Frage von Warg1, 29

Ist es normal, wenn die Sekretärin die Mailaccounts aller Mitarbeiter täglich checken soll?

Hi, mein einer Chef ruft grad an und irritiert mich sehr: Der Geschäftsführer meinte, ich als Sekretärin habe täglich alle Mailadressen aller(?) Kollegen zu checken, Irrläufer zu beantworten, zu löschen etc.

Das kann doch wohl nichts ein? Gut, ich richte in Absprache Autoresponder ein, Weiterleitungen oder lösche mal Speicherplatz.

Aber das jetzt  hiesse ja, ich kontrolliere deren Mails. Hallo Datenschutz? Hallo Briefgeheimnis?

Bin seit 3 Jahren hier, so was wurde noch nie an mich rangetragen und ich denke, das kann ja wohl nicht korrekt sein. Kenne so was auch aus keiner einzigen Firma vorher. Geht mir nicht um was versteckenw ollen, sondern einfach auch um Vertrauensbasis.

Klar, ich weiss auch, wie ich mich in anderer leute MAilfach einwähle, habe gewisse Admin-Rechte bzw. Aufgaben. Aber DAS?

Bitte sagt mir mal, was Ihr davon haltet. Kenne so was NULL, mein erster Gedanke: Datenschutz" Brief- bzw. Telekommunikationsgeheimnis. In Absprache okay, aber jemand,der willkürklich durch anderer Leute MAils schnüffel? Hallo NSA?

Ich muss ggf. gute Argumente haben, wenn da jetzt mehr kommt.

ich wäre froh, wenn Ihr mir da Tipps gebt (ich würde mich eben augf Datenschutz und TK-Geheimnis berufen, das sollte doch passen?).

ich hab grad irgendwie ein ganz schlechtes Gefühl.. ich würd mich bedanken,w enn ich nie weiss,w annwowie wer anderes in meinen Mails rumpfuscht.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von schelm1, 26

Lassen Sies ich diese Dienstanweisung, alle Mitarbeiteraccounts der Firma reglmäßig zu überprüfen, schriftlich erteilen.

Kommentar von Warg1 ,

Gute Idee, vor allem dachte ich grad schon: wenn ich das soll, dann sollen Sie das auch den Kollegen mitteilen.

Und mir nen Ansprechpartner für Unsicherheiten nennen. Das möcht ich erleben, dass ich nachher was lösche, was eben doch wichtig war und man hat nur vergessen, mir z.B. ein neues Projekt des Kollegen mitzuteilen.

Bisher war Vorgehen immer: alle Kollegen inkl. Chefs wissen, wenn ich mich auf sie einwähle, lese ich nichts, antworte nicht,lösche nicht, mache nur die besprochene Sache und logge mich wieder aus.

Dem widerspricht das jetzt erst einmal ganz klar.

Antwort
von landregen, 29

Dienst-E-Mail-Adressen dürfen nur für Geschäftliches benutzt werden. Da gibt es keinen persönlichen Datenschutz, und es dürfen Mails auch von Kollegen bearbeitet werden - es sei denn, es ist anders vereinbart worden. Aber grundsätzlich hat in den Betriebs-E-Mail-Account nur Geschäftliches und nichts Privates etwas zu suchen.

Diese Kontrolle geht allerdings sehr weit und würde mir auch gegen den Strich gehen. Wenn der Chef privatem Geschwätz einen Riegel vorschieben will, sollte er dich nicht als Instanz missbrauchen - das ist ein unangenehmer Job. Vielleicht lässt er mit sich reden?

Kommentar von Warg1 ,

Es geht nicht um privat/ geschäftlich,es geht um die Bearbeitung von 3., während der eigentliche MAil-Account-Besitzer da ist.

Und wie gesagt, das gab es noch nie. Und wenn GeFü gucken will, soll er. Aber eben das Rumwerkeln an und in anderer Leute Accout, das ist die Frage. Vor allem kann ich in 50% der Sachen nicht wirklich beurteilen, was zum Thema gehört oder nicht, das ist absolut umfassend (Betreuung von Großbaustellen EU-weit)

Kommentar von nurlinkehaende ,

Vorsicht: Es geht sehr wohl um privat/geschäftlich!

Wenn die private Nutzung nicht ausdrücklich ausgeschlossen ist, kann es sein, dass man hier schnell in das Strafrecht mit dem Ausspähen von Daten reinrutscht!

Kommentar von Warg1 ,

Und es ist den Kollegen genehmigt, privat zu nutzen.

Also liege ich ja mit dem TK-Geheimnis ganz richtig.

Antwort
von nurlinkehaende, 20

So lange die Mail nicht privat genutzt werden darf und eine entsprechende Betriebsvereinbarung existiert, die allen Mitarbeitern bekannt ist und welche die Mitarbeiter auch ein Mal pro Quartal erneut als gelesen abzeichnen, darf der Arbeitgeber auch bestimmen, wer in die Mailboxen reinsehen darf.

Nur Admin zu sein, heisst dass man es kann, aber noch nicht, dass man es auch darf.

Kommentar von nurlinkehaende ,

Vielleicht hat man auf www.heise.de auch noch entsprechende Tipps in den Archiven. Dort mal suchen oder die iX Redaktion anschreiben, die könnten Tipps haben.

Kommentar von Warg1 ,

Gute Idee, danke.

Kommentar von nurlinkehaende ,

OT: Dein Nick deutet aber nicht gerade auf 'ne Sekretärin.

Kommentar von Warg1 ,

Der dümmste Kommentar des Jahrhunderts? Seit wann hat der Nick berufsbezogen zu sein? Dann gäbs hier viel Klappse Inmate 1 bis  n³

Antwort
von Bonbonglas, 9

Grundsätzlich würde ich keine konkreten Aufgaben kritiklos übernehmen, die über Umwege, und sei es auch angeblich über GF -> direkter Vorgesetzter -> Empfänger, laufen. Hinterher ist es irgendein Hirnschiss dieses direkten Vorgesetzten, du machst wie geheißen, es gibt deswegen Ärger und der direkte Vorgesetzte will anschließend von der Order nichts gewusst haben. Was über die konkreten Vorgaben des Arbeitsvertrages / der Stellenbeschreibung hinaus geht immer schriftlich regeln.

Wenn durch die Order Rechte verletzt werden, ist es dann der Antragsteller, der sich zumindest mitverantworten muss.

Antwort
von FrauStressfrei, 7

Damit es rechtlich korrekt ist, braucht es zunächst ein Verbot für die Mitarbeiter, den Mailaccount privat zu nutzen. Aber! Gibt es das zB. in der Firma schon, und ein MA macht das trotzdem ist das nur ein Minivergehen. Liest du aber diese private Mail, dann ist es ein Riesenvergehen. Du kannst das also nur machen, wenn 1000% sicher ist, dass wirklich gar keine privaten Mails fließen. Was quasi unmöglich ist.

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