Frage von rosaly789, 96

Selbständig auf Honorarbasis arbeiten oder auf 450-Euro Basis - was bringt mehr?

Hallo liebe Community, ich arbeite 20Stunden die Woche in einem Betrieb und möchte mir nun noch als Selbstständiger etwa 10-15 Stunden pro Woche etwas dazuverdienen. Gerwerbeschein und so ist schon vorhanden, jetzt ist nur die Frage, mein "Chef" hat mir sozusagen angeboten auf 450€ Basis bei Ihm anzufangen oder auf Honorarbasis- was ihm lieber wäre, weil für ihn da die Steuern wegfallen. Natürlich interessiert mich aber mehr, was für mich unterm Strich dabei rauskommt. Mit welchen Abgaben kann ich denn da rechnen?

Antwort
von kevin1905, 35

Mit welchen Abgaben kann ich denn da rechnen?

Das kommt drauf an.

Wenn du etwas selbständig machst, musst du dich auch selbst absichern (Berufshaftpflicht, Unfallversicherung, etc.). Deine Leistungen haben Einfluss auf deinen Umsatz und letztendlich auch auf deinen Gewinn.

Allein diese Kosten musst du in der Bepreisung einrechnen, also auf den Lohn, den du als ArbN bekommen hättest mal mind. 35% draufschlagen (zzgl. USt., bitte sei so schlau zur Regelbesteuerung zu optieren).

Dann musst du genau schauen, dass du nicht Gefahr läufst scheinselbständig zu werden.

  1. Kannst du den Arbeitsort frei bestimmen?
  2. Kannst du die Arbeitszeit frei bestimmten?
  3. Kannst du frei bestimmen wann und wie viel Urlaub du nimmst?
  4. Kannst du die Entgelthöhe beeinflussen?
  5. Bist du was die Art und Weise der Arbeitsdurchführung angeht weisungsgebunden?
  6. Verrichten in der Firma Arbeitnehmer die gleiche oder ähnliche Tätigkeiten?
  7. Wirst du die Tätigkeit nur für den einen Betrieb erbringen oder auch für mehrere?

Wenn deine Antworten

  • auf die ersten 4 Fragen "nein",
  • auf die 5. und 6. "ja" und
  • auf die 7. "nur für einen" lautet, hab ich Neuigkeiten für dich. Du bist Arbeitnehmer!
Kommentar von Bakaroo1976 ,

Und was ist das Problem an der Scheinselbständigkeit?

Kommentar von kevin1905 ,

Die Sozialversicherung wird da nicht mitspielen.

Für den Fragesteller ist das weniger ein Problem als für den Arbeitgeber, aber die Beiträge für Kranken-, Pflege-, Arbeitslosen- und Rentenversicherung werden nachgefordert.

Kommentar von Bakaroo1976 ,

Warum sollte die Sozialversicherung nicht mitspielen? Wenn der Auftragnehmer nur einen Auftraggeber hat, muss der Auftragnehmer eben SV-Beiträge abführen - den Begriff Scheinselbständigkeit gibt es im SV-Recht nicht (mehr).

Kommentar von kevin1905 ,

Es gibt den Selbständigen mit einem Auftraggeber, genannt in § 2, Nr. 9 SGB VI.

Dieser ist jedoch immer noch selbständig, selbst wenn er in einigen Aspekten sehr arbeitnehmeränlich agiert.

Wenn jedoch alle von mir genannten Punkte entsprechend beantwortet werden liegt KEINE Selbständigkeit vor, sondern ein versicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis, für das der Arbeitgeber Beitragsschuldner ist.

Und diese Beiträge werden auch eingefordert.

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Navigation/2_Rente_Reha/0...

Kommentar von Bakaroo1976 ,

Ja, das ist richtig - aber wo liegt jetzt das Problem?

Kommentar von kevin1905 ,

Wie ich bereits schrieb, es gibt für den Fragesteller da kein wirkliches Problem, aber für den vermeintlichen Auftraggeber, der wohl doch ein Arbeitgeber ist. Dieser zahlt SV-Beiträge nach.

Antwort
von Bakaroo1976, 44

Um was für eine Tätigkeit handelt es sich denn? Würdest Du etwas anderes machen als im Rahmen der nichtselbständigen Tätigkeit? Ist doch der gleiche Betrieb, oder?

Und wenn Du schon von Chef redest - selbständige Tätigkeit???

Kommentar von rosaly789 ,

also das wäre schon ein anderes unternehmen und eine andere tätigkeit ... 

Kommentar von Bakaroo1976 ,

Um was für eine Tätigkeit handelt es sich denn?

Kommentar von Bakaroo1976 ,

Wieso redest Du dann was von einem Chef?

Antwort
von grubenschmalz, 55

Für den Chef fallen da nicht nur steuern weg, für dich fällt Lohnfortzahlung im Krankheitsfall weg, bezahlter Urlaub uvm.

Wenn du bis jetzt 450 Euro bekommen hast, kannst du über den Daumen gepeilt das drei- bis Vierfache Rechnen was du auf Honorarbasis nehmen solltest.

Kommentar von grubenschmalz ,

Unabhängig von der Sache dass das meiner Meinung nach eh eine Scheinselbstständigkeit ist.

Kommentar von rosaly789 ,

weil?

Kommentar von grubenschmalz ,

Weil du vom "Chef" redest, vermutlich musst du seinen Anweisungen folgen, an seinem Betriebsort, und alleine schon dass du zwischen 450-EUR-Job und Honorarbasis wählen kannst.

Die Geschichte mit den Steuern ist nämlich Murks von deinem Chef, er will sich nur um die ganzen arbeitsrechtlichen Verpflichtungen drücken. Steuern bei einem 450- EUR sind für einen Arbeitgeber bei vollen 450 EUR ganze 9 EUR im Monat. 

Kommentar von Bakaroo1976 ,

Was wäre denn das Problem an der Scheinselbständigkeit?

Kommentar von Asceroon ,

Lohnfortzahlung und bezahlter Urlaub bleiben bestehen wenn er auf 450 € Basis arbeitet! Scheinselbstständigkeit würde auch meiner Meinung nach vorliegen

Kommentar von Asceroon ,

Google den Begriff mal

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