Frage von blackhawk1210, 58

Seit wann gibt es in der Schweiz die 13 vollberechtigten Orte?

Expertenantwort
von Albrecht, Community-Experte für Geschichte, 10

Die 13 vollberechtigten Orte hat es in der Schweiz gegeben, seitdem am 17. Dezember 1513 Appenzell, ein ländlicher Kanton und seit 1411 ein »zugewandter Ort«, als Vollmitglied der Eidgenossenschaft beitrat. Diese Eidgenossenschaft mit 13 »Orten« als Vollmitgliedern hat es bis 1798 gegeben.

Volker Reinhardt, Die Geschichte der Schweiz : von den Anfängen bis heute. München : Beck, 2011, S. 143:  

„1513 folgte Appenzell als dreizehnter (und bis 1798 letzter) regierender Ort nach.“

Georges Andrey, Schweizer Geschichte für Dummies. Übersetzung aus dem Amerikanischen von Judith Muhr und Katrin Krips-Schmidt. 1. Auflage. Weinheim : Wiley-VCH-Verlag, 2009, S. 119:  

„Offiziell am 17. Dezember 1513 der Allianz der Zwölf beigetreten, wird Appenzell bei der eidgenössischen Tagsatzung als Vollmitglied mit gleichen Rechten aufgenommen.“

S. 120: „Von nun an bis ins jahr 1798 umfasst die Schweiz sieben Städteorte und sechs Länderorte.“

Die Eidgenossenschaft der 13 Kantone

Von 1513 bis 1798 umfasst die Schweiz dreizehn Staaten, so genannte »Kantone« sowie neun verbündete Staaten. Die protokollarische Ordnung der Kantone ist die folgende (die Länderorte sind mit einem Sternchen gekennzeichnet): Zürich, Bern, Luzern, Uri*, Schwyz*, Unterwallden*, Zug*, Glarus*, Basel, Freiburg, Solothurn, Schaffhausen, Appenzell*. Die verbündeten Staaten sind in protokollarischer Reihenfolge: Sankt-Gallen, Graubünden, Wallis, Rottweil, Mülhausen, Biel, Genf, Neuenburg, Bistum Basel. Die drei letztgenannten sind keine Mitglieder der Tagsatzung, können jedoch dazu eingeladen werden. Kantone und verbündete Städte haben Länder, die ihnen untertan sind, die Gemeinen Herrschaften. Die wichtigsten Gemeinen Herrschaften - von den Eidgenossen eroberte Ländereien - sind der Aargau, der Thurgau und das Tessin. Diese stellen wichtige Einnahmequellen für die Kantone dar.“

Ulrich Im Hof, Geschichte der Schweiz. Mit einem Nachwort von Kaspar von Greyerz. 8. Auflage. Stuttgart : Kohlhammer, 200z (Kohlhammer-Urban-Taschenbücher ; Band 188 : Geschichte, Kulturgeschichte, Politik), S. 50:  

„Der Bund bestand nun aus dreizehn »Orten«, den acht alten, diejenigen, die zwischen Sempacherkrieg und 1415 sich endgültig gefunden hatten (Zürich, Bern, Luzern, Uri, Schwyz, Unterwalden, Zug und Glarus) und den fünf neuen Orten, »Zugewandte«, die zwischen 1481 und 1513 in den Rang von »Orten« gelangten, (Freiburg, Solothurn, Basel, Schaffhausen und Appenzell).“

„Diese Dreizehn bildeten den Kern des Bundes, in welchem sie sich gewisser Prärogativen erfreuten: Höherer Rang, Mitregierung in Gemeinen Herrschaften, größerer Anteil an Pensionen, d. h. Jahrgeldern durch verbündete Mächte.

Um die Dreizehn gruppierten sich Verbündete verschiedener Art, die »Zugewandten Orte«. Dazu gehörten drei Städte ohne nennenswertes Territorium, St. Gallen, Mühlhausen und Biel sowie das stattlichere Rottweil. Zugewandte Orte waren auch die zwei Monarchien, die sich dank rechtzeitigem Bündnis mit den Eidgenossen als solche hatten erhalten können. Der Fürstabt von St. Gallen stand mit einem größeren Territorium geistlicher Herrschaft in einem Schutzverhältnis zu den Eidgenossen. Die Grafschaft Neuenburg betrachtete die Verbindung zu den Eidgenossen als eine Garantie der Privilegien von Stadt und Landschaft den ausländischen Fürstenhäusern gegenüber, die, seitdem 1395 das einheimische Grafengeschlecht ausgestorben war, die Herrschaft innehielten. Schließlich standen einige kleinere Gebiete im Protektoratsverhältnis zu einzelnen Kantonsgruppen.“

https://de.wikipedia.org/wiki/Dreizehn\_Alte\_Orte :

„Die Dreizehn Alten Orte waren die Kantone der Schweiz, die von 1513 (Beitritt von Appenzell) bis 1798 (Beginn der Helvetik) die Alte Eidgenossenschaft bildeten.“

http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D7389.php 2 - Herrschaft, Politik und Verfassung vom Hochmittelalter bis zur Landteilung (1597) 2.2 - Der Weg zur Unabhängigkeit (1401-1566) :

„Die Bestrebungen A.s zur Aufnahme in die Eidgenossenschaft als gleichberechtigter, dreizehnter Ort wurden von den Schirmorten der Abtei St. Gallen 1501, 1510 und 1512 abgelehnt. Erst die Krise nach dem Dijonerzug von 1513 machte die Eidgenossen bereit, A. am 17.12.1513 in den Bund aufzunehmen. An der nächsten eidg. Tagsatzung im Jan. 1514 setzte sich Ammann Hans Meggeli ostentativ vor Abtei und Stadt St. Gallen auf den dreizehnten Platz.“

A. = Appenzell  

eidg. = eidgenössische

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten