Frage von hannzo, 119

Selbständig Scheidung Unterhalt?

Hallo,

ich möchte mich scheiden und würde gerne wissen wenn ich mich scheiden lassen würde, müsste ich meiner Frau Unterhalt zahlen ?

Ich verdiene durchschnittlich 2300€ netto
Sie nur 600€ als Teilzeit. Netto

Jedoch steht noch eine andere Problematik da, denn der Vater hat damals die Werkstatt auf ihre Tochter umgeschrieben bedingt Steuer etc. Und jetzt im moment sieht es so aus als würde sie die Inhaberin sein, quasi selbstständig.

Verdienst Faktor wäre hier bei von der Werkstatt zwischen 4000-5000€

Was natürlich nicht in unseren Taschen fließt. Der Vater bezieht die Summe für sich allein und gibt sich somit als Angestellter aus.

Das Wort für die Scheidung wurde durch Streitereien oft betont. Jedoch war ich bis heute nie abgeneigt und war dafür. Aber Bis heute, hat sich die Situation geändert und finde das es die beste logische Lösung ist. Den die Beziehung funktioniert nicht auf dieser Ebene. Und momentan weißt sie auch nicht das ich solch eine Entscheidung für mich gefällt hab.

Ich wäre gerne frohe wenn ich nach der Scheidung meine Sachen packen könnte und gerne ausziehen würde ohne jeglichen Unterhalt zu bezahlen. Und meine Frau würde ohne hin zu ihren Eltern wieder zurück ziehen oder auch eine anderweitige Wohnung suchen. Da die jetzt möge Wohnung für sie unbezahlbar wäre.

Kann mir da einer Klarheit schaffen.

Ein Kollege aus der Arbeit meinte nach dem neuen gesetzt 2016 wäre die unterhalt Geschichte gegen über dem Partner abgeschafft. Solange man keine Kinder hat.

Und ich habe auch keine Kinder.

Hilfe …?

Expertenantwort
von DFgen, Community-Experte für Unterhalt, 51

Seit der "Reformierung" des Scheidungsgesetzes gibt es "nachehelichen Unterhalt" (nach der Scheidung) nur noch im Ausnahmefall - wenn er im Rahmen des Scheidungsverfahrens zugesprochen wurde. In der Regel wird davon ausgegangen, dass beide Ehepartner nach der Scheidung wieder selbst für ihren Lebensunterhalt sorgen können.

In der Ehe aber haben Ehepartner ggf. einen gegenseitigen Unterhaltsanspruch im Rahmen des "Familienunterhaltes". Daraus ergibt sich der mögliche Anspruch auf "Trennungsunterhalt"...

Im Trennungsjahr (bis zur Scheidung) hat der Ehepartner mit dem geringeren Einkommen Anspruch auf Unterhalt vom anderen Ehepartner - falls dieser selbst Einkommen oberhalb seines "Selbstbehaltes" erzielt.

(Als Einkommen zählen alle laufenden Einnahmen wie Arbeitseinkommen, Mieteinnahmen, Steuereinnahmen, Zinseinnahmen usw.... ) 

Das Trennungsjahr als solches muss einer Scheidung vorausgehen, es räumt  den Ehepartnern ausreichend Zeit ein, sich auf die veränderten Bedingungen - auch die finanziellen - nach der Scheidung einzustellen bzw. vorzubereiten....

Die Scheidung selbst kann nur von einem Anwalt beantragt werden - du müsstest dir also ohnehin einen suchen, der dich dann auch über alles Weitere informieren wird....

Antwort
von sassenach4u, 29

Wenn deine Frau selbstständig ist aufgrund der Tatsache, dass sie den väterlichen Betrieb übernommen hat, der Vater als "Angestellter" bei ihr beschäftigt ist, bedingt, dass es Einnahmen aus dem Betrieb gibt. Ob der Vater sich alles in die Tasche steckt, ist für die Unterhaltsbeurteilung irrelevant.

Im Gegenteil, Sie können Trennungsunterhalt fordern, denn wenn der Betrieb 5-6000,-- Euro/ Monat an Gewinn auswirft, hat SIE ein höheres Einkommen als Sie selbst.

Gehen Sie mit diesen Informationen zu Ihrem Anwalt, den Sie brauchen und lassen sich beraten und ggf. soll er den Trennungsunterhalt einfordern.

Antwort
von ichweisnix, 45

Jeder hat zunächstmal grundsätzlich selbst für seinen Unterhalt zu sorgen. Der potentiell unterhaltsberechtigte hat daher grundsätzlich eine hohe Erwerbsobliegenheit.

Jedoch steht noch eine andere Problematik da, denn der Vater hat damals
die Werkstatt auf ihre Tochter umgeschrieben bedingt Steuer etc.

Das steuerlich Ihrer Frau zugeordnete Einkommen wäre ihr auf jeden Fall auch unterhaltsrechtlich zuzuordnen. Mehr noch, es wäre zu überprüfen, ob sie ihr Einkommen nicht steigern kann.

Antwort
von rasperling1, 30

Ja, Du musst Unterhalt zahlen - mindestens während des ersten Trennungsjahres, wahrscheinlich aber sogar länger. Das folgt einfach daraus, dass Du ein höheres Einkommen hast als Deine Frau. Bei deiner Frau können nur die 600,- Euro angesetzt werden, denn weiteres Einkommen hat sie tatsächlich nicht, trotz Inhaberschaft der Firma. Grob gerechnet wirst Du ihr während des ersten Trennungsjahres rund 600,- Euro Unterhalt zahlen müssen. Ab dem Ende des ersten Trennungsjahres muss sie dann einer Vollzeitarbeit nachgehen. Falls sie dann immer noch weniger verdient, musst Du weiterhin die Hälfte des Netto-Einkommensunterschieds als Unterhalt zahlen. Mindestens bis zur Scheidung. Ob Du auch nach der Scheidung noch für einen gewissen Zeitraum Unterhalt zahlen musst, hängt u.a. von der Dauer Eurer Ehe ab.

Kommentar von hannzo ,

Verheiratet sind wir gerade mal genau 2 Jahre

Kommentar von rasperling1 ,

Dann bestehen gute Chancen, dass zumindest nach der Scheidung kein Unterhaltsanspruch gegeben ist. 

Antwort
von truxumuxi, 21

Es gibt den Trennungsunterhalt der 1 Jahr lang bezahlt wird soviel ich weiß. Ohne Kinder ist deine Frau verpflichtet einer angemessenen Arbeit nachzugehen. Allerdings bis sie was gefunden hat (1 Jahr) muss von dir der Trennungsunterhalt bezahlt werden. Dabei werden ihre 600 Euro angerechnet.

Alles andere bitte bei einem Familienanwalt machen, denn alles in so einer Sache ist irgendwo Auslegungssache und keine Scheidung gleicht der anderen. Die Gesetze sind nicht in Stein gemeißelt,.

Antwort
von turnmami, 46

Bei diesen ganzen Sachverhalten kann ich nur zu einem Rechtsanwalt raten. Den brauchst du für die Scheidung sowieso!

P.S: Jeder würde gerne  Unterhaltszahlungen vermeiden, dann bestimmt aber das Gericht!

Antwort
von wilees, 54

Kehrt sich hier die Situation nicht um?

Der Vater überschrieb seiner Tochter das Geschäft.

Damit dürften Ihre Frau und sie doch steuerlich getrennt veranlagt werden. Richtig.?

Wo ist sie TZ angestellt? - in Diesem Geschäft?

Kommentar von hannzo ,

Nein. Sie ist nicht in diesem Geschäft, als Teilzeit angestellt. Arbeitet als Köchin in einer anderen Branche.

Unabhängig

Kommentar von wilees ,

Ich frage weiter: Der Vater ist in diesem Geschäft angestellt und erhält ein Gehalt?

Und was bleibt nach Steuern für ihre Frau noch über? Es kann ja irgendwie nicht gehen, das ihr das Geschäft gehört, sie aber keinerlei Ertrag hat.

Ich will darauf hinaus - aus den monatlichen Erträgen des Geschäftes verdient Ihre Frau etwas, was den Unterhaltsanspruch schmälert?

Kommentar von hannzo ,

Also bedingt eines Schufa Eintrag damals bei dem Vater, hat er selber kein Konto.

Meine Frau hat einen Geschäftskonto, wo mal das Geld für die Mieten etc. überwiesen werden.  

Alles andere bleibt eigentlich nur auf der Hand. In Prinzip kann man eigentlich nichts nachvollziehen wieviel er verdient.

Der Steuerberater von ihm kümmert sich darum.
Er erstellt dann die Bilanzen für das Finanzamt.

Kommentar von hannzo ,

Was der Vater als Angestellter dann verdient, dass weiß ich nicht. Er bekommt die gesamte Kohle, jedoch lässt er es eben so aussehen als würde er nur ein Angestellten Lohn bekommen.
Wieviel das ist, kann ich nicht sagen. Da habe ich keine Auskunft.

Meine Frau bekommt nichts.

Kommentar von wilees ,

Diese Geschichte wird im Rahmen der Scheidung auf den Tisch kommen - unumgänglich. Denn auf dem Papier schaut es so aus als sei sie selbstständige Unternehmerin. Damit könnte ihr Unterhaltsanspuch komplett entfallen.

Oder Ihr Schwiegervater mauschelt entsetztlich. Es sind Einkünfte, die auf den Namen ihrer Frau laufen, von denen sie möglicherweise gar nichts weiß - weil sie es einfach nicht versteht.

Machen Sie denn noch eine gemeinsame Steuererklärung sind sie  auch mit in diese Geschichte verwickelt.

Ihre Frau zeichnet scheint´s verantwortlich für`s Geschäftkonto, ist Geschäftsführerin auf dem Papier und unterzeichnet dann z.B. auch Bilanzen.

Egal wie der Trennungunterhalt, muß errechnet werden, der Zugewinn muß geklärt werden, Rentenanwartschaften etc.

Antwort
von Skibomor, 33

"Ein Kollege aus der Arbeit meinte nach dem neuen gesetzt 2016 wäre die
unterhalt Geschichte gegen über dem Partner abgeschafft. Solange man
keine Kinder hat. "

Wie kommt der denn auf das schmale Brett?

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