlossen wurden die dann auch noch schlimmstenfalls von den Kunden abgesetzt wurden sind, siehts natürlich wieder ganz anders aus. 

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Ihr denkt aber daran, dass ihr als Minderjährige so ein Geschäft noch gar nicht aufziehen dürft?

Als erstes muss das Familiengericht euch für geschäftsfähig erklären, danach kommt dann alles Andere.

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16 Jahre und seit 3 Jahren Veranstaltungstechnik anbieten?

Wer hat euch denn Aufträge erteilt?

Bestimmt keiner.

Denn ihr seit noch nicht geschäftsfähig, dürft keine Verträge abschließen und von den Haftungsrechtlichen Angelegenheiten will ich hier erst gar nicht sprechen.

So ganz nebenbei habt ihr auch noch Steuer und Sozialabgaben hinterziehung begangen.

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das Vormundschaftsgericht muß zustimmen. UG ist ähnlich einer damals englischen Limited. Das ist eine Unternehmergesellschaft mit 1 € Stammkapital.

Diese ist aber wie die GmbH auch der Bilanzierungspflicht sowie G&V Veröffentlichung unterworfen.

Am besten mal beim Steuerberater informieren

Bei der GbR haften Beide mit dem Privatvermögen. Was Du meinst mit Gesellschafter & Kapitalgeber wäre eher eine KG mit Komplementären & Kommanditisten

Ich warne aber immer vor Gemeinschaftsanschaffungen, je nach Einlagen in die Fa. muß man diese auch wieder herausziehen können. Wenn man kein Vertrauen hat zum Geschäftspartner, geht das in die Hose.

Ich habe genügend negative Erfahrungen mit Bands sowie auch bei Gesellschaftseinlagen.

So hatte mein Geschäftspartner damals zugesichert, keinen Anderen hineinzunehmen, und was passiert ?...

"Verleih" ist eigentlich unentgeltlich. Sich die Vorsteuern zu ziehen bei Investitionen, ist ja üblich.

Mieten als Minderjähriger ist aber ungewöhnlich, das ist eigentlich ausgeschlossen nach § 106 BGB ff. bzgl. Taschengeld-§.

Bei 14 K€ lohnt sich evtl. eine Equipmentversicherung wie wir sie auch haben. Es gibt hier 2 Makler der Branche, entweder Erpam oder VDMV. Man sucht hier Versicherungen auch mit Unterschlagungsrisikoabdeckung etc

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Solche "billig" Firmenstatute, sind nur wenig vertrauenserweckend und mit 2 gleichberechtigten Gesellschaftern ist das gefährlich.

Ich neige dazu für jede Art von Gesellschaftsform, in Deutschland (ausser für AG's) mindestens einen Gesellschafter zu schaffen, der eine amerikanische Firma ist.

Dadurch wird dann aus der kleinsten UG eine defakto Aktiengesellschaft. Und dass da ein Gesellschafter ein Minderjähriger ist, das ist dann auch kein grosses Problem mehr.

Wenn zum Beispiel 60 % von einer GmbH einer amerikanischen Firma gehören und je 20 % 2 Gesellschaftlern, dann können die 60% beliebigen Aktionnären gehören. Die sind nicht nominatif und man kann die Aktien jederzeit an andere Investoren verkaufen.

Man muss auch aufpassen, dass man nachher keine Nachteile mit Krankenversicherungskosten hat.

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